Wärmepumpen auch in der Sanierung die richtige Heiztechnik

WPL 19/24 - außenaufgestellte Luft|Wasser-Wärmepumpe für die Sanierung

WPL 19/24 - außenaufgestellte Luft|Wasser-Wärmepumpe für die Sanierung Foto: Stiebel Eltron

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Erneuerbare Energien statt fossiler Dinosaurier

Wer Energie sparen will, kommt um die Heizungssanierung nicht herum: Bis zu 85 Prozent des gesamten persönlichen Energieverbrauchs gehen auf das Konto der Heizung und Warmwasserbereitung – erst Recht, wenn die vorhandene Anlage nicht dem aktuellen Stand der Technik entspricht. Und das ist in rund drei Viertel aller deutschen Haushalte der Fall. Grundsätzlich sollte bei einer Sanierung der Einsatz einer Wärmepumpe als Heizsystem geprüft werden.

Die früher gängige Meinung, eine Wärmepumpe funktioniert nur bei Neubauten und nur mit einer Fußbodenheizung, entspricht nicht den Tatsachen. Dank neuer Entwicklungen mit hohen Effizienzsprüngen in den letzten Jahren ist die Wärmepumpe heute bei jedem Heizungsaustausch eine Alternative, die es zu untersuchen gilt. Denn das Einsparpotenzial beim Energieverbrauch und damit auch beim CO2-Ausstoß ist extrem groß.


Auch die aktuelle Energieeinsparverordnung (EnEV) beschäftigt sich mit alten Heizungen: Sie schreibt zum Beispiel vor, dass bestimmte Heizungsanlagen, die 30 Jahre oder älter sind, nicht mehr betrieben werden dürfen. Ganz unabhängig von gesetzlichen Vorgaben ist klar, dass ältere Anlagen nicht dem Stand der Technik entsprechen und damit keinesfalls effizient mit Energie umgehen. Deswegen sollte in jedem Fall über einen Austausch nachgedacht werden. Zumal der Umstieg von der Bundesregierung gefördert wird.

Bivalenz häufig nicht sinnvoll


Hausbesitzern, die ihre Heizungsanlage erneuern möchten oder auch nur die Einbeziehung erneuerbarer Energien in das bestehende System nachfragen, wird mitunter eine bivalente Anlagenzusammenstellung empfohlen. Manchmal wird, in Anlehnung an die Werbung für umweltfreundliche Kraftfahrzeuge, auch von Hybridsystemen gesprochen. Dabei soll meist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe einen Teil des Heizbedarfs erfüllen, der vorhandene oder ebenfalls neu zu installierende Gas- oder Ölkessel unter bestimmten Bedingungen zusätzlich für Wärme sorgen. Die Argumente für eine solche Konstellation lauten häufig: das Vertrauen in die Wärmepumpentechnik ist nicht ausreichend, die bestehende Heizungsanlage mit Radiatoren als Verteilsystem erfordert hohe Vorlauftemperaturen, außerdem sei der vorhandene Kessel doch noch in Ordnung. Nachhaltig ist eine solche Konstellation nicht. Trotz neuer Wärmepumpe muss beim Ausfall des bestehenden Öl- oder Gaskessels erneut investiert werden, um die zu klein gewählte Wärmepumpe auch weiterhin unterstützen zu können. Auch wirtschaftlich rechnet sich die bivalente Lösung nicht. Die doppelte Anlagentechnik generiert nicht nur zweifache Kosten bei Grundgebühren (Gas, Strom), im Betrieb (Hilfsenergie für zwei Systeme) und bei der Instandhaltung (Schornsteinsanierung, -reinigung, Abgasmessung etc.), auch die Installation der Anlage wird angesichts doppelter Verrohrung und komplizierter Steuerungs- und Regeltechnik deutlich teurer. Darüber hinaus wird die Zahl möglicher Fehlerquellen erhöht, denn Auslegung, Installation und Einbindung in die vorhandene Haustechnik sind natürlich komplizierter als bei einer alleinigen Wärmepumpen-Lösung, die heute auch mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe problemlos möglich ist. Der erhöhte Platzbedarf ist ein weiterer gravierender Nachteil einer bivalenten Lösung. „Deswegen empfehlen wir wenn möglich eine alleinige Wärmepumpenlösung“, erklärt Experte Henning Schulz vom deutschen Wärmepumpen-Hersteller Stiebel Eltron.


Über das Marktanreizprogramm für Erneuerbare Energien (MAP) fördert die Bundesregierung den Einbau von umweltfreundlichen Wärmepumpen – im Neubau wie im Bestand. Gerade bei Sanierungen kann sich das lohnen, mehr als 9.000,- Euro kann es beim Einbau einer Erdreich-Wärmepumpe vom Staat dazugeben. Inzwischen ist die Förderung sogar dann möglich, wenn die Warmwasserbereitung dezentral über Durchlauferhitzer erfolgt – einzige Voraussetzung dabei: die Geräte müssen mit „grünem“ – sprich Umweltstrom – versorgt werden.

Dabei ist es egal, wie der Strom umweltfreundlich wird - ob ein Teil des Haushaltsstroms über eine Photovoltaikanlage selbst erzeugt wird, oder ob sich die Hausherren für einen Umweltstromtarif entscheiden. „Das sind sehr gute Nachrichten für tausende Hausbesitzer, die bisher die Umrüstung ihrer Heizungsanlage auf eine Wärmepumpe gescheut haben, weil sie der aufwändige Umbau der Warmwasserversorgung abgeschreckt hat“, so Schulz. „Jetzt kann die Warmwasserversorgung bleiben, wie sie ist, und es gibt trotzdem Geld vom Staat, wenn man sich für eine neue, effiziente Wärmepumpe entscheidet. Im Idealfall kommen alle benötigen Komponenten aus einem Haus: die förderfähige Wärmepumpe, eventuell ein neuer Durchlauferhitzer und für den Haushalt der zertifizierte Ökostromtarif „UmweltStromPlus“ – oder alternativ eine Photovoltaik-Anlage zur eigenen Stromerzeugung.“