Energie sparen

Fragen und Antworten zum Thema Kamine & Öfen

Das Wohnglück-Team gibt Ihnen die richtigen Antworten, Ratschläge und Tipps rund um den wichtigsten Ort der Welt: Ihr Zuhause. Bitte beachten Sie, dass die Vorschläge nur unverbindlich sein können, da unsere Experten die geschilderten Sachverhalte nicht vor Ort überprüfen konnten und sich somit ausschließlich auf Ihre Beschreibung stützen.

Wir haben ein älteres Haus mit Kamin gekauft. Obwohl wir das Haus noch nicht bewohnen, bekamen wir immer wieder Rechnungen vom Schornsteinfeger über Gerätekontrollen und Kaminreinigungen von außen. Wie oft im Jahr finden diese Arbeiten statt?

Dem Schornsteinfegerhandwerk sind laut Gesetz zwei unterschiedliche Prüfaufgaben übertragen:

1. Sicherheit: Das ursprüngliche, klassische Aufgabengebiet dient der Betriebs- und Brandsicherheit von Feuerstätten. Im Rahmen einer regelmäßigen Sicherheitsschau wird der Gehalt von Kohlenmonoxid und der ungehinderte Abzug der Rauchgase überprüft. Weiter werden Schornsteine und Abgasleitungen gereinigt und von Ruß-Rückständen befreit.

Diese Tätigkeit wird in der am 01. 01. 2010 in Kraft getretenen neuen bundeseinheitlichen Kehr- und Überprüfungsverordnung (KÜO) geregelt. Sie löst die entsprechenden Verordnungen in den einzelnen Bundesländern ab. Künftig gelten bundesweit einheitliche Gebühren und Intervalle für das Prüfen und Kehren der Feuerstätten. Genaue Angaben über die Prüfintervalle und die genau Definition der Feuerungsanlagen sind in der Anlage 1 zu § 1, Absatz 4 der KÜO aufgeführt. (Beispiele siehe unten!)

2. Umweltschutz: Die in der 1. Bundesimmissionsschutz-Verordnung (BimSchV) festgelegten Aufgaben und Messungen dienen allein dem Umweltschutz. Sie verpflichtet den Schornsteinfeger folgende Überprüfungen vorzunehmen: Messung des Wärmeverlustes über die Abgase von Heizungen. Messung der Rußmenge, der Ölrückstände und des CO-Gehalts von Öl-Heizungsanlagen. Die Ergebnisse geben Hinweise darauf, ob die Heizungsanlage effizient und umweltschonend arbeitet. Für jeden Messwert gibt es festgelegte Grenzwerte, die nicht überschritten werden dürfen. Die novellierte 1. BimSchV ist am 22. 03. 2010 in Kraft getreten.

GAS-Feuerungsanlagen:

GAS-Feuerungsanlagen ohne Brennwertnutzung:
Überprüfung nach KÜO:                                           jährlich
Überprüfung nach 1. BimSchV:  älter als 12 Jahre:  alle 2 Jahre
desgl.                                         bis 12 Jahre alt:    alle 3 Jahre


Feuerungsanlagen (z. B, Öfen, Kamine, Kaminöfen)  für feste Brennstoffe (Kohle, Holz, Pellets)

Ganzjährig regelmäßig benutzte Feuerstätte:
Überprüfung nach KÜO:                4 mal jährlich

In der Heizperiode täglich genutzte Feuerstätten
Überprüfung nach K Ü O                3 mal jährlich

Mehr als gelegentlich, aber nicht regelmäßig genutzte Feuerstätten,
Überprüfung nach K Ü O    2 mal jährlich

Gelegentlich genutzte Feuerstätten
Überprüfung nach K Ü O                1 mal jährlich

Betriebsbereite aber nicht benutzte Feuerstätte
Überprüfung nach K Ü O                1 mal jährlich

Für alle Feuerungsanlagen für feste Brennstoffe gilt folgende Regelung:
Die Überprüfung nach 1. BimSchV erfolgt nach Einbau bzw. Neuerwerb und bei der Feuerstättenschau nach KÜO.

Wir haben einen Holzkohle-Kaminofen, der Küche, Eßzimmer, Flur und teils Wohnzimmer mit wärmt. Jetzt sind wir beide zu alt um im Wald selbst Brennholz zu schlagen. Unsere Überlegung: Brennholz kaufen, Pelletofen oder Erdgas (ist schon im Haus) benutzen. Was raten sie?

Aufgrund der neusten Bundesimisionsschutzverordnung müssten Sie Ihren Kaminofen in der nächsten Zeit mit einem Feinstaubfilter ausrüsten. Es empfiehlt sich daher, jetzt auf ein anderes Heizmaterial umzustellen.
Wie Sie aus der nachstehenden Tabelle ersehen können ist die Energie-Ausbeute von Erdgas erheblich günstiger als die von Holz oder Pellets. Zur Erzeugung von 10 kWh Heizenergie werden benötigt:

·      1 Liter Heizöl
·      1 m³ Erdgas
·      0,7 kg Flüssiggas.
·      2,5 kg Fichtenholz
·      2,0 kg Buchen- oder Eichenholz
·      2,0 kg Holzpellets
 
Die Anschaffung einer Erdgasheizung ist daher aus unserer Sicht sinnvoll.

Gibt es festgelegte Abgas-Grenzwerte für Kamine und Öfen?

In der neuen Bundesimmisionsschutzverordnung (BImSchV) sind die Grenzwerte für die Emissionen von Feinstaub und Kohlenmonoxyd aus Öfen festgelegt worden. Ab 22. 03. 2010 dürfen neue Öfen, Kaminöfen und mit Heizkassetten nachgerüstete Kamine maximal 150 Milligramm Staub und vier Gramm Kohlenmonoxid pro Kubikmeter Luft ausstoßen. Ab 2015 treten strengere Werte in Kraft.

Die Einhaltung der Grenzwerte ist dann nur noch durch den zusätzlichen Einbau eines Filters zu erreichen. Zur Zeit ist nur ein Elektrofilter zugelassen, der ca. 1.500 € kostet. Möglicherweise ist der Kauf eines neuen Kaminofens günstiger, zumal dessen Wirkungsgrad erheblich besser ist.

Sind Ethanolöfen schädlich?

Bei der Berichterstattung über Ethanolöfen in unserm Heft 3/16 wurde ein Sicherheitsaspekt vergessen, den wir jetzt nachholen möchten:

Forscher des Fraunhofer Wilhelm-Kauditz-Instituts (WKI) raten davon ab, Ethanolöfen in zu kleinen Räumen zu benutzen. Rein theoretisch sollte Ethanol vollständig zu Kohlenstoffdioxyd und Wasser verbrennen. Ob das in der Praxis auch wirklich geschieht, hängt von der Art und der Qualität des verwendeten Ethanols ab. In vielen Fällen bilden sich laut WKI sehr feine Verbrennungspartikel, die Reizgase Stickstoffdioxid und Formaldehyd, sowie Benzol.

Wenn man allein die Bildung von Wasser und Kohlenstoffdioxid betrachtet, dann ist festzustellen, dass bei der Verbrennung von Ethanol der Raumluft Sauerstoff entzogen wird. Ein halber Liter Ethanol erzeugt bei der Verbrennung die gleiche Menge Kohlenstoffdioxyd wie 12 bis 16 Menschen in einer Stunde ausatmen. Da in der Regel heute alle Fenster und Türen mit Dichtungen ausgerüstet sind und luftdicht schließen, ist beim Betrieb eines Ethanolofens eine ständige auseichende Frischluftzufuhr erforderlich, andernfalls kann es zu einer Kohlenstoffdioxid-Konzentration kommen, die gesundheitsgefährlich ist: Kopf-schmerzen und Schwindel können schon bei niedriger Konzentration auftreten.

Das bedeutet, ein Ethanolofens sollte nur bei ausreichender Frischluftzufuhr (gekippte Fenster) betrieben werden. Ein Heizeffekt ist schon aus diesem Grund nicht zu erreichen. Ethanolöfen haben nur einen dekorativen Effekt.

Unser neuer Schornsteinfeger fordert die Außerbetriebnahme unsere offenen Kamins, weil zwei Feuerstellen an einem Schornstein angeschlossen sind. Welche technischen Möglichkeiten gibt es, um zwei Feuerstellen an einer Abgasanlage (Schornstein) zu betreiben?

In der Bundesimisionsschutzverordnung (BImSchV) vom 26. 01. 2010 wurden folgende Bestimmungen festgelegt:

Bei Öfen der „Bauart 1“ bleibt die Feuerraumtür immer geschlossen – natürlich mit Ausnahme der Bedienung. Die meisten Kaminöfen entsprechen dieser Bauart und verfügen deshalb über Feuerraumtüren, die nach dem Loslassen von selbst zufallen. Der große Vorteil von Öfen der „Bauart 1“ besteht darin, dass sie an Schornsteinen angeschlossen werden können, an denen bereits andere Öfen betrieben werden.

Im Gegensatz dazu benötigen Kaminöfen der „Bauart 2“ – sie können auch mit offenen Türen betrieben werden (offene Feuerstelle) – einen eigenen Rauchabzug im Schornstein. Diese Vorschrift dient zu Ihrer eigenen Sicherheit. Sie soll verhindern, dass Rauchgase – besonders das giftige Kohlenmonoxyd – aus anderen Feuerstellen in Ihren Wohnraum eindringen können.

Soweit uns bekannt ist, gibt es keine andere Möglichkeit, Kamin und offene Feuerstelle an einen gemeinsamen Schornsteinzug anzuschließen.

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