Bauen & Modernisieren

Fragen und Antworten zum Thema Dämmung

Das Wohnglück-Team gibt Ihnen die richtigen Antworten, Ratschläge und Tipps rund um den wichtigsten Ort der Welt: Ihr Zuhause. Bitte beachten Sie, dass die Vorschläge nur unverbindlich sein können, da unsere Experten die geschilderten Sachverhalte nicht vor Ort überprüfen konnten und sich somit ausschließlich auf Ihre Beschreibung stützen.

Ich würde gern meinen Keller dämmen. Ist dafür zum Beispiel eine Dampfsperre nötig? Wie geht man dabei am besten vor, was können Sie empfehlen?

Voraussetzungen für das Anbringen einer Wärmedämmung auf der Innenseite von Außenwänden (Kellerwänden) sind:

  • Die Außenwand muss trocken und schlagregendicht/wasserdicht sein.
  • Die Dämmstoff-Dicke muss ausreichend sein – nur einige Zentimeter sind absolut ungenügend.
  • Das Dämm-Material muss an jeder Stelle vollflächigen Kontakt mit der Außenwand haben. Hohlstellen sind in jedem Fall zu vermeiden.
  • Die Innendämmung muss auf der Raumseite mit einer sorgfältig ausgeführten Dampfsperre luftdicht abgeschlossen werden.

Am einfachsten lässt sich eine Innendämmung als „Vorsatzschale“ in Leichtbauweise herstellen. Eine Vorsatzschale besteht aus einer zweiten Wand, die von innen her gegen die Außenwand gesetzt wird. Der Aufbau einer bauphysikalisch einwandfreien Vorsatzschale sollte wie folgt geschehen:

Auf die Wände werden 8 cm dicke Holzständer gedübelt. Die Zwischenräume müssen lückenlos mit 8 cm dicken Mineralwolle-Matten oder Polystyrol-Platten ausgefüllt werden. – Eine Dämmstoffdicke von nur 3 cm reicht nicht aus! - Konstruktionsbedingte Ritzen und Fugen, die sich nicht vermeiden lassen, müssen mit Montageschaum ausgefüllt werden.

Ganz gleich, mit welchem Dämm-Material die Innendämmung hergestellt wird, der Dämmstoff  muss an jeder Stelle vollflächigen Kontakt mit dem Untergrund haben. Ein  Luftzwischenraum zwischen Wärmedämmung und Wand muss in jedem Fall vermieden werden. Unebene Wände müssen vor der Montage der Innendämmung mit einem geeigneten Mörtel egalisiert werden. Ein Voranstrich der Wände mit „Kalk-Mineralfarbe“ ist ungeeignet.

Oftmals besteht die Auffassung, das Dämm-Material auf einer Lattung anzubringen, um einen Luftzwischenraum (Hohlraum) zur Entlüftung zu schaffen. Diese Vorstellung ist bauphysikalisch falsch. In einem solchen Hohlraum kann sich leicht Kondenswasser (Tauwasser) bilden, das zu einer Durchfeuchtung von Wand und Innendämmung führen kann.

Besonderes Augenmerk ist auf die Wärmedämmung im Bereich der Fenster zu richten. Damit keine Wärme-/Kältebrücken entstehen, muss die Wärmedämmung auch in der Laibung bis an den Fenster-rahmen geführt werden, selbst wenn in diesem Bereich nur eine geringere Dämmstoffdicke eingebaut werden kann.

Die gesamte Wärmedämmung wird anschließend mit einer Spezialfolie als Dampfsperre verschlossen. Dabei ist zu beachten, dass alle Nähte und die Anschlüsse an den  anschließenden Wänden, an Decke und Fußboden sowie an Fenstern und durchgeführten Rohren  sorgfältig luftdicht abgeschlossen werden. Das muss mit einem Spezial-Klebeband oder mit einem Butyl-Kautschuk-Kleber aus der Kartusche geschehen. Einfaches doppelseitig klebendes Teppichband ist dafür nicht geeignet, weil es nicht alterungsbeständig ist. Dabei ist zu beachten, dass selbstklebende Bänder auf rauem Holz oder auf Putzoberflächen nur kurze Zeit haften. Für diese Anschlüsse gibt es spezielle Kartuschenkleber. Die Abdichtungen können aber auch mechanisch mit einem Kompriband und einer zusätzlichen Anpressleiste dauerhaft  hergestellt werden. Alle Klebestellen müssen absolut staubfrei sein. Rohre und Kabeldurchführungen sind mit Gummimanschetten am sichersten abzudichten. 

Vorsicht beim Befestigen von Regalen und Bildern ! Die Dampfsperr-Folie darf nicht durch Nägel oder Schrauben beschädigt werden. 

Zum Schluss kann die gedämmte Fläche mit Gipskarton–, Gipsfaserplatten oder Profilholz verschlossen werden.        

Wenn die Wärmedämmung der Außenwände dazu beitragen soll, die Raumtemperatur im Keller zu erhöhen oder wenn der gedämmte Keller-Raum geheizt werden soll, ist ein Wärmedämmung der Kellerdecke nicht erforderlich.

Wir leiden in der Zwischendecke des Dachboden unter Rattenbefall. Unter den Holzdielen liegen die Tragbalken. Wir wollten die Hohlräume mit Granulat füllen, damit die Ratten nicht mehr durchhuschen können, gleichzeitig damit die Decke dämmen. Ist das sinnvoll?

Bevor Sie die Zwischendecke mit Granulat füllen, ist es unerlässlich, die Ratten wirksam zu bekämpfen. Das kann nur ein Schädlingsbekämpfer (Kammerjäger) leisten. Erst wenn Sie die Gewissheit haben, dass es keine Ratten mehr gibt, sollten Sie die Zwischendecke ausfüllen.

Zur Wärmedämmung des Dachbodens können wir Ihnen zusätzlich folgende Alternative vorschlagen:

Beim Aufbau einer wirksamen Wärmedämmung auf dem Fußboden des Dachbodens sind einige wichtige bauphysikalische Einzelheiten zu beachten:

1. An allen umlaufenden Wänden werden Randdämmstreifen aus extrudiertem geschlossen-porigem Polystyrol XPS befestigt.
2. Bei Holzbalkendecken muss der Fußboden lückenlos mit einer Spezialfolie ausgelegt werden. Die Folie dient als Feuchtigkeits- und Dampfsperre. Ihre Nähte müssen mit Spezial-Klebeband luftdicht verschlossen werden, desgleichen die Anschlüsse der Folie an den Randstreifen. In gleicher Weise müssen alle Bauteile, wie Schornsteine/Kamine, Rohre, Leitungen usw., die durch die Dampfsperre führen, sorgfältig abgedichtet werden. Für diese Abdichtarbeiten sind nur Spezial-Klebebänder oder Butyl-Kautschuk (aus der Kartusche) geeignet; einfache Klebebänder, wie Packband oder doppelseitiges Fußboden-Klebeband, sind ungeeignet, weil sie nicht alterungsbeständig sind. Für Rohre gibt es spezielle Dichtmanschetten. Bei lückenlosen dichten Betondecken ist diese Feuchtigkeits- und Dampfsperre nicht erforderlich.
3. Auf der so vorbereiteten Fläche kann anschließend die Wärmedämmung aufgebracht werden. Die Verlegung muss lückenlos und pressgestoßen ausgeführt werden, dabei ist darauf zu achten, dass die Dämmelemente ebenfalls dicht an die Randdämmstreifen anschließen Nicht erreichbare Lücken zwischen Fußboden und Dach müssen vor dem Verlegen des Dämm-Materials mit loser Mineralwolle fest ausgestopft werden.
4. Weiter ist darauf zu achten, dass das Dämm-Material auch an evtl. vorhandenen Zwischenwänden lückenlos anschließt. Besondere Sorgfalt ist auf die Innenkante des Daches zu verwenden. Auch hier muss das Dämm-Material bis in die äußerste Ecke lückenlos eingebaut werden. Zum Schluss müssen nicht zu vermeidende Lücken, Fugen und Durchlässe von Rohrleitungen mit Montageschaum ausgefüllt werden.
5. Bei der Wahl des Dämm-Materials gibt es verschiedene Möglichkeiten, z. B. einfaches  expandiertes Polystyrol EPS (z. B. Styropor) oder Mineralwollematten. Wenn der Fußboden begangen werden soll, empfiehlt es sich, ein Dämm-Material einzusetzen, das druckfest ist, wie z. B. extrudiertes Polystyrol  XPS (z. B. Styrodur), druckfeste Mineralwollematten oder Holzweichfaser-Dämmplatten.
Das Dämm-Material wird in diesem Fall zum Schluss mit lose(schwimmend) verlegten wasserfesten Span-, OSB-Platten oder Trockenbau-Estrichelementen abgedeckt. Bei Span- oder OSB-Platten sollten Verlegequalitäten mit Nut und Feder verwendet werden, deren Fugen verleimt werden müssen.
Darüber hinaus gibt es im Baustoff-Großhandel eine Vielzahl von begehbaren Fußboden-Elementen, die mit unterschiedlichsten Dämm-Materialien für diesen Zweck entwickelt wurden.
Beim Einsatz von Dämm-Material im Dachboden sollten Sie bedenken, dass nur Mineralwolle nichtbrennbar ist und der höchsten Brandschutzklasse angehört. Alle anderen Dämmstoffe sind nur „schwer entflammbar“.
6. Dabei ist es ganz wichtig zu beachten, dass eine ausreichende Dämmstoff-Dicke eingebaut wird. Die Energie-Einsparverordnung (EnEv) schreibt vor, dass der U-Wert der gesamten Geschossdecke 0,30 W(m²K) nicht überschreiten darf. Das bedeutet, dass die Dämmstoff-Dicke in jedem Fall mindestens 16 – 18 cm betragen muss. Wenn das nicht geschieht, liegt anschließend der „Taupunkt“ in der Decken-Konstruktion, was erhebliche Bauschäden nach sich ziehen könnte. 

Es gibt angeblich eine Innenwandfarbe mit Glaspartikeln, die überstreichbar ist. Sie ist wohl auch diffusionsoffen und soll sogar gut isolieren. Kann das stimmen?

Zuerst einige grundsätzliche Fakten zum Thema Wärmedämmung:

Nach den Gesetzen der Bauphysik ist eine Einsparung von Heizenergie in Bezug auf die Fassaden-Oberfläche (Innen oder Außen) nur mit einer Wärmedämmung zu erreichen, die aus einem spezifischen Dämm-Material besteht.

Das wirksamste Dämm-Material gegen Kälte/Wärme ist Luft in Form einer „ruhenden Luftschicht – eines ruhenden Luftpolsters“, eingeschlossen in ein geeignetes Material und damit ohne jede Verbindung zur Umgebung. Das beste Beispiel  dafür ist Isolierglas, das entgegen einer weit verbreiteten Meinung kein Vakuum enthält, sondern Luft.

Da man Luft aber kaum wie im Isolierglas „einsperren“ kann, hat man andere Formen der Herstellung von „Luftpolstern“ entwickelt: Werkstoffe mit Millionen feinster Poren, in denen Luft fest eingeschlossen ist. Die Wirkungsweise aller Dämm-Materialien beruht auf diesem Prinzip:

  • Kork als Platten oder Schrot.
  • Kunststoff-Schäume aus  Polystyrol oder Polyurethan.
  • Fasermatten aus Mineralwolle (Glas- oder Steinwolle), Naturprodukten (Baumwolle, Schafwolle, Flachs, Hanf oder Kokosfasern).
  • Platten aus Holzweichfasern.
  • Platten aus Mineralschaum (Kalzium-Silikat-Platten).

Um mit den oben aufgeführten Dämmstoffen eine wirksame Dämmwirkung zu erreichen, ist eine ausreichende Dämmstoffdicke erforderlich. Diese liegt je nach Dämm-Material und Einsatzzweck im Innenbereich bei 8 – 10 cm, außen bei 12 – 18 cm.  Das lässt sich für jeden speziellen Fall genau berechnen. Jeder Baufachmann (Architekt/Bau-Ingenieur) verfügt über die erforderlichen Rechenprogramme.

Die von Ihnen genannte „Innenfarbe mit Glaspartikeln“ besteht aus mikroskopisch kleinen Keramikkugeln, die gleichmäßig in ein Bindemittel eingebettet sind. Bei einem Anstrich wird nur eine millimeterdicke Schicht aufgetragen. Nach den Gesetzen der Bauphysik (s. oben!) ist mit den darin enthaltenen Keramikkügelchen kaum eine Wärme-Dämmwirkung zu erzielen, es sei denn, es gelänge, diese Kügelchen in Schichten von mehreren Zentimetern Dicke aufzubringen, und vorausgesetzt, in den Kügelchen ist Luft eingeschlossen.

Der Hersteller behauptet, dass der Wärmedämm-Effekt einer solchen Anstrichfarbe darauf beruht, dass die im Raum erzeugte Wärme reflektiert, d. h. in den Raum zurückstrahlt wird. Wenn dieser Effekt tatsächlich existiert, dann müsste schon allein das Tapezieren mit Aluminium-Folie ausreichen, um eine wirksame Wärmedämmung zu erzielen, Das ist jedoch bisher an keiner Stelle erwiesen.

Zum Schluss möchten wir Ihnen noch folgenden Hinweis geben: In Deutschland müssen alle Baustoffe auf Haltbarkeit, Eignung oder Tauglichkeit von einem unabhängigen Institut geprüft werden. Sie erhalten danach eine Zulassung mit einem Prüfzeichen. Das gilt auch für alle Dämm-Materialien  und Baustoffe, mit denen eine „Senkung der Heizenergie-Kosten“ erreicht wird.

Aus Prospekten und technischen Merkblättern ist nicht zu erkennen, ob der Hersteller oder Vertreiber dieser speziellen „Glaspartikel-Farbe“ über eine Zulassung oder über ein Prüfzeichen eines unabhängigen deutschen Instituts verfügt.

Die von Ihnen genannte Platte verfügt, soweit wir feststellen konnten, über keine wärmedämmende Funktion. Sie hat sicherlich eine gute schalldämmende Wirkung. Zum Thema Holzfaser-Dämmplatten ist zu sagen, dass selbst Platten mit Nut- und Federverbindung eine Dampfsperre benötigen, Auch die Dämmstoffdicke von 10 cm lässt sich nicht reduzieren.

Wir möchten Ihnen die Verwendung von Kalzium-Silikat-Platten empfehlen. Bei deren Verarbeitung ist nur ein Arbeitsgang erforderlich, die Dampfsperre entfällt. Das ist bei keinem anderen Dämm-Material der Fall. Zusätzlich wirkt sich die Verwendung positiv auf das Raumklima aus.

Mit welchem Dämmstoff können wir verputzte Zimmer-Außenwände von INNEN dämmen? Gäbe es zudem auch Werkstoffe, die zugleich SCHALLSCHUTZ bieten?

Eine Hauswand mit einer Wärmedämmung auf der Innenseite ist besser als eine völlig ungedämmte Wand. Innen-Dämmungen sollten aber nur dann eingebaut werden, wenn keine andere Möglichkeit einer äußeren Wärmedämmung besteht. Voraussetzungen für das Anbringen einer Wärmedämmung auf der Innenseite von Außenwänden sind:

1. Die Außenwand muss trocken und schlagregendicht sein.
2. Die Dämmstoff-Dicke muss ausreichend sein – nur einige Zentimeter sind absolut ungenügend.
3. Das Dämm-Material muss an jeder Stelle vollflächigen Kontakt mit der Außenwand haben. Hohlstellen sind in jedem Fall zu vermeiden.
4. Die Innendämmung muss auf der Raumseite mit einer sorgfältig ausgeführten Dampfsperre. luftdicht abgeschlossen werden.
5. Um Wärme-/Kältebrücken und Kondenswasserbildung (Schimmel) zu vermeiden, ist es erforderlich, eine ausreichende Dämmstoffdicke einzubauen.

Zur bauphysikalisch korrekten Herstellung einer Innendämmung gibt es mehrere technische Verfahren:

1. Erstellung einer Vorsatzschale in Leichtbauweise
2. Vorsatzschale mit Holzfaser-Dämmplatten
3. Verkleben von Kalzium-Silikat-Platten

1. Erstellung einer „Vorsatzschale“
Am einfachsten lässt sich eine Innendämmung als „Vorsatzschale“ in Leichtbauweise herstellen. Eine Vorsatzschale besteht aus einer zweiten Wand, die von innen her gegen die Außenwand gesetzt wird. Der Aufbau einer bauphysikalisch einwandfreien Vorsatzschale sollte wie folgt geschehen:

Auf die Wände werden 8 cm dicke Holz- oder Metallständer gedübelt. Die Zwischenräume müssen lückenlos mit 8 cm dicken Mineralwolle-Matten ausgefüllt werden. Konstruktionsbedingte Ritzen und Fugen, die sich nicht vermeiden lassen, müssen mit Montageschaum ausgefüllt werden.

Platten aus expandiertem Polystyrol EPS (Styropor)  sind für diesen Zweck nicht sehr gut geeignet, denn dieses Dämm-Material hat bei Temperaturschwankungen ein ausgeprägtes Ausdehnungs- und Schwundverhalten, d. h., es kann sich im Winter bei niedrigen Temperaturen so stark zusammenziehen, dass Spalten und Lücken zwischen den einzelnen Platten und zwischen Platten und Ständern entstehen. Aus diesem Grund schreibt die Euro-Norm bei der Verwendung von Polystyrol-Platten vor, dass bei der Berechnung der Dämmstoffdicke ein Zuschlag von 10% berücksichtigt werden muss. Diese Nachteile sind bei der Verwendung von Mineralwolle nicht zu berücksichtigen.

2. Verwendung von Holzweichfaser-Dämmplatten
Wenn eine „ökologische“  Innen-Dämmung gewünscht wird, besteht die Möglichkeit, Holzweichfaser-Dämmplatten anstelle von Mineralwolle einzusetzen.  Wichtig ist jedoch, dass (um eine ausreichende Wärmedämmung zu gewährleisten) bei diesem Dämm-Material eine Gesamt-Dämmstoff-Dicke von 10 cm eingebaut wird. Diese kann dadurch erreicht werden, dass mehrere dünnere Lagen Holzweichfaser-Dämmplatten übereinander angebracht werden.   

Die Verwendung von Holzfaser-Dämmplatten hat im Gegensatz zu anderen Dämmstoffen noch weitere zusätzliche Vorteile:

1.       Schutz vor sommerliche Hitze
2.       Sehr gute Schalldämmung

Ganz gleich, mit welchem Dämm-Material die Innendämmung hergestellt wird, der Dämmstoff  muss an jeder Stelle vollflächigen Kontakt mit dem Untergrund haben. Ein  Luftzwischenraum zwischen Wärmedämmung und Wand muss in jedem Fall vermieden werden. Unebene Wände müssen vor der Montage der Innendämmung mit einem geeigneten Mörtel egalisiert werden.
Oftmals besteht die Auffassung, das Dämm-Material auf einer Lattung anzubringen, um einen Luftzwischenraum (Hohlraum) zur Entlüftung zu schaffen. Diese Vorstellung ist bauphysikalisch falsch. In einem solchen Hohlraum kann sich leicht Kondenswasser (Tauwasser) bilden, das zu einer Durchfeuchtung von Wand und Innendämmung führen kann.
Besonderes Augenmerk ist auf die Wärmedämmung im Bereich der Fenster zu richten. Damit keine Wärme-/Kältebrücken entstehen, muss die Wärmedämmung auch in der Laibung bis an den Fenster-rahmen geführt werden, selbst wenn in diesem Bereich nur eine geringere Dämmstoffdicke eingebaut werden kann.
Die gesamte Wärmedämmung muss anschließend mit einer Spezialfolie als Dampfsperre verschlossen werden. Dabei ist zu beachten, dass alle Nähte und die Anschlüsse an den  anschließenden Wänden, an Decke und Fußboden sowie an Fenstern und durchgeführten Rohren  sorgfältig luftdicht abgeschlossen werden. Das muss mit einem Spezial-Klebeband oder mit einem Butyl-Kautschuk-Kleber aus der Kartusche geschehen. Einfaches doppelseitig klebendes Teppichband ist dafür nicht geeignet, weil es nicht alterungsbeständig ist. Dabei ist zu beachten, dass selbstklebende Bänder auf rauem Holz oder auf Putzoberflächen nur kurze Zeit haften.. Für diese Anschlüsse gibt es spezielle Kartuschenkleber. Die Abdichtungen können aber auch mechanisch mit einem Kompriband und einer zusätzlichen Anpressleiste dauerhaft  hergestellt werden. Alle Klebestellen müssen absolut staubfrei sein. Rohre und Kabeldurchführungen sind mit Gummimanschetten am sichersten abzudichten.
Vorsicht beim Befestigen von Regalen und Bildern! Die Dampfsperr-Folie darf nicht durch Nägel oder Schrauben beschädigt werden.
Zum Schluss kann die gedämmte Fläche mit Gipskarton–, Gipsfaserplatten oder Profilholz verschlossen werden.       

3. Innendämmung aus Kalzium-Silikat-Platten
Wenn Sie diese Platten für größere Räume verwenden möchten, sind folgende Einzelheiten zu beachten:
Die Dämmstoffdicke muss ebenfalls mindestens 8 cm betragen. Die Platten werden mit einem speziellen Klebemörtel befestigt. Sie müssen an jeder Stelle vollflächigen Kontakt mit dem Untergrund haben. Hohlstellen und Unebenheiten sind vorher mit Klebemörtel auszugleichen. Alle Werkstoffe wie Klebemörtel und Leichtputz müssen vom Hersteller der Platten zugelassen sein. Bei systemfremden Werkstoffen erlischt die Garantie.
Kalzium-Silikat-Platten können ihre guten Eigenschaften aber nur dann entfalten, wenn ihre Oberfläche ebenfalls diffusionsoffen (d. h. atmungsaktiv) gestaltet wird. Als Anstrich sind daher Innen-Silikatfarben zu empfehlen, da diese gleichfalls eine ungehinderte Wasserdampf-Durchlässigkeit zulassen. Außerdem gehen Silikatfarben mit den Kalkbestandteilen der Platten oder des Leichtputzes eine chemische Verbindung ein, sie verkieseln mit ihnen. Innen-Silikatfarben lassen sich mit dem gleichen Material immer wieder überstreichen. Beim Tapezieren sollten nur leichte Papiertapeten verklebt werden. Überstrichene Raufaser-Tapeten sowie Kunststoff- oder Vliestapeten sind nicht geeignet.

Da wir die neben unserer Küche gelegene kleine Abstellkammer (fensterlos und ungeheizt) renovieren möchten, wollen wir zeitgleich noch etwas (mehr) für die Dämmung tun. Welche Werkstoffe/ Materialien bieten sich - für die Verarbeitung durch Laien - an?

Eine bauphysikalisch korrekt ausgeführte Innendämmung mit bekannten Dämmstoffen wie Polystyrol oder Mineralwolle erfordert einen erheblichen Aufwand, z. B. den Einbau einer luftdicht ausgeführten Dampfsperre. Das lässt sich in Ihrer Speisekammer kaum realisieren. Wir möchten Ihnen stattdessen den Einbau von Kalzium-Silikat-Platten vorschlagen, die in kleinen Abmessungen leicht zu verarbeiten sind. Kalzium-Silikat-Platten sind ein neu entwickeltes Dämm-Material zur Isolierung gegen Kälte und seit ungefähr 8 Jahren im Handel.

Kalzium-Silikat-Platten bestehen überwiegend aus Kalk und feinem Sand mit geringen Zelluloseanteilen. Sie sind daher als ökologisch unbedenklich einzustufen. Sie sind abweisend gegen Wasser (in flüssiger Form). Trotzdem haben sie eine sehr gute Wasserdampf-Durchlässigkeit, so dass die „Atmung“ der Wände, auf denen Kalzium-Silikat-Platten angebracht werden, in keiner Weise behindert wird.

Kalzium-Silikat-Platten sind unbrennbar (Brandklasse A1), leicht von Gewicht, zug- und druckfest. Sie sind formstabil und unterliegen keinen Ausdehnungsschwankungen. Sie haben eine sehr gute Dämmwirkung, die auf der mikroporösen Struktur beruhen, das heißt, es sind unendlich viele kleine Luftblasen in diesem Material eingeschlossen. Kalzium-Silikat-Platten haben eine ähnliche Isolierwirkung wie Polystyrol (Styropor) oder Mineralwolle.

Kalzium-Silikat-Platten werden – je nach Hersteller -  in unterschiedlichen Formaten und Dicken von 10 – 100 mm angeboten. Um eine ausreichende Wärmedämmung zu erreichen muss in der Regel eine Dämmstoffdicke von 5 cm eingebaut werden.

Wir möchten Ihnen empfehlen, alle Wände der Speisekammer mit Kalzium-Silikat-Platten zu bekleben. Denn die Platten haben eine positive Wirkung auf das Raumklima. Sie wirken als „Feuchtigkeits-Puffer“. Sie können im Raum befindliche  überschüssige Luftfeuchtigkeit aufnehmen und diese später bei gesunkener Luftfeuchtigkeit nach vernünftiger Lüftung dosiert wieder an die Umgebung abgeben. Aus diesem Grund dürfen Wärmedämmungen, die mit Kalzium-Silikat-Platten hergestellt werden, nicht mit einer Dampfsperre abgeschlossen werden. Bei diesem Vorgang der „Feuchtigkeits-Abpufferung“ behalten Kalzium-Silikat-Platten stets eine trockene Oberfläche. Dadurch werden die Wachstumsbedingungen für Schimmelpilze stark eingeschränkt. Unterstützt wird dieser Effekt zusätzlich durch die Alkalität der Plattenoberfläche.

Kalzium-Silikat-Platten werden mit einem speziellen Klebemörtel befestigt. Sie müssen an jeder Stelle vollflächigen Kontakt mit dem Untergrund haben. Hohlstellen und Unebenheiten sind vorher mit Klebemörtel auszugleichen. Die Ecken der Platten lassen sich mit grobem Schleifpapier oder einer Raspel schräg anschleifen, so dass die gerundeten Raumecken überbrückt werden können.

Kalzium-Silikat-Platten können ihre guten Eigenschaften aber nur dann entfalten, wenn ihre Oberfläche ebenfalls diffusionsoffen (d. h. atmungsaktiv) gestaltet wird. Als Anstrich sind daher Innen-Silikatfarben zu empfehlen, da diese gleichfalls eine ungehinderte Wasserdampf-Durchlässigkeit zulassen. Außerdem gehen Silikatfarben mit den Kalkbestandteilen der Platten oder des Leichtputzes eine chemische Verbindung ein, sie verkieseln mit ihnen. Aufgrund ihrer Alkalität verhindern Innen-Silikatfarben die Ansiedlung von Schimmelpilzen. Innen-Silikatfarben lassen sich mit dem gleichen Material immer wieder überstreichen.

Immer wieder werden wir um die Beurteilung von Preisangeboten oder um Auskünfte über Preise von handwerklichen Arbeiten gebeten. Leider können wir diesen Wünschen nicht nachkommen, und zwar aus folgenden Gründen:

  1. Der Umfang und damit auch der Preis einer handwerklichen Arbeit richten sich ganz nach den örtlichen Verhältnissen, d. h. nach der vor Ort bestehenden Bausituation und dem daraus resultierenden Umfang der erforderlichen Leistung. Da uns die örtliche Situation nicht bekannt ist, sind wir auch nicht in der Lage, Angebot und Preise richtig einzuschätzen.
  2. Als Kundenmagazin einer Bausparkasse dürfen wir allein schon aus Gründen des Wettbewerbs keinerlei Preisinformationen oder Beurteilungen über Preise und Leistungen abgeben. Wir müssen und in derartigen Fällen ganz neutral verhalten. 

Zuschüsse oder Fördermittel für Maßnahmen zur Verbesserung der Wärmedämmung gewährt die KfW-Bank. Allerdings gewährt seit dem 01. Juni 2013 die KfW-Bank nur dann Kredite und Zinszuschüsse, wenn für die Planung oder die Begleitung einer energetischen Maßnahme ein bei der KfW-Bank zertifizierter Energieberater tätig wird. Es werden nur noch Energieberater akzeptiert, die in der Datenbank www.energie-effizienz-experten.de aufgeführt sind.

Sanierungen, die ein Experte begleitet, der nicht in der Datenbank aufgeführt ist, werden nicht mehr gefördert.

Allerdings verrät auch die Experten-Listen nicht, ob der Energieberater z. B. ein Architekt ist und sich daher besonders für Planungsaufgaben eignet, oder ob es sich um einen Heizungsfachmann handelt, der auf Haustechnik spezialisiert ist. Aus diesem Grund sollten Sie mit dem in Aussicht genommenen Energieberater ein unverbindliches Vorgespräch führen. Fragen Sie ihn nach seiner Qualifizierung,  nach Referenzen und Arbeitsschwerpunkten,  bevor Sie ihn mit der Untersuchung Ihres Hauses beauftragen.

Mein Energieberater riet mir, die Heizkörpernischen zu dämmen. Ist das sinnvoll? Und wie funktioniert das?

In vielen älteren Gebäuden befinden sich die Heizkörper in Nischen, sodass die Wand dahinter wesentlich dünner ist als die übrige Außenwand. Der dünne, kaum gedämmte Wandbereich wird vom Heizkörper besonders stark erwärmt. Dadurch geht an dieser Stelle relativ viel Heizenergie nach draußen verloren.

Mit einer Dämmung der Nischen lassen sich diese Wärmeverluste deutlich verringern. Ideal ist es, wenn das Dämm-Material die gesamte Nische ausfüllt. Dafür muss aber der Heizkörper abgebaut und etwas weiter ins Zimmer gerückt werden. Es gibt dafür spezielle Rohrverbindungen, durch welche die Montage erleichtert wird. Man könnte bei dieser Gelegenheit ggf. den alten Rippen-Heizkörper gegen ein flacheres Modell austauschen.

Mit welchem Dämm-Material die Nische gedämmt wird, hängt davon ab, ob der Heizkörper abgebaut werden kann. Ist das der Fall, empfehlen sich Hartschaumplatten, z. B. extrudiertes Polystyrol XPS (Styrodur) mindestens 6 cm dick. Bei der Verwendung von Polyurethan-Hartschaumplatten kann die Dämmstoffdicke auf 4 cm reduziert werden. Weiter ist zu beachten, dass die Dämmstoffdicke so gewählt wird, dass zwischen Dämm-Material und Heizkörper ein ausreichend großer Zwischenraum bleibt, damit die Luft zirkulieren kann. Das Dämm-Material muss ganzflächig ohne Fugen und Ritzen auf dem Untergrund verklebt werden.

Kann der Heizkörper nicht abgenommen werden, sind biegsame Dämmstoffe gefragt (z. B. Dämmtapeten ca. 5 mm dick o. ä.), die in den Zwischenraum zwischen Heizkörper und Wand geschoben werden können. Für diesen Zweck werden Dämmtapeten empfohlen, die mit einer Alufolie beschichtet ist, damit sie die Wärme in den Raum reflektiert. Da eine ausreichende Wärmedämmung immer dicker als mindestens 6 cm sein muss, kann man von dieser Lösung keine große Verbesserung erwarten. Allerdings wird die Wärmestrahlung, die von der Rückseite des Heizkörpers abgestrahlt wird, durch Reflektion in den Raum zurückgeworfen und damit eine geringe Verbesserung der Situation erreicht.

Welche Möglichkeiten gibt es, eine ältere Wohnung von innen zu dämmen?

Am einfachsten lässt sich eine Innendämmung als „Vorsatzschale“ in Leichtbauweise herstellen. Eine Vorsatzschale besteht aus einer zweiten Wand, die von innen her gegen die Außenwand gesetzt wird. Der Aufbau einer bauphysikalisch einwandfreien Vorsatzschale sollte wie folgt geschehen:

Auf die Wände werden 8 cm dicke Holz- oder Metallständer gedübelt. Die Zwischenräume müssen lückenlos mit 8 cm dicken Mineralwolle-Matten ausgefüllt werden. Konstruktionsbedingte Ritzen und Fugen, die sich nicht vermeiden lassen, müssen mit Montageschaum ausgefüllt werden.

Wichtig ist, dass alle Räume – auch Flure, Treppenhäuser, Abstellräume usw. - ausnahmslos mit einer Wärmedämmung ausgerüstet werden. Geschieht das nicht, entsteht innerhalb des Hauses ein Wärme-strom von gedämmten in nicht gedämmte Räume.

Platten aus expandiertem Polystyrol EPS (Styropor)  sind für diesen Zweck nicht sehr gut geeignet, denn dieses Dämm-Material hat bei Temperaturschwankungen ein ausgeprägtes Ausdehnungs- und Schwundverhalten, d. h., es kann sich im Winter bei niedrigen Temperaturen so stark zusammenziehen, dass Spalten und Lücken zwischen den einzelnen Platten und zwischen Platten und Ständern entstehen. Aus diesem Grund schreibt die Euro-Norm bei der Verwendung von Polystyrol-Platten vor, dass bei der Berechnung der Dämmstoffdicke ein Zuschlag von 10% berücksichtigt werden muss. Diese Nachteile sind bei der Verwendung von Mineralwolle nicht zu berücksichtigen.

Verwendung von Holzweichfaser-Dämmplatten 

Wenn eine „ökologische“  Innen-Dämmung gewünscht wird, besteht die Möglichkeit, Holzweichfaser-Dämmplatten anstelle von Mineralwolle einzusetzen.  Wichtig ist jedoch, dass (um eine ausreichende Wärmedämmung zu gewährleisten) bei diesem Dämm-Material eine Gesamt-Dämmstoff-Dicke von 10 cm eingebaut wird. Diese kann dadurch erreicht werden, dass mehrere dünnere Lagen Holzweichfaser-Dämmplatten übereinander angebracht werden.    

Die Verwendung von Holzfaser-Dämmplatten hat im Gegensatz zu anderen Dämmstoffen noch weitere zusätzliche Vorteile:

1. Schutz vor sommerliche Hitze.

2. Sehr gute Schalldämmung..

Ganz gleich, mit welchem Dämm-Material die Innendämmung hergestellt wird, der Dämmstoff  muss an jeder Stelle vollflächigen Kontakt mit dem Untergrund haben. Ein  Luftzwischenraum zwischen Wärmedämmung und Wand muss in jedem Fall vermieden werden. Unebene Wände müssen vor der Montage der Innendämmung mit einem geeigneten Mörtel egalisiert werden. 

Oftmals besteht die Auffassung, das Dämm-Material auf einer Lattung anzubringen, um einen Luftzwischenraum (Hohlraum) zur Entlüftung zu schaffen. Diese Vorstellung ist bauphysikalisch falsch. In einem solchen Hohlraum kann sich leicht Kondenswasser (Tauwasser) bilden, das zu einer Durchfeuchtung von Wand und Innendämmung führen kann.

Besonderes Augenmerk ist auf die Wärmedämmung im Bereich der Fenster zu richten. Damit keine Wärme-/Kältebrücken entstehen, muss die Wärmedämmung auch in der Laibung bis an den Fenster-rahmen geführt werden, selbst wenn in diesem Bereich nur eine geringere Dämmstoffdicke eingebaut werden kann.

Die gesamte Wärmedämmung wird anschließend mit einer Spezialfolie als Dampfsperre verschlossen. Dabei ist zu beachten, dass alle Nähte und die Anschlüsse an den  anschließenden Wänden, an Decke und Fußboden sowie an Fenstern und durchgeführten Rohren  sorgfältig luftdicht abgeschlossen werden. Das muss mit einem Spezial-Klebeband oder mit einem Butyl-Kautschuk-Kleber aus der Kartusche geschehen. Einfaches doppelseitig klebendes Teppichband ist dafür nicht geeignet, weil es nicht alterungsbeständig ist. Dabei ist zu beachten, dass selbstklebende Bänder auf rauem Holz oder auf Putzoberflächen nur kurze Zeit haften.. Für diese Anschlüsse gibt es spezielle Kartuschenkleber. Die Abdichtungen können aber auch mechanisch mit einem Kompriband und einer zusätzlichen Anpressleiste dauerhaft  hergestellt werden. Alle Klebestellen müssen absolut staubfrei sein. Rohre und Kabeldurchführungen sind mit Gummimanschetten am sichersten abzudichten. 

Vorsicht beim Befestigen von Regalen und Bildern ! Die Dampfsperr-Folie darf nicht durch Nägel oder Schrauben beschädigt werden. 

Zum Schluss kann die gedämmte Fläche mit Gipskarton–, Gipsfaserplatten oder Profilholz verschlossen werden. 

Ich habe ein Wohnung gekauft. Das Haus ist Baujahr 1960 und sehr hellhörig. Was kann ich an Schallschutzmaßnahmen (gerade von oben) vornehmen lassen?

Wenn die Lärmbelästigung von oben kommt, bieten sich zwei Möglichkeiten an, sie einzudämmen. Die beste und wirksamste Möglichkeit ist zweifellos eine ausreichende Trittschall-Dämmung  des Fußbodens im oberen Stockwerk, denn damit wird die Ursache gründlich beseitigt. Kommt diese Lösung nicht infrage, - wenn man z. B. in einem Mehrfamilienhaus wohnt, - bietet sich die Montage einer „abgehängten Decke“ an, - vorausgesetzt, der Raum ist ausreichend hoch. 

Diese abgehängte Decke sollte von der eigentlichen Decke einen Abstand von mindestens 30 cm haben. Mit einer derartigen Konstruktion wird eine wirksame Schalldämmung zum einen durch die „biegeweiche“ Beplankung (Gipskartonplatten) erzielt, die den Luftschall absorbiert, zum anderen noch zusätzlich durch das Dämm-Material, das in den Hohlraum zwischen Decke und Beplankung eingebracht wird. Das Dämm-Material besteht in der Regel aus 10 cm dicken Schallschutz-Mineralwolle-Matten, z B.: Isover Akustik TP 1 Plus oder TP 2 Plus.

Die Unterkonstruktion einer abgehängten Decke, auf der die Beplankung (Gipskartonplatten) verschraubt wird, kann aus Holzlatten  bestehen. Sehr gut eignen sich aber auch spezielle Metallprofile, die leicht mit der Stichsäge abgelängt und mit Profilverbindern auf das gewünschte Maß verlängert werden können. Winkelanker verbinden die längs verlaufenden Profile mit den quer dazu liegenden. 

Diese Unterkonstruktion sollte keinesfalls an den umlaufenden Wänden befestigt werden. Es besteht sonst die Gefahr, dass Geräusche aus den darüber oder daneben liegenden Räumen als Körperschall auf die Deckenkonstruktion übertragen werden. Das hätte zur Folge, dass die abgehängte Decke wie ein Resonanzboden alle Geräusche aus dem Haus verstärken würde. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, die Decke „frei schwebend“ unter der ursprünglichen Zimmerdecke aufzuhängen. Es gibt verschiedene federnde Abhängersysteme. Besonders praktisch sind sogen. „Nonius-Abhänger“, die eine genaue Höhenjustierung erlauben. Sie sollten im Abstand von ca. 90 cm angebracht werden. 

Um den oben beschriebenen Resonanzeffekt zu vermeiden, sollte die Beplankung biegeweich sein. Dafür eignen sich am besten Gipskartonplatten. Sie werden mit phosphatierten Schnellbauschrauben an der Unterkonstruktion befestigt. Der Abstand der Latten oder Metallprofile richtet sich nach dem Plattenmaß. Es ist unbedingt ratsam, vor der Montage eine Skizze anzufertigen. Die Oberseite der Beplankung sollte flächendeckend mit 10 cm dicken Mineralwollematten ausgelegt werden.

Damit keine Schallbrücken entstehen, darf die Beplankung an keiner Stelle an die umlaufenden Wände stoßen. Es muss ringsherum eine 1 cm breite Fuge offen bleiben, die mit der oben genannten Mineralwolle abgedeckt werden kann. Das Dämm-Material sollte nicht stumpf an die Wände stoßen, sondern ca. 10 cm an ihnen hochgeführt werden.

Als Alternative möchten wir Ihnen noch die Konstruktion einer „Freitragenden Unterdecke“ darstellen, die sich lediglich an den umlaufenden Wänden abstützt:

Hier ist nur ein Abstand von etwa 10 cm unterhalb der ursprünglichen Decke erforderlich. Es wird ringsherum an den Wänden ein U-Profil aus Stahlblech so befestigt, dass die offene Seite zur Raummitte zeigt. Um das U-Profil akustisch von der Wand abzukoppeln, werden vor der Montage Schaumstoff-Dichtbänder so auf das Profil geklebt, dass dieses an keiner Stelle direkten Kontakt mit der Wandoberfläche hat. 

In die offene Seite des Profils werden anschließend Querträger geschoben, welche die gesamte Raumbreite überbrücken. Diese Querträger bestehen aus jeweils zwei U-Profilen, die Rücken an Rücken mit Blechschrauben verbunden sind, so dass quasi ein T-Träger entsteht. 

Bei kleineren Räumen (unter 10 qm) und geringen Wandabständen kann die Höhe der Profile 5 cm betragen, der Abstand von Träger zu Träger 62 cm. In größeren Räumen sollte die Höhe der Profile 12,5 cm und der Abstand der Träger 50 cm betragen. Die Träger werden nach ihrer exakten Ausrichtung gegen Verschieben gesichert, indem sie mit den Wandprofilen durch „Vercrimpern“ oder mit Blechschrauben fest verbunden werden. 

In die auf diese Weise entstandene Rahmenkonstruktion werden in PE-Folie eingeschweißte Mineralwolle-Dämm-Matten oder mehrere Lagen Holzweichfaser-Dämmplatten (Gesamtdicke mindestens 3 cm) eingeschoben. Ganz besonders wichtig ist, dass das Dämm-Material lückenlos eingebaut wird. Als Abschluss werden Gipskartonplatten unter die Rahmen-Konstruktion geschraubt. Auch bei dieser Konstruktion ist zu beachten, dass die abschließenden Gipskartonplatten nicht an die umlaufenden Wände anstoßen dürfen, es muss auch hier zwischen Wand und Platte eine ca. 1 cm breite Fuge offen bleiben.

Abgehängte schalldämmende Decken, bei denen die Abhängehöhe nur 5 cm beträgt können Fachbetriebe (Trockenbau) mit System D 113 der Firma Knauf zu herstellen. Dabei werden die Stahlblechprofile an „entkoppelten“ Direktschwingabhängern unter der Decke befestigt. Die Profile selbst müssen mit Mineralwolle gefüllt werden. Als Dämm-Material werden Spezial-Mineralwolle-matten eingesetzt. Abgeschlossen wird die Konstruktion mit einer schalldämmenden Gipskartonplatte. In Eigenarbeit lassen sich derartige Decken allerdings nicht herstellen.

Vor ca. 1 Jahr wurde unser Schlafzimmer neu tapeziert. Bisher hatten wir hinter dem Heizkörper und seitlich immer eine Tapete. Die Wand hinter der Heizung ist auch leicht feucht.Nach einigen Wochen begann der Putz herauszubröckeln neben dem Heizungsrohr, jetzt wird der Schaden immer größer. Kann dies mit dem Farbanstrich zusammenhängen, konnte die Wand mit Tapete besser atmen oder Feuchtigkeit rauslassen?

Die Putzschäden in Ihrer Heizkörper-Nische  sind vermutlich durch starke Schwitzwasser-/ bzw. Kondenswasser-Bildung entstanden. Sie lassen sich durch einen oder mehrere Farbanstriche nicht beheben. Der Malermeister hat absolut fachgerecht gehandelt, als er einen Anstrich ablehnte. Was sich in Ihrer Heizkörper-Nische bauphysikalisch abspielt möchten wir Ihnen nachfolgend schildern:

In vielen Fällen bildet sich in Schlafzimmern eine hohe Luftfeuchtigkeit aus. Um zu erkennen, welches die Ursache dafür ist,  muss ein physikalisches Gesetzt beachtet werden. Dieses besagt, dass warme Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann als kalte.


Das bedeutet z. B.:

  • 15°C warme Luft kann pro m³ 13,4 ml Wasser aufnehmen.
  • 20°C warme Luft kann pro m³ 17,3 ml Wasser aufnehmen.

Jeder Mensch gibt im Laufe des Tages ca. 2 Liter (2.000 ml) Wasser durch die Atmung und über die Haut an die Umgebungsluft ab, während der Nacht sind das ca. 0,7 Liter (700 ml) pro Person. Wenn also 2 Personen in einem Zimmer schlafen, fallen pro Nacht ca. 1,4 Liter (1.400 ml) Wasser an. Wenn man einmal annimmt, dass ein „normales“ Schlafzimmer  einen Rauminhalt von ca. 37,5 m³ hat, kann man folgende Rechnung aufstellen:


Bei einer Raumtemperatur von 15°C kann die Luft im Schlafzimmer folgende Menge Wasser aufnehmen:

13,4 x 37,5  =  502,50 ml.


Bei einer Raumtemperatur von 20°C sieht die Rechnung wie folgt aus:

17,3 x 37,5   =  648,75 ml.


Das bedeutet, dass bei einer Produktion von 1,4 Liter (1.400 ml) Wasser durch zwei schlafende Personen folgende Mengen von der Raumluft nicht mehr aufgenommen werden können:

bei einer Raumtemperatur von 15°C  =  ca. 0,90 Liter (900 ml)

bei einer Raumtemperatur von 20°C  =  ca. 0,75 Liter (750 ml).


Diese nicht gebundenen Wassermengen schlagen sich an kalten Bauteilen nieder und bilden dort Kondenswasser. Das kann besonders in Heizkörper-Nischen der Fall sein, da dort die Dicke der Wand und damit die Wärmedämmung wesentlich geringer sind als die der übrigen Außenwand. Dazu kommt, dass in Schlafzimmern oft nur wenig geheizt wird, so dass die Nische kalt bleibt. Wird während des Tages nicht ausreichend gelüftet, bleibt die Feuchtigkeit auf der Wand und zieht in den Untergrund ein. Auf Dauer kommt es zu einer bleibenden Durchfeuchtung, verbunden mit Putzschäden. Die in der Heizkörper-Nische auftretend Feuchtigkeit kommt also nicht von außen, Sie ist „hausgemacht“. Die Tapete hat die Putzteile nur zusammengehalten und möglicherweise die Feuchtigkeit nur auf der Oberfläche verteilt.


Als Abhilfe möchten wir Ihnen folgende Maßnahmen vorschlagen:

• Ausreichendes und gezieltes Lüften:

Nach einem Leitfaden des Bundesumweltamtes kann die Feuchtigkeit aus dem Schlafzimmer durch mehrmaliges kurzes (5 – 10 Minuten) intensives Lüften im Laufe des Tages entfernt werden. Wird nur morgens nach dem Aufstehen einmal gelüftet, sollte ca. 30 – 40 Minuten lang gelüftet werden. Ungünstig ist es, erst am Abend zu lüften. Dann muss sehr lange gelüftet werden (1 Stunde und länger), da die Feuchtigkeit sich im Laufe des Tages in den Wänden und Möbeln festgesetzt hat und nur langsam entweicht.  Ganz gleich – wann und wie lange Sie lüften - eine ausreichende Lüftung können Sie immer nur durch einen kompletten Luftaustausch erzielen. Den erreichen Sie, indem Sie in der ganzen Wohnung Durchzug machen und möglichst alle Fenster und Türen öffnen. Eine Lüftung durch gekippte Fenster ist wirkungslos.

Wichtig ist aber auch, dass nach dem Lüften die Tür zur übrigen Wohnung immer geschlossen bleibt. Dadurch soll verhindert werden, dass wärmere und damit auch feuchtere Luft von dort in das kühlere Schlafzimmer einströmen kann.


• Ausbessern der Putzschäden:

Dafür empfehlen wir Kalk- oder Strassputz. Diese Putze sind im Gegensatz zu Zementputz elastisch. Sie können Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben.


• Verbesserung der Wärmedämmung in der Heizkörper-Nische:

Ideal ist es, wenn das Dämm-Material die gesamte Nische ausfüllt. Dafür muss aber der Heizkörper abgebaut und etwas weiter ins Zimmer gerückt werden. Es gibt dafür spezielle Rohrverbindungen, durch welche die Montage erleichtert wird. Man könnte bei dieser Gelegenheit ggf. den alten Rippen-Heizkörper gegen ein flacheres Modell austauschen.


Mit welchem Dämm-Material die Nische gedämmt wird, hängt davon ab, ob der Heizkörper abgebaut werden kann. Ist das der Fall, empfehlen sich Hartschaumplatten, z. B. extrudiertes Polystyrol XPS (Styrodur) mindestens 6 cm dick. Bei der Verwendung von Polyurethan-Hartschaumplatten kann die Dämmstoffdicke auf 4 cm reduziert werden. Weiter ist zu beachten, dass die Dämmstoffdicke so gewählt wird, dass zwischen Dämm-Material und Heizkörper ein ausreichend großer Zwischenraum bleibt, damit die Luft zirkulieren kann. Das Dämm-Material muss ganzflächig ohne Fugen und Ritzen auf dem Untergrund verklebt werden.


Kann der Heizkörper nicht abgenommen werden, sind biegsame Dämmstoffe gefragt (z. B. Dämmtapeten ca. 5 mm dick o. ä.), die in den Zwischenraum zwischen Heizkörper und Wand geschoben werden können. Für diesen Zweck werden Dämmtapeten empfohlen, die mit einer Alufolie beschichtet sind, damit sie die Wärme in den Raum reflektiert. Da eine ausreichende Wärmedämmung immer dicker als mindestens 6 cm sein muss, kann man von dieser Lösung keine große Verbesserung erwarten. Allerdings wird die Wärmestrahlung, die von der Rückseite des Heizkörpers abgestrahlt wird, durch Reflektion in den Raum zurückgeworfen und damit eine geringe Verbesserung der Situation erreicht.

Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Wärmedämmung ist die vorherige Beseitigung aller Putzschäden.

Wir möchten unsere Kellerdecke auf der Unterseite isolieren. Welchen Baustoff und welche Dicke des Baustoffs (wenn möglich schwer entflammbar) würden Sie uns vorschlagen? Wir wohnen in einem Mehrfamilienhaus, das 1960 gebaut wurde, der Keller gehört zu unserer Wohnung.

Es ist durchaus sinnvoll und auch möglich, auf der Unterseite der Kellerdecke eine Wärmedämmung anzubringen. Allerdings ist dieses Verfahren bauphysikalisch unvollkommen und nicht ganz korrekt, da wichtige Bauteile dabei nicht in die Wärmedämmung einbezogen. Das sind z. B. die Seitenflanken der Kellerdecke, die ringsherum in den umlaufenden Außenwänden aufliegen. An diesen Stellen kann auch nach erfolgter Dämmung der Kellerdecke immer noch Wärme aus den darüber liegenden Räumen in das umgebende Mauerwerk abfließen. Das gleiche gilt für die Stellen, wo Mauern innerhalb des Kellers stehen, da deren Berührungsflächen ebenfalls ungedämmt bleiben.

Trotzdem empfiehlt es sich, 8 cm dicke Platten aus extrudiertem Polystyrol XPS (z. B. Styrodur) von unten unter die Decke zu kleben. In einigen Kellern ist allerdings der Abstand der Kellerfenster von der Decke so gering, dass zumindest in diesem Bereich eine geringere Dämmstoff-Dicke eingebaut werden muss. Das Anbringen der Platten ist leicht auszuführen. Wichtig ist, dass Sie die Platten "pressgestoßen" verkleben und keine Lücken lassen. Sollte es sich aus baulichen Gründen nicht vermeiden lassen, dass Lücken oder Fugen offen bleiben, müssen diese mit Montageschaum geschlossen werden. 

Diese harten Platten haben eine ganz glatte Oberfläche, die Sie anschließend mit einer Dispersionsfarbe streichen können. Wenn Sie ihnen ein verbessertes Aussehen geben möchten, können Sie die Oberfläche satt mit einer Füllfarbe streichen und die noch feuchte Farbe mit einer Strukturwalze bearbeiten. 

Selbstverständlich kann man eine Kellerdecke mit "normalem" expandiertem Polystyrol EPS (z. B. Styropor) dämmen. Wir empfehlen jedoch extrudiertes Polystyrol (Styrodur) aus folgenden Gründen:

In Kellerräumen tritt nicht selten eine erhöhte Luftfeuchtigkeit auf. Um sicher zu gehen, dass in die Wärmedämmung keine Feuchtigkeit einzieht, empfiehlt es sich, ein Dämm-Material einzusetzen, welches aufgrund seiner Struktur sehr viel geschlossener und homogener ist als "normales" Polystyrol. Das ist bei extrudiertem Polystyrol (Styrodur) der Fall. 

Dazu kommt noch ein weiterer Gesichtspunkt: Da Kellerräume besonders in älteren Häusern niedriger sind als Wohnräume, kann eine Deckenverkleidung aus „normalem“ Polystyrol leicht beschädigt werden. Hier zeigt sich ein weiterer Vorteil von extrudiertem Polystyrol (Styrodur), weil es eine sehr viel härtere und festere Oberfläche hat, so dass Eindruckstellen vermieden werden können.


Als "ökologisches" Dämm-Material und als Alternative zu Polystyrol bieten sich Mineralschaum- oder Kalzium-Silikat-Platten an. Diese bestehen überwiegend aus Kalk, feinem Sand und geringen Zelluloseanteilen. Diese Platten werden je nach Hersteller in unterschiedlichen Formaten und Dicken hergestellt. Kalzium-Silikat-Platten werden mit einem speziellen Klebemörtel befestigt. Sie müssen an jeder Stelle vollflächigen Kontakt mit dem Untergrund haben. Hohlstellen und Unebenheiten sind vorher mit Klebemörtel auszugleichen. Größere Platten können zusätzlich mit Tellerdübeln gesichert werden. 

Kalzium-Silikat-Platten haben eine positive Wirkung auf das Raumklima. Sie wirken als "Feuchtigkeits-Puffer". Sie können im Raum befindliche überschüssige Luftfeuchtigkeit aufnehmen und diese später bei gesunkener Luftfeuchtigkeit nach vernünftiger Lüftung dosiert wieder an die Umgebung abgeben. Bei diesem Vorgang der "Feuchtigkeits-Abpufferung" behalten Kalzium-Silikat-Platten stets eine trockene Oberfläche. Dadurch werden die Wachstumsbedingungen für Schimmelpilze stark eingeschränkt. Unterstützt wird dieser Effekt zusätzlich durch die Alkalität der Plattenoberfläche.

Kalzium-Silikat-Platten können ihre guten Eigenschaften aber nur dann entfalten, wenn ihre Oberfläche ebenfalls diffusionsoffen (d. h. atmungsaktiv) gestaltet wird. Als Anstrich sind daher Innen-Silikatfarben zu empfehlen, da diese gleichfalls eine ungehinderte Wasserdampf-Durchlässigkeit zulassen. Außerdem gehen Silikatfarben mit den Kalkbestandteilen der Platten oder des Leichtputzes eine chemische Verbindung ein, sie verkieseln mit ihnen. Innen-Silikatfarben lassen sich mit dem gleichen Material immer wieder überstreichen. 

Immer mehr Hersteller bieten über den Baustoff-Großhandel spezielle Dämm-Elemente mit konfektionierten Oberflächen für Kellerdecken an, z. B.: 

• "Heratekta optic" (Hersteller Knauf). Das sind Dämmplatten aus Polystyrol mit einer ansprechenden Oberfläche durch eine Holzwollestruktur. Die Platten werden mit Nut und Feder miteinander verbunden. Zur Befestigung gibt es spezielle Betonschrauben oder Einschlagdübel, so dass die Montage auch auf unsicheren Untergründen (Kalk-schichten) erfolgen kann.

• "Topdec Hardline" (Hersteller ISOVER). Das sind vlieskaschierte Mineralwolle-Platten mit einer besonders stabilen Oberfläche. Sie vereinen Wärme-, Schall-dämmung und Brandschutz und lassen sich im Klebe- und Dübelverfahren anbringen. Die Platten werden in Dicken zwischen 6 und 14 cm geliefert. 

• "neoCeil" Kellerdecken-Dämmplatten (Hersteller Schwenk). Diese Platten haben einen Kern aus expandiertes Polystyrol EPS (Styropor) und werden in verschiedenen Dämmstoffdicken von 50 – 120 mm hergestellt. Die Platten sind auf der Oberseite mit einer 3 mm starken weißen HDF-Platte kaschiert, die eine ansprechende Oberfläche ergeben. Allerdings sollten diese Platten nur in absolut trockenen Kellerräumen verwendet werden. Die Montage erfolgt mit speziellen Befestigungskrallen, so dass die Platten auch auf unsicheren Untergründen (Kalkschichten) angebracht werden können. 

Ein Problem beim Anbringen von Dämm-Material sind Leitungen und Rohre unter der Kellerdecke. Wenn man elektrische Leitungen nicht entfernen und neu verlegen kann oder möchte, besteht die Möglichkeit, schmale Rinnen in das Dämm-Material zu schneiden, welche die Leitungen aufnehmen. Allerdings sollte die Tiefe dieser Rinnen nicht größer als ein Drittel der Dämmstoffdicke sein. Größere Aussparungen im Dämm-Material führen zu Wärme-/Kältebrücken.

Schwieriger gestaltet sich die Wärmedämmung, wenn dickere Gas-, Wasser- und Abwasser-Rohre integriert werden müssen. Hier kann man oftmals nur Kästen um diese Rohre bauen und sie mit Dämm-Material ausfüllen. Dazu können Montageschaum oder Mineralwolle-Flocken verwendet werden. Dabei sollten Sie jedoch beachten, dass sich ausgehärteter Montageschaum nur schwer wieder entfernen lässt, wenn an einer Leitung Reparaturen ausgeführt werden müssen. Dieses Problem gibt es bei Mineralwolle-Flocken nicht. Allerdings müssen die Flocken sehr sorgfältig verarbeitet werden. Jeder Hohlraum muss vollständig ausgestopft werden, damit keine Lücken offen bleiben.

Beim Verkleben von Dämm-Material unter Kellerdecken kann es in älteren Häusern zu Problemen kommen. Decken und Wände sind in der Regel nur gekalkt, in vielen Fällen mehrmals. Diese Schichten neigen zum Abblättern. Wenn die vorhandenen gekalkten Flächen zusätzlich mit Dispersionsfarbe (Binderfarbe) renoviert wurden, ist ein Untergrund entstanden, der eine ungenügende Festigkeit aufweist. Schon bei der geringsten Belastung platzen die Anstrichschichten ab. 

Um auf diesem Untergrund Dämmplatten verkleben zu können, müssen die vorhandenen Kalk- und Anstrichschichten mit einem Spachtel abgestoßen und die Fläche anschließend mit einer Drahtbürste abgerieben werden. Danach sollte der Untergrund mit einem Tiefgrund gefestigt werden. Nach einer Trockenzeit von einigen Tagen, wird das Dämm-Material verklebt. Wenn bei den beschriebenen Vorarbeiten festgestellt wurde, dass auch der darunter liegende Putz morsch ist, empfiehlt es sich, die Dämmplatten zusätzlich mit Tellerdübeln zu sichern. Diese Dübel werden auch bei der Wärmedämmung von Fassaden verwendet. Man erhält sie om Farbengroßhandel (Maler-Einkaufsgenossenschaft). 

Wir planen in unserem Wohn-/Esszimmer einen neuen Fußbodenbelag. Unser Favorit ist ein Vinyl-Designboden, in Planken verlegt, Holzoptik. Derzeitiger Belag sind Fliesen, die wegen des hohen Aufwandes nicht entfernt werden sollen. Wie ist der Lärm- und Trittschall beim Klicken mit Trittschallmatte – lauter als beim Kleben? Müssen Dehnungsfugen vorhanden sein? Gibt es schmale, kaum zu sehende Schienen in Holzoptik? Ist die Nutzungsklasse 33 genug bei normaler Beanspruchung?

Die wichtigste Grundlage für eine Verlegung von Vinyl-Designböden, ob als Klebe-Sheets oder als Massiv-Vinyl (Klicksystem) ist ein absolut glatter und planebener Untergrund. Fliesen-Fußböden erfüllen diese Voraussetzung nicht. Jede einzelne Fliese weicht in Dicke und Oberfläche von jeder anderen eine Kleinigkeit ab. Selbst wenn diese Abweichungen weniger als 1 mm betragen, wird sich das Fliesenbild auf der Oberfläche eines verklebten Vinyl-Designbodens abzeichnen. Das gilt besonders auch für die Fugen.

Um einen glatten und planebenen Untergrund zu schaffen, muss daher der gesamte Fliesen-Fußboden mit einer speziellen Ausgleichsmasse nivelliert werden. Diese Ausgleichsmasse muss zwei Forderungen erfüllen:

1. Ausreichende Haftung auf der porenlosen (glasierten) Fliesenoberfläche.
2. Ausreichende Elastizität, um das Ausdehnungs- und Schwundverhalten bei Wärme/Kälte zu verkraften. Denn alle Werkstoffe dehnen sich bei Wärme aus und ziehen sich bei Kälte zusammen. Das ist besonders bei der Verwendung auf Fußbodenheizungen zu beachten.

Das ist auch der Grund für die Dehnungsfugen, auf die man nicht verzichten kann.

Aufgrund der größeren Härte von Massiv-Vinyl (Kicksystem) tritt im Gegensatz zu verklebtem Vinyl-Designboden beim Darüber gehen Trittschall auf. Die Verlegung von einer Trittschall-Dämmung ist daher sinnvoll. Auch sie erfordert einen glatten Untergrund. Allerdings sind hier lt. Herstellerangabe Unebenheitstoleranzen von kleiner als 0,7 mm zulässig.

Es gibt eine sehr große Auswahl an Abdeck- und Übergangsschienen in vielen verschiedenen Farben und auch mit Holzoptik.

Die Nutzungsklasse 33 bezeichnet die höchste Belastungsart im privaten Bereich.

Unser Fußboden im Wohnzimmer ist aus Holzbohlen. Die darunter liegenden Tragbalken liegen im Sand. Nun möchte ich die Hohlräume dazwischen mit Granulat füllen. Zwecks Belüftung der Balken befinden sich Lufteinlässe durch die Außenwand nach innen. Kann ich das mit Granulat dämmen?

Das Ausfüllen der Zwischenräume zwischen den Balken mit Granulat würde die Luftzirkulation unterhalb des Holzfußbodens unterbinden. Nur der ständige Luftstrom bietet die Gewähr dafür, dass der Sand und die gesamte Holz-Konstruktion trocken bleiben und dass keine Fäulnisschäden auftreten. Achten Sie darauf, dass die Lufteinlässe nicht verstopfen und die Luft ausreichend zirkulieren kann.

Eine wirksame Wärmedämmung des Fußbodens kann nur auf der Oberfläche erfolgen. Das hat allerdings eine Niveauerhöhung zur Folge.

Unsere Fensterrahmen nässen stark, tropfen oder gefrieren sogar. Trotz mehrstündiger Sonneneinstrahlung konnten wir am unteren Fensterrahmen nur acht Grad messen, im Wohnzimmer dagegen ohne Heizung 22,6 Grad. Wir vermuten, dass beim Einbau der Fenster die Dämmwirkung der Rahmen zerstört wurde. Lohnt es sich hier einen Sachverständigen einzuschalten?

Grundsätzlich ist zu sagen, dass Fensterrahmen und Isolierglas den gleichen Wärmedämm-Faktor aufweisen sollten. Warum das bei Ihren Fenstern nicht der Fall ist, kann mehrere Ursachen haben:

• Die Rahmen sind grundsätzlich nicht in Ordnung.

• Beim Einbau wurden Fehler gemacht, eine thermische Abkopplung vom Mauerwerk fand nicht statt.

• Beim Einbau der Rollläden wurden Fehler gemacht.

Einzelne falsch gesetzte Schrauben können die Dämmwirkung der kompletten Rahmen nicht so stark herabsetzen.

Wir wollen die Fenster unseres Einfamilienhauses auswechseln. Vor Jahren haben wir die Luftschicht im Mauerwerk mit Lavagranulat Hyperlite-S auffüllen lassen. Wie kann das Lavagranulat rings um die Fensterrahmen vor dem Ausbau verfestigt werden, um den Austritt beim Ausbau zu verhindern?

Eine Methode, um das Granulat in Ihrer „Kerndämmung“ zu verfestigen, ist uns leider nicht bekannt. Möglicherweise kann man das Granulat durch Kunststoff-Injektionen so miteinander verkleben, dass es beim Ausbau der alten Fenster nicht herausfließt.

Eine solche Methode ist aber kontraproduktiv, denn die Dämmwirkung des Granulats ist von seiner uneingeschränkten „Rieselfähigkeit“ anhängig. Das Granulat kann seine Dämmwirkung nur dann entfalten, wenn es alle – auch allerkleinste - Hohlräume ungehindert ausfüllen kann.

Schon allein aus diesem Grund wird es nach dem Einbau der neuen Fenster erforderlich sein, das Lavagranulat nachzufüllen. Dazu kommt, dass sich erfahrungsgemäß im Laufe der vergangenen 35 Jahre das Granulat „gesetzt“ hat, und es sind unabhängig von der Fenstermontage Hohlräume entstanden, die bei dieser Gelegenheit „nachgefüllt“ werden können.

Grundsätzlich ist bei älteren Häusern eine gewisse Unsicherheit vorhanden, ob der Luftzwischenraum (Hohlraum) zwischen den Außenwänden tatsächlich in vollem Umfang zu Verfügung steht. Falsch gemauerte Steine, Mörtelbatzen, die aus den Fugen quellen, Stein- und Mörtelreste können den Zwischenraum einengen.

Wenn Sie erreichen möchten, dass alle Wandflächen vollständig und sorgfältig ausgefüllt werden, ist es, um Wärme/Kältebrücken zu vermeiden, erforderlich, eine große Zahl von Einfüll-/Einblasöffnungen anzubringen, besonders über und unter jedem Fenster und über jeder Tür.

Die Qualität der Kerndämmung hängt nicht nur vom Dämm-Material ab, sondern hauptsächlich davon, wie sorgfältig und gründlich diese Arbeiten durchgeführt werden. Nicht oder ungenügend ausgefüllte Hohlräume führen im Lauf der Zeit dazu, dass die Füllung zusammenrutscht und damit ihre Dämmwirkung verliert.

In unserem in den 1960er Jahren gebauten Haus gibt es im Wohnzimmer eine Heizkörpernische, die reichlich wenig isoliert ist. Welches Material empfehlen Sie zur Dämmung?

In vielen älteren Gebäuden befinden sich die Heizkörper in Nischen, sodass die Wand dahinter wesentlich dünner ist als die übrige Außenwand. Der dünne, kaum gedämmte Wandbereich wird vom Heizkörper besonders stark erwärmt. Dadurch geht an dieser Stelle relativ viel Heizenergie nach draußen verloren.

Mit einer Dämmung der Nischen lassen sich diese Wärmeverluste deutlich verringern. Ideal ist es, wenn das Dämm-Material die gesamte Nische ausfüllt. Dafür muss aber der Heizkörper abgebaut und etwas weiter ins Zimmer gerückt werden. Es gibt dafür spezielle Rohrverbindungen, durch welche die Montage erleichtert wird. Man könnte bei dieser Gelegenheit ggf. den alten Rippen-Heizkörper gegen ein flacheres Modell austauschen.

Mit welchem Dämm-Material die Nische gedämmt wird, hängt davon ab, ob der Heizkörper abgebaut werden kann. Ist das der Fall, empfehlen sich Hartschaumplatten, z. B. extrudiertes Polystyrol XPS (Styrodur) mindestens 6 cm dick. Bei der Verwendung von Polyurethan-Hartschaumplatten kann die Dämmstoffdicke auf 4 cm reduziert werden. Weiter ist zu beachten, dass die Dämmstoffdicke so gewählt wird, dass zwischen Dämm-Material und Heizkörper ein ausreichend großer Zwischenraum bleibt, damit die Luft zirkulieren kann. Das Dämm-Material muss ganzflächig ohne Fugen und Ritzen auf dem Untergrund verklebt werden.

Kann der Heizkörper nicht abgenommen werden, sind biegsame Dämmstoffe gefragt (z. B. Dämmtapeten ca. 5 mm dick o. ä.), die in den Zwischenraum zwischen Heizkörper und Wand geschoben werden können. Für diesen Zweck werden Dämmtapeten empfohlen, die mit einer Alufolie beschichtet ist, damit sie die Wärme in den Raum reflektiert.

Da eine ausreichende Wärmedämmung immer dicker als mindestens 6 cm bzw. 4 cm (Polyurethan) sein muss, kann man von dieser Lösung keine große Verbesserung erwarten. Allerdings wird die Wärmestrahlung, die von der Rückseite des Heizkörpers abgestrahlt wird, durch Reflektion in den Raum zurückgeworfen und damit eine geringe Verbesserung der Situation erreicht.

Wir statten unser Haus im Erdgeschoss mit neuen Fußböden und einer Fußbodenheizung aus. Welchen Bodenbelag können wir wählen, damit das Raumklima nicht belastet wird? Sind Fliesen pauschal eine „gesündere Alternative“?

Bei der Wahl des Fußbodenbelages für die die geplante Fußbodenheizung kommt es, nach unserer Meinung, in erster Linie darauf an, ob der Belag überhaupt dafür geeignet ist.

Zwar können auf einer Fußbodenheizung fast alle hochwertigen Fußbodenbeläge verlegt werden. Wichtig ist die Beachtung des Wärmedurchlasswiderstands, der nicht mehr als 0,15 m²K/W betragen sollte.

Die Werte für keramische und Natursteinböden liegen erheblich darunter. Sie sind daher für Fußbodenheizungen besonders gut geeignet. Alle anderen Belagstypen, wie Teppichboden, Kork, Holz oder Holzwerkstoff (Laminat), leiten die Wärme vergleichsweise schlecht. Hier sollten Sie vor dem Kauf unbedingt darauf achten, dass der Wärmedurchlasswiderstand von 0,15 m²K/W nicht überschritten wird. Dieser Wert ist auch bei Trittschall-Dämmungen zu beachten!

Bei Kunststoffbelägen kommt noch dazu, dass diese ein starkes Ausdehnungs- und Schwund-verhalten haben. Das bedeutet: Große Ausdehnung bei Wärme und Schrumpfen bei Kälte.

Für den Schallschutz haben Sie in früheren Antworten Metallprofile vorgeschlagen. Haben diese wirklich Vorteile gegenüber Holz und gibt es sie im Baumarkt zu kaufen?

U-Profile aus verzinktem Stahlblech werden hauptsächlich von gewerblichen Verarbeitern, von Innen-Ausbauern, Malern und Tischlern bei der Errichtung von Leichtbauwänden eingesetzt. Diese Profile sind gegenüber Leisten und Kanthölzern aus Holz formstabil (Holz arbeitet!) und absolut gleichmäßig.

Außerdem erfüllen sie die Kriterien der Unbrennbarkeit, die bei vielen Leichtbau-Konstruktionen gefordert wird. Für die Verarbeitung sind Spezial-Werkzeuge erforderlich. Metallprofile werden daher in der Regel kaum von Heimwerkern verwendet. Das ist auch die Erklärung dafür, dass sie nur im Baustoff-Großhandel und kaum in Baumärkten angeboten werden.

Wir möchten in eigener Regie versuchen, die Geräuschbelästigung aus einem Zimmer der Nachbarwohnung zu vermindern. Haben Sie einen Vorschlag für die Montage einer effektiven Schallisolierung auf die vorhandene Leichtbauwand?

Die Verbesserung der Schalldämmung zur Nachbarwohnung ist mit „einfachen Hilfsmitteln“ kaum zu erreichen. Die Leichtbau-Trennwand nimmt alle Geräusche (Schallwellen) der Gegenseite auf. Sie schwingt wie eine Membran oder wie ein Trommelfell und setzt auf diese Weise auch die Luft im Zimmer Ihres Sohnes in Schwingungen.

Eine Verbesserung der Situation ist nur dadurch zu erreichen, dass vor die bestehende Trennwand eine zweite Wand in Trockenbauweise zu gesetzt wird – eine sogen. „Vorsatzschale“. Deren Konstruktion müsste, wenn sie die Schallübermittlung wirksam verhindern soll, wie folgt durchgeführt werden:

Im Abstand von mindestens 5 cm wird vor der Wand ein Gerüst aus Holzständern von 4 x 6 cm oder besser aus 6 cm breiten Metallprofilen errichtet. Um eine Übertragung von Körperschall zu verhindern, muss diese Konstruktion schalltechnisch von den umgebenden Bauteilen - wie Decke, Wände und Fußboden - abgekoppelt werden. Das wird dadurch erreicht, dass zwischen Ständern und umgebenden Bauteilen jeweils lückenlos ein Streifen Filz (z. B. Rigips-Anschlussdichtung) oder Mineralwolle gelegt wird. Das Ziel muss sein, dass kein Teil der Ständer-Konstruktion an keiner Stelle direkten Kontakt mit Decke, Wänden und Fußboden hat. Eine Befestigung mit wenigen Schrauben erfolgt nur unter der Decke und auf dem Fußboden.

Zwischen den Ständern werden dann mehrere Lagen Holzweichfaser-Dämmplatten angebracht, bis eine Gesamtdicke von 6 cm erreicht ist. Die Dämmplatten müssen so angebracht werden, dass der Abstand zur Wand an allen Stellen eingehalten wird und so ein Luftzwischenraum von 5 cm hergestellt wird. Es muss unbedingt darauf geachtet werden, dass die Platten absolut lückenlos eingebaut werden, es dürfen keinerlei Ritzen oder Fugen übrigbleiben. Selbst kleinste, nur 1 mm breite Ritzen können die Schalldämmung der gesamten Wand zunichtemachen.

Holzweichfaser-Dämmplatten haben aufgrund ihres großen Eigengewichtes sehr gute schalldämmende Eigenschaften. Dämm-Materialien, die zur Wärmedämmung verwendet werden, wie z. B. Polystyrol (Styropor) oder Mineralwolle, sind sehr leicht und daher zur Schalldämmung nicht geeignet!

Der Abschluss zum Raum wird durch zwei Lagen Gipsfaserplatten, jede 15 mm dick, hergestellt. Dabei sollte die zweite Lage der Platten so verlegt werden, dass sich deren Fugen in der Mitte zwischen den Fugen der ersten Lage befinden. Durch das Gewicht der zwei Lagen Gipsfaserplatten und zusätzlich durch diese Art der Verlegung wird erreicht, dass die Oberfläche nicht wie eine Membran schwingen und Schallwellen weiterleiten kann.

Auch diese beiden Lagen Gipsfaserplatten dürfen nicht dicht an Wände, Decke und Fußboden anschließen. Zwischen ihnen muss umlaufend ein Spalt von 1 cm Breite offenbleiben, der zum Schluss mit elastischer Acryl-Dichtungsmasse (kein Silicon!) verschlossen wird.

Nur die exakte und sorgfältige Ausführung dieser Trennwand in allen Einzelheiten garantiert eine zuverlässige Schalldämmung:

1.    Schalltechnische Abkopplung der Ständer-Konstruktion.
2.    Verwendung von Holzweichfaser-Dämmplatten als Auskleidung. Dämmstoffe, die zur Wärmedämmung verwendet werden, sind zur Schalldämmung nicht geeignet!
3.    Verwendung von Gipsfaserplatten anstelle von OSB- oder Spanplatten.
4.    Plattendicke von 15 mm.
5.    Versetzte und zweilagige Montage der Platten.
6.    Eine umlaufende offene Fuge. 

Der Wohnzimmerboden unseres Nachkriegsbaus gibt trotz dicker Filzauflage und Laminat Geräusche beim darüber gehen von sich. Würde ein Ausblasen der Hohlräume zwischen den Kanthölzern mit einem Füllstoff etwas bringen?

Mit einem „Ausblasen“ der Hohlräume unter Ihrem Holzfußboden werden Sie eine Verbesserung der Schalldämmung wahrscheinlich nicht erreichen können. Wir vermuten, dass die Geräuschbildung auf der Oberseite des Fußbodens entsteht.

Die harte verschleißfeste Oberfläche von Laminat, verbunden mit den harten stabilen Trägerplatten + Gegenzug ergibt ein kompaktes Element, das Schall sehr gut weiterleitet. In der Anfangszeit des Laminats gab es echte Lärmbelästigung beim Darüberlaufen, besonders mit harten Schuhen. Der Trittschall wurde in darunter liegende Räume weitergeleitet. Auch im Raum selbst stellten sich unangenehme Hallgeräusche ein. Man hat zunächst versucht, durch das Unterlegen von Trittschall-Dämmungen dieses Problem aus der Welt zu schaffen. In Ihrem Fall sprechen Sie von einer „dicken Filzauflage“. Ohne genaue Angaben über Dicke und Zusammensetzung können wir diese Auflage nicht beurteilen.

Genauso wichtig wie die Trittschall-Dämmung ist die „schalltechnische Abkopplung“ des Fußbodenbelages von den umlaufenden Wänden. Es muss daher beim Verlegen darauf geachtet werden, dass der Laminat-Fußboden nicht direkt an die umlaufenden Wände anstößt, sondern dass eine offene Fuge von 10 – 20 mm Breite bleibt. Auf diese Weise wird die Übertragung von Körperschall durch die Wände verhindert. Mit sogen. „Verlegefedern“ oder mit Distanzkeilen, die bei der Montage zwischen Wand und Paneel geschoben werden, erreicht man den notwendigen Abstand.

Zur Verbesserung der Situation möchten wir Ihnen folgende Maßnahmen empfehlen:
1. Entfernen des Laminatbelages und der Filzauflage.

2. Nachträgliches und zusätzliches Verschrauben der einzelnen Dielen mit der Balkenlage.

3. Die Dielen des Fußbodens dürfen keinen Kontakt mit den umlaufenden Wänden haben. Auch hier muss eine offene Fuge von 10 – 20 mm Breite hergestellt werden.

4. Zur eigentlichen Trittschalldämmung werden auf den Dielen Spezial-Mineralwollematten (z. B. 21/20 Isover Akustik EP 3 oder Rockwool Floor Rock GP) oder Holzweichfaser-Dämmplatten – ca. 6 mm stark - lose(schwimmend) verlegt.

5. Als Abschluss und als eigentliche Träger eines Fußbodenbelages werden darauf Trockenbau-Estrichelemente aus Gipskartonplatten ebenfalls lose(schwimmend) verlegt. Auf diesen Elementen können zum Schluss alle gebräuchlichen Beläge verlegt werden.

6. Evtl. verlegte Holzfaser-Dämmplatten und die Trockenbau-Estrichelemente sowie der abschließende Fußbodenbelag dürfen ebenfalls nicht an die umlaufenden Wände stoßen. Auch hier ist wie bereits erwähnt, ein entsprechender Abstand einzuhalten.

7. Diese umlaufende Fuge ist zum Abschluss der Arbeiten fest mit Mineralwolle auszustopfen. Auf diese Weise erfolgt die schalltechnische Abkopplung des gesamten Fußboden-Aufbaus, so dass sich durch die Wände kein Körperschall ausbreiten kann.

Unser Bad muss grunderneuert werden. Wie kann die Außenwand innen wärmegedämmt werden?

Bei allen Arbeiten in Bädern ist die hohe Luftfeuchtigkeit zu beachten, die sich – schon allein durch die erhöhte Raumtemperatur - bildet.

Bei allen Planungen sollte man ein physikalisches Gesetz beachten, welches besagt:
Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte.

Das bedeutet z. B.:
•    10°C warme Luft kann pro m³   9,4 g Wasser aufnehmen,
•    20°C warme Luft kann pro m³ 17,3 g Wasser aufnehmen,
•    25°C warme Luft kann pro m³ 23,0 g Wasser aufnehmen.


Wenn man davon ausgeht, dass der Rauminhalt eines Bades ungefähr 30 m³ beträgt, dann werden
•    bei einer Raumtemperatur von 10°C ca. 286 g Wasser gebunden,
•    bei einer Raumtemperatur von 20°C ca. 519 g Wasser,
•    bei einer Raumtemperatur von 25°C ca. 690 g Wasser!


Das hat zur Folge, dass in jedem Fall mindestens ½ Liter Wasser allein in der Raumluft gebunden ist.

Die von Ihnen eingebaute Wärmedämmung, bestehend aus 2 cm dicken Polystyrol-Platten, ist bei weitem nicht ausreichend. Die Dämmstoffdicke muss mindestens 8 cm betragen. Bei der geringen
Wärmedämmung schlägt sich die Luftfeuchtigkeit als Kondenswasser als unsichtbarer Film auf der Wandoberfläche nieder. Diese ständige Feuchtigkeitsbelastung kriecht, wenn keine Dampfsperre vorhanden ist, durch alle Fugen und Nähte und führt zu einer schleichenden Durchfeuchtung aller Bauteile.

Beim Aufbau einer wirksamen bauphysikalisch korrekten Innendämmung sind daher folgende Faktoren zu berücksichtigen:
1. Ausreichende Wärmedämmung, mindestens 8 cm dick.
2. Abschluss der Wärmedämmung mit einer Dampfsperre.
3. Montage der Innendämmung ohne Luftzwischenraum direkt auf der Wand.

Zu Punkt 1:
Am einfachsten lässt sich eine Innendämmung als „Vorsatzschale“ in Leichtbauweise herstellen. Eine Vorsatzschale besteht aus einer zweiten Wand, die von innen her gegen die Außenwand gesetzt wird. Der Aufbau einer bauphysikalisch einwandfreien Vorsatzschale sollte wie folgt geschehen:

Auf die Wände werden 8 cm dicke Holz- oder Metallständer gedübelt. Die Zwischenräume müssen lückenlos mit 8 cm dicken Mineralwolle-Matten oder Polystyrol-Platten ausgefüllt werden. Konstruktionsbedingte Ritzen und Fugen, die sich nicht vermeiden lassen, müssen mit Montageschaum ausgefüllt werden.

Zu Punkt 2:
Die gesamte Wärmedämmung wird anschließend mit einer Spezialfolie als Dampfsperre verschlossen. Dabei ist zu beachten, dass alle Nähte und die Anschlüsse an den anschließenden Wänden, an Decke und Fußboden sowie an Fenstern und durchgeführten Rohren sorgfältig luftdicht abgeschlossen werden. Das muss mit einem Spezial-Klebeband oder mit einem Butyl-Kautschuk-Kleber aus der Kartusche geschehen. Einfaches doppelseitig klebendes Teppichband ist dafür nicht geeignet, weil es nicht alterungsbeständig ist. Dabei ist zu beachten, dass selbstklebende Bänder auf rauem Holz oder auf Putzoberflächen nur kurze Zeit haften.

Für diese Anschlüsse gibt es spezielle Kartuschenkleber. Die Abdichtungen können aber auch mechanisch mit einem Kompriband und einer zusätzlichen Anpressleiste dauerhaft hergestellt werden. Alle Klebestellen müssen absolut staubfrei sein. Rohre und Kabeldurchführungen sind mit Gummimanschetten am sichersten abzudichten. Zum Schluss kann die gedämmte Fläche mit Gipskarton–, Gipsfaserplatten oder Profilholz verschlossen werden.     

Zu Punkt 3:   
Ganz gleich, mit welchem Dämm-Material die Innendämmung hergestellt wird, der Dämmstoff muss an jeder Stelle vollflächigen Kontakt mit dem Untergrund haben. Ein Luftzwischenraum zwischen Wärmedämmung und Wand muss in jedem Fall vermieden werden. Oftmals besteht die Auffassung, das Dämm-Material auf einer Lattung anzubringen, um einen Luftzwischenraum (Hohlraum) zur Entlüftung oder als zusätzliche Wärmedämmung zu schaffen. Diese Vorstellung ist bauphysikalisch falsch. In einem solchen Hohlraum kann sich leicht Kondenswasser bilden, das zu einer Durchfeuchtung von Wand und Innendämmung führen kann.

Alternative:
Bei den hier aufgeführten Dämm-Maßnahmen ist jedoch zu bedenken, dass eine Innendämmung mit Polystyrol oder Mineralwolle sehr aufwändig ist, da deren Oberflächen jeweils mit einer Dampfsperre absolut luftdicht abgeschlossen werden müssen. Das hat zur Folge, dass neben dem konstruktiven Aufwand eine vollständige Versiegelung der Wand stattfindet. Als Alternative schlagen wir eine Innendämmung mit Kalzium-Silikat-Platten vor.

Kalzium-Silikat-Platten sind ein neu entwickeltes Dämm-Material zur Isolierung gegen Kälte und seit ungefähr 8 Jahren im Handel.

Kalzium-Silikat-Platten bestehen überwiegend aus Kalk und feinem Sand mit geringen Zelluloseanteilen. Sie sind daher als ökologisch unbedenklich einzustufen. Sie sind abweisend gegen Wasser (in flüssiger Form). Trotzdem haben sie eine sehr gute Wasserdampf-Durchlässigkeit, so dass die „Atmung“ der Wände, auf denen Kalzium-Silikat-Platten angebracht werden, in keiner Weise behindert wird.

Kalzium-Silikat-Platten sind unbrennbar (Brandklasse A1), leicht von Gewicht, zug- und druckfest. Sie sind formstabil und unterliegen keinen Ausdehnungsschwankungen. Sie haben eine sehr gute Dämmwirkung, die auf der mikroporösen Struktur beruhen, das heißt, es sind unendlich viele kleine Luftblasen in diesem Material eingeschlossen. Kalzium-Silikat-Platten haben eine ähnliche Isolierwirkung wie Polystyrol (Styropor) oder Mineralwolle. Die Wärmeleitfähigkeit beträgt je nach Fabrikat 0,045 – 0,06 W/mK.

Kalzium-Silikat-Platten werden – je nach Hersteller -  in unterschiedlichen Formaten und Dicken von 10 – 100 mm angeboten. Um eine ausreichende Wärmedämmung zu erreichen muss in der Regel eine Dämmstoffdicke von mindestens 5 cm eingebaut werden. Oftmals wird es daher erforderlich sein, mehrere dünnere Platten vollflächig aufeinander zu kleben.

Kalzium-Silikat-Platten haben eine positive Wirkung auf das Raumklima. Sie wirken als „Feuchtigkeits-Puffer“. Sie können im Raum befindliche überschüssige Luftfeuchtigkeit aufnehmen und diese später bei gesunkener Luftfeuchtigkeit nach vernünftiger Lüftung dosiert wieder an die Umgebung abgeben. Aus diesem Grund dürfen Wärmedämmungen, die mit Kalzium-Silikat-Platten hergestellt werden, nicht mit einer Dampfsperre abgeschlossen werden. Bei diesem Vorgang der „Feuchtigkeits-Abpufferung“ behalten Kalzium-Silikat-Platten stets eine trockene Oberfläche. Dadurch werden die Wachstumsbedingungen für Schimmelpilze stark eingeschränkt. Unterstützt wird dieser Effekt zusätzlich durch die Alkalität der Plattenoberfläche.

Kalzium-Silikat-Platten werden mit einem speziellen Klebemörtel befestigt. Sie müssen an jeder Stelle vollflächigen Kontakt mit dem Untergrund haben. Hohlstellen und Unebenheiten sind vorher mit Klebemörtel auszugleichen. Größere Platten können zusätzlich mit Tellerdübeln gesichert werden. Kleinteilige Platten können mit einem Leichtputz überzogen werden, in den ein Armierungsgewebe eingebettet ist. Bei großformatigen Platten, reicht es aus, die Plattenstöße glatt zu schleifen. Alle Werkstoffe wie Klebemörtel und Leichtputz müssen vom Hersteller der Platten zugelassen sein. Bei systemfremden Werkstoffen erlischt die Garantie.

Kalzium-Silikat-Platten können ihre guten Eigenschaften aber nur dann entfalten, wenn ihre Oberfläche ebenfalls diffusionsoffen (d. h. atmungsaktiv) gestaltet wird. Als Anstrich sind daher Innen-Silikatfarben zu empfehlen, da diese gleichfalls eine ungehinderte Wasserdampf-Durchlässigkeit zulassen. Außerdem gehen Silikatfarben mit den Kalkbestandteilen der Platten oder des Leichtputzes eine chemische Verbindung ein, sie verkieseln mit ihnen. Innen-Silikatfarben lassen sich mit dem gleichen Material immer wieder überstreichen. Überstrichene Rauhfaser-Tapeten sowie Kunststoff- oder Vliestapeten sind nicht geeignet.

Ich habe ein teilunterkellertes Haus gekauft. Bei der Sanierung wurden die Außenmauern komplett freigelegt, repariert und mit Schlämme gestrichen. Was mache ich mit der Innenwand des Kellers, die unter dem Haus liegt? Bei uns ist der Grundwasserspiegel sehr hoch, nach starkem Regen riecht der Keller.

Nachdem Sie die im Erdreich liegenden Außenwände des Kellers freigelegt, repariert und mit „Schlämme“ beschichtet haben, gehen wir davon aus, dass in diesem Bereich keine Feuchtigkeit mehr nach Innen gelangen kann. Die von Ihnen geschilderte Problematik wird uns von sehr vielen Lesern vorgelegt. Aufgrund unserer Erfahrung auf diesem Gebiet sind wir zu der Überzeugung gelangt, dass es sich in den meisten Fällen nicht um eine von außerhalb einwirkende Feuchtigkeit handelt. In der Regel ist die auftretende im Keller Feuchtigkeit „hausgemacht“. Warum das so ist, möchten wir Ihnen nachfolgend erklären:

Eine allgemeine Erscheinung, die in den letzten Jahren besonders nach Sanierungen auftritt, ist die  erhebliche Erwärmung der gesamten Häuser vom Keller bis zum Dachboden durch wirksame Heizungen, verstärkte Wärmedämmung, dicht schließende Fenster und intensivere Nutzung. Diese Erwärmung wirkt sich auch auf den Keller aus. Die „normale“ Raumtemperatur sollte im Keller mit einigen Schwankungen zwischen +8° und 10°C liegen. Es hat sich gezeigt, dass dieser Wert  zum Teil erheblich überschritten wird. Das hat vor allen Dingen eine Erhöhung der Luftfeuchtigkeit zur Folge.

Grundlage für alle Überlegungen ist ein physikalisches Gesetz, welches besagt:
Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte.

Das bedeutet z. B.:
• 0°C warme Luft kann pro m³ 4,8 g Wasser aufnehmen,
• 10°C warme Luft kann pro m³ 9,4 g Wasser aufnehmen,
• 17°C warme Luft kann pro m³ 14,0 g Wasser aufnehmen.

Die warme, mit Feuchtigkeit angereicherte Luft schlägt sich im Keller auf den kalten, nicht wärmegedämmten Außenwänden, dem Fußboden und auf abgestellten Möbeln als Kondensfeuchtigkeit nieder und führt zu einer langsamen Durchfeuchtung, verbunden mit Schimmelbildung (Stockflecken).

Abhilfe ist in vielen Fällen ganz einfach durch regelmäßigen und gründlichen Luftaustausch, besonders während der Heizperiode, zu erreichen.. Das heißt, die mit Feuchtigkeit angereicherte Innenluft muss durch frische trockene Außenluft ersetzt werden. (Grundlage aller Überlegungen ist das oben beschriebene physikalische Gesetz, welches besagt, dass warme Luft mehr Feuchtigkeit binden kann als kalte. Das bedeutet, dass selbst bei Regenwetter der Feuchtigkeitsgehalt der kalten Außenluft geringer ist als der von wärmerer Innenluft!) Leider befinden sich in den Kellern oft nur wenige und zu kleine Fenster. Öffnen Sie – während der Heizperiode - täglich so viele Fenster und Türen wie möglich, damit es zu einem wirksamen Durchzug kommt und die feuchte Innenluft nach außen transportiert wird. Die beste Wirkung erzielen Sie, wenn Sie mehrere Stunden lang Durchzug machen.  

Im Winter bei Frost sollte täglich 10 – 15 Minuten lang gelüftet werden.
Achtung! Im Sommer, wenn die Außentemperaturen über 18°C liegen und die warme Außenluft mehr Feuchtigkeit gebunden hat, sollte nur morgens früh oder bei kühlem Wetter – also nur bei niedrigen Außentemperaturen – gelüftet werden.

Kellerräume, in denen sich Heizungsanlagen befinden, sollten gegenüber dem übrigen Keller ausreichend gut abgedichtet sein. Da die Raumtemperatur in Heizräumen in der Regel höher liegt als in den anderen Kellerräumen, ist auch hier die Luftfeuchtigkeit höher. Damit diese nicht in den übrigen Keller gelangen und sich dort als Kondenswasser niederschlagen kann, sollte die Tür zum Heizraum nicht nur gut abgedichtet, sondern auch wärmegedämmt sein.

Wenn im Keller Wohn- oder Hobbyräume eingerichtet werden, ist es zusätzlich erforderlich, für eine ausreichende Wärmedämmung des Fußbodens und der Außenwände zu sorgen.

Was ist beim Anbringen einer Dampfbremse innerhalb der Wärmedämmung des Daches zu beachten?

Auf der Raumseite muss die Wärmedämmung des Daches mit einer diffusionsoffenen Dampfbremse („Klima-Membran“) luftdicht abgeschlossen werden. Diese auch „Klima-Membran“ genannte Spezialfolie sperrt Wasser in flüssiger Form zuverlässig ab. Sie kann jedoch ihren Diffusionswiderstand („Atmung“) ändern, so dass je nach Temperatur mehr oder weniger Wasserdampf durchgelassen wird.

Das heißt, im kalten Winter soll die Folie vor allem als Sperre wirken und keinen Wasserdampf durchlassen. Im Sommer nimmt der Diffusionswiderstand der Folie ab. So kann eventuell eingedrungene Feuchtigkeit während des Sommers als Wasserdampf aus der Dach-Konstruktion entweichen.

Obwohl die Dampfbremse Wasserdampf durchlassen kann, muss sie, um ihren Zweck zu erfüllen, absolut luftdicht eingebaut werden. Beim Anbringen der „Klima-Membran“ sollten Sie daher auf folgende Einzelheiten achten:

Die Nähte und die Anschlüsse an Wänden, Kaminen, durchgeführten Rohren und Leitungen, an Dachflächenfenstern usw. müssen sorgfältig luftdicht mit einem Spezial-Klebeband oder mit Butyl-Kautschuk verschlossen werden. Einfaches doppelseitiges Klebeband, Teppich-Klebeband o. Ä. ist dafür ungeeignet, weil es nicht alterungsbeständig ist. Dabei ist zu beachten, dass selbstklebende Bänder auf rauem Holz und Putzoberflächen nur kurze Zeit haften. Für diese Anschlüsse gibt es spezielle Kartuschenkleber. Diese Anschlüsse können aber auch mechanisch mit einem Kompriband und einer zusätzlichen Anpressleiste dauerhaft hergestellt werden. Alle Klebestellen müssen absolut staubfrei sein. Rohre und Kabeldurchführungen sind mit Gummimanschetten am sichersten abzudichten.

Bei Holzkonstruktionen: Da sich die hölzernen Sparren der Dachkonstruktion je nach Temperatur ausdehnen, schwinden oder verdrehen, sollte man die Dampfbremse niemals stramm über die Sparren spannen, sondern in einer kleinen Schlaufe durchhängen lassen. Auf diese Weise kann das Material die Bewegungen der Sparren auffangen, ohne dass die abgeklebten Nähte, Anschlüsse und die Befestigungspunkte ausreißen.

Wie entsteht Feuchtigkeit im Holz des Dachbodens und was kann man dagegen tun?

Da warme Luft leichter ist als kalte wandert sie ins Obergeschoss und dringt durch die hölzerne Decke in den Dachboden ein. Auf der kalten ungedämmten Unterseite der Dach-Konstruktion schlägt sich die warme mit Feuchtigkeit gesättigte Luft als Kondenswasser nieder. Abhilfe ist nur durch die Verlegung einer Dampfsperre zu erreichen, die vor dem Einbau der Wärmedämmung auf dem Fußboden verlegt wird. Dabei sind einige wichtige bauphysikalische Einzelheiten zu beachten:

  1. An allen umlaufenden Wänden werden Randdämmstreifen aus extrudiertem geschlossen-porigem Polystyrol XPS befestigt.

  2. Bei Holzbalkendecken muss der Fußboden lückenlos mit einer Spezialfolie ausgelegt werden. Die Folie dient als Feuchtigkeits- und Dampfsperre. Ihre Nähte müssen mit Spezial-Klebeband luftdicht verschlossen werden, desgleichen die Anschlüsse der Folie an den Randstreifen. In gleicher Weise müssen alle Bauteile, wie Schornsteine/Kamine, Rohre, Leitungen usw., die durch die Dampfsperre führen, sorgfältig abgedichtet werden. Für diese Abdichtarbeiten sind nur Spezial-Klebebänder oder Butyl-Kautschuk (aus der Kartusche) geeignet; einfache Klebebänder, wie Packband oder doppelseitiges Fußboden-Klebeband, sind ungeeignet, weil sie nicht alterungsbeständig sind. Für Rohre gibt es spezielle Dichtmanschetten.

Bei lückenlosen dichten Betondecken ist diese Feuchtigkeits- und Dampfsperre nicht erforderlich.

  1. Auf der so vorbereiteten Fläche kann anschließend die Wärmedämmung aufgebracht werden. Die Verlegung muss lückenlos und pressgestoßen ausgeführt werden, dabei ist darauf zu achten, dass die Dämmelemente ebenfalls dicht an die Randdämmstreifen anschließen Nicht erreichbare Lücken zwischen Fußboden und Dach müssen vor dem Verlegen des Dämm-Materials mit loser Mineralwolle fest ausgestopft werden.

  2. Weiter ist darauf zu achten, dass das Dämm-Material auch an evt. vorhandenen Zwischen-wänden lückenlos anschließt. Besondere Sorgfalt ist auf die Innenkante des Daches zu verwenden. Auch hier muss das Dämm-Material bis in die äußerste Ecke lückenlos eingebaut werden. Zum Schluss müssen nicht zu vermeidende Lücken, Fugen und Durchlässe von Rohrleitungen mit Montageschaum ausgefüllt werden.

  3. Bei der Wahl des Dämm-Materials gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Einfaches expandiertes Polystyrol EPS (z. B. Styropor) oder Mineralwollematten. Wenn der Fußboden begangen werden soll, empfiehlt es sich, ein Dämm-Material einzusetzen, das druckfest ist, wie z. B. extrudiertes Polystyrol XPS (z. B. Styrodur), druckfeste Mineralwolle-matten oder Holzweichfaser-Dämmplatten.

Das Dämm-Material wird in diesem Fall zum Schluss mit lose(schwimmend) verlegten wasserfesten Span-, OSB-Platten oder Trockenbau-Estrichelementen abgedeckt. Bei Span- oder OSB-Platten sollten Verlegequalitäten mit Nut und Feder verwendet werden, deren Fugen verleimt werden müssen.

Darüber hinaus gibt es im Baustoff-Großhandel eine Vielzahl von begehbaren Fußboden-Elementen, die mit unterschiedlichsten Dämm-Materialien für diesen Zweck entwickelt wurden.

Beim Einsatz von Dämm-Material im Dachboden sollten Sie bedenken, dass nur Mineralwolle nichtbrennbar ist und der höchsten Brandschutzklasse angehört. Alle anderen Dämmstoffe sind nur „schwer entflammbar“.

  1. Dabei ist es ganz wichtig zu beachten, dass eine ausreichende Dämmstoff-Dicke eingebaut wird. Die Energie-Einsparverordnung (EnEv) schreibt vor, dass der U-Wert der gesamten Geschossdecke 0,30 W(m²K) nicht überschreiten darf. Das bedeutet, dass die Dämmstoff-Dicke in jedem Fall mindestens 16 – 18 cm betragen muss. Wenn das nicht geschieht, liegt anschließend der „Taupunkt“ in der Decken-Konstruktion, was erhebliche Bauschäden nach sich ziehen könnte.

Kann man die Wände eines Klinkerhauses von innen isolieren? Wenn ja, wie funktioniert das, was muss man beachten?

Eine Hauswand mit einer Wärmedämmung auf der Innenseite ist besser als eine völlig ungedämmte Wand. Innen-Dämmungen sollten aber nur dann eingebaut werden, wenn keine andere Möglichkeit einer äußeren Wärmedämmung besteht.

Voraussetzungen für das Anbringen einer Wärmedämmung auf der Innenseite von Außenwänden sind:
1.    Die Außenwand muss trocken und schlagregendicht sein.
2.    Die Dämmstoff-Dicke muss ausreichend sein – nur einige Zentimeter sind absolut ungenügend.
3.    Das Dämm-Material muss an jeder Stelle vollflächigen Kontakt mit der Außenwand haben. Hohlstellen sind in jedem Fall zu vermeiden.
4.    Die Innendämmung muss auf der Raumseite mit einer sorgfältig ausgeführten Dampfsperre. luftdicht abgeschlossen werden.

Zur bauphysikalisch korrekten Herstellung einer Innendämmung gibt es mehrere technische Verfahren:
1.    Erstellung einer Vorsatzschale in Leichtbauweise,
2.    Vorsatzschale mit Holzfaser-Dämmplatten,
3.    Verkleben von Kalzium-Silikat-Platten.

Erstellung einer „Vorsatzschale“
Am einfachsten lässt sich eine Innendämmung als „Vorsatzschale“ in Leichtbauweise herstellen. Eine Vorsatzschale besteht aus einer zweiten Wand, die von innen her gegen die Außenwand gesetzt wird. Der Aufbau einer bauphysikalisch einwandfreien Vorsatzschale sollte wie folgt geschehen.

Auf die Wände werden 8 cm dicke Holz- oder Metallständer gedübelt. Die Zwischenräume müssen lückenlos mit 8 cm dicken Mineralwolle-Matten (Wärmeleitgruppe Wärmeleitfähigkeitsgruppe 35) ausgefüllt werden. Konstruktionsbedingte Ritzen und Fugen, die sich nicht vermeiden lassen, müssen mit Montageschaum ausgefüllt werden.
Wichtig ist, dass die Innendämmung in allen Räumen angebracht wird, geschieht das nicht, entsteht innerhalb des Hauses ein Wärmestrom von gedämmten in nicht gedämmte Räume.

Platten aus expandiertem Polystyrol EPS (Styropor)  sind für diesen Zweck nicht sehr gut geeignet, denn dieses Dämm-Material hat bei Temperaturschwankungen ein ausgeprägtes Ausdehnungs- und Schwundverhalten, d. h., es kann sich im Winter bei niedrigen Temperaturen so stark zusammenziehen, dass Spalten und Lücken zwischen den einzelnen Platten und zwischen Platten und Ständern entstehen. Aus diesem Grund schreibt die Euro-Norm bei der Verwendung von Polystyrol-Platten vor, dass bei der Berechnung der Dämmstoffdicke ein Zuschlag von 10% berücksichtigt werden muss. Diese Nachteile sind bei der Verwendung von Mineralwolle nicht zu berücksichtigen.

Wenn eine „ökologische“  Innen-Dämmung gewünscht wird, besteht die Möglichkeit, Holzweichfaser-Dämmplatten anstelle von Mineralwolle einzusetzen.  Wichtig ist jedoch, dass (um eine ausreichende Wärmedämmung zu gewährleisten) bei diesem Dämm-Material eine Gesamt-Dämmstoff-Dicke von 10 cm eingebaut wird. Diese kann dadurch erreicht werden, dass mehrere dünnere Lagen Holzweichfaser-Dämmplatten übereinander angebracht werden.    
Die Verwendung von Holzfaser-Dämmplatten hat im Gegensatz zu anderen Dämmstoffen noch weitere zusätzliche Vorteile:
1.    Schutz vor sommerliche Hitze.
2.    Sehr gute Schalldämmung..

Ganz gleich, mit welchem Dämm-Material die Innendämmung hergestellt wird, der Dämmstoff  muss an jeder Stelle vollflächigen Kontakt mit dem Untergrund haben. Ein  Luftzwischenraum zwischen Wärmedämmung und Wand muss in jedem Fall vermieden werden. Unebene Wände müssen vor der Montage der Innendämmung mit einem geeigneten Mörtel egalisiert werden.
Oftmals besteht die Auffassung, das Dämm-Material auf einer Lattung anzubringen, um einen Luftzwischenraum (Hohlraum) zur Entlüftung zu schaffen. Diese Vorstellung ist bauphysikalisch falsch. In einem solchen Hohlraum kann sich leicht Kondenswasser (Tauwasser) bilden, das zu einer Durchfeuchtung von Wand und Innendämmung führen kann.
Besonderes Augenmerk ist auf die Wärmedämmung im Bereich der Fenster zu richten. Damit keine Wärme-/Kältebrücken entstehen, muss die Wärmedämmung auch in der Laibung bis an den Fenster-rahmen geführt werden, selbst wenn in diesem Bereich nur eine geringere Dämmstoffdicke eingebaut werden kann.

Die gesamte Wärmedämmung wird anschließend mit einer Spezialfolie als Dampfsperre verschlossen. Dabei ist zu beachten, dass alle Nähte und die Anschlüsse an den  anschließenden Wänden, an Decke und Fußboden sowie an Fenstern und durchgeführten Rohren  sorgfältig luftdicht abgeschlossen werden. Das muss mit einem Spezial-Klebeband oder mit einem Butyl-Kautschuk-Kleber aus der Kartusche geschehen. Einfaches doppelseitig klebendes Teppichband ist dafür nicht geeignet, weil es nicht alterungsbeständig ist. Dabei ist zu beachten, dass selbstklebende Bänder auf rauem Holz oder auf Putzoberflächen nur kurze Zeit haften.. Für diese Anschlüsse gibt es spezielle Kartuschenkleber. Die Abdichtungen können aber auch mechanisch mit einem Kompriband und einer zusätzlichen Anpressleiste dauerhaft  hergestellt werden. Alle Klebestellen müssen absolut staubfrei sein. Rohre und Kabeldurchführungen sind mit Gummimanschetten am sichersten abzudichten.
Vorsicht beim Befestigen von Regalen und Bildern ! Die Dampfsperr-Folie darf nicht durch Nägel oder Schrauben beschädigt werden.
Zum Schluss kann die gedämmte Fläche mit Gipskarton–, Gipsfaserplatten oder Profilholz verschlossen werden.        

Eine Alternative ist die Innendämmung mit Kalzium-Silikat-Platten. Kalzium-Silikat-Platten nehmen aufgrund Ihrer guten spezifischen Eigenschaften eine Sonderstellung ein. Kalzium-Silikat-Platten  sind ein neu entwickeltes Dämm-Material zur Isolierung gegen Kälte und seit ungefähr 8 Jahren im Handel.
Kalzium-Silikat-Platten bestehen überwiegend aus Kalk und feinem Sand mit geringen Zelluloseanteilen. Sie sind daher als ökologisch unbedenklich einzustufen. Sie sind abweisend gegen Wasser (in flüssiger Form). Trotzdem haben sie eine sehr gute Wasserdampf-Durchlässigkeit, so dass die „Atmung“ der Wände, auf denen Kalzium-Silikat-Platten angebracht werden, in keiner Weise behindert wird.
Kalzium-Silikat-Platten sind unbrennbar (Brandklasse A1), leicht von Gewicht, zug- und druckfest. Sie sind formstabil und unterliegen keinen Ausdehnungsschwankungen. Sie haben eine sehr gute Dämmwirkung, die auf der mikroporösen Struktur beruht, das heißt, es sind unendlich viele kleine Luftblasen in diesem Material eingeschlossen. Kalzium-Silikat-Platten haben eine ähnliche Isolierwirkung wie Polystyrol (Styropor) oder Mineralwolle. Die Wärmeleitfähigkeit beträgt je nach Fabrikat  0,045 – 0,06 W/mK.
Kalzium-Silikat-Platten werden – je nach Hersteller -  in unterschiedlichen Formaten und Dicken von 10 – 100 mm angeboten. Um eine ausreichende Wärmedämmung zu erreichen muss in der Regel eine Dämmstoffdicke eingebaut werden, die größer ist als 50 mm. Oftmals wird es daher erforderlich sein, mehrere dünnere Platten vollflächig aufeinander zu kleben.
Kalzium-Silikat-Platten haben eine positive Wirkung auf das Raumklima. Sie wirken als „Feuchtigkeits-Puffer“. Sie können im Raum befindliche  überschüssige Luftfeuchtigkeit aufnehmen und diese später bei gesunkener Luftfeuchtigkeit nach vernünftiger Lüftung dosiert wieder an die Umgebung abgeben. Aus diesem Grund dürfen Wärmedämmungen, die mit Kalzium-Silikat-Platten hergestellt werden, nicht mit einer Dampfsperre abgeschlossen werden. Bei diesem Vorgang der „Feuchtigkeits-Abpufferung“ behalten Kalzium-Silikat-Platten stets eine trockene Oberfläche. Dadurch werden die Wachstumsbedingungen für Schimmelpilze stark eingeschränkt. Unterstützt wird dieser Effekt zusätzlich durch die Alkalität der Plattenoberfläche.
Kalzium-Silikat-Platten werden – ohne Holz- oder Metallständer - mit einem speziellen Klebemörtel direkt auf die Wand geklebt. Sie müssen an jeder Stelle vollflächigen Kontakt mit dem Untergrund haben. Hohlstellen und Unebenheiten sind vorher mit Klebemörtel auszugleichen. Größere Platten können zusätzlich mit Tellerdübeln gesichert werden. Kleinteilige Platten können mit einem Leichtputz überzogen werden, in den ein Armierungsgewebe eingebettet ist. Bei großformatigen Platten, reicht es aus, die Plattenstöße glatt zu schleifen. Alle Werkstoffe wie Klebemörtel und Leichtputz müssen vom Hersteller der Platten zugelassen sein. Bei systemfremden Werkstoffen erlischt die Garantie.
Kalzium-Silikat-Platten können ihre guten Eigenschaften aber nur dann entfalten, wenn ihre Oberfläche ebenfalls diffusionsoffen (d. h. atmungsaktiv) gestaltet wird. Als Anstrich sind daher Innen-Silikatfarben zu empfehlen, da diese gleichfalls eine ungehinderte Wasserdampf-Durchlässigkeit zulassen. Außerdem gehen Silikatfarben mit den Kalkbestandteilen der Platten oder des Leichtputzes eine chemische Verbindung ein, sie verkieseln mit ihnen. Innen-Silikatfarben lassen sich mit dem gleichen Material immer wieder überstreichen. Beim Tapezieren sollten nur leichte Papiertapeten verklebt werden. Überstrichene Rauhfaser-Tapeten sowie Kunststoff- oder Vliestapeten sind nicht geeignet.

In der Regel werden Innendämmungen von Trockenbau-Firmen montiert, es gibt aber auch Maler- und Tischlerbetriebe, die Erfahrungen mit dem Innenausbau haben. Der wichtigste Faktor ist die sorgfältige Verarbeitung.

Wir haben eine Außenwand vor 30 Jahren von innen mit Holzpaneelen verkleidet. Nun wollen wir evtl. eine neue Wandverkleidung anbringen. Die Wand dahinter ist eine normal verputzte Wand ohne Außendämmung. Welches Material empfiehlt sich für die Dämmung? Styropor lehnen wir ab.

Für den bauphysikalisch einwandfreien Aufbau der Innendämmung auf der Außenwand Ihres Schlafzimmers möchten wir Ihnen folgenden Vorschlag machen:

Auf die Wände werden 8 cm dicke Holz- oder Metallständer gedübelt. Die Zwischenräume müssen lückenlos mit 8 cm dicken Mineralwolle-Matten ausgefüllt werden. Konstruktionsbedingte Ritzen und Fugen, die sich nicht vermeiden lassen, müssen mit Montageschaum ausgefüllt werden. 

Wenn eine „ökologische“  Innen-Dämmung gewünscht wird, besteht die Möglichkeit, zwischen den Ständern Holzweichfaser-Dämmplatten anstelle von Mineralwolle einzusetzen. Wichtig ist jedoch, dass (um eine ausreichende Wärmedämmung zu gewährleisten) bei diesem Dämm-Material eine Gesamt-Dämmstoff-Dicke von 10 cm eingebaut wird. Diese kann dadurch erreicht werden, dass mehrere dünnere Lagen Holzweichfaser-Dämmplatten übereinander angebracht werden. Die Verwendung von Holzfaser-Dämmplatten hat im Gegensatz zu anderen Dämmstoffen noch weitere zusätzliche Vorteile: Schutz vor sommerliche Hitze und eine sehr gute Schalldämmung.

Ganz gleich, mit welchem Dämm-Material die Innendämmung hergestellt wird, der Dämmstoff  muss an jeder Stelle vollflächigen Kontakt mit dem Untergrund haben. Ein Luftzwischenraum zwischen Wärmedämmung und Wand muss in jedem Fall vermieden werden. Unebene Wände müssen vor der Montage der Innendämmung mit einem geeigneten Mörtel egalisiert werden. Oftmals besteht die Auffassung, das Dämm-Material auf einer Lattung anzubringen, um einen Luftzwischenraum (Hohlraum) zur Entlüftung zu schaffen. Diese Vorstellung ist bauphysikalisch falsch. In einem solchen Hohlraum kann sich leicht Kondenswasser (Tauwasser) bilden, das zu einer Durchfeuchtung von Wand und Innendämmung führen kann.

Die gesamte Wärmedämmung wird anschließend mit einer Spezialfolie als Dampfsperre verschlossen. Dabei ist zu beachten, dass alle Nähte und die Anschlüsse an den  anschließenden Wänden, an Decke und Fußboden sowie an Fenstern und durchgeführten Rohren  sorgfältig luftdicht abgeschlossen werden. Das muss mit einem Spezial-Klebeband oder mit einem Butyl-Kautschuk-Kleber aus der Kartusche geschehen. Einfaches doppelseitig klebendes Teppichband ist dafür nicht geeignet, weil es nicht alterungsbeständig ist. Dabei ist zu beachten, dass selbstklebende Bänder auf rauem Holz oder auf Putzoberflächen nur kurze Zeit haften.. Für diese Anschlüsse gibt es spezielle Kartuschenkleber. Die Abdichtungen können aber auch mechanisch mit einem Kompriband und einer zusätzlichen Anpressleiste dauerhaft  hergestellt werden. Alle Klebestellen müssen absolut staubfrei sein. Rohre und Kabeldurchführungen sind mit Gummimanschetten am sichersten abzudichten. Vorsicht beim Befestigen von Regalen und Bildern! Die Dampfsperr-Folie darf nicht durch Nägel oder Schrauben beschädigt werden.

Zum Schluss kann die gedämmte Fläche mit Gipskarton–, Gipsfaserplatten, Profilholz oder Paneele verschlossen werden.     

Unser Mansarddach muss saniert werden. Welches Dämmverfahren wäre zu empfehlen? Wo, wie und welche Dampfsperre/-bremse sollte eingebaut werden?

Der Aufbau der Wärmedämmung eines Daches sind geschieht in der Regel von der Innenseite her und zwar in dieser Reihenfolge:

1.    Unterspannbahn
2.    Dämm-Material
3.    Dampfsperre
4.    Innenverkleidung (Gipskartonplatten, Gipsfaserplatten, Profilholz o. a.)

Unterspannbahn

In jedem Dach ist ständig „Bewegung“. Ganz davon abgesehen, dass die Holz-Konstruktion ein starkes Ausdehnungs- und Schwundverhalten hat, wirken weitere Kräfte, wie z. B. Sturm, Unwetter und Schneelast auf die Dacheindeckung ein. Im Gegensatz zur „Dachhaut“ eines mit Bitumenbahnen belegten Flachdaches hat ein mit Ziegeln, Dachsteinen, Schindeln oder Dachplatten gedecktes Dach eine große Zahl von Fugen. Diese Kleinteiligkeit hat den Vorteil, dass die Eindeckung sich elastisch – wie das Schuppenkleid eines Fisches - an die „Bewegungen“ der Dachkonstruktion anpasst. Allerdings um den Preis, dass nicht alle Fugen absolut dicht sind und dass Regenwasser oder Flugschnee bei Sturm und Unwetter unter die Bedachung eingetrieben werden können.
Sowohl die Wärmedämmung als auch die Holz-Konstruktion eines Daches müssen vor Feuchtigkeit geschützt werden. Wenn das Dämm-Material feucht wird, verliert es schlagartig seine Dämmwirkung. Außerdem ist Feuchtigkeit, die nur schwer abtrocknen kann, eine Gefahr für alle verbauten Hölzer.
Ein Schutz vor von außen eindringender Feuchtigkeit wird in der Regel durch eine „Unterspannbahn“ - eine Spezialfolie - erreicht, die vor dem Annageln der Dachlatten über die Sparren gespannt wird. Diese Folie muss diffusionsoffen, alterungs- und UV-beständig sein. Ihre Nähte und Anschlüsse an Schornstein, Rohren und Wänden müssen „winddicht“ mit Spezial-Klebeband oder Kartuschen-Kleber (Butyl-Kautschuk) verklebt werden, um ein Auskühlen des Dämm-Materials durch äußeren kalten Luftstrom zu verhindern. Eine ausgekühlte Wärmedämmung verliert ebenfalls ihre Dämmwirkung.

Dämm-Material
Anschließend kann der Einbau der eigentlichen Wärmedämmung aus Mineralwolle erfolgen, die eine Dicke von mindestens 18 cm haben sollte. Beim Zuschneiden des Dämm-Materials ist darauf zu achten, dass ca. 1 cm in der Breite zugegeben wird, damit die Matten stramm zwischen den Sparren sitzen und offene Fugen vermieden werden. Wenn die Tiefe der Sparren nicht groß genug ist, um Dämm-Material in dieser Dicke „unterzubringen“, müssen sie mit Holzlatten hoch genug „aufgedoppelt“ werden. Es besteht auch die Möglichkeit, durch eine zweite Dämmschicht, die unter den Sparren angebracht wird, die erforderliche Dämmstoffdicke herzustellen.

Dampfsperre
Auf der Raumseite muss die Wärmedämmung  mit einer diffusionsoffenen Dampfbremse („Klima-Membran“) luftdicht abgeschlossen werden. Diese auch „Klima-Membran“ genannte Spezialfolie sperrt Wasser in flüssiger Form zuverlässig ab. Sie kann jedoch ihren Diffusionswiderstand („Atmung“) ändern, so dass je nach Temperatur mehr oder weniger Wasserdampf durchgelassen wird.
Das heißt, im kalten Winter soll die Folie vor allem als Sperre wirken und keinen Wasserdampf durchlassen. Im Sommer nimmt der Diffusionswiderstand der Folie ab. So kann eventuell eingedrungene Feuchtigkeit während des Sommers als Wasserdampf aus der Dach-Konstruktion entweichen.
Obwohl die Dampfbremse Wasserdampf durchlassen kann, muss sie, um ihren Zweck zu erfüllen, absolut luftdicht eingebaut werden. Beim Anbringen der „Klima-Membran“ sollten Sie daher auf folgende Einzelheiten achten: Die Nähte und die Anschlüsse an Wänden, Kaminen, durchgeführten Rohren und Leitungen, an Dachflächenfenstern usw. müssen sorgfältig luftdicht mit einem Spezial-Klebeband oder mit Butyl-Kautschuk verschlossen werden. Einfaches doppelseitiges Klebeband, Teppich-Klebeband o. Ä. ist dafür ungeeignet, weil es nicht alterungsbeständig ist. Dabei ist zu beachten, dass selbstklebende Bänder auf rauem Holz und Putzoberflächen nur kurze Zeit haften. Für diese Anschlüsse gibt es spezielle Kartuschenkleber. Diese Anschlüsse können aber auch mechanisch mit einem Kompriband und einer zusätzlichen Anpressleiste dauerhaft  hergestellt werden. Alle Klebestellen müssen absolut staubfrei sein. Rohre und Kabeldurchführungen sind mit Gummimanschetten am sichersten abzudichten.

Da sich die hölzernen Sparren der Dachkonstruktion je nach Temperatur ausdehnen, schwinden oder verdrehen, sollte man die Dampfbremse niemals stramm über die Sparren spannen, sondern in einer kleinen Schlaufe durchhängen lassen. Auf diese Weise kann das Material die Bewegungen der Sparren auffangen, ohne dass die abgeklebten Nähte, Anschlüsse und die Befestigungspunkte ausreißen.  

Innenverkleidung
Zum Schluss kann die gesamte Konstruktion mit Gipskartonplatten oder Profilholz verschlossen werden.

Wenn Sie die Sanierung der Wärmedämmung Ihres Daches von der Außenseite angehen wollen, müssen Sie zwangsläufig auf die oben beschriebene Dampfsperre verzichten. Es ist davon auszugehen, dass die vorhandene Folie nicht die erforderlichen bauphysikalischen Bedingungen erfüllen kann. Auch bei der Dicke des Dämm-Material müssen Sie einen Kompromiss schließen, da Sie die Sparren auf der Innenseite nicht aufdoppeln können. Von einer Einblasdämmung mit Zellulose möchten wir abraten. Dieses Dämm-Material ist nur „schwer entflammbar“ während Mineralwolle unbrennbar ist. Dazu kommt, dass sich in Zellulose leichter Schädlinge (Marder) einnisten können als in feste Mineralwolle-Matten.

Die Funktion der Unterspannbahn kann durch eine Lage Holzweichfaser-Dämmplatten übernommen werden. Wichtig ist, dass diese Platten gegen Feuchtigkeit imprägniert sind.
1.    Direkt unter die Ziegel, an die Dachlatten anstoßend, müssen links und rechts an die Sparren (Dachbalken), in Längsrichtung von oben nach unten, Dachlatten genagelt werden.
2.    Diese Latten dienen zur Befestigung einer Lage imprägnierter Holzweichfaser-Dämmplatten. Durch deren Einbau wird erreicht, dass die Wärmedämmung gegen möglicherweise eindringendes Regenwasser oder Schnee geschützt wird. Gleichzeitig wird damit zwischen den Ziegeln und der Holzweichfaser-Dämmplatte ein Luftzwischenraum geschaffen, in welchem eingedrungene Feuchtigkeit abtrocknen kann.

Unser Haus an drei Seiten nicht von Erdreich umgeben. Diesen Bereich möchten wir von aussen dämmen, da es immer mal wieder in den Erdgeschossecken zu leichter Stock- bzw. Schimmelbildung kommt. Im Erdgeschoss ist an den Wänden nun aber eine Innendämmung aus 4cm starker Mineralwolle angebracht, darauf Folie und Rigips und Rauhfasertapete. Ist eine partielle Aussendämmung sinnvoll (Taupunkt), technisch machbar, wie hoch sollte sie angebracht werden und was für ein System sollte man wählen?


Eine separate Außendämmung des Erdgeschosses Ihres Hauses ist nur dann sinnvoll, wenn Sie mindestens 60 – 100 cm höher über das Niveau der Geschossdecke ausgeführt wird, andernfalls bilden sich im Bereich der Decke Wärme-/Kältebrücken. Die Wärmedämmung würde vermutlich bis an die Unterkante der Fenster reichen. Wir halten das nicht für sinnvoll und würden eine vollständige Außendämmung der Fassade empfehlen und zwar mit einem Wärmedämm-Verbundsystem.
 
Kaum eine andere Maßnahme zum Energiesparen ist so wirkungsvoll wie die Wärmedämmung der Außenwände. Je nach Baujahr und Haustyp kann man mit einer Außendämmung 20% und mehr Heizenergie sparen. Werden Außenwände gedämmt, spart das nicht nur Energie. Auch der Wohnkomfort im Haus erhöht sich deutlich. Wenn die warme Raumluft auf kalte ungedämmte Außenwände trifft, kühlt sie sich ab und „fällt“ herunter. Die Folge ist eine ständige unangenehme Luftbewegung dicht über dem Fußboden, die das Gefühl von Zugluft hervorruft.
 
Ein Wärmedämm-Verbundsystem besteht  aus dem Dämm-Material, das auf die Fassade geklebt und/oder gedübelt wird. Anschließend wird diese Fläche mit einem Armierungsputz überzogen, in den ein Armierungsgewebe aus Glasfasern eingebettet wird, welches die Ausdehnungs- und Schwundbewegungen ausgleicht. Dadurch wird verhindert, dass sich später im Deckputz die Stöße der Platten des Dämm-Materials abzeichnen.
 
Zum Dämm-Material ist folgendes zu sagen:
Der Unterschied zwischen Polystyrol und Mineralwolle liegt im wesentlichen darin, dass Polystyrol der Baustoffklasse B 1  >schwerentflammbar< und Mineralwolle der Baustoffklasse A 1 >nichtbrennbar< angehört. Gegen beide Dämmstoffe werden oftmals Bedenken geäußert: Polystyrol wird als synthetischer Baustoff aus der Erdölchemie abgelehnt, Mineralwolle wird völlig zu Unrecht mit Asbest verglichen. Mineralwolle-Fasern sind „biolöslich“ und daher gesundheitlich völlig unbedenklich.
 
Wenn man trotzdem diese beiden Dämmstoffe vermeiden möchte und Wert auf eine „ökologische“ Lösung legt, besteht die Möglichkeit, als Dämm-Material „Kalzium-Silikat-Platten“ oder Holzfaser-Dämmplatten einzusetzen. Kalzium-Silikat-Platten bestehen im wesentlichen nur aus Kalk und feinem Sand und geringen Zellulose-Anteilen. Sie gehören ebenfalls zur Baustoffklasse A 1 >nichtbrennbar<.
Einen erweiterten sommerlichen Hitzeschutz kann man mit „Steinwolle-Lamellen“ und Holzfaser-Dämmplatten als Dämm-Material erreichen. Mit beiden Dämmstoffeb ist zusätzlich eine verbesserte Schalldämmung zu erreichen.
 
Zwischen einer fachgerecht ausgeführten äußeren Wärmedämmung (Wärmedämm-Verbundsystem) und einer bereits vorhandenen Wärmedämmung auf den Innenseiten der Außenwände (Innendämmung) gibt es keine Wechselwirkung. Oftmals wird die Befürchtung geäußert, dass durch die Montage eines Wärmedämm-Verbundsystems – ganz gleich, ob als Dämm-Material Polystyrol oder Mineralwolle verwendet wird -  die Fassade „versiegelt“ oder abgesperrt, dass sie nicht ausreichend belüftet würde und nicht mehr „atmen“ könne. Das ist eine falsche Vorstellung, die durch nichts bewiesen ist. Ein Luft- oder Wasserdampf-Austausch durch die gesamte Dicke der Außenwand ist bei keiner bekannten Fassadenkonstruktion – außer bei Lehm-Fachwerk – möglich. Es wird dies zwar immer wieder behauptet; diese Behauptung ist jedoch falsch. Um keine Fehler zu machen, sollte grundsätzlich die Dicke der Dämmschicht eines Wärmedämm-Verbundsystems von einem Fachmann berechnet werden. Sie muss so gewählt werden, dass der „Taupunkt“ – nach Durchführung der Arbeiten – nicht innerhalb des Systems liegt.
 
Im Übrigen vermuten wir, dass die Stock- und Schimmelbildung im Erdgeschoss „hausgemacht“ ist. Wir möchten das wie folgt begründen: In modernen Haushalten bildet sich eine erhebliche Luftfeuchtigkeit (oft 70% und mehr). Diese wird verursacht durch unsere heutige Lebensweise: Tägliches oft mehrmaliges Duschen, Waschen und Trocknen der Wäsche in der Wohnung mit  entsprechenden Geräten, sowie die Benutzung einer Geschirr-Spülmaschine. Ganz besonders ungünstig wirken sich Wäschetrockner aus, die im Kondensverfahren arbeiten, da deren gesamte Feuchtigkeit in der Wohnung verbleibt und nicht, wie bei Abluftgeräten, nach außen abgeleitet wird. Grünpflanzen und evt. ein Aquarium sind ebenfalls eine Quelle von Luftfeuchtigkeit. Zusätzlich ist zu berücksichtigen, dass jeder Mensch im Laufe des Tages zwei Liter Wasser über die Atmung und die Haut abgibt; bei Haustieren verhält es sich ähnlich. Auf diese Weise können im Laufe eines Tages in einem 4-Personen-Haushalt 12 bis 15 Liter Wasser an die Raumluft abgegeben werden.
 
In der Regel sind heute in fast allen Häusern absolut dicht schließende, mit Gummidichtungen versehene Fenster und Türen eingebaut. Bevor man luftdicht schließende Fenster und Außentüren kannte, ergab sich folgende Situation: Fenster alter Bauart - ohne Dichtungen – ließen pro Fenster an einem Tag  20 – 30 m³ (!) frische und trockene Außenluft eindringen und sorgten damit für einen selbsttätigen und intensiven Luftaustausch. Das haben Versuche am Fenster-Institut, Rosenheim, ergeben. Wenn das nicht mehr geschehen kann, bleibt die warme mit Feuchtigkeit gesättigte Luft in der Wohnung und schlägt sich an den kälteren Außenwänden (besonders in den Raumecken) und  auch an den Fenstern als Kondenswasser nieder. Diese ständig auf die Wände einwirkende Feuchtigkeit führt zu einer Durchnässung der Tapeten und des Wandputzes und bildet einen idealen Nährboden für die Schimmelbildung.
 
Die wichtigste und wirksamste Möglichkeit, eine Verbesserung zu erreichen, ist die ganz gründliche Totallüftung, während der Heizperiode mindestens zweimal am Tag, möglichst morgens und abends. Alle Fenster und Türen sollten jeweils für mindestens 10 – 15 Minuten weit geöffnet werden, damit es zu einem deutlichen Luftaustausch im gesamten Erdgeschoss  kommt (Durchzug!). Die sogen. Stoßlüftung durch nur kurzzeitiges Öffnen einzelner Fenster oder die Lüftung durch gekippte Fenster reicht nicht aus.
 
Beim Lüften spielt sich folgender Vorgang ab: Kalte Luft mit einem geringen Gehalt an Luftfeuchtigkeit (s. oben) strömt von außen ein und erwärmt sich. Dabei nimmt sie Luftfeuchtigkeit bis zum Sättigungsgrad auf. Durch nicht ausreichende Lüftung (z. B. ein einzelner geöffneter Fensterflügel) verbleibt die warme mit Feuchtigkeit gesättigte Luft im Innenraum, und es geschieht nichts weiter. Ein wirksamer Trocknungsprozess kann nur mit Durchzug in Gang gebracht werden. Dazu ist es erforderlich, dass erwärmte, mit Feuchtigkeit gesättigte Luft wieder nach außen strömt und kalte und trockene Luft nachfließen kann. Nur dadurch wird ein wirksamer Kreislauf in Gang gesetzt.
 
Dieser Vorgang funktioniert auch bei Nebel oder Regenwetter. Denn selbst bei feuchtem Wetter gilt das oben beschriebene physikalische Gesetz. Kalte Luft hat erheblich weniger Luftfeuchtigkeit (Wasser in Dampfform, kein flüssiges Wasser!) gebunden als warme Luft.
 
Wir möchten Ihnen empfehlen, ein „Hygrometer“ anzuschaffen. Diese Luftfeuchtigkeits-Messer erhalten Sie relativ preiswert beim Optiker oder im Versandhandel. Beachten Sie jedoch, dass nur elektronische Geräte zuverlässig arbeiten. Eine Untersuchung der Zeitschrift „test“ hat ergeben, dass man sich auf die Angaben von Zeigerinstrumenten nur dann verlassen kann, wenn sie geeicht sind (Gebrauchsanweisung beachten!).
Durch den Gebrauch eines Hygrometers haben Sie die Möglichkeit, laufend die Luftfeuchtigkeit in Ihrem Haus zu kontrollieren und Ihr Lüftungsverhalten danach einzurichten. Die Luftfeuchtigkeit sollte im Normalfall 50 – 55% betragen. Das Hygrometer sollte an zentraler Stelle hängen, wo es ins Auge fällt. In Räumen, die von Feuchtigkeit oder Schimmel befallen sind, sollte regelmäßig gemessen werden. Das Instrument sollte nicht direkt am Fenster, hinter einem Vorhang, in der Sonne oder direkt über der Heizung aufgehängt werden!

Was bezeichnet man als "Mindestschutz" bei der Wärmedämmung einer Geschossdecke?

Bei folgendem Aufbau weist die oberste Geschossdecke in Bezug auf die Wärmedämmung den sogen. „Mindestschutz“ auf (von oben nach unten):

  • Geschlossener tragfähiger Fußboden

  • Balkenlage

  • Zwischenraum zwischen den Balken ganz oder teilweise ausgefüllt mit: Lehm oder Sand oder Kohlasche oder Mineralwolle (Stein- oder Glaswolle) oder Polystyrol (Styropor-Platten).

  • Geschlossene Zimmerdecke verputzt.

 

Wie dämmt man eine Außenwand von innen?

Eine Hauswand mit einer Wärmedämmung auf der Innenseite ist besser als eine völlig ungedämmte Wand. Innen-Dämmungen sollten aber nur dann eingebaut werden, wenn keine andere Möglichkeit einer äußeren Wärmedämmung besteht.

Voraussetzungen für das Anbringen einer Wärmedämmung auf der Innenseite von Außenwänden sind:

  1. Die Außenwand muss trocken und schlagregendicht sein.

  2. Die Dämmstoff-Dicke muss ausreichend sein – nur einige Zentimeter sind absolut ungenügend. Eine nur 6 mm dicke Untertapete reicht nicht aus!

  3. Das Dämm-Material muss an jeder Stelle vollflächigen Kontakt mit der Außenwand haben. Hohlstellen sind in jedem Fall zu vermeiden.

  4. Die Innendämmung muss auf der Raumseite mit einer sorgfältig ausgeführten Dampfsperre. luftdicht abgeschlossen werden.

Zur bauphysikalisch korrekten Herstellung einer Innendämmung gibt es mehrere technische Verfahren:

  1. Erstellung einer Vorsatzschale in Leichtbauweise,

  2. Verkleben von Kalzium-Silikat-Platten.

Erstellung einer „Vorsatzschale“

Am einfachsten lässt sich eine Innendämmung als „Vorsatzschale“ in Leichtbauweise herstellen. Eine Vorsatzschale besteht aus einer zweiten Wand, die von innen her gegen die Außenwand gesetzt wird. Der Aufbau einer bauphysikalisch einwandfreien Vorsatzschale sollte wie folgt geschehen:

Auf die Wände werden 8 cm dicke Holz- oder Metallständer gedübelt. Die Zwischenräume müssen lückenlos mit 8 cm dicken Mineralwolle-Matten ausgefüllt werden. Konstruktionsbedingte Ritzen und Fugen, die sich nicht vermeiden lassen, müssen mit Montageschaum ausgefüllt werden.

Platten aus expandiertem Polystyrol EPS (Styropor) sind für diesen Zweck nicht sehr gut geeignet, denn dieses Dämm-Material hat bei Temperaturschwankungen ein ausgeprägtes Ausdehnungs- und Schwundverhalten, d. h., es kann sich im Winter bei niedrigen Temperaturen so stark zusammenziehen, dass Spalten und Lücken zwischen den einzelnen Platten und zwischen Platten und Ständern entstehen. Aus diesem Grund schreibt die Euro-Norm bei der Verwendung von Polystyrol-Platten vor, dass bei der Berechnung der Dämmstoffdicke ein Zuschlag von 10% berücksichtigt werden muss. Diese Nachteile sind bei der Verwendung von Mineralwolle nicht zu berücksichtigen.

Die gesamte Wärmedämmung wird anschließend mit einer Spezialfolie als Dampfsperre verschlossen. Dabei ist zu beachten, dass alle Nähte und die Anschlüsse an den anschließenden Wänden, an Decke und Fußboden sowie an Fenstern und durchgeführten Rohren sorgfältig luftdicht abgeschlossen werden. Das muss mit einem Spezial-Klebeband oder mit einem Butyl-Kautschuk-Kleber aus der Kartusche geschehen. Einfaches doppelseitig klebendes Teppichband ist dafür nicht geeignet, weil es nicht alterungsbeständig ist. Dabei ist zu beachten, dass selbstklebende Bänder auf rauem Holz oder auf Putzoberflächen nur kurze Zeit haften.. Für diese Anschlüsse gibt es spezielle Kartuschenkleber. Die Abdichtungen können aber auch mechanisch mit einem Kompriband und einer zusätzlichen Anpressleiste dauerhaft hergestellt werden. Alle Klebestellen müssen absolut staubfrei sein. Rohre und Kabeldurchführungen sind mit Gummimanschetten am sichersten abzudichten.

Vorsicht beim Befestigen von Regalen und Bildern ! Die Dampfsperr-Folie darf nicht durch Nägel oder Schrauben beschädigt werden.

Zum Schluss kann die gedämmte Fläche mit Gipskarton–, Gipsfaserplatten oder Profilholz verschlossen werden.

Innendämmung aus Kalzium-Silikat-Platten

Kalzium-Silikat-Platten nehmen aufgrund Ihrer guten spezifischen Eigenschaften eine Sonderstellung ein. Für Ihre Küche möchten wir Ihnen diese Wärmedämmung empfehlen.

Kalzium-Silikat-Platten sind ein neu entwickeltes Dämm-Material zur Isolierung gegen Kälte und seit ungefähr 8 Jahren im Handel.

Kalzium-Silikat-Platten bestehen überwiegend aus Kalk und feinem Sand mit geringen Zelluloseanteilen. Sie sind daher als ökologisch unbedenklich einzustufen. Sie sind abweisend gegen Wasser (in flüssiger Form). Trotzdem haben sie eine sehr gute Wasserdampf-Durchlässigkeit, so dass die „Atmung“ der Wände, auf denen Kalzium-Silikat-Platten angebracht werden, in keiner Weise behindert wird.

Kalzium-Silikat-Platten sind unbrennbar (Brandklasse A1), leicht von Gewicht, zug- und druckfest. Sie sind formstabil und unterliegen keinen Ausdehnungsschwankungen. Sie haben eine sehr gute Dämmwirkung, die auf der mikroporösen Struktur beruhen, das heißt, es sind unendlich viele kleine Luftblasen in diesem Material eingeschlossen. Kalzium-Silikat-Platten haben eine ähnliche Isolierwirkung wie Polystyrol (Styropor) oder Mineralwolle. Die Wärmeleitfähigkeit beträgt je nach Fabrikat 0,045 – 0,06 W/mK.

Kalzium-Silikat-Platten werden – je nach Hersteller - in unterschiedlichen Formaten und Dicken von 10 – 100 mm angeboten. Um eine ausreichende Wärmedämmung zu erreichen muss in der Regel eine Dämmstoffdicke eingebaut werden, die größer ist als 50 mm. Oftmals wird es daher erforderlich sein, mehrere dünnere Platten vollflächig aufeinander zu kleben.

Kalzium-Silikat-Platten haben eine positive Wirkung auf das Raumklima. Sie wirken als „Feuchtigkeits-Puffer“. Sie können im Raum befindliche überschüssige Luftfeuchtigkeit aufnehmen und diese später bei gesunkener Luftfeuchtigkeit nach vernünftiger Lüftung dosiert wieder an die Umgebung abgeben. Aus diesem Grund dürfen Wärmedämmungen, die mit Kalzium-Silikat-Platten hergestellt werden, nicht mit einer Dampfsperre abgeschlossen werden. Bei diesem Vorgang der „Feuchtigkeits-Abpufferung“ behalten Kalzium-Silikat-Platten stets eine trockene Oberfläche. Dadurch werden die Wachstumsbedingungen für Schimmelpilze stark eingeschränkt. Unterstützt wird dieser Effekt zusätzlich durch die Alkalität der Plattenoberfläche.

Kalzium-Silikat-Platten werden mit einem speziellen Klebemörtel befestigt. Sie müssen an jeder Stelle vollflächigen Kontakt mit dem Untergrund haben. Hohlstellen und Unebenheiten sind vorher mit Klebemörtel auszugleichen. Größere Platten können zusätzlich mit Tellerdübeln gesichert werden. Kleinteilige Platten können mit einem Leichtputz überzogen werden, in den ein Armierungsgewebe eingebettet ist. Bei großformatigen Platten, reicht es aus, die Plattenstöße glatt zu schleifen. Alle Werkstoffe wie Klebemörtel und Leichtputz müssen vom Hersteller der Platten zugelassen sein. Bei systemfremden Werkstoffen erlischt die Garantie.

Kalzium-Silikat-Platten können ihre guten Eigenschaften aber nur dann entfalten, wenn ihre Oberfläche ebenfalls diffusionsoffen (d. h. atmungsaktiv) gestaltet wird. Als Anstrich sind daher Innen-Silikatfarben zu empfehlen, da diese gleichfalls eine ungehinderte Wasserdampf-Durchlässigkeit zulassen. Außerdem gehen Silikatfarben mit den Kalkbestandteilen der Platten oder des Leichtputzes eine chemische Verbindung ein, sie verkieseln mit ihnen. Innen-Silikatfarben lassen sich mit dem gleichen Material immer wieder überstreichen. Beim Tapezieren sollten nur leichte Papiertapeten verklebt werden. Überstrichene Rauhfaser-Tapeten sowie Kunststoff- oder Vliestapeten sind nicht geeignet.

Ganz gleich, mit welchem Dämm-Material die Innendämmung hergestellt wird, der Dämmstoff muss an jeder Stelle vollflächigen Kontakt mit dem Untergrund haben. Ein Luftzwischenraum zwischen Wärmedämmung und Wand muss in jedem Fall vermieden werden. Unebene Wände müssen vor der Montage der Innendämmung mit einem geeigneten Mörtel egalisiert werden.

Oftmals besteht die Auffassung, das Dämm-Material auf einer Lattung anzubringen, um einen Luftzwischenraum (Hohlraum) zur Entlüftung zu schaffen. Diese Vorstellung ist bauphysikalisch falsch. In einem solchen Hohlraum kann sich leicht Kondenswasser (Tauwasser) bilden, das zu einer Durchfeuchtung von Wand und Innendämmung führen kann.

Besonderes Augenmerk ist auf die Wärmedämmung im Bereich der Fenster zu richten. Damit keine Wärme-/Kältebrücken entstehen, muss die Wärmedämmung auch in der Laibung bis an den Fenster-rahmen geführt werden, selbst wenn in diesem Bereich nur eine geringere Dämmstoffdicke eingebaut werden kann.

Aussagen zum Mietrecht können wir grundsätzlich nicht machen. Wir möchten Ihnen empfehlen, die Maßnahme mit Ihrem Vermieter abzusprechen.

Wie baut man eine möglichst niedrige Wärmedämmung unter Fußbodenbelag auf?

Da es keinen Fußbodenbelag gibt, der wärmedämmend ist, werden Sie auf den Einbau von Dämm-Material nicht verzichten können. Wir möchten Ihnen die Verwendung von Polyurethan-Platten vorschlagen, da Sie hier mit einer Dämmstoffdicke von nur 40 mm eine ausreichende Dämmwirkung erreichen. Bei der Verwendung von Polystyrol (Styropor) müsste die Dämmstoffdicke 60 mm betragen.

Wir möchten Ihnen folgenden Aufbau vorschlagen:

  1. Entfernen sämtlicher Fußbodenbeläge bis auf den Beton-Estrich.

  2. Säubern des Untergrundes und Herstellen einer absolut glatten Fläche.

  3. Darauf wird eine starke Polyäthylenfolie als Dampfsperre ausgelegt, deren Nähte sich mindestens 10 cm überlappen sollten. An den umgebenden Wänden muss die Folie 10 cm wannenartig hochgezogen und befestigt werden.

  4. Lückenlose, lose(schwimmende)Verlegung von Platten aus Polyurethan-Hartschaum 40 mm dick. Evt. Fugen müssen mit Montageschaum ausgefüllt werden.

  5. Als Träger des eigentlichen Fußbodenbelages werden anschließend ebenfalls lose(schwimmend) Trockenbau-Estrichelemente (2 x 15 mm) aus Gipsfaserplatten verlegt. Auf diesen Elementen können danach alle bekannten Fußbodenbeläge verlegt werden, auch Parkett, Laminat, Vinyl-Beläge oder Fliesen.

  6. Alle lose (schwimmende) Platten (Wärmedämmung + Trockenbau-Estrichelemente) müssen im „schleppenden Verband“ ohne Kreuzfugen verlegt werden.

Durch die vorgeschlagenen Wärmedämm-Maßnahmen wird sich das Niveau des Fußbodens je nach verwendetem Fußbodenbelag um 8 – 10 cm erhöhen. Das lässt sich aber leider nicht vermeiden, wenn man eine ausreichende Wärmedämmung erreichen möchte.

Was kann man tun wenn sich die Unterspannbahn des Daches zersetzt und somit das Dämm-Material nicht vor Witterung etc. geschützt ist?

Bei vielen älteren Dächern hat sich die Unterspannbahn (Aufsparrenfolie) zersetzt und kann das einzubringende Dämm-Material nicht ausreichend vor eindringender Feuchtigkeit und Flugschnee schützen. Wenn solche Dächer von innen gedämmt werden sollen, kann das Dämm-Material anstelle der Unterspannbahn durch eine Lage Holzweichfaser-Dämmplatten (20 mm dick), die gegen Feuchtigkeit imprägniert sind, geschützt werden. Der Einbau muss daher vor dem Einbringen des Dämm-Materials erfolgen.

  1. Direkt unter die Ziegel, an die Dachlatten anstoßend, müssen links und rechts an die Sparren (Dachbalken), in Längsrichtung von oben nach unten, Dachlatten genagelt werden.

  2. Diese Latten dienen zur Befestigung einer Lage imprägnierter Holzweichfaser-Dämmplatten. Durch deren Einbau wird erreicht, dass die Wärmedämmung ausreichend geschützt wird. Gleichzeitig wird damit zwischen den Ziegeln und der Holzweichfaser-Dämmplatte ein Luftzwischenraum geschaffen, in welchem eingedrungene Feuchtigkeit abtrocknen kann.

Wie isoliert man eine Vollsteinwand von innen?

Erstellung einer „Vorsatzschale“

Am einfachsten lässt sich eine Innendämmung als „Vorsatzschale“ in Leichtbauweise herstellen. Eine Vorsatzschale besteht aus einer zweiten Wand, die von innen her gegen die Außenwand gesetzt wird. Der Aufbau einer bauphysikalisch einwandfreien Vorsatzschale sollte wie folgt geschehen.

Auf die Wände werden 8 cm dicke Holz- oder Metallständer gedübelt. Die Zwischenräume müssen lückenlos mit 8 cm dicken Mineralwolle-Matten ausgefüllt werden. Konstruktionsbedingte Ritzen und Fugen, die sich nicht vermeiden lassen, müssen mit Montageschaum ausgefüllt werden.

Wichtig ist, dass alle Räume – auch Flure, Treppenhäuser, Abstellräume usw. - ausnahmslos mit einer Wärmedämmung ausgerüstet werden. Geschieht das nicht, entsteht innerhalb des Hauses ein Wärme-strom von gedämmten in nicht gedämmte Räume.

Platten aus expandiertem Polystyrol EPS (Styropor) sind für diesen Zweck nicht sehr gut geeignet, denn dieses Dämm-Material hat bei Temperaturschwankungen ein ausgeprägtes Ausdehnungs- und Schwundverhalten, d. h., es kann sich im Winter bei niedrigen Temperaturen so stark zusammenziehen, dass Spalten und Lücken zwischen den einzelnen Platten und zwischen Platten und Ständern entstehen. Aus diesem Grund schreibt die Euro-Norm bei der Verwendung von Polystyrol-Platten vor, dass bei der Berechnung der Dämmstoffdicke ein Zuschlag von 10% berücksichtigt werden muss. Diese Nachteile sind bei der Verwendung von Mineralwolle nicht zu berücksichtigen.

Die gesamte Wärmedämmung wird anschließend mit einer Spezialfolie als Dampfsperre verschlossen. Dabei ist zu beachten, dass alle Nähte und die Anschlüsse an den anschließenden Wänden, an Decke und Fußboden sowie an Fenstern und durchgeführten Rohren sorgfältig luftdicht abgeschlossen werden. Das muss mit einem Spezial-Klebeband oder mit einem Butyl-Kautschuk-Kleber aus der Kartusche geschehen. Einfaches doppelseitig klebendes Teppichband ist dafür nicht geeignet, weil es nicht alterungsbeständig ist. Dabei ist zu beachten, dass selbstklebende Bänder auf rauem Holz oder auf Putzoberflächen nur kurze Zeit haften.. Für diese Anschlüsse gibt es spezielle Kartuschenkleber. Die Abdichtungen können aber auch mechanisch mit einem Kompriband und einer zusätzlichen Anpressleiste dauerhaft hergestellt werden. Alle Klebestellen müssen absolut staubfrei sein. Rohre und Kabeldurchführungen sind mit Gummimanschetten am sichersten abzudichten.

Vorsicht beim Befestigen von Regalen und Bildern ! Die Dampfsperr-Folie darf nicht durch Nägel oder Schrauben beschädigt werden.

Zum Schluss kann die gedämmte Fläche mit Gipskarton–, Gipsfaserplatten (Fermacell) verschlossen werden.

Innendämmung aus Kalzium-Silikat-Platten

Als Alternative möchten wir Ihnen die Innendämmung mit Kalzium-Silikat-Platten vorschlagen. Diese Platten nehmen aufgrund Ihrer guten spezifischen Eigenschaften eine Sonderstellung ein.

Kalzium-Silikat-Platten sind ein neu entwickeltes Dämm-Material zur Isolierung gegen Kälte und seit ungefähr 8 Jahren im Handel.

Kalzium-Silikat-Platten bestehen überwiegend aus Kalk und feinem Sand mit geringen Zelluloseanteilen. Sie sind daher als ökologisch unbedenklich einzustufen. Sie sind abweisend gegen Wasser (in flüssiger Form). Trotzdem haben sie eine sehr gute Wasserdampf-Durchlässigkeit, so dass die „Atmung“ der Wände, auf denen Kalzium-Silikat-Platten angebracht werden, in keiner Weise behindert wird.

Kalzium-Silikat-Platten sind unbrennbar (Brandklasse A1), leicht von Gewicht, zug- und druckfest. Sie sind formstabil und unterliegen keinen Ausdehnungsschwankungen. Sie haben eine sehr gute Dämmwirkung, die auf der mikroporösen Struktur beruhen, das heißt, es sind unendlich viele kleine Luftblasen in diesem Material eingeschlossen. Kalzium-Silikat-Platten haben eine ähnliche Isolierwirkung wie Polystyrol (Styropor) oder Mineralwolle. Die Wärmeleitfähigkeit beträgt je nach Fabrikat 0,045 – 0,06 W/mK.

Kalzium-Silikat-Platten werden – je nach Hersteller - in unterschiedlichen Formaten und Dicken von 10 – 100 mm angeboten. Um eine ausreichende Wärmedämmung zu erreichen muss in der Regel eine Dämmstoffdicke von 80 mm eingebaut werden. Oftmals wird es daher erforderlich sein, mehrere dünnere Platten vollflächig aufeinander zu kleben.

Kalzium-Silikat-Platten haben eine positive Wirkung auf das Raumklima. Sie wirken als „Feuchtigkeits-Puffer“. Sie können im Raum befindliche überschüssige Luftfeuchtigkeit aufnehmen und diese später bei gesunkener Luftfeuchtigkeit nach vernünftiger Lüftung dosiert wieder an die Umgebung abgeben. Das ist ganz besonders bei Bädern wichtig. Aus diesem Grund dürfen Wärmedämmungen, die mit Kalzium-Silikat-Platten hergestellt werden, nicht mit einer Dampfsperre abgeschlossen werden. Bei diesem Vorgang der „Feuchtigkeits-Abpufferung“ behalten Kalzium-Silikat-Platten stets eine trockene Oberfläche. Dadurch werden die Wachstumsbedingungen für Schimmelpilze stark eingeschränkt. Unterstützt wird dieser Effekt zusätzlich durch die Alkalität der Plattenoberfläche.

Kalzium-Silikat-Platten werden mit einem speziellen Klebemörtel befestigt. Sie müssen an jeder Stelle vollflächigen Kontakt mit dem Untergrund haben. Hohlstellen und Unebenheiten sind vorher mit Klebemörtel auszugleichen. Größere Platten können zusätzlich mit Tellerdübeln gesichert werden. Kleinteilige Platten können mit einem Leichtputz überzogen werden, in den ein Armierungsgewebe eingebettet ist. Bei großformatigen Platten, reicht es aus, die Plattenstöße glatt zu schleifen. Alle Werkstoffe wie Klebemörtel und Leichtputz müssen vom Hersteller der Platten zugelassen sein. Bei systemfremden Werkstoffen erlischt die Garantie.

Kalzium-Silikat-Platten können ihre guten Eigenschaften aber nur dann entfalten, wenn ihre Oberfläche ebenfalls diffusionsoffen (d. h. atmungsaktiv) gestaltet wird. Als Anstrich sind daher Innen-Silikatfarben zu empfehlen, da diese gleichfalls eine ungehinderte Wasserdampf-Durchlässigkeit zulassen. Außerdem gehen Silikatfarben mit den Kalkbestandteilen der Platten oder des Leichtputzes eine chemische Verbindung ein, sie verkieseln mit ihnen. Innen-Silikatfarben lassen sich mit dem gleichen Material immer wieder überstreichen.

Ganz gleich, mit welchem Dämm-Material die Innendämmung hergestellt wird, der Dämmstoff muss an jeder Stelle vollflächigen Kontakt mit dem Untergrund haben. Ein Luftzwischenraum zwischen Wärmedämmung und Wand muss in jedem Fall vermieden werden. Unebene Wände müssen vor der Montage der Innendämmung mit einem geeigneten Mörtel egalisiert werden.

Oftmals besteht die Auffassung, das Dämm-Material auf einer Lattung anzubringen, um einen Luftzwischenraum (Hohlraum) zur Entlüftung zu schaffen. Diese Vorstellung ist bauphysikalisch falsch. In einem solchen Hohlraum kann sich leicht Kondenswasser (Tauwasser) bilden, das zu einer Durchfeuchtung von Wand und Innendämmung führen kann.

Wie entsteht Lärm und Schall in der Wohnung? Was kann man dagegen tun?

Um wirksam gegen Lärm vorgehen zu können, muss man wissen, in welcher Weise Geräusche und Schall entstehen, und in welcher Weise sie ihren Weg innerhalb des Hauses finden. Schallwellen können sich in der Luft und in festen Stoffen fortpflanzen.

Von Luftschall spricht man, wenn Schallwellen, die von Geräuschen (Gesprächen, Musik usw.) erzeugt werden, sich durch die Luft ausbreiten. Sie treffen auf die umgebenden Fußböden, Wände und Decken und setzen diese in Schwingungen. Auf diese Weise wirken diese Bauteile wie Membrane, welche die Luftschwingungen und damit die Geräusche in angrenzende Räume weitertragen.

Um das zu verhindern, müssen alle Bauteile so konstruiert werden, dass sie nicht oder nur ganz gering schwingen. Das kann man dadurch erreichen, dass man die Bauteile ausreichend schwer macht, damit die Schwingungsenergie vernichtet wird. Eine Wand aus schweren Baustoffen wie Tonziegel, Kalksandstein oder Beton ist daher schalltechnisch vorteilhafter als eine aus leichten wie z. B. Porenbeton. Die 50 mm Beton-Gehwegplatten in Ihrer Decke haben ebenfalls die Aufgabe, die Decke „schwer“ zu machen, um Schwingungsenergie zu vernichten. Man kann auch mehrere voneinander getrennt Luftpolster aufbauen, die ebenfalls bewirken, dass sich Schallwellen „totlaufen“. Ein ganz besonderes Augenmerk ist darauf zu richten, dass bei Trennwänden selbst allerkleinste Fugen und Löcher vermieden werden, da selbst einzelne nur millimetergroße Löcher den Schallschutz einer massiven Wand unterlaufen können.

Wenn Bauteile wie Fußböden, Wände oder Decken durch mechanische Beanspruchungen zum Schwingen gebracht werden, spricht man von Körperschall. Ein typische Beispiele dafür sind das Zuschlagen von Türen, Trittschall, der beim Laufen auf schlecht gedämmten Fußböden entsteht; oder wenn in Reihenhäusern Treppen an den Haustrennwänden befestigt wurden. Die Rohre von Heizungen und Wasserleitungen oder Toiletten-Spülkästen sind ebenfalls eine verbreitete Quelle für Geräusche.

Grundsätzlich ist zu beachten, dass sich der Schal, der Körperschall, in Festkörpern mit sehr geringer Dämpfung und damit über große Distanzen ausbreiten kann. Die Übertragung der Schallwellen an die Luft (Luftschall), d. h. die Umwandlung in akustisch wahrnehmbare Geräusche, erfolgt vor allem an großen Flächen, wie z. B. Decken, Wänden oder auch z. B. an Heizkörpern.

Um die Übertragung von Körperschall zu unterbinden, müssen Bauteile generell schall-technisch voneinander entkoppelt werden, so dass Schwingungen nicht mehr an die Umgebung oder von Bauteil zu Bauteil übertragen werden können. Das kann z. B. durch den Einbau geeigneter Trittschall-Dämmungen, oder durch Gummi-, Filz- oder Mineral-wollestreifen geschehen, durch welche die einzelnen Bauteile voneinander getrennt werden. In Ihrem Fall wurde das mit 2 x 12 mm Gutex-Holzfaser-Dämmplatten erreicht. Bei allen Arbeiten ist darauf zu achten, dass Schallbrücken vermieden werden. Schon eine einzige Schraube oder ein Mörtelbatzen reichen aus, den Körperschall von einem Bauteil zum anderen weiterzuleiten.

Wie schützt man die Wärmedämmung des Daches vor äußeren Einflüssen?

Die Wärmedämmung Ihres Daches oder des Dachbodens muss davor geschützt werden, dass Regenwasser oder Flugschnee durch Sturm oder Unwetter unter die Dachziegel getrieben werden und gegebenenfalls der Fußboden des Kriechbodens nass wird. Wenn dann das darunterliegende Dämm-Material feucht wird, verliert es schlagartig seine Dämmwirkung. Außerdem ist Feuchtigkeit, die nur schwer abtrocknen kann, eine Gefahr für alle verbauten Hölzer.

Diesen Schutz vor von außen eindringender Feuchtigkeit wird in der Regel durch eine „Unterspannbahn“ - eine Spezialfolie - erreicht, die vor dem Annageln der Dachlatten über die Sparren gespannt wird. Diese Folie muss diffusionsoffen sein, sie muss die Fähigkeit haben, evt. eingedrungene Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf durchzulassen (diffundieren zulassen). Die Feuchtigkeit sammelt sich dann auf der Oberfläche der Unterspannbahn und kann nicht mehr zurück in die Dach-Konstruktion. Sie schlägt sich auf der Unterseite der Dacheindeckung als Kondenswasser nieder und wird vom Luftstrom, der zwischen Unterspannbahn und Eindeckung herrscht, abgetrocknet.

Die Unterspannbahn muss alterungs- und UV-beständig sein. Zusätzlich ist es erforderlich, mit ihr eine ausreichende Winddichtigkeit herzustellen, um ein Auskühlen des Dämm-Materials durch einen ständigen äußeren kalten Luftstrom zu verhindern.

Aus diesem Grund müssen alle Nähte und Anschlüsse der Unterspannbahn an Schornsteinen, Rohren und Wänden „winddicht“ mit Spezial-Klebeband oder Kartuschen-Kleber (Butyl-Kautschuk) verklebt werden. Aufgrund Ihrer Schilderung gehen wir davon aus, dass das bei Ihnen nicht der Fall ist. Die einzige Möglichkeit, eine gewisse Winddichtigkeit zu erreichen, wird sein zu versuchen, die Nähte und Anschlüsse der Folie nachträglich zu verkleben. Das kann zusätzlich zu dem oben aufgeführten Klebeband oder Kartuschenkleber auch Montageschaum sein, mit dem man Distanzleisten usw. verkleben kann.

Darf man einen Neubau ohne Wärmedämm-Verbundsystem errichten?

Selbstverständlich können Sie Ihren Neubau ohne Wärmedämm-Verbundsystem nach den geltenden Vorschriften der Energie-Einsparverordnung errichten lassen,. Es gibt mehrere Baustoffe, mit denen das möglich ist:

  • Poroton Leichtziegel mit Polystyrol-Füllung

  • Leichtbeton Hohlblocksteine mit Polystyrol-Füllung

  • Porenbeton (Gasbeton).

Ihr Architekt kann für jeden Baustoff die erforderliche Wanddicke errechnen.

Weiter besteht die Möglichkeit einer „zweischaligen“ Bauweise. Dabei wird auf die massive tragende Innenwand eine Wärmedämmung aus Mineralwolle-Matten aufgebracht, die nach außen durch eine gemauerte „Außenschale“ abgeschlossen wird.

Gibt es ein Gesetz, welches die Dachbodendämmung vorschreibt?

Die Energie-Einsparverordnung 2009 (EnEV) schreibt vor, dass bis Ende 2011 die oberste Geschossdecke, d. h. der Fußboden eines ungedämmten begehbaren Dachbodens, mit einer ausreichenden Wärmedämmung versehen werden muss. Allerdings kann kein Eigentümer eines Ein- oder Zweifamilienhauses gezwungen werden, diese Maßnahmen durchzuführen, wenn er das Haus bereits am 1. Februar 2002 selbst bewohnt. Ein neuer Eigentümer muss allerdings die oberste Geschossdecke innerhalb von 2 Jahren dämmen.

Doch es gibt Ausnahmen: Von dieser Dämmpflicht befreit sind alle Holzbalkendecken jeden Alters. Auch massive Decken-Konstruktionen (Betom-Decken) sind befreit, die seit 1969 errichtet wurden oder in der Vergangenheit schon einmal mit mindestens 4 cm Dämm-Material gedämmt wurden. Wenn Unsicherheiten bestehen, ob gedämmt werden muss, sollte ein Energieberater befragt werden.

In meinem Schlafzimmer hat sich Schimmel gebildet und es ist immer kalt. Woran liegt das und wie kann ich dem entgegenwirken?

Die in Ihrem Schlafzimmer auftretende Schimmelbildung hat vermutlich zwei Ursachen:

Nicht ausreichende Wärmedämmung der Außenwände bei zu hoher Luftfeuchtigkeit.

Diese raumklimatischen Vorgänge sind wie folgt zu erklären:

Grundlage aller Betrachtungen ist ein physikalisches Gesetzt, welches besagt, dass

>warme Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann als kalte.<

Das bedeutet z. B.:

  • 15°C warme Luft kann pro m³ 13,4 ml Wasser aufnehmen.

  • 20°C warme Luft kann pro m³ 17,3 ml Wasser aufnehmen.

Jeder Mensch gibt im Laufe des Tages ca. 2 Liter (2.000 ml) Wasser durch die Atmung und über die Haut an die Umgebungsluft ab, während der Nacht sind das ca. 0,7 Liter (700 ml). Wenn also 2 Personen in einem Zimmer schlafen, fallen pro Nacht ca. 1,4 Liter (1.400 ml) Wasser an.

Wenn man einmal annimmt, dass ein „normales“ Schlafzimmer einen Rauminhalt von ca. 37,5 m³ hat, kann man folgende Rechnung aufstellen:

Bei einer Raumtemperatur von 15°C kann die Luft im Schlafzimmer folgende Menge Wasser aufnehmen:

  • 13,4 x 37,5 = 502,50 ml.

Bei einer Raumtemperatur von 20°C sieht die Rechnung wie folgt aus:

  • 17,3 x 37,5 = 648,75 ml.

Das bedeutet, dass bei einer Produktion von 1,4 Liter (1.400 ml) Wasser durch zwei schlafende Personen folgende Mengen von der Raumluft nicht mehr aufgenommen werden können:

  • bei einer Raumtemperatur von 15°C = ca. 0,90 Liter (900 ml)

  • bei einer Raumtemperatur von 20°C = ca. 0,75 Liter (750 ml).

Diese nicht gebundenen Wassermengen schlagen sich an kalten Bauteilen nieder und bilden dort Kondenswasser. Wird in diesen Fällen während des Tages nicht ausreichend gelüftet, bleibt die Feuchtigkeit auf der Wand und zieht in den Untergrund ein. Auf Dauer kommt es zu einer bleibenden Durchfeuchtung, verbunden mit Schimmelbildung.

Nach einem Leitfaden des Bundesumweltamtes kann die Feuchtigkeit aus dem Schlafzimmer durch mehrmaliges kurzes (5 – 10 Minuten) intensives Lüften im Laufe des Tages entfernt werden. Wird nur Morgens nach dem Aufstehen einmal gelüftet, sollte ca. 30 – 40 Minuten lang gelüftet werden. Ungünstig ist es, erst am Abend zu lüften. Dann muss sehr lange gelüftet werden (1 Stunde und länger), da die Feuchtigkeit sich im Laufe des Tages in den Wänden und Möbeln festgesetzt hat und nur langsam entweicht. Ganz gleich – wann und wie lange Sie lüften - eine ausreichende Lüftung können Sie immer nur durch einen kompletten Luftaustausch erzielen. Den erreichen Sie, indem Sie in der ganzen Wohnung Durchzug machen und möglichst alle Fenster und Türen öffnen. Eine Lüftung durch gekippte Fenster ist wirkungslos.

Wichtig ist aber auch, dass nach dem Lüften die Tür zur übrigen Wohnung immer geschlossen bleibt. Dadurch soll verhindert werden, dass wärmere und damit auch feuchtere Luft von dort in das kühlere Schlafzimmer einströmen kann.

Da sich Schimmel und Milben nur bei ausreichender Feuchtigkeit entwickeln können, ist es erforderlich, aus hygienischen Gründen nur Betten auf „Füßen“ aufzustellen und die Verwendung von Bettkästen zu vermeiden. Dadurch wird erreicht, dass es auch unter den Betten beim Lüften zu einer ausreichenden Luftzirkulation kommt.

Zusätzlich empfiehlt es sich, auf der Innenseite der Außenwände eine Wärmedämmung anzubringen.

Voraussetzungen dafür sind:

  1. Die Außenwand muss trocken und schlagregendicht sein.

  2. Die Dämmstoff-Dicke muss ausreichend sein – nur einige Zentimeter sind absolut ungenügend.

  3. Das Dämm-Material muss an jeder Stelle vollflächigen Kontakt mit der Außenwand haben. Hohlstellen sind in jedem Fall zu vermeiden.

  4. Die Innendämmung muss auf der Raumseite mit einer sorgfältig ausgeführten Dampfsperre. luftdicht abgeschlossen werden.

Zur bauphysikalisch korrekten Herstellung einer Innendämmung gibt es mehrere technische Verfahren:

  1. Erstellung einer Vorsatzschale in Leichtbauweise,

  2. Verkleben von Kalzium-Silikat-Platten.

Erstellung einer „Vorsatzschale“

Am einfachsten lässt sich eine Innendämmung als „Vorsatzschale“ in Leichtbauweise herstellen. Eine Vorsatzschale besteht aus einer zweiten Wand, die von innen her gegen die Außenwand gesetzt wird. Der Aufbau einer bauphysikalisch einwandfreien Vorsatzschale sollte wie folgt geschehen:

Auf die Wände werden 8 cm dicke Holz- oder Metallständer gedübelt. Die Zwischenräume müssen lückenlos mit 8 cm dicken Mineralwolle-Matten ausgefüllt werden. Konstruktionsbedingte Ritzen und Fugen, die sich nicht vermeiden lassen, müssen mit Montageschaum ausgefüllt werden.

Wichtig ist, dass alle Räume – auch Flure, Treppenhäuser, Abstellräume usw. - ausnahmslos mit einer Wärmedämmung ausgerüstet werden. Geschieht das nicht, entsteht innerhalb des Hauses ein Wärme-strom von gedämmten in nicht gedämmte Räume.

Platten aus expandiertem Polystyrol EPS (Styropor) sind für diesen Zweck nicht sehr gut geeignet, denn dieses Dämm-Material hat bei Temperaturschwankungen ein ausgeprägtes Ausdehnungs- und Schwundverhalten, d. h., es kann sich im Winter bei niedrigen Temperaturen so stark zusammenziehen, dass Spalten und Lücken zwischen den einzelnen Platten und zwischen Platten und Ständern entstehen. Aus diesem Grund schreibt die Euro-Norm bei der Verwendung von Polystyrol-Platten vor, dass bei der Berechnung der Dämmstoffdicke ein Zuschlag von 10% berücksichtigt werden muss. Diese Nachteile sind bei der Verwendung von Mineralwolle nicht zu berücksichtigen.

Die gesamte Wärmedämmung wird anschließend mit einer Spezialfolie als Dampfsperre verschlossen. Dabei ist zu beachten, dass alle Nähte und die Anschlüsse an den anschließenden Wänden, an Decke und Fußboden sowie an Fenstern und durchgeführten Rohren sorgfältig luftdicht abgeschlossen werden. Das muss mit einem Spezial-Klebeband oder mit einem Butyl-Kautschuk-Kleber aus der Kartusche geschehen. Einfaches doppelseitig klebendes Teppichband ist dafür nicht geeignet, weil es nicht alterungsbeständig ist. Dabei ist zu beachten, dass selbstklebende Bänder auf rauem Holz oder auf Putzoberflächen nur kurze Zeit haften.. Für diese Anschlüsse gibt es spezielle Kartuschenkleber. Die Abdichtungen können aber auch mechanisch mit einem Kompriband und einer zusätzlichen Anpressleiste dauerhaft hergestellt werden. Alle Klebestellen müssen absolut staubfrei sein. Rohre und Kabeldurchführungen sind mit Gummimanschetten am sichersten abzudichten.

Vorsicht beim Befestigen von Regalen und Bildern ! Die Dampfsperr-Folie darf nicht durch Nägel oder Schrauben beschädigt werden.

Zum Schluss kann die gedämmte Fläche mit Gipskarton–, Gipsfaserplatten oder Profilholz verschlossen werden.

Innendämmung aus Kalzium-Silikat-Platten

Kalzium-Silikat-Platten nehmen aufgrund Ihrer guten spezifischen Eigenschaften eine Sonderstellung ein. Diese Platten sind ein neu entwickeltes Dämm-Material zur Isolierung gegen Kälte und seit ungefähr 8 Jahren im Handel.

Kalzium-Silikat-Platten bestehen überwiegend aus Kalk und feinem Sand mit geringen Zelluloseanteilen. Sie sind daher als ökologisch unbedenklich einzustufen. Sie sind abweisend gegen Wasser (in flüssiger Form). Trotzdem haben sie eine sehr gute Wasserdampf-Durchlässigkeit, so dass die „Atmung“ der Wände, auf denen Kalzium-Silikat-Platten angebracht werden, in keiner Weise behindert wird.

Kalzium-Silikat-Platten sind unbrennbar (Brandklasse A1), leicht von Gewicht, zug- und druckfest. Sie sind formstabil und unterliegen keinen Ausdehnungsschwankungen. Sie haben eine sehr gute Dämmwirkung, die auf der mikroporösen Struktur beruhen, das heißt, es sind unendlich viele kleine Luftblasen in diesem Material eingeschlossen. Kalzium-Silikat-Platten haben eine ähnliche Isolierwirkung wie Polystyrol (Styropor) oder Mineralwolle. Die Wärmeleitfähigkeit beträgt je nach Fabrikat 0,045 – 0,06 W/mK.

Kalzium-Silikat-Platten werden – je nach Hersteller - in unterschiedlichen Formaten und Dicken von 10 – 100 mm angeboten. Um eine ausreichende Wärmedämmung zu erreichen muss in der Regel eine Dämmstoffdicke eingebaut werden, die größer ist als 80 mm. Oftmals wird es daher erforderlich sein, mehrere dünnere Platten vollflächig aufeinander zu kleben.

Kalzium-Silikat-Platten haben eine positive Wirkung auf das Raumklima. Sie wirken als „Feuchtigkeits-Puffer“. Sie können im Raum befindliche überschüssige Luftfeuchtigkeit aufnehmen und diese später bei gesunkener Luftfeuchtigkeit nach vernünftiger Lüftung dosiert wieder an die Umgebung abgeben. Aus diesem Grund dürfen Wärmedämmungen, die mit Kalzium-Silikat-Platten hergestellt werden, nicht mit einer Dampfsperre abgeschlossen werden. Bei diesem Vorgang der „Feuchtigkeits-Abpufferung“ behalten Kalzium-Silikat-Platten stets eine trockene Oberfläche. Dadurch werden die Wachstumsbedingungen für Schimmelpilze stark eingeschränkt. Unterstützt wird dieser Effekt zusätzlich durch die Alkalität der Plattenoberfläche.

Kalzium-Silikat-Platten werden mit einem speziellen Klebemörtel befestigt. Sie müssen an jeder Stelle vollflächigen Kontakt mit dem Untergrund haben. Hohlstellen und Unebenheiten sind vorher mit Klebemörtel auszugleichen. Größere Platten können zusätzlich mit Tellerdübeln gesichert werden. Kleinteilige Platten können mit einem Leichtputz überzogen werden, in den ein Armierungsgewebe eingebettet ist. Bei großformatigen Platten, reicht es aus, die Plattenstöße glatt zu schleifen. Alle Werkstoffe wie Klebemörtel und Leichtputz müssen vom Hersteller der Platten zugelassen sein. Bei systemfremden Werkstoffen erlischt die Garantie.

Kalzium-Silikat-Platten können ihre guten Eigenschaften aber nur dann entfalten, wenn ihre Oberfläche ebenfalls diffusionsoffen (d. h. atmungsaktiv) gestaltet wird. Als Anstrich sind daher Innen-Silikatfarben zu empfehlen, da diese gleichfalls eine ungehinderte Wasserdampf-Durchlässigkeit zulassen. Außerdem gehen Silikatfarben mit den Kalkbestandteilen der Platten oder des Leichtputzes eine chemische Verbindung ein, sie verkieseln mit ihnen. Innen-Silikatfarben lassen sich mit dem gleichen Material immer wieder überstreichen. Beim Tapezieren sollten nur leichte Papiertapeten verklebt werden. Überstrichene Rauhfaser-Tapeten sowie Kunststoff- oder Vliestapeten sind nicht geeignet.

Ganz gleich, mit welchem Dämm-Material die Innendämmung hergestellt wird, der Dämmstoff muss an jeder Stelle vollflächigen Kontakt mit dem Untergrund haben. Ein Luftzwischenraum zwischen Wärmedämmung und Wand muss in jedem Fall vermieden werden. Unebene Wände müssen vor der Montage der Innendämmung mit einem geeigneten Mörtel egalisiert werden.

Oftmals besteht die Auffassung, das Dämm-Material auf einer Lattung anzubringen, um einen Luftzwischenraum (Hohlraum) zur Entlüftung zu schaffen. Diese Vorstellung ist bauphysikalisch falsch. In einem solchen Hohlraum kann sich leicht Kondenswasser (Tauwasser) bilden, das zu einer Durchfeuchtung von Wand und Innendämmung führen kann.

Was kann man tun, wenn Vögel (zB. Spatzen) den Wärmedämmputz des Hauses zerpicken?

Zur Abwehr der Spatzen möchten wir Ihnen folgende Maßnahmen vorschlagen:

  • Sie müssen verhindern, dass die Vögel im Grenzbereich zwischen Wärmedämm-Verbundsystem und der Holz-Konstruktion des Daches in evtl. vorhandenen Lücken und Fugen eindringen können. Dazu schneiden Sie aus feinem Dr ahtgewebe ca. 25 cm breite Streifen und knicken Sie diese in der Mitte um 45°. Diesen Gewebewinkel befestigen Sie lückenlos in dem Winkel, in dem die Wärmedämmung mit der Holz-Konstruktion des Daches zusammenstößt.

  • Löcher, die durch Picken der Vögel entstehen, müssen sofort wieder verschlossen werden.

  • Hängen Sie vor der Fassade Greifvogel-Attrappen auf.

  • Zum Schluss noch ein Hinweis: Je dicker und körniger der Oberflächenputz ist, desto mehr hält er die Vögel auf Distanz.

Kann man eine Dämmung mit Mineralwolle nachträglich ausbessern?

Das Einbringen einer zusätzlichen Schicht Mineralwolle hat keine Auswirkung auf die Hinterlüftung zwischen Dachpfannen und Dämm-Material, wenn folgende Einzelheiten beachtet werden:

  • Die Alu-Kaschierung der vorhandenen Mineralwolle muss in regelmäßigen Abständen nach oben und unten ausreichend groß perforiert werden, damit der unten beschriebene Vorgang (Klimamembran) ablaufen kann.

  • Die Gesamtdicke der Wärmedämmung (alt + neu) sollte 18 cm betragen.

  • Möglicherweise müssen die Sparren mit Kanthölzern oder Latten „aufgedoppelt“ werden.

  • Zwischen neuem und alten Dämm-Material darf kein Luftzwischenraum entstehen.

  • Auf der Raumseite muss die Wärmedämmung mit einer diffusionsoffenen Dampfbremse („Klima-Membran“) luftdicht abgeschlossen werden. Diese auch „Klima-Membran“ genannte Spezialfolie sperrt Wasser in flüssiger Form zuverlässig ab. Sie kann jedoch ihren Diffusionswiderstand („Atmung“) ändern, so dass je nach Temperatur mehr oder weniger Wasserdampf durchgelassen wird.

Das heißt, im kalten Winter soll die Folie vor allem als Sperre wirken und keinen Wasserdampf durchlassen. Im Sommer nimmt der Diffusionswiderstand der Folie ab. So kann eventuell eingedrungene Feuchtigkeit während des Sommers als Wasserdampf aus der Dach-Konstruktion entweichen.

Obwohl die Dampfbremse Wasserdampf durchlassen kann, muss sie, um ihren Zweck zu erfüllen, absolut luftdicht eingebaut werden. Beim Anbringen der „Klima-Membran“ sollten Sie daher auf folgende Einzelheiten achten:

Die Nähte und die Anschlüsse an Wänden, Kaminen, durchgeführten Rohren und Leitungen, an Dachflächenfenstern usw. müssen sorgfältig luftdicht mit einem Spezial-Klebeband oder mit Butyl-Kautschuk verschlossen werden. Einfaches doppelseitiges Klebeband, Teppich-Klebeband o. Ä. ist dafür ungeeignet, weil es nicht alterungsbeständig ist. Dabei ist zu beachten, dass selbstklebende Bänder auf rauem Holz und Putzoberflächen nur kurze Zeit haften. Für diese Anschlüsse gibt es spezielle Kartuschenkleber. Diese Anschlüsse können aber auch mechanisch mit einem Kompriband und einer zusätzlichen Anpressleiste dauerhaft hergestellt werden.

Alle Klebestellen müssen absolut staubfrei sein. Rohre und Kabeldurchführungen sind mit Gummimanschetten am sichersten abzudichten.

Da sich die hölzernen Sparren der Dachkonstruktion je nach Temperatur ausdehnen, schwinden oder verdrehen, sollte man die Dampfbremse niemals stramm über die Sparren spannen, sondern in einer kleinen Schlaufe durchhängen lassen. Auf diese Weise kann das Material die Bewegungen der Sparren auffangen, ohne dass die abgeklebten Nähte, Anschlüsse und die Befestigungspunkte ausreißen.

Zum Schluss kann die gesamte Konstruktion mit Gipskartonplatten oder Profilholz verschlossen werden.

Kann man nachträglich Fensterrahmen etc. bei einem bereits gedämmten Haus anbringen?

Nur mit sogen. „Schwerlastdübeln“ ist es möglich, Fensterläden, Markisen usw. an einer Fassade zu befestigen, die mit einem Wärmedämm-Verbundsystem gedämmt wurde. Diese Dübel müssen so lang sein, dass sie durch das Dämm-Material hindurch bis in die massive Fassade reichen und sich dort verankern können. Das äußere Ende wird mit Spezialkappen verschlossen, die zusätzlich gegenüber der Fassadenoberfläche abgedichtet werden müssen.

Alle Hersteller von Wärmedämm-Verbundsystemen haben derartige „Schwerlastdübel“ im Programm. Man kann Sie über den Farbenfach- oder Großhandel (Maler-Einkaufs-genossenschaft) erhalten.

Ist das Anbringen einer Wärmedämmschicht bei Altbauten mit Holzbalkendecken Pflicht?

Die EnEV (Energie-Einsparverordnung) verlangt u. a. die Wärmedämmung der oberen Geschossdecke ist aber nicht konsequent:

Sie befreit Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern, die selbst in den Häusern wohnen von der Pflicht zur Wärmedämmung. Das Gleiche gilt auch Holzbalkendecken.

Wie dämmt man den Fußboden des Dachbodens?

Beim Aufbau einer wirksamen Wärmedämmung auf dem Fußboden des Dachbodens sind einige wichtige bauphysikalische Einzelheiten zu beachten:

  1. An allen umlaufenden Wänden werden Randdämmstreifen aus extrudiertem geschlossen-porigem Polystyrol XPS befestigt.

  2. Bei Holzbalkendecken muss der Fußboden lückenlos mit einer Spezialfolie ausgelegt werden. Die Folie dient als Feuchtigkeits- und Dampfsperre. Ihre Nähte müssen mit Spezial-Klebeband luftdicht verschlossen werden, desgleichen die Anschlüsse der Folie an den Randstreifen. In gleicher Weise müssen alle Bauteile, wie Schornsteine/Kamine, Rohre, Leitungen usw., die durch die Dampfsperre führen, sorgfältig abgedichtet werden. Für diese Abdichtarbeiten sind nur Spezial-Klebebänder oder Butyl-Kautschuk (aus der Kartusche) geeignet; einfache Klebebänder, wie Packband oder doppelseitiges Fußboden-Klebeband, sind ungeeignet, weil sie nicht alterungsbeständig sind. Für Rohre gibt es spezielle Dichtmanschetten.

Bei lückenlosen dichten Betondecken ist diese Feuchtigkeits- und Dampfsperre nicht erforderlich.

  1. Auf der so vorbereiteten Fläche kann anschließend die Wärmedämmung aufgebracht werden. Die Verlegung muss lückenlos und pressgestoßen ausgeführt werden, dabei ist darauf zu achten, dass die Dämmelemente ebenfalls dicht an die Randdämmstreifen anschließen Nicht erreichbare Lücken zwischen Fußboden und Dach müssen vor dem Verlegen des Dämm-Materials mit loser Mineralwolle fest ausgestopft werden.

  2. Weiter ist darauf zu achten, dass das Dämm-Material auch an evt. vorhandenen Zwischen-wänden lückenlos anschließt. Besondere Sorgfalt ist auf die Innkante des Daches zu verwenden. Auch hier muss das Dämm-Material bis in die äußerste Ecke lückenlos eingebaut werden. Zum Schluss müssen nicht zu vermeidende Lücken, Fugen und Durchlässe von Rohrleitungen mit Montageschaum ausgefüllt werden.

  3. Bei der Wahl des Dämm-Materials gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Einfaches expandiertes Polystyrol EPS (z. B. Styropor) oder Mineralwollematten. Wenn der Fußboden begangen werden soll, empfiehlt es sich, ein Dämm-Material einzusetzen, das druckfest ist, wie z. B. extrudiertes Polystyrol XPS (z. B. Styrodur), druckfeste Mineralwolle-matten oder Holzweichfaser-Dämmplatten.

Das Dämm-Material wird in diesem Fall zum Schluss mit lose(schwimmend) verlegten wasserfesten Span-, OSB-Platten oder Trockenbau-Estrichelementen abgedeckt. Bei Span- oder OSB-Platten sollten Verlegequalitäten mit Nut und Feder verwendet werden, deren Fugen verleimt werden müssen.

Darüber hinaus gibt es im Baustoff-Großhandel eine Vielzahl von begehbaren Fußboden-Elementen, die mit unterschiedlichsten Dämm-Materialien für diesen Zweck entwickelt wurden.

Beim Einsatz von Dämm-Material im Dachboden sollten Sie bedenken, dass nur Mineralwolle nichtbrennbar ist und der höchsten Brandschutzklasse angehört. Alle anderen Dämmstoffe sind nur „schwer entflammbar“.

  1. Dabei ist es ganz wichtig zu beachten, dass eine ausreichende Dämmstoff-Dicke eingebaut wird. Die Energie-Einsparverordnung (EnEv) schreibt vor, dass der U-Wert der gesamten Geschossdecke 0,30 W(m²K) nicht überschreiten darf. Das bedeutet, dass die Dämmstoff-Dicke in jedem Fall mindestens 16 – 18 cm betragen muss. Wenn das nicht geschieht, liegt anschließend der „Taupunkt“ in der Decken-Konstruktion, was erhebliche Bauschäden nach sich ziehen könnte.

  2. Bei diesen Überlegungen wird davon ausgegangen, dass die Deckenkonstruktion noch keine Wärmedämmung aufweist. Wenn jedoch bereits eine Dämmschicht eingebaut ist oder wenn Sie unschlüssig sind, ob und wie zu dämmen ist, können Sie die Berechnung der Dämmstoffdicke von einem Baufachmann (Architekt/Bau-Ingenieur) vornehmen lassen. In vielen Fällen wird diese Berechnung auch vom Lieferanten (Baustoff-Großhändler) des Dämm-Materials als Service-Leistung gratis durchgeführt. Es besteht auch die Möglichkeit, dass Sie sich direkt an den jeweiligen Hersteller des Dämm-Materials wenden. Die Telefon-Nummern finden sie in der Regel auf der Verpackung. Viele Hersteller unterhalten Service-Abteilungen, die Ihnen bei der Bestimmung der Dämmstoffdicke weiterhelfen können.

Was ist bei der Wärmedämmung eines Daches zu beachten?

Die Wärmedämmung eines Daches muss davor geschützt werden, dass Regenwasser oder Flugschnee durch Sturm oder Unwetter unter die Dachziegel getrieben werden. Wenn das Dämm-Material feucht wird, verliert es schlagartig seine Dämmwirkung. Außerdem ist Feuchtigkeit, die nur schwer abtrocknen kann, eine Gefahr für alle verbauten Hölzer.

Der Schutz der Wärmedämmung vor von außen eindringender Feuchtigkeit wird in der Regel durch eine „Unterspannbahn“ - eine Spezialfolie - erreicht, die vor dem Annageln der Dachlatten über die Sparren gespannt wird. Diese Folie muss diffusionsoffen sein, sie muss die Fähigkeit haben, evt. eingedrungene Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf durchzulassen (diffundieren zulassen). Die Feuchtigkeit sammelt sich dann auf der Oberfläche der Unterspannbahn und kann nicht mehr zurück in die Dach-Konstruktion. Sie schlägt sich auf der Unterseite der Dacheindeckung als Kondenswasser nieder und wird vom Luftstrom, der zwischen Unterspannbahn und Eindeckung herrscht, abgetrocknet.

Die Unterspannbahn muss alterungs- und UV-beständig sein. Zusätzlich ist es erforderlich, mit ihr eine ausreichende Winddichtigkeit herzustellen, um ein Auskühlen des Dämm-Materials durch äußeren kalten Luftstrom zu verhindern. Eine ausgekühlte Wärmedämmung verliert gleichfalls ihre Dämmwirkung.

Aus diesem Grund müssen alle Nähte und Anschlüsse an Schornsteinen, Rohren und Wänden „winddicht“ mit Spezial-Klebeband oder Kartuschen-Kleber (Butyl-Kautschuk) verklebt werden.

Anschließend kann der Einbau der eigentlichen Wärmedämmung aus Mineralwolle erfolgen, die eine Dicke von mindestens 20 cm haben sollte. Beim Zuschneiden des Dämm-Materials ist darauf zu achten, dass ca. 1 cm in der Breite zugegeben wird, damit die Matten stramm zwischen den Sparren sitzen und offene Fugen vermieden werden. Wenn die Tiefe der Sparren nicht groß genug ist, um Dämm-Material in dieser Dicke „unterzubringen“, müssen sie mit Holzlatten hoch genug „aufgedoppelt“ werden. Es besteht auch die Möglichkeit, durch eine zweite Dämmschicht, die unter den Sparren angebracht wird, die erforderliche Dämmstoffdicke herzustellen.

Polystyrol-Hartschaumplatten sind zur Wärmedämmung eines Daches nicht geeignet. Sie sind einerseits zu starr, um sich den Bewegungen der hölzernen Dach-Konstruktion anpassen zu können. Andererseits hat dieses Dämm-Material ein sehr großes Ausdehnungs- und Schwundverhalten, d. h., es dehnt sich bei Wärme stark aus und zieht sich bei Kälte in gleicher Weise zusammen.

Es könnte daher im Anschlussbereich zur Bildung von offenen Fugen kommen, wodurch die Dämmwirkung der gesamten Wärmedämmung herabgesetzt würde. Weiterhin ist zu bedenken, dass Polystyrol - im Gegensatz zur „unbrennbar“ eingestuften Mineralwolle - lediglich der Brandschutzklasse B1 = „schwer entflammbar“ angehört.

Auf der Raumseite muss die Wärmedämmung mit einer diffusionsoffenen Dampfbremse („Klima-Membran“) luftdicht abgeschlossen werden. Diese auch „Klima-Membran“ genannte Spezialfolie sperrt Wasser in flüssiger Form zuverlässig ab. Sie kann jedoch ihren Diffusionswiderstand („Atmung“) ändern, so dass je nach Temperatur mehr oder weniger Wasserdampf durchgelassen wird.

Das heißt, im kalten Winter soll die Folie vor allem als Sperre wirken und keinen Wasserdampf durchlassen. Im Sommer nimmt der Diffusionswiderstand der Folie ab. So kann eventuell eingedrungene Feuchtigkeit während des Sommers als Wasserdampf aus der Dach-Konstruktion entweichen.

Obwohl die Dampfbremse Wasserdampf durchlassen kann, muss sie, um ihren Zweck zu erfüllen, absolut luftdicht eingebaut werden. Beim Anbringen der „Klima-Membran“ sollten Sie daher auf folgende Einzelheiten achten:

Die Nähte und die Anschlüsse an Wänden, Kaminen, durchgeführten Rohren und Leitungen, an Dachflächenfenstern usw. müssen sorgfältig luftdicht mit einem Spezial-Klebeband oder mit Butyl-Kautschuk verschlossen werden. Einfaches doppelseitiges Klebeband, Teppich-Klebeband o. Ä. ist dafür ungeeignet, weil es nicht alterungsbeständig ist. Dabei ist zu beachten, dass selbstklebende Bänder auf rauem Holz und Putzoberflächen nur kurze Zeit haften. Für diese Anschlüsse gibt es spezielle Kartuschenkleber. Diese Anschlüsse können aber auch mechanisch mit einem Kompriband und einer zusätzlichen Anpressleiste dauerhaft hergestellt werden. Alle Klebestellen müssen absolut staubfrei sein. Rohre und Kabeldurchführungen sind mit Gummimanschetten am sichersten abzudichten.

Da sich die hölzernen Sparren der Dachkonstruktion je nach Temperatur ausdehnen, schwinden oder verdrehen, sollte man die Dampfbremse niemals stramm über die Sparren spannen, sondern in einer kleinen Schlaufe durchhängen lassen. Auf diese Weise kann das Material die Bewegungen der Sparren auffangen, ohne dass die abgeklebten Nähte, Anschlüsse und die Befestigungspunkte ausreißen.

Zum Schluss kann die gesamte Konstruktion mit Gipskartonplatten oder Profilholz verschlossen werden. Auf diese Weise erhalten Sie eine ökologische Wärmedämmung.

Beide Systeme, „Dampfbremse“ und „Unterspannbahn“, müssen diffusionsoffen = wasserdampf-durchlässig sein. D. h. die Dampfbremse lässt weniger und die Unterspannbahn mehr Wasserdampf durch. Für die Wasserdampf-Durchlässigkeit gibt es eine Maßeinheit, den sogen. Sd-Wert. Dieser beträgt für Dampfbremsen ca. 2 m, für die Unterspannbahn ca. 0,03 – 0,02m.

Was kann man gegen die Zerstörung des Wärmedämmputzes durch Vögel (wie z.B. Spechte) tun?

Seit über 40 Jahren wurden bisher an mehr als 300 Millionen Quadratmetern Fassadenflächen Wärmedämm-Verbundsysteme mit großem Erfolg eingesetzt. In einigen wenigen Fällen ist es dabei zu einer Belästigung durch Spechte gekommen. Der Fachverband Wärmedämm-Verbundsysteme hat die Ursachen hierfür mit Vogelschutzverbänden erörtert und aus diesen Gesprächen folgende Erkenntnisse gewonnen:

  • Spechte unterliegen dem Artenschutz und vermehren sich deshalb seit vielen Jahren in überproportional starkem Maße. Natürliche Feinde sind kaum vorhanden.

 

  • Jeder Specht beansprucht ein eigenes Revier. Durch die uneingeschränkte Vermehrung wird der Raum für zusätzliche Reviere immer kleiner. Auch die Ausweitung der menschlichen Siedlungen in Waldnähe schränkt den Lebensraum der Vögel weiter ein.

  • Das Klopfen ist nicht mit der Nahrungssuche verbunden, sondern dient der Revierab-grenzung. Es soll dem Reviernachbarn signalisieren, dass dieser Platz bereits besetzt ist.

  • Zusätzlich schlagen Spechte Höhlen in kranke, beschädigte oder abgestorbene Bäume, Bruthöhlen, um darin die Jungen aufzuziehen, aber auch Schlafhöhlen, um darin zu übernachten.

  • Für das Klopfen und den Höhlenbau stehen in den enger gewordenen Revieren nicht mehr ausreichend viele hohle Bäume zur Verfügung. Demnach weichen die Vögel auf „Ersatz-Resonanzkörper“ aus. Hierbei wird beobachtet, dass unterschiedlichste Materialien oder Baustoffe, z. B. Holzverschalungen, aber auch Blechhauben und Regenwasser-Fallrohre von Spechten „bearbeitet“ werden. Es handelt sich hier also nicht um ein spezifisches Problem bei Wärmedämm-Verbundsystemen.

Eine hundertprozentige Lösung zur Vergrämung von Spechten gibt es nicht, jeder Vogel reagiert anders. Fantasie und Ausprobieren sind gefragt. Wichtig ist bei allen Maßnahmen, dass Gewöhnungseffekte vermieden werden.

Seit Jahrhunderten werden Vogelscheuchen benutzt, um Vögel zu vertreiben. Am Haus angebracht helfen sie auch gegen Spechte. Bewegung, bewegliche Lichtreflexe und Geräusche stören den Specht bei seinem Tun. Auch wenn Vergrämungsmaßnahmen eine Fassade nicht gerade verschönern, sollten sie auf Dauer angebracht werden, sonst kommt der Specht zurück.

Vogelscheuchen an Fassaden entfalten ihre Wirkung nur an den Stellen, wo sie angebracht sind. Um Ausweichmanöver zu vermeiden, ist es erforderlich, die Vergrämung großflächig anzulegen und noch nicht befallene, gefährdete Stellen vorbeugend zu schützen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass der Specht seine Hackattacken ein paar Meter weiter oder an anderer Stelle fortsetzt.

Besonders wirksam wird der Specht vertrieben, wenn es an der Fassade glitzert, klimpert und flattert. Relativ einfach herzustellen und gut wirksam sind Flattervorhänge aus Plastikbändern, doch sie sind meist nicht sehr haltbar. Haltbarer sind Ketten aus CDs, Spiegelfalzen oder Wimpelleinen. An Windspielen, über die gesamte Fassade gespannt, drehen sich spiegelnde Alustreifen im leisesten Windhauch und vertreiben so den Specht.

Hölzerne Strommasten wurden z. B. mit Specht-Attrappen vor hackenden Spechten geschützt – mit teilweise gutem Erfolg. Aber auch hier kann ein Gewöhnungseffekt eintreten. Erkennt der Specht, dass von dem Konkurrenten an der Wand keine Bedrohung ausgeht, macht er einfach weiter oder er geht um die Ecke, wo keine Konkurrenz lauert.

Ein zusätzlicher Gesichtspunkt ist die Gestaltung der Fassaden-Oberfläche:

Man kann statt des üblichen Armierungsgewebes eine sogen. „Panzerarmierung“ in eine Schicht Armierungsputz einbetten, die allerdings mindestens ca. 5 mm dick sein sollte. Auch der als Abschluss aufgebrachte Deckputz sollte mindestens 3 mm dick sein. Diese insgesamt ca. 8 mm dicke Schutzschicht hält einige „Schnabelhiebe“ aus. Es ist jedoch zu bedenken: je rauer die Putzoberfläche ist, desto besser kann sich der Specht festhalten. Eines haben Beobachtungen ganz klar gezeigt: je dünner die Putzschicht ist, desto schneller ist die Höhle gebaut. Diese Überlegungen sollte man bei der Gestaltung der Fassade berücksichtigen.

Die aufwändigste und wirksamste Methode zur Verhinderung durch Spechtbefall ist eine Fassaden-begrünung. Dazu ist es allerdings erforderlich, Rankhilfen aus Draht oder Edelstahlseilen engmaschig über die Fassade zu spannen. Die dafür erforderlichen Halterungen müssen mit Spezialdübeln oder schon beim Anbringen des Wärmedämm-Verbundsystems tief im Mauerwerk verankert werden und gegenüber dem Dämm-Material absolut wasserdicht abgedichtet werden. Die daran wachsenden Pflanzen belasten das Wärmedämm-Verbundsystem nicht. Aber Achtung: Es dürfen nur klimmende oder Kletterpflanzen verwendet werden, wie z. B.: Schlingknöterich, Blauregen oder die gemeine Waldrebe. Pflanzen mit Haft-Wurzeln oder Haft–Scheiben, wie Efeu, Wilder Wein oder Kletterhortensie, sind für wärmegedämmte Fassaden nicht geeignet.

Möglicherweise gelingt es Ihnen mit Hilfe dieser Ausführungen, eine akzeptable und wirksame Lösung zu finden.

Zum Schluss noch ein Hinweis: Um die Fassade und das Wärmedämm-Verbundsystem vor dem Eindringen von Feuchtigkeit zu schützen, ist es erforderlich, Spechtlöcher fachmännisch zu verschließen und abzudichten. Vorsicht ist während der Brutzeit von April bis August geboten. Vor Beginn jeder Sanierungsmaßnahme sollte sichergestellt werden, dass in den Höhlen nicht gebrütet wird. Weiter ist darauf zu achten, dass, bevor die Löcher verschlossen werden, sich darin kein Nestmaterial mehr befindet, da dieses sonst in der Dämmschicht faulen würde.

Gern nennen wir Ihnen Bezugsquellen für Raubvogel-Attrappen. Ob diese bei Spechtbefall die gewünschte Wirkung zeigen ist allerdings fraglich. Zur Vergrämung von Tauben und Singvögeln haben sich Attrappen von Raubvögeln oder Krähen/Raben jedoch bewährt.

Anschriften:

  • Kräuterhaus Hamburg

Gewerbehof Koppel 34

20099 Hamburg

Telefon: (0 40) 24 00 00

FAX: (040) 24 31 37

Internet: www.kraeuterhaus.net

  • VOGELSCHEUCHE DE

Latumer Bruchweg 101

40668 Meerbusch-Lank

Telefon: (0 21 50) 758 275 – 90

FAX: (0 21 50) 758 275 – 99

Internet: www.vogelscheuche.de

  • PPS-Vertrieb GmbH

Max-Eyth-Str. 13

73269 Hochdorf

Telefon: (0 71 53) 8 25 35 – 0

FAX: (0 71 53) 8 25 35 - 99

Internet: www.pps-vertrieb.de

Welche Materialien können für eine Innen-Dämmung verwendet werden und wie werden sie angebracht?

Eine Hauswand mit einer Wärmedämmung auf der Innenseite ist besser als eine völlig ungedämmte Wand. Allerdings ist dabei zu bedenken, dass die Wärme des Innenraumes dabei nicht in das Mauerwerk gelangen kann, - die Wand bleibt kalt. Die Wärmespeicherfähigkeit des Mauerwerks wird nicht genutzt. Nach dem Abschalten der Heizung kühlen die Räume schnell aus. Es können Wärme/Kältebrücken entstehen. Innen-Dämmungen sollten nur dann eingebaut werden, wenn keine andere Möglichkeit einer äußeren Wärmedämmung besteht.

Voraussetzungen für das Anbringen einer Wärmedämmung auf der Innenseite von Außenwänden sind:

  1. Die Außenwand muss trocken und schlagregendicht sein.

  2. Die Dämmstoff-Dicke muss ausreichend sein – nur einige Zentimeter sind absolut ungenügend.

  3. Das Dämm-Material muss an jeder Stelle vollflächigen Kontakt mit der Außenwand haben. Hohlstellen sind in jedem Fall zu vermeiden.

  4. Die Innendämmung muss auf der Raumseite mit einer sorgfältig ausgeführten Dampfsperre. luftdicht abgeschlossen werden.

Zur bauphysikalisch korrekten Herstellung einer Innendämmung gibt es mehrere technische Verfahren:

  1. Erstellung einer Vorsatzschale in Leichtbauweise,

  2. Vorsatzschale mit Holzfaser-Dämmplatten,

  3. Verkleben von Kalzium-Silikat-Platten.

Erstellung einer „Vorsatzschale“

Am einfachsten lässt sich eine Innendämmung als „Vorsatzschale“ in Leichtbauweise herstellen. Eine Vorsatzschale besteht aus einer zweiten Wand, die von innen her gegen die Außenwand gesetzt wird. Der Aufbau einer bauphysikalisch einwandfreien Vorsatzschale sollte wie folgt geschehen:

Auf die Wände werden 8 cm dicke Holz- oder Metallständer gedübelt. Die Zwischenräume müssen lückenlos mit 8 cm dicken Mineralwolle-Matten ausgefüllt werden. Konstruktionsbedingte Ritzen und Fugen, die sich nicht vermeiden lassen, müssen mit Montageschaum ausgefüllt werden.

Wichtig ist, dass alle Räume – auch Flure, Treppenhäuser, Abstellräume usw. - ausnahmslos mit einer Wärmedämmung ausgerüstet werden. Geschieht das nicht, entsteht innerhalb des Hauses ein Wärme-strom von gedämmten in nicht gedämmte Räume.

Platten aus expandiertem Polystyrol EPS (Styropor) sind für diesen Zweck nicht sehr gut geeignet, denn dieses Dämm-Material hat bei Temperaturschwankungen ein ausgeprägtes Ausdehnungs- und Schwundverhalten, d. h., es kann sich im Winter bei niedrigen Temperaturen so stark zusammenziehen, dass Spalten und Lücken zwischen den einzelnen Platten und zwischen Platten und Ständern entstehen. Aus diesem Grund schreibt die Euro-Norm bei der Verwendung von Polystyrol-Platten vor, dass bei der Berechnung der Dämmstoffdicke ein Zuschlag von 10% berücksichtigt werden muss. Diese Nachteile sind bei der Verwendung von Mineralwolle nicht zu berücksichtigen.

Verwendung von Holzweichfaser-Dämmplatten

Wenn eine „ökologische“ Innen-Dämmung gewünscht wird, besteht die Möglichkeit, Holzweichfaser-Dämmplatten anstelle von Mineralwolle einzusetzen. Wichtig ist jedoch, dass (um eine ausreichende Wärmedämmung zu gewährleisten) bei diesem Dämm-Material eine Gesamt-Dämmstoff-Dicke von 10 cm eingebaut wird. Diese kann dadurch erreicht werden, dass mehrere dünnere Lagen Holzweichfaser-Dämmplatten übereinander angebracht werden.

Die Verwendung von Holzfaser-Dämmplatten hat im Gegensatz zu anderen Dämmstoffen noch weitere zusätzliche Vorteile:

  1. Schutz vor sommerliche Hitze.

  2. Sehr gute Schalldämmung..

Ganz gleich, mit welchem Dämm-Material die Innendämmung hergestellt wird, der Dämmstoff muss an jeder Stelle vollflächigen Kontakt mit dem Untergrund haben. Ein Luftzwischenraum zwischen Wärmedämmung und Wand muss in jedem Fall vermieden werden. Unebene Wände müssen vor der Montage der Innendämmung mit einem geeigneten Mörtel egalisiert werden.

Oftmals besteht die Auffassung, das Dämm-Material auf einer Lattung anzubringen, um einen Luftzwischenraum (Hohlraum) zur Entlüftung zu schaffen. Diese Vorstellung ist bauphysikalisch falsch. In einem solchen Hohlraum kann sich leicht Kondenswasser (Tauwasser) bilden, das zu einer Durchfeuchtung von Wand und Innendämmung führen kann.

Bei beiden Dämm-Verfahren muss die gesamte Wärmedämmung anschließend mit einer Spezialfolie als Dampfsperre verschlossen werden. Dabei ist zu beachten, dass alle Nähte und die Anschlüsse an den anschließenden Wänden, an Decke und Fußboden sowie an Fenstern und durchgeführten Rohren sorgfältig luftdicht abgeschlossen werden. Das muss mit einem Spezial-Klebeband oder mit einem Butyl-Kautschuk-Kleber aus der Kartusche geschehen. Einfaches doppelseitig klebendes Teppichband ist dafür nicht geeignet, weil es nicht alterungsbeständig ist. Dabei ist zu beachten, dass selbstklebende Bänder auf rauem Holz oder auf Putzoberflächen nur kurze Zeit haften.. Für diese Anschlüsse gibt es spezielle Kartuschenkleber. Die Abdichtungen können aber auch mechanisch mit einem Kompriband und einer zusätzlichen Anpressleiste dauerhaft hergestellt werden. Alle Klebestellen müssen absolut staubfrei sein. Rohre und Kabeldurchführungen sind mit Gummimanschetten am sichersten abzudichten.

Vorsicht beim Befestigen von Regalen und Bildern ! Die Dampfsperr-Folie darf nicht durch Nägel oder Schrauben beschädigt werden.

Zum Schluss kann die gedämmte Fläche mit Gipskarton–, Gipsfaserplatten oder Profilholz verschlossen werden.

Innendämmung aus Kalzium-Silikat-Platten

Kalzium-Silikat-Platten nehmen aufgrund Ihrer guten spezifischen Eigenschaften eine Sonderstellung ein.

Kalzium-Silikat-Platten sind ein neu entwickeltes Dämm-Material zur Isolierung gegen Kälte und seit ungefähr 8 Jahren im Handel.

Diese Platten bestehen überwiegend aus Kalk und feinem Sand mit geringen Zelluloseanteilen. Sie sind daher als ökologisch unbedenklich einzustufen. Sie sind abweisend gegen Wasser (in flüssiger Form). Trotzdem haben sie eine sehr gute Wasserdampf-Durchlässigkeit, so dass die „Atmung“ der Wände, auf denen Kalzium-Silikat-Platten angebracht werden, in keiner Weise behindert wird.

Kalzium-Silikat-Platten sind unbrennbar (Brandklasse A1), leicht von Gewicht, zug- und druckfest. Sie sind formstabil und unterliegen keinen Ausdehnungsschwankungen. Sie haben eine sehr gute Dämmwirkung, die auf der mikroporösen Struktur beruhen, das heißt, es sind unendlich viele kleine Luftblasen in diesem Material eingeschlossen. Kalzium-Silikat-Platten haben eine ähnliche Isolierwirkung wie Polystyrol (Styropor) oder Mineralwolle. Die Wärmeleitfähigkeit beträgt je nach Fabrikat 0,045 – 0,06 W/mK.

Kalzium-Silikat-Platten werden – je nach Hersteller - in unterschiedlichen Formaten und Dicken von 10 – 100 mm angeboten. Um eine ausreichende Wärmedämmung zu erreichen muss in der Regel eine Dämmstoffdicke von mindestens 8 cm eingebaut werden. Oftmals wird es daher erforderlich sein, mehrere dünnere Platten vollflächig aufeinander zu kleben.

Kalzium-Silikat-Platten haben eine positive Wirkung auf das Raumklima. Sie wirken als „Feuchtigkeits-Puffer“. Sie können im Raum befindliche überschüssige Luftfeuchtigkeit aufnehmen und diese später bei gesunkener Luftfeuchtigkeit nach vernünftiger Lüftung dosiert wieder an die Umgebung abgeben. Aus diesem Grund dürfen Wärmedämmungen, die mit Kalzium-Silikat-Platten hergestellt werden, nicht mit einer Dampfsperre abgeschlossen werden. Bei diesem Vorgang der „Feuchtigkeits-Abpufferung“ behalten Kalzium-Silikat-Platten stets eine trockene Oberfläche. Dadurch werden die Wachstumsbedingungen für Schimmelpilze stark eingeschränkt. Unterstützt wird dieser Effekt zusätzlich durch die Alkalität der Plattenoberfläche.

Kalzium-Silikat-Platten werden mit einem speziellen Klebemörtel befestigt. Sie müssen an jeder Stelle vollflächigen Kontakt mit dem Untergrund haben. Hohlstellen und Unebenheiten sind vorher mit Klebemörtel auszugleichen. Größere Platten können zusätzlich mit Tellerdübeln gesichert werden. Kleinteilige Platten können mit einem Leichtputz überzogen werden, in den ein Armierungsgewebe eingebettet ist. Bei großformatigen Platten, reicht es aus, die Plattenstöße glatt zu schleifen. Alle Werkstoffe wie Klebemörtel und Leichtputz müssen vom Hersteller der Platten zugelassen sein. Bei systemfremden Werkstoffen erlischt die Garantie.

Kalzium-Silikat-Platten können ihre guten Eigenschaften aber nur dann entfalten, wenn ihre Oberfläche ebenfalls diffusionsoffen (d. h. atmungsaktiv) gestaltet wird. Als Anstrich sind daher Innen-Silikatfarben zu empfehlen, da diese gleichfalls eine ungehinderte Wasserdampf-Durchlässigkeit zulassen. Außerdem gehen Silikatfarben mit den Kalkbestandteilen der Platten oder des Leichtputzes eine chemische Verbindung ein, sie verkieseln mit ihnen. Innen-Silikatfarben lassen sich mit dem gleichen Material immer wieder überstreichen. Beim Tapezieren sollten nur leichte Papiertapeten verklebt werden. Überstrichene Rauhfaser-Tapeten sowie Kunststoff- oder Vliestapeten sind nicht geeignet.

Kann ich in meinem Keller eine Deckendämmung anbringen?

Es ist durchaus sinnvoll und auch möglich, auf der Unterseite der Kellerdecke eine Wärme-dämmung anzubringen. Allerdings ist dieses Verfahren bauphysikalisch unvollkommen und nicht ganz korrekt, da wichtige Bauteile dabei nicht in die Wärmedämmung einbezogen Es ist durchaus sinnvoll und auch möglich, auf der Unterseite der Kellerdecke eine Wärmedämmung anzubringen. Allerdings ist dieses Verfahren bauphysikalisch unvollkommen und nicht ganz korrekt, da wichtige Bauteile dabei nicht in die Wärmedämmung einbezogen werden können. Das sind z. B. die Seitenflanken der Kellerdecke, die ringsherum in den umlaufenden Außenwänden aufliegen. An diesen Stellen kann auch nach erfolgter Dämmung der Kellerdecke immer noch Wärme aus den darüber liegenden Räumen in das umgebende Mauerwerk abfließen. Das gleiche gilt für die Stellen, wo Mauern innerhalb des Kellers stehen, da deren Berührungsflächen ebenfalls ungedämmt bleiben.

umlaufenden Außenwänden aufliegen. An diesen Stellen kann auch nach erfolgter Dämmung der Kellerdecke immer noch Wärme aus den darüber liegenden Räumen in das umgebende Mauerwerk abfließen. Das gleiche gilt für die Stellen, wo Mauern innerhalb des Kellers stehen, da deren Berührungsflächen ebenfalls ungedämmt bleiben.

Trotzdem empfiehlt es sich, die Kellerdecke auf der Unterseite zu dämmen auch wenn nur eine Dämmstoffdicke von 6 cm möglich ist.

In vielen älteren Kellern gibt es gewölbte Decken. Diese lassen sich am besten mit Mineralwolle-Platten dämmen, da diese in gewissen Toleranzen biegsam sind. Sehr gut eignen sich Steinwolle-Lamellen, die flexibler sind als herkömmliche Mineralwolle-Platten Da das Dämm-Material beim Biegen zweifelsohne eine gewisse Spannung bekommt, reicht das Verkleben in der Regel nicht aus. Daher sollte man das Dämm-Material zusätzlich mit Tellerdübeln sichern, wie sie auch bei der Wärmedämmung von Fassaden verwendet werden. Man erhält sie im Farben- Großhandel (Maler-Einkaufsgenossenschaft).

Beim Verkleben von Dämm-Material unter Kellerdecken kann es in alten Häusern zu Problemen kommen. Decken und Wände sind in der Regel nur gekalkt, in vielen Fällen mehr-mals. Diese Schichten neigen zum Abblättern. Wenn die vorhandenen gekalkten Flächen zusätzlich mit Dispersionsfarbe (Binderfarbe) renoviert wurden, ist ein Untergrund entstanden, der eine ungenügende Festigkeit aufweist. Schon bei der geringsten Belastung platzen die Anstrichschichten ab.

Um auf diesem Untergrund Dämmplatten verkleben zu können, müssen die vorhandenen Kalk- und Anstrichschichten mit einem Spachtel abgestoßen und die Fläche anschließend mit einer Drahtbürste abgerieben werden. Danach sollte der Untergrund mit einem Tiefgrund gefestigt werden. Nach einer Trockenzeit von einigen Tagen, wird das Dämm-Material verklebt.

Was ist zum Schutz der äußeren Wärmedämmung zu beachten?

Die Wärmedämmung eines Daches muss davor geschützt werden, dass Regenwasser oder Flugschnee durch Sturm oder Unwetter unter die Dachziegel getrieben werden. Wenn das Dämm-Material feucht wird, verliert es schlagartig seine Dämmwirkung. Außerdem ist Feuchtigkeit, die nur schwer abtrocknen kann, eine Gefahr für alle verbauten Hölzer.

Der Schutz der Wärmedämmung vor von außen eindringender Feuchtigkeit wird in der Regel durch eine „Unterspannbahn“ - eine Spezialfolie - erreicht, die vor dem Annageln der Dachlatten über die Sparren gespannt wird. Diese Folie muss diffusionsoffen sein, sie muss die Fähigkeit haben, evt. eingedrungene Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf durchzulassen (diffundieren zulassen). Die Feuchtigkeit sammelt sich dann auf der Oberfläche der Unterspannbahn und kann nicht mehr zurück in die Dach-Konstruktion. Sie schlägt sich auf der Unterseite der Dacheindeckung als Kondenswasser nieder und wird vom Luftstrom, der zwischen Unterspannbahn und Eindeckung herrscht, abgetrocknet.

Die Unterspannbahn muss alterungs- und UV-beständig sein. Zusätzlich ist es erforderlich, mit ihr eine ausreichende Winddichtigkeit herzustellen, um ein Auskühlen des Dämm-Materials durch äußeren kalten Luftstrom zu verhindern. Eine ausgekühlte Wärmedämmung verliert gleichfalls ihre Dämmwirkung.

Aus diesem Grund müssen alle Nähte und Anschlüsse an Schornsteinen, Rohren und Wänden „winddicht“ mit Spezial-Klebeband oder Kartuschen-Kleber (Butyl-Kautschuk) verklebt werden,

Anschließend kann der Einbau der eigentlichen Wärmedämmung aus Mineralwolle erfolgen, die eine Dicke von mindestens 20 cm haben sollte. Beim Zuschneiden des Dämm-Materials ist darauf zu achten, dass ca. 1 cm in der Breite zugegeben wird, damit die Matten stramm zwischen den Sparren sitzen und offene Fugen vermieden werden. Wenn die Tiefe der Sparren nicht groß genug ist, um Dämm-Material in dieser Dicke „unterzubringen“, müssen sie mit Holzlatten hoch genug „aufgedoppelt“ werden. Es besteht auch die Möglichkeit, durch eine zweite Dämmschicht, die unter den Sparren angebracht wird, die erforderliche Dämmstoffdicke herzustellen.

Auf der Raumseite muss die Wärmedämmung mit einer diffusionsoffenen Dampfbremse („Klima-Membran“) luftdicht abgeschlossen werden. Diese auch „Klima-Membran“ genannte Spezialfolie sperrt Wasser in flüssiger Form zuverlässig ab. Sie kann jedoch ihren Diffusionswiderstand („Atmung“) ändern, so dass je nach Temperatur mehr oder weniger Wasserdampf durchgelassen wird.

Das heißt, im kalten Winter soll die Folie vor allem als Sperre wirken und keinen Wasserdampf durchlassen. Im Sommer nimmt der Diffusionswiderstand der Folie ab. So kann eventuell eingedrungene Feuchtigkeit während des Sommers als Wasserdampf aus der Dach-Konstruktion entweichen.

Obwohl die Dampfbremse Wasserdampf durchlassen kann, muss sie, um ihren Zweck zu erfüllen, absolut luftdicht eingebaut werden. Beim Anbringen der „Klima-Membran“ sollten Sie daher auf folgende Einzelheiten achten:

Die Nähte und die Anschlüsse an Wänden, Kaminen, durchgeführten Rohren und Leitungen, an Dachflächenfenstern usw. müssen sorgfältig luftdicht mit einem Spezial-Klebeband oder mit Butyl-Kautschuk verschlossen werden. Einfaches doppelseitiges Klebeband, Teppich-Klebeband o. Ä. ist dafür ungeeignet, weil es nicht alterungsbeständig ist. Dabei ist zu beachten, dass selbstklebende Bänder auf rauem Holz und Putzoberflächen nur kurze Zeit haften. Für diese Anschlüsse gibt es spezielle Kartuschenkleber. Diese Anschlüsse können aber auch mechanisch mit einem Kompriband und einer zusätzlichen Anpressleiste dauerhaft hergestellt werden. Alle Klebestellen müssen absolut staubfrei sein. Rohre und Kabeldurchführungen sind mit Gummimanschetten am sichersten abzudichten.

Beide Systeme, „Dampfbremse“ und „Unterspannbahn“, müssen diffusionsoffen = wasserdampf-durchlässig sein. D. h. die Dampfbremse lässt weniger und die Unterspannbahn mehr Wasserdampf durch. Für die Wasserdampf-Durchlässigkeit gibt es eine Maßeinheit, den sogen. Sd-Wert. Dieser beträgt für Dampfbremsen ca.2m, für die Unterspannbahn ca. 0,03 – 0,02m.

Da sich die hölzernen Sparren der Dachkonstruktion je nach Temperatur ausdehnen, schwinden oder verdrehen, sollte man die Dampfbremse niemals stramm über die Sparren spannen, sondern in einer kleinen Schlaufe durchhängen lassen. Auf diese Weise kann das Material die Bewegungen der Sparren auffangen, ohne dass die abgeklebten Nähte, Anschlüsse und die Befestigungspunkte ausreißen.

Zum Schluss kann die gesamte Konstruktion mit Gipskartonplatten oder Profilholz verschlossen werden.

Außendämmung durch Bohren und Dämmschaum - empfehlenswert?

Ein Luftzwischenraum (Hohlraum) von einigen Zentimetern zwischen der Außenschale und der Hauswand hat theoretisch einen gewissen Wärmedämm-Effekt. Voraussetzung ist aber, dass es sich um ein „ruhendendes“ Luftpolster handelt. Das heißt, der Luftzwischenraum müsste an allen Stellen des Hauses gegenüber der Umgebung völlig luftdicht abgeschlossen sein. Sobald nur eine einzige kleine undichte Stelle vorliegt, findet eine Luftzirkulation statt, die zur Auskühlung führt (Konvektionswalze) und jeden Wärmedämm-Effekt zunichte macht. In der Regel ist davon auszugehen, dass ein solcher total abgedichteter Luftzwischenraum nicht vorhanden ist, zumal viele zweischalige Klinker-Fassaden im unteren Bereich Entwässerungsöffnungen haben.

Die andauernde Wärmezufuhr aus dem Inneren des Hauses in den Luftzwischenraum (Hohlraum) hält die oben beschriebene Luftzirkulation in Bewegung. Die erwärmte Luft bewegt sich durch die Verringerung ihrer Dichte, – sie steigt nach oben und führt ihre Wärme-Energie mit sich. Im oberen Teil des Luftzwischenraumes bildet die erwärmte Luft einen Wirbel und gelangt in Kontakt mit der kälteren Außenschale. Dabei gibt sie ihre Wärme an diese ab. Die nun abgekühlte Luft sinkt wieder nach unten und bildet einen Wirbel, der durch die warme Innenwand wieder erwärmt wird. Beschleunigt wird dieser Effekt noch zusätzlich, wenn durch undichte Stellen der Luftzwischenraum mit der Außenluft verbunden ist und kalte Außenluft eindringen kann.

Durch die totale Ausfüllung des Luftzwischenraums (Hohlraums) mit einem geeigneten Dämm-Material kann man den Vorgang der Konvektion unterbinden und damit die Wärmedämmung der Außenwände verbessern. Eine solche „Kerndämmung“ kann mit mineralischem Dämm-Granulat (z. B.„Perlite“), Polystyrol-Granulat, Mineralwolleflocken oder Isolierschaum erfolgen. Wichtig ist, dass alle Dämmstoffe wasserabweisend („hydrophob“) ausgerüstet sind. Bei Isolierschaum besteht die Gefahr, des frühzeitigen Aushärtens, so dass eine totale Ausfüllung des Luftzwischenraums nicht gewährleistet ist.

Um genau zu sein, muss man sagen, dass durch die Kerndämmung - das Ausfüllen des Luftzwischenraumes (Hohlraum) - mit einem geeigneten Dämm-Material und durch die damit erreichte Unterbindung der „Konvektionswalze“ lediglich die „Auskühlung“ der Außenwände gestoppt wird.

Um eine voll wirksame Wärmedämmung nach den Vorgaben der Energie-Einsparverordnung (EnEv) zu erreichen, müsste eine Dämmstoffdicke von mindestens 12 cm, besser 16 cm, erreicht werden. Da der Luftzwischenraum (Hohlraum) in der Regel eine geringere Tiefe hat, wird es erforderlich sein, die Fassade auf der Außenseite noch zusätzlich zu dämmen. Bei Klinkerfassaden bietet sich eine Wärmedämmung auf den Innenseiten der Außenwände an.

Umgekehrt ist festzustellen, dass eine äußere Wärmedämmung nur dann wirksam ist, wenn vorher der Luftzwischenraum mit Dämm-Material ausgefüllt wurde. Das bedeutet: wenn man eine Fassade ausreichend dämmen möchte, müssen immer beide Maßnahmen zusammen durchgeführt werden.

Trotzdem steht jedoch außer Frage, dass eine sorgfältig ausgeführte Kerndämmung im Luftzwischenraum (Hohlraum) zumindest einen positiven Effekt hat.

Wie dämmt man ein Rundbohlenhaus von außen?

Diese Frage können wir ohne genaue Kenntnis des Aufbaus Ihres Hauses und dessen Zustand nur unter Vorbehalt beantworten. Wir können Ihnen daher nur einen unverbindlichen Vorschlag machen:

Auf die Fassade werden senkrecht Kanthölzer hochkant gedübelt und geschraubt. Bei direkter Montage dieser Traglattung an unebenen Flächen kann das Ausfluchten am einfachsten durch das Hinterlegen von Holz- oder Sperrholzscheiben geschehen. Die Kantenhöhe muss der Dicke des Dämm-Materials (Mineralwolle-Platten) entsprechen.

Nach Auffassung vieler Experten sollte die Dämmstoffdicke mindestens 16 cm betragen, zumal die Energie-Einsparverordnung ab 2009 neue Werte für die Wärmedämmung von Fassaden vorschreibt. Um keine Fehler zu machen, sollte grundsätzlich die Dicke der Dämmschicht einer Außendämmung von einem Fachmann berechnet werden. Sie muss so gewählt werden, dass der „Taupunkt“ – nach Durchführung der Arbeiten – nicht innerhalb der Systems liegt. In der Regel wird diese Berechnung vom Hersteller des Wärmedämm-Verbundsystems als Service-Leistung gratis durchgeführt. Aber auch jedes Architektur-Büro kann diese Berechnung vornehmen.

Der Abstand der Kanthölzer sollte 0,5 cm geringer gewählt werden, als die Dämmplatten breit sind. Auf diese Weise können die Mineralwolle-Platten stramm, lückenlos und ohne Fugen zwischen die Kanthölzer geklemmt werden. Zusätzlich können die Dämmplatten noch mit Tellerdübeln befestigt wrden.

16 cm dicke Mineralwolle-Platten sind so starr, dass die Vertiefungen zwischen den einzelnen Bohlen sicher überbrückt werden.

Anschließend wird die gesamte Fläche mit einer wasserabweisenden, dampfdiffusionsoffenen

Folie überspannt. Diese Folie muss so eingebaut werden, dass an keiner Stelle Feuchtigkeit in die Wärmedämmung eindringen kann. Die Nähte und Anschlüsse müssen verklebt werden,

Zur Herstellung eines Luftzwischenraums zur „Hinterlüftung“ der Fassadenverkleidung werden auf die Kanthölzer der Traglattung senkrecht 2 cm dicke Latten genagelt. Anschließend werden darauf waagerecht die Latten befestigt, welche die abschließende Fassadenverkleidung halten. Der Abstand und die Abmessung dieser Lattung richtet sich nach dem verwendeten Material: Holz, Schindeln oder Fassadenplatten, von denen es eine sehr große Auswahl gibt. Ganz besonders wichtig ist, dass die offenen Kanten dieses Systems oben und unten mit einem feinen Drahtgitter sorgfältig verschlossen werden, damit kein Ungeziefer (Mäuse o. ä.) in die Wärmedämmung einwandern kann.

Was lässt sich gegen, durch Wärmebrücken entstandene, Wasseransammlungen in Zimmerwänden tun?

Eine Verbesserung der Situation ist nur durch eine ausreichende Wärmedämmung der Innenwände möglich. Diese kann man mit den üblichen Dämm-Materialien herstellen. Die Verwendung von Styropor oder Mineralwolle erfordert jedoch den Einbau einer absolut luftdichten Dampfsperre. Einfacher ist die Verwendung von Kalzium-Silikat-Platten.

Kalzium-Silikat-Platten sind ein neu entwickeltes Dämm-Material zur Isolierung gegen Kälte und seit ungefähr 8 Jahren im Handel.

Kalzium-Silikat-Platten bestehen überwiegend aus Kalk und feinem Sand mit geringen Zelluloseanteilen. Sie sind daher als ökologisch unbedenklich einzustufen. Sie sind abweisend gegen Wasser (in flüssiger Form). Trotzdem haben sie eine sehr gute Wasserdampf-Durchlässigkeit, so dass die „Atmung“ der Wände, auf denen Kalzium-Silikat-Platten angebracht werden, in keiner Weise behindert wird.

Kalzium-Silikat-Platten sind unbrennbar (Brandklasse A1), leicht von Gewicht, zug- und druckfest. Sie sind formstabil und unterliegen keinen Ausdehnungsschwankungen. Sie haben eine sehr gute Dämmwirkung, die auf der mikroporösen Struktur beruhen, das heißt, es sind unendlich viele kleine Luftblasen in diesem Material eingeschlossen. Kalzium-Silikat-Platten haben eine ähnliche Isolierwirkung wie Polystyrol (Styropor) oder Mineralwolle. Die Wärmeleitfähigkeit beträgt je nach Fabrikat 0,045 – 0,06 W/mK.

Kalzium-Silikat-Platten werden – je nach Hersteller - in unterschiedlichen Formaten und Dicken von 10 – 100 mm angeboten. Um eine ausreichende Wärmedämmung zu erreichen muss in der Regel eine Dämmstoffdicke eingebaut werden, die größer ist als 50 mm. Oftmals wird es daher erforderlich sein, mehrere dünnere Platten vollflächig aufeinander zu kleben.


Kalzium-Silikat-Platten haben eine positive Wirkung auf das Raumklima. Sie wirken als „Feuchtigkeits-Puffer“. Sie können im Raum befindliche überschüssige Luftfeuchtigkeit aufnehmen und diese später bei gesunkener Luftfeuchtigkeit nach vernünftiger Lüftung dosiert wieder an die Umgebung abgeben. Aus diesem Grund dürfen Wärmedämmungen, die mit Kalzium-Silikat-Platten hergestellt werden, nicht mit einer Dampfsperre abgeschlossen werden. Bei diesem Vorgang der „Feuchtigkeits-Abpufferung“ behalten Kalzium-Silikat-Platten stets eine trockene Oberfläche. Dadurch werden die Wachstumsbedingungen für Schimmelpilze stark eingeschränkt. Unterstützt wird dieser Effekt zusätzlich durch die Alkalität der Plattenoberfläche.

Kalzium-Silikat-Platten werden mit einem speziellen Klebemörtel befestigt. Sie müssen an jeder Stelle vollflächigen Kontakt mit dem Untergrund haben. Hohlstellen und Unebenheiten sind vorher mit Klebemörtel auszugleichen. Größere Platten können zusätzlich mit Tellerdübeln gesichert werden. Kleinteilige Platten können mit einem Leichtputz überzogen werden, in den ein Armierungsgewebe eingebettet ist. Bei großformatigen Platten, reicht es aus, die Plattenstöße glatt zu schleifen. Alle Werkstoffe wie Klebemörtel und Leichtputz müssen vom Hersteller der Platten zugelassen sein. Bei systemfremden Werkstoffen erlischt die Garantie.

Kalzium-Silikat-Platten können ihre guten Eigenschaften aber nur dann entfalten, wenn ihre Oberfläche ebenfalls diffusionsoffen (d. h. atmungsaktiv) gestaltet wird. Als Anstrich sind daher Innen-Silikatfarben zu empfehlen, da diese gleichfalls eine ungehinderte Wasserdampf-Durchlässigkeit zulassen. Außerdem gehen Silikatfarben mit den Kalkbestandteilen der Platten oder des Leichtputzes eine chemische Verbindung ein, sie verkieseln mit ihnen. Innen-Silikatfarben lassen sich mit dem gleichen Material immer wieder überstreichen. Beim Tapezieren sollten nur leichte Papiertapeten verklebt werden. Überstrichene Rauhfaser-Tapeten sowie Kunststoff- oder Vliestapeten sind nicht geeignet.

In der letzten Zeit wurden von verschiedenen Herstellern Dämmplatten entwickelt (z. B. Remmers iQ-Therm oder Linitherm PAL SIL), bei denen eine Unterlage aus hochdämmenden Dämmstoffen mit einer Oberseite aus Kalzium-Silikat-Platten kombiniert ist. Bei diesen Dämmplatten soll die Feuchtigkeits-Abpufferung von Kalzium-Silikat-Platten ausreichen, um die Montage einer Dampfsperre Überflüssig zu machen. Ob das tatsächlich in Fällen funktioniert, lässt sich zur Zeit noch nicht sagen, da diese „Kombinationsplatten“ erst seit geraumer Zeit auf dem Markt sind.

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