Pool im Garten: das eigene Schwimmbecken bauen
Gartenplanung

Pool im Garten: das eigene Schwimmbecken bauen

Ein Swimming-Pool Marke Eigenbau - den hätten in diesem Sommer viele gern gehabt. Welcher Pool zu wem passt, wie er aufgestellt wird und was es sonst noch zu beachten gilt

Foto: RivieraPool

Dreißig Grad im Schatten, die Sonne brennt unerbittlich vom Himmel. Jetzt ein schneller erfrischender Sprung ins kühle Nass, das wäre toll. Am liebsten im eigenen Swimming Pool direkt vor der Haustür, ohne Rangeln mit anderen Badegästen um einen Platz im überfüllten Schwimmbad. Wer sich den Wunsch vom Traumpool erfüllen möchte, muss sorgfältig planen. Ja nach Ausführung kommt Einiges an Kosten auf den künftigen Self-made-Bademeister zu.

Je sorgfältiger die Planung, umso weniger geht schief Foto: Rudi-o

Der erste Schritt zum Badeparadies

Der einfachste Weg zum neuen Pool ist der Kauf eines preiswerten Bausatzes. Er kann sogar von einem Laien mit wenig Aufwand zusammengeschraubt werden. Die Auswahl ist hier, was Größe und Aussehen angeht, aber eher eingeschränkt. Wer dagegen höhere Kosten und Mühen nicht scheut, kann unter üppigem Angebot von Formen und Materialien wählen.

Ist die Wahl entschieden, steht als erster Arbeitsschritt die Planung an. Wo soll der Badespaß überhaupt hin? Eine südlich ausgerichtete, schattenfreie Ecke im Garten bietet sich an. Dort erwärmt sich das Wasser dank reichlicher Sonneneinstrahlung von allein und die Wärmepumpe hat Pause. Wer keine Lust hat, Blätter aus dem Pool zu fischen, sollte auch darauf achten, nicht gerade unter Laub abwerfenden Bäumen oder Sträuchern zu bauen. Praktisch ist die Nähe bereits vorhandener Strom- und Wasseranschlüsse. Das erspart das aufwendige und teure Verlegen neuer Leitungen.

XXL oder Planschbecken?

Die Größe des Beckens hängt von den persönlichen Bedürfnissen ab: Will man darin die ein oder andere Bahn ziehen, empfiehlt sich eine Länge von mindestens acht Metern. Eine Tiefe von 1,50 Metern genügt, sonst erhöht sich der Wasserdruck auf die Außenwände des Pools und kompliziert die Planung. Für bescheidenere Ansprüche eignet sich ein Rundpool. Diese kostengünstigere Variante reicht mit ihren Maßen für ein erfrischendes Bad oder zum Planschen für die Kinder in der sommerlichen Hitze.

Galerie: 10 Pool-Beispiele

Der Preis ist heiß

Bei der Ausführung des Pools steht eine genaue Kalkulation an. Neben dem Material fallen je nach Ausführung und Eigenleistung erhebliche Kosten für Wärmepumpe, Wasserfilter, Handwerker, das Ausschachten der Baugrube sowie das Entsorgen des Aushubs an. Außerdem ist eine Poolabdeckung sinnvoll. Sie schützt das Wasser langfristig vor Verschmutzung und Verdunstung. Auch eine grobe Schätzung laufender Energiekosten wie Wasser und Strom gehört dazu.

Selber bauen spart Geld

Am günstigsten in der Anschaffung sind Stahlwandbecken oder robuste Fertigpools aus Polyester. Im Handel gibt es Selbstbau-Sets schon ab rund 5.000 Euro. Wichtig ist, darauf zu achten, ob die Transportkosten bereits im Kaufpreis inbegriffen sind. In der Regel gibt es die Becken eckig, oval und rund. Wer die Form des Pools lieber frei gestalten möchte, greift zu einer gegossenen Betonschale (sehr arbeitsintensiv!) oder Iso-Steinen. Die müssen jedoch aufwendig verputzt und eingepasst werden. Beide Varianten sind ziemlich teuer, dafür aber beständig gegen Schäden durch Wurzeln oder Buddeln von Nagern.

Nur für den ganz großen Geldbeutel eignet sich ein Edelstahlbecken. Seine Vorteile liegen in der Langlebigkeit, der bequemen Wartung, und es ist leicht zu reinigen. Aber der Preis für dieses elegante Design ist hoch, er beginnt bei etwa 20.000 Euro. Dazu kommt noch einmal etwa die Hälfte des Betrages für die Pooltechnik.

10 praktische Tipps für Poolbauer

Alles klar? Dann Wasser marsch!

Viele Hausbesitzer scheuen den Bau eines Pools wegen der möglicherweise hohen Nebenkosten. Aber moderne Filter- und Umwälzanlagen arbeiten sparsam und umweltfreundlich. Auch der unangenehm störende Geruch von Chlor zum Desinfizieren des Wassers ist ein Relikt aus vergangenen Zeiten und muss nicht unbedingt sein. Um das kühle Nass sauber zu halten, leistet ein Biofilter besonders gute Dienste. Zusätzlich verhindert er bei hohen Außentemperaturen die Algenbildung. Günstiger in der Anschaffung ist eine spezielle UV-Lampe. Ihr Licht tötet Keime und Bakterien ab.

Gründliches Duschen vor dem Schwimmen hält das Poolwasser sauber Foto: Garpa

Im Naturteich reinigt sich das Wasser rein biologisch durch die Pflanzen Foto: zora120875 / Pixelio

Natürlich baden gehen

Eine naturnahe Alternative zum Swimming Pool ist ein Schwimmteich. Anstelle großen Materialaufwandes wird hier „nur“ ein großes Loch gebuddelt und professionell mit einer entsprechend großen Plane ausgefüttert. Für sauberes Wasser sorgen statt teurer technischer Geräte die richtigen Pflanzen, Kies und Mikroorganismen. Hier sind besonders viel Fachwissen und Platz nötig. Allein die Reinigungszone benötigt mindesten ein Drittel der Gesamtfläche des Schwimmteichs, auch sollte eine ungefähre Tiefe von zwei Metern eingehalten werden, damit das Wasser bei hohen Temperaturen nicht umkippt. Ist alles fachgerecht eingepflanzt, muss nur noch im Frühjahr geschnitten werden. Im Gegensatz zum klassischen Pool kann das Wasser nicht zusätzlich erwärmt oder abgedeckt werden. Für Fische ist dieser Teich übrigens nicht geeignet.

Merkliste

Kalkulation

In die Budgetplanung gehören Material, langfristige Kosten wie Wasser, Strom und Pflege sowie der Anteil professioneller Hilfe bei der Planung und beim Bau.

Größe und Standort

Der Umfang des Pools richtet sich nach seinem Verwendungszweck und dem Platz im Garten, d. h. wollen Sie ganze Runden ziehen oder nur ein bisschen planschen?

Planung & Genehmigung

Vor dem Bau unbedingt Daten zu Bodenbeschaffenheit, Grundwasserspiegel und Genehmigungen recherchieren. Eine Bodenuntersuchung hilft beispielsweise, den zum Untergrund passenden Baustoff auszuwählen. Der Bau selbst muss in den meisten Bundesländern nicht genehmigt werden, sofern er ein Volumen bis zu etwa 100 Kubikmetern nicht übersteigt (das entspricht einem Beckendurchmesser von etwa 4 x 8 x 1,5 Metern).

ZU BEACHTEN!

  • Je nach Bauamt muss eine Baumeldung bzw. Baufertigmeldung eingereicht werden (am besten Rücksprache über etwaige Voraussetzungen mit dem zuständigen Bauamt halten)
  • Unter eine eventuelle Meldepflicht fallen auch Bauten wie Solaranlagen zum Beheizen des Pools oder Überdachungen
  • Gesonderte Regeln gelten für Bauten, die in landwirtschaftlich genutzten Gebieten oder solche, die in einem Denkmal- oder Naturschutzgebiet geplant sind. Informationen und Anträge gibt es bei dem zuständigen regionalen Bauamt, in der Landesbauordnung oder bei der Baupolizei.
  • Auch müssen alle Abstandsflächen zu Nachbargrundstücken entsprechend der jeweilig zuständigen Bauordnung eingehalten werden. Wer sichergehen möchte, stellt eine formlose kostenfreie Anfrage über alle wichtigen Punkte mit Bitte um schriftliche Bestätigung beim jeweiligen Bauamt. In Rheinland-Pfalz geht das z. B. unter http://landesrecht.rlp.de/, in Nordrhein-Westfalen unter https://recht.nrw.de/
  • Poolüberdachungen sollten gegen Schäden wie Sturm, Hagel etc. versichert sein. Welche Klausel in der Police notwendig ist, hängt vom jeweiligen Versicherer ab. Generell sollte ein Schwimmbecken in der entsprechenden Versicherung aufgenommen werden
  • Das Becken muss gegen den unbefugten Zutritt durch Dritte von außen abgesichert sein. Besonders wichtig bei der Sicherheit ist der Schutz von Kleinkindern vor dem Ertrinken.

Weiterführende Infos

    •    Bundesverband Schwimmbad & Wellness e. V. (www.bsw-web.de)
    •    Deutsche Gesellschaft für naturnahe Badegewässer (www.dgfnb.de)

Leser fragen, Experten antworten

Frage zum Thema Garten Die Granitplatten um meinen Pool setzen sich ab. Welche Sarnierungsmaßnahmen gibt es?

Gern möchten wir Ihnen eine konkrete Antwort auf Ihre Anfrage geben. Ohne genaue Kenntnis Ihres Pools und des Plattenbelages ist uns das leider nicht möglich.

Wir können uns folgende Sanierungsmaßnahme vorstellen:

Vorsichtiges Aufnehmen der Granitplatten und sorgfältiges Entfernen aller Zement- oder Mörtelanhaftungen mit Hammer und Meißel. Eine Neuverlegung sollte möglichst ohne Mörtel nach folgender Anweisung erfolgen:

  1. Entfernen des Erdreichs in einer Tiefe von ca. 40 cm.

  2. Einbringen einer 30 cm dicken Schicht aus Feinsplitt, die anschließend verdichtet werden muss.

  3. Verlegung der Platten in einer 5 – 8 cm dicken Sandschicht.

Diese Art der Verlegung hat den Vorteil, dass Reparaturen und Nachbesserungen leichter möglich sind.

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