Bauen & Modernisieren

Fragen und Antworten zum Thema Wohngesundheit

Das Wohnglück-Team gibt Ihnen die richtigen Antworten, Ratschläge und Tipps rund um den wichtigsten Ort der Welt: Ihr Zuhause. Bitte beachten Sie, dass die Vorschläge nur unverbindlich sein können, da unsere Experten die geschilderten Sachverhalte nicht vor Ort überprüfen konnten und sich somit ausschließlich auf Ihre Beschreibung stützen.

Ich suche nach einer Lösung für die Frischluftversorgung im Schlafzimmer, dessen Fenster sich nicht öffnen lässt. Ich dachte an einen Ventilator mit Luftzufuhr über einen Wanddurchbruch. Wie könnte ich das Problem lösen?

Eine wirksame Lüftung kann nur dann erreicht werden, wenn verbrauchte Raumluft in gleicher Menge nach außen transportiert wird, wie frische Luft nachströmen kann. Bei Lüftungsanlagen sind daher immer getrennte Ein- und Auslässe für Zu- und Abluft erforderlich. Diese Anlagen saugen die Luft aus den Innenräumen (z. B. Schlafzimmer) ab und führen Außenluft in den Schlafbereich zu. Über Türspalte oder Türschlitze erfolgt dann der Luftausgleich zwischen den einzelnen Räumen. 

Es gibt einfache Anlagen, bei denen die Zufuhr von Außenluft über Filterventile erfolgt. Diese Form der Belüftung wird in der Regel für einzelne Räume angewandt. Grundsätzlich ist jedoch zu sagen, dass mit derartigen Anlagen selten zufriedenstellende Ergebnisse erreicht werden. Die Schwachstellen sind:

Das Einströmen von Frischluft ist nicht ausreichend.
Es treten Ventilator-Geräusche auf.

Bei Zentralen Lüftungsanlagen mit Wärmetauscher strömt die Frischluft im Unterschied zu den geschilderten Lüftungsanlagen nicht direkt von außen in die Räume. Sie wird in der Regel von außen zentral angesaugt und über ein eigenes Kanal(Rohr)-System den Wohn- und Schlafräumen zugeführt. Frischluft und Abluft werden durch einen Wärmetauscher geführt, in dem 50 – 90% des Wärmegehalts der abgesaugten Luft für die Vorerwärmung der Frischluft genutzt werden. Auf diese Weise können erhebliche Heizkosten eingespart werden. 

Die Technik der Anlage (Wärmetauscher) wird meist im Keller oder unterm Dach installiert. Im Wohnbereich sichtbar sind nur die Lüftungsgitter für Zu – und Abluft an den Wänden oder auf dem Fußboden. 

Beim Betrieb einer zentralen Lüftungsanlage mit Wärmetauscher sind folgende Bedingungen zu beachten:

• Die Gebäudehülle muss absolut dicht sein (Prüfung durch Blower-Door-Test).

• Die Anlage muss in allen Teilen sorgfältig geplant, eingebaut und justiert werden. 

• Die Anlage muss regelmäßig gewartet werden (Filterwechsel!).

• Es sollte grundsätzlich keine zusätzliche Lüftung durch das Öffnen der Fenster erfolgen.

Der Einbau einer zentralen Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung kann für ein Einfamilienhaus zwischen 6.000 – 8.000 € kosten. Er wird vom Staat im Rahmen des KfW-Programms „Energie-effizient Sanieren“ als Einzelmaßnahme gefördert:

• Kreditvariante: Darlehen, Laufzeit bis zu 30 Jahre, Zinsbindung zehn Jahre, Effektivzins ab 2,27%.

• Es sollte grundsätzlich keine zusätzliche Lüftung durch das Öffnen der Fenster möglich sein. Zuschussvariante: 5% der Kosten, höchstens 2.500 €.

Alle hier beschriebenen Lüftungsanlagen müssen von einem Lüftungsbau-Betrieb geplant und installiert werden. Anschriften finden Sie in den "Gelbe Seiten" (www.gelbeseiten.de).

Zum Schluss möchten wir Sie noch auf eine Alternative hinweisen, die Ihnen möglicherweise helfen kann:

Seit einigen Jahren werden zur Belüftung einzelner Wohnräume neuartige Geräte angeboten, bei denen die Zufuhr von Frischluft, und der Abtransport von verbrauchter Raumluft durch den gleichen Lüfter erfolgt. Das wird dadurch erreicht, dass der Lüfter alle 70 sec. seine Laufrichtung ändert:

• Abluft: Verbrauchte warme Luft wird durch einen Wärmespeicher nach außen befördert und erwärmt diesen.

• Zuluft: Nach 70 sec. ändert der Lüfter seine Drehrichtung. Die kalte frische Außenluft wird nun durch den Wärmespeicher geführt und dabei nahezu auf Raumtemperatur erwärmt. 

• Nach ca. 70 sec. hat der Wärmespeicher seine Wärme abgegeben und der Zyklus beginnt von neuem. Auf diese Weise wird erreicht, dass es kaum Wärmeverluste gibt.

Die Geräte arbeiten „flüsterleise“ bei geringstem Stromverbrauch. Die Montage können auch Laien durchführen. Die Lüfter lassen sich einfach bedienen und warten.

Zusätzliche Informationen können Sie vom Hersteller erhalten:

Öko-Haustechnik inVENTer GmbH, Ortsstraße 4 a, 07751 Löberschütz, 

Internet: www.inventer.de  -  E-mail: info@inventer.de

Wir statten unser Haus im Erdgeschoss mit neuen Fußböden und einer Fußbodenheizung aus. Welchen Bodenbelag können wir wählen, damit das Raumklima nicht belastet wird? Sind Fliesen pauschal eine „gesündere Alternative“?

Bei der Wahl des Fußbodenbelages für die die geplante Fußbodenheizung kommt es, nach unserer Meinung, in erster Linie darauf an, ob der Belag überhaupt dafür geeignet ist.

Zwar können auf einer Fußbodenheizung fast alle hochwertigen Fußbodenbeläge verlegt werden. Wichtig ist die Beachtung des Wärmedurchlasswiderstands, der nicht mehr als 0,15 m²K/W betragen sollte.

Die Werte für keramische und Natursteinböden liegen erheblich darunter. Sie sind daher für Fußbodenheizungen besonders gut geeignet. Alle anderen Belagstypen, wie Teppichboden, Kork, Holz oder Holzwerkstoff (Laminat), leiten die Wärme vergleichsweise schlecht. Hier sollten Sie vor dem Kauf unbedingt darauf achten, dass der Wärmedurchlasswiderstand von 0,15 m²K/W nicht überschritten wird. Dieser Wert ist auch bei Trittschall-Dämmungen zu beachten!

Bei Kunststoffbelägen kommt noch dazu, dass diese ein starkes Ausdehnungs- und Schwund-verhalten haben. Das bedeutet: Große Ausdehnung bei Wärme und Schrumpfen bei Kälte.

Für den Schallschutz haben Sie in früheren Antworten Metallprofile vorgeschlagen. Haben diese wirklich Vorteile gegenüber Holz und gibt es sie im Baumarkt zu kaufen?

U-Profile aus verzinktem Stahlblech werden hauptsächlich von gewerblichen Verarbeitern, von Innen-Ausbauern, Malern und Tischlern bei der Errichtung von Leichtbauwänden eingesetzt. Diese Profile sind gegenüber Leisten und Kanthölzern aus Holz formstabil (Holz arbeitet!) und absolut gleichmäßig.

Außerdem erfüllen sie die Kriterien der Unbrennbarkeit, die bei vielen Leichtbau-Konstruktionen gefordert wird. Für die Verarbeitung sind Spezial-Werkzeuge erforderlich. Metallprofile werden daher in der Regel kaum von Heimwerkern verwendet. Das ist auch die Erklärung dafür, dass sie nur im Baustoff-Großhandel und kaum in Baumärkten angeboten werden.

Wir möchten in eigener Regie versuchen, die Geräuschbelästigung aus einem Zimmer der Nachbarwohnung zu vermindern. Haben Sie einen Vorschlag für die Montage einer effektiven Schallisolierung auf die vorhandene Leichtbauwand?

Die Verbesserung der Schalldämmung zur Nachbarwohnung ist mit „einfachen Hilfsmitteln“ kaum zu erreichen. Die Leichtbau-Trennwand nimmt alle Geräusche (Schallwellen) der Gegenseite auf. Sie schwingt wie eine Membran oder wie ein Trommelfell und setzt auf diese Weise auch die Luft im Zimmer Ihres Sohnes in Schwingungen.

Eine Verbesserung der Situation ist nur dadurch zu erreichen, dass vor die bestehende Trennwand eine zweite Wand in Trockenbauweise zu gesetzt wird – eine sogen. „Vorsatzschale“. Deren Konstruktion müsste, wenn sie die Schallübermittlung wirksam verhindern soll, wie folgt durchgeführt werden:

Im Abstand von mindestens 5 cm wird vor der Wand ein Gerüst aus Holzständern von 4 x 6 cm oder besser aus 6 cm breiten Metallprofilen errichtet. Um eine Übertragung von Körperschall zu verhindern, muss diese Konstruktion schalltechnisch von den umgebenden Bauteilen - wie Decke, Wände und Fußboden - abgekoppelt werden. Das wird dadurch erreicht, dass zwischen Ständern und umgebenden Bauteilen jeweils lückenlos ein Streifen Filz (z. B. Rigips-Anschlussdichtung) oder Mineralwolle gelegt wird. Das Ziel muss sein, dass kein Teil der Ständer-Konstruktion an keiner Stelle direkten Kontakt mit Decke, Wänden und Fußboden hat. Eine Befestigung mit wenigen Schrauben erfolgt nur unter der Decke und auf dem Fußboden.

Zwischen den Ständern werden dann mehrere Lagen Holzweichfaser-Dämmplatten angebracht, bis eine Gesamtdicke von 6 cm erreicht ist. Die Dämmplatten müssen so angebracht werden, dass der Abstand zur Wand an allen Stellen eingehalten wird und so ein Luftzwischenraum von 5 cm hergestellt wird. Es muss unbedingt darauf geachtet werden, dass die Platten absolut lückenlos eingebaut werden, es dürfen keinerlei Ritzen oder Fugen übrigbleiben. Selbst kleinste, nur 1 mm breite Ritzen können die Schalldämmung der gesamten Wand zunichtemachen.

Holzweichfaser-Dämmplatten haben aufgrund ihres großen Eigengewichtes sehr gute schalldämmende Eigenschaften. Dämm-Materialien, die zur Wärmedämmung verwendet werden, wie z. B. Polystyrol (Styropor) oder Mineralwolle, sind sehr leicht und daher zur Schalldämmung nicht geeignet!

Der Abschluss zum Raum wird durch zwei Lagen Gipsfaserplatten, jede 15 mm dick, hergestellt. Dabei sollte die zweite Lage der Platten so verlegt werden, dass sich deren Fugen in der Mitte zwischen den Fugen der ersten Lage befinden. Durch das Gewicht der zwei Lagen Gipsfaserplatten und zusätzlich durch diese Art der Verlegung wird erreicht, dass die Oberfläche nicht wie eine Membran schwingen und Schallwellen weiterleiten kann.

Auch diese beiden Lagen Gipsfaserplatten dürfen nicht dicht an Wände, Decke und Fußboden anschließen. Zwischen ihnen muss umlaufend ein Spalt von 1 cm Breite offenbleiben, der zum Schluss mit elastischer Acryl-Dichtungsmasse (kein Silicon!) verschlossen wird.

Nur die exakte und sorgfältige Ausführung dieser Trennwand in allen Einzelheiten garantiert eine zuverlässige Schalldämmung:

1.    Schalltechnische Abkopplung der Ständer-Konstruktion.
2.    Verwendung von Holzweichfaser-Dämmplatten als Auskleidung. Dämmstoffe, die zur Wärmedämmung verwendet werden, sind zur Schalldämmung nicht geeignet!
3.    Verwendung von Gipsfaserplatten anstelle von OSB- oder Spanplatten.
4.    Plattendicke von 15 mm.
5.    Versetzte und zweilagige Montage der Platten.
6.    Eine umlaufende offene Fuge. 

Wir wollen unser deckenhoch gefliestes Bad sanieren. Können auf den Fliesen Putze aufgetragen werden? Wie können wir auch in Zukunft Probleme mit Schimmelbildung vermeiden?

Zur Verbesserung des Raumklimas in Ihrem Bad empfiehlt es sich, die Wasserdampf-Aufnahmefähigkeit der Wände und der Decke – die oftmals als „Atmung“ bezeichnet wird – zu verbessern. Das bedeutet, diese Flächen müssen in den Zustand versetzt werden, bei hoher Luftfeuchtigkeit einen Teil davon aufzunehmen, um sie später wieder abgeben zu können. Daher sollten die mit Fliesen belegten Flächen auf ein Mindestmaß reduziert und nur auf die Teile beschränkt werden, die unmittelbar im Spritzwasserbereich liegen.

Von den freiliegenden Decken- und Wandflächen müssen alle Wandbeschichtungen. Raufasertapeten, Dispersions- (Binder-) Farben oder Latexanstriche restlos und rückstandsfrei bis auf den Putz entfernt werden. Stattdessen empfehlen wir einen Anstrich mit Innen-Silikatfarbe. Diese hat die gute Eigenschaft, den Vorgang der Wasserdampf-Durchlässigkeit (Atmung) der oberen Putzschichten von Wänden und Decken – im Gegensatz zu anderen Farben – in keiner Weise zu behindern. Ihr Bindemittel besteht aus Wasserglas. Dieses geht mit den Kalk- und Zementbestandteilen des Putzes eine feste chemische Verbindung ein, es verkieselt. Da Silikatfarben kaum organische Bestandteile enthalten, sind sie ökologisch unbedenklich. Aufgrund ihrer Zusammensetzung sind sie stark alkalisch und behindern aus diesem Grund die Bildung von Schimmel. Silikatfarben lassen sich immer wieder mit dem gleichen Werkstoff überstreichen.

Bitte beachten Sie zur Verarbeitung von Silikatfarben folgenden Hinweis: Das Bindemittel dieser Farbe besteht aus Wasserglas, das ätzend auf alle glasierten Oberflächen wie Kacheln, Fliesen, Glas und Spiegel wirkt. (Das ist auch der Grund dafür, dass sich Silikatfarbe so intensiv mit dem Kalk oder Zement des Untergrundes verbindet).  Alle glasierten Oberflächen sollten daher vor der Verarbeitung sorgfältig mit Folie wasserfest abgedeckt werden. Evt. Fleckenmüssen sofort noch im nassen Zustand mit viel Wasser entfernt werden. Eingetrocknete Flecken hinterlassen Ätzspuren, die später nicht mehr zu beseitigen sind!

Für die als überflüssig angesehenen Fliesenflächen, gibt es leider keine Lösung. Zwar gibt es einen Hersteller, der Putze anbietet, die auf Fliesen haften. Da es sich hierbei aber um Kunststoffputze handelt, kann eine Wasserdampf-Aufnahme nicht stattfinden. Wir möchten daher empfehlen, die überflüssigen Fliesen abzuschlagen und den Untergrund mit einem Kalkputz zu egalisieren. Zementputze eignen sich nicht, da deren Wasserdampf-Aufnahmefähigkeit eingeschränkt ist.

Wenn Ihnen der Aufwand, alte Anstriche und Fliesen zu entfernen, zu groß ist, können wir Ihnen folgende Alternative anbieten: Die Verkleidung dieser Flächen mit ca. 2 cm dicken Kalzium-Silikat-Platten.

Kalzium-Silikat-Platten sind ein neu entwickeltes Ausbau-Material, das nicht nur zur Wärmedämmung eingesetzt wird. Diese Platten sind unbrennbar (Brandklasse A1), leicht von Gewicht, zug- und druckfest. Sie sind formstabil und unterliegen keinen Ausdehnungs-schwankungen. Sie haben eine mikroporöse Struktur, d. h., es sind unendlich viele kleine Luftblasen in diesem Material eingeschlossen.

Kalzium-Silikat-Platten bestehen überwiegend aus Kalk und feinem Sand mit geringen Zelluloseanteilen. Sie sind daher als ökologisch unbedenklich einzustufen. Sie sind abweisend gegen Wasser in flüssiger Form. Trotzdem haben sie eine sehr gute Wasserdampf-Aufnahme-Fähigkeit, so dass die „Atmung“ der Wände, auf denen Kalzium-Silikat-Platten angebracht werden, in keiner Weise behindert wird. Aus diesem Grund wirken sie als „Feuchtigkeits-Puffer“. Sie können im Raum befindliche überschüssige Luftfeuchtigkeit aufnehmen und diese später bei wechselndem Raumklima und vernünftiger Lüftung dosiert wieder an die Raumluft abgeben.

Kalzium-Silikat-Platten behalten bei diesem Vorgang der „Feuchtigkeits-Abpufferung“ stets eine trockene Oberfläche. Dadurch werden die Wachstumsbedingungen für Schimmelpilze stark eingeschränkt. Unterstützt wird dieser Effekt zusätzlich durch die Alkalität der Platten. Sie können ihre guten Eigenschaften aber nur dann entfalten, wenn ihre Oberfläche ebenfalls diffusionsoffen (d. h. atmungsaktiv) gestaltet wird. Als Anstrich sind daher Innen-Silikatfarben zu empfehlen, da diese ebenfalls eine ungehinderte Wasserdampf-Durchlässigkeit zulassen. Außerdem gehen Silikatfarben mit den Kalkbestandteilen der Platten eine chemische Verbindung ein, sie verkieseln mit ihnen. Innen-Silikatfarben lassen sich mit dem gleichen Material immer wieder überstreichen (siehe oben!).

Kalzium-Silikat-Platten müssen direkt auf dem Untergrund verklebt werden. Die Montage auf einer Lattung, um einen Luftzwischenraum zu schaffen, ist bauphysikalisch nicht in Ordnung und fördert die Bildung von Kondenswasser Zwischenraum.

Wie kann ich ein Haus von 1975 wohngesund und nicht zu aufwändig renovieren? Ich bin chemikaliensensitiv und denke daran, Boden und Wände zu erneuern.

Bei älteren Fertighäusern ist für die Beurteilung des Sanierungsbedarfs aus gesundheitlicher / raumlufthygienischer Sicht zunächst eine genaue Bestandsaufnahme der Belastungen in Raumluft und Hausstaub erforderlich. Dadurch kann im ersten Schritt die Art und Höhe der Belastungen (v. a. Formaldehyd, Holzschutzmittel, Asbest) ermittelt werden.
Wenn hierbei Auffälligkeiten festzustellen sind, wird dann im nächsten Schritt die Quelle der Belastung genauer lokalisiert. Auf dieser Grundlage kann dann abgeschätzt werden, wie umfangreich die Sanierungsmaßnahmen sein müssen bzw. ob eine dauerhafte Sanierung überhaupt möglich ist. Im Extremfall bleibt bei stark belasteter Bausubstanz als einzige Option nur der Rückbau des Baukörpers bis auf die gemauerte Oberkante des Kellers. Gerade wenn bei Bewohnern eine besonderen Sensitivität auf Formaldehyd oder Holzschutzmittelwirkstoffe vorliegt, kann dies durchaus häufiger der Fall sein.

Peter Bachmann
Wir haben eine neue Küche mit Natursteinarbeitsplatte. Der Küchenbauer sagt die Platte muss regelmäßig mit Steinöl eingelassen werden und hat auf Nachfrage von einem lösemittelfreien Produkt abgeraten, da diese nicht gut genug wären und Lösungsmittel nicht so tragisch sind. Wie sehen sie das? Wir haben zwei kleine Kinder und das dritte ist auf dem Weg. Ich habe auch Bedenken wegen der Zubereitung der Lebensmittel.

Lösemittel sind grundsätzlich im Lebensraum zu vermeiden. Reinigungsmittel, Pflegemittel und Baustoffe sollten nur mit entsprechenden Prüfungen und Zertifikaten verwendet werden. Weitere Informationen finden Sie hier: bauverzeichnis.gesündere-gebäude.de/de

Peter Bachmann
Wir haben in unserem Neubau (Rohbau) oberflächlich Schimmel im Dachstuhl. Ein Sachverständiger riet, das Holz mit Jati-Schimmelpilzentferner (auf Wasserstoffperoxidbasis) zu behandeln. Kann dieses Mittel, dass sich angeblich in Wasser und Luft zersetzt, doch im Holz verbleiben und gesundheitsschädlich sein? Was wäre Ihre Empfehlung ?

Schimmelentferner auf Basis von Wasserstoffperoxid sind in der Regel tatsächlich bereits kurze Zeit nach der Anwendung abreagiert. Ein Verbleib von problematischen Stoffen ist hier nicht zu erwarten. Sehr viel wichtiger als die Art der Schimmelentfernung ist es jedoch, so schnell wie möglich durch entsprechende Maßnahmen (v. a. Austrocknen) die Neubildung von Schimmel zu verhindern. Hier ist vor allem die Feuchte des Holzes entscheidend. Wenn diese weiterhin hoch ist, kann auch bei noch so guter oberflächlicher Schimmelentfernung erneut ein Schimmelwachstum stattfinden.Bitte beachten Sie bei der Anwendung von Schimmelentfernern die entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen aus dem Datenblatt.

Peter Bachmann
Ich würde gerne mein Dachgeschoss ausbauen – worauf muss ich achten, dass die Räume auch gesund sind?

Für einen Dachgeschossausbau mit gesünderen Materialien steht Ihnen das Sentinel Bauverzeichnis (bauverzeichnis.gesündere-gebäude.de/de) zur Verfügung. Hier finden Sie geprüfte Produkte, welche auch Ihr Handwerker einsetzen kann. Zudem können Sie auf die korrekten Baustoffzertifikate achten: bauverzeichnis.gesündere-gebäude.de/de

Peter Bachmann
Wir wollen ein Fertighaus von 1979 kaufen und haben einen Sachverständigen für Baubiologie beauftragt eine Luftmessung durchzuführen. Dabei kam ein erhöhter Lindan-Wert heraus (0,35migrogramm/m3 Raumluft). Wie interpretieren sie diesen Wert?

Die Beurteilung von Messwerten für Lindan in der Raumluft lehnt sich – da für Lindan keine separaten Werte offiziell festgelegt wurden – an die Bewertung des ebenso problematischen Stoffes PCP (Pentachlorphenol) an (vgl. bayr. Landesamt für Gesundheit). Somit liegt die bei Ihnen festgestellte Konzentration von 0,35 μg/m³ zwischen dem Vorsorgewert (RW 1) von 0,1 μg/m³ und dem Maßnahmenwert (RW 2) von 1,0 μg/m³. Ob in einem solchen Konzentrationsbereich gesundheitliche Beeinträchtigungen zu erwarten sind, liegt vor allem an der individuellen Empfindlichkeit der Nutzer. Aus Vorsorgegründen ist aber in jedem Fall zu empfehlen, die Quelle der Belastungen zu ermitteln und wenn möglich zu entfernen.

Peter Bachmann
Wir leben in einem alten Bauernhaus. Im Flur des Erdgeschosses ca. 28 qm liegt ein PVC aus den 60/70er Jahren auf den meine Eltern einen neueren in den 90er legen ließen. Welches Risiko einer Asbestbelastung ergibt sich hieraus? In der Kuüche ist unter dem Linoleum eine Spachtelmasse aufgetragen wurden, in den 80er Jahren. Inwiefern ist hier mit Asbest zu rechnen?

In der Zeit vor 1994 ist tatsächlich ein Risiko von Asbest in Spachtelmassen und Putzen gegeben. Untersuchungen zeigen, dass das Risiko bei ca. 20-30% liegt. Solange der Asbest fest gebunden ist besteht kein sonderlich hohes Risiko. Jedoch ist es ferndiagnostisch unmöglich das konkrete Risiko konkret einzuschätzen. Genaue Informationen liefert eine Materialuntersuchung.

Peter Bachmann
Wer führt Raumluftmessungen durch und was kosten diese?

Das hängt von dem Untersuchungsumfang ab. Die Kosten können zwischen ca. 1.000,- Euro und 1.700.,- Euro variieren.

Peter Bachmann
Früher stand ja ein PVC-Bodenbelag sehr in Verruf. Wir haben bei unserer Modernisierung nun einen Vinylboden in einem Zimmer verlegt, völlig schadstofffrei nach Herstellerangaben. Nun ist ja in diesem Boden auch Chlor enthalten. Unsere Frage: Ist dieser Boden ohne Ausduünstung von Schadstoffen und Belastung für die Raumluft. Warum ist hier das Chlor nicht gefährlich?

Ein Produkt ist niemals völlig schadstofffrei. Jedes Produkt hat freie und feste Schadstoffe. Das Chlor ist fest eingebunden.Relevanz können die Weichmacher haben. Wir empfehlen Produkte welche mit einem guten Zertifikat geprüft und ausgezeichnet sind. Diese finden Sie hier: bauverzeichnis.gesündere-gebäude.de/de

Peter Bachmann
Wir haben im ganzen Haus Holzdecken (Nordische Fichte). In das Haus sind wir 1980 eingezogen. Die Holzdecke wurde mit Bondex farblos behandelt. Meine Frage: War dieses Mittel mit Schadstoffen befallen (es war sehr teuer)?

Eine Aussage zu dem Produkt ist leider auch nur sehr schwer möglich, da die Rezepturen regelmäßig geändert werden und der Preis keinerlei Aussage zur gesundheitlichen Eignung erlaubt.
Wir möchten Ihnen eine Raumluftmessung empfehlen. Für die Untersuchung von mehreren Räumen ist vom finanziellen und zeitlichen Aufwand her zunächst die Untersuchung einer Hausstaubmischprobe aus den betroffenen Räumen anzuraten.Wenn hier keine wesentlichen Belastungen festgestellt werden, kann an diesem Punkt nämlich bereits eine relevante Belastung der Innenraumluft ausgeschlossen werden.Falls im Hausstaub auffällige Werte ermittelt werden sollten, müsste dann eine Luftuntersuchung in mehreren Räumen durchgeführt werden.Die Kosten für eine Hausstaubanalyse auf Holzschutzmittelwirkstoffe liegen - falls Sie die Probe in Absprache mit dem Labor selbst entnehmen - üblicherweise bei € 200,- bis € 300,-. Die Luftuntersuchung von beispielsweise zwei Räumen dürfte – einschließlich Kosten für Anfahrt, Probenentnahme und Sachverständigengutachten – eher bei € 1.500,- bis € 2.000.- liegen.

Peter Bachmann
Wie ist das mit Schadstoffen bei Matratzen: welche Werte haben herkömmliche Schaumstoffmatratzen und wann haben sie ausgelüftet ?

Für Matratzen und Bettwaren habe wir keine separaten Prüfanforderungen. Hier können Sie sich beim Kauf auf die Prüfsiegel von angesehenen Zertifizierungsstellen wie dem Kölner eco-Institut verlassen. Besondere Anforderungen werden auch von GOTS (für Textilien) oder Öko-Control (für Naturmatratzen) gestellt. Auch bei den mit dem „blauen Engel“ ausgezeichneten Matratzen werden Grundanforderungen zu Inhaltsstoffen und Schadstoffabgabe überprüft, so dass keine größeren Mengen von Schadstoffen abgegeben werden. Die Dauer der Schadstoffabgabe variiert sehr stark – je nach Dicke der Matratze und Art der Schadstoffe. Bei vielen Stoffen findet in den ersten Wochen der Großteil der Auslüftung statt.

An unseren Kunststoff-Fenstern bilden sich am Rahmen Wassertropfen, manchmal werden die Stellen schwarz. Ich vermute, daß es Schimmel ist. Obwohl ich es immer wieder abwische kommt, es erneut. Kann man etwas dagegen machen ?

Die Wassertropfen am Rahmen bilden sich durch die Kondensation der Raumfeuchte an der zu kalten Fensterfläche. Grundsätzliche Abhilfe ist hier vermutlich nur durch den Austausch des Fensters gegen ein besser isoliertes Modell oder die Beratung durch einen Fachhandwerker bei Ihnen vor Ort möglich. In der Zwischenzeit ist es sicher sinnvoll, die kondensierten Wassertropfen regelmäßig abzuwischen, um das Wachstum von Schimmel und Algen zu minimieren.

Peter Bachmann
Wer haftet nach Wegfall des Ü-Zeichens, wenn Baustoffe eingebracht werden die zu hohe Emissionen aufweisen?

In diesem Fall haftet der Architekt. Er muss die Eignung des Produktes prüfen anhand von Informationen, die er über den Handel oder direkt beim Hersteller anfordert. Weitere Informationen zum EuGH-Urteil in Sachen Bauproduktequalität und dessen Auswirkung finden Sie hier:
Neue Deklarationspflicht für Emissionen aus Bauprodukten ab 01.02.2019
www.umweltbundesamt.de/themen/neue-deklarationspflicht-fuer-emissionen-aus

Peter Bachmann

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