Gemüsebeet richtig anlegen: Welche Pflanzen vertragen sich miteinander, welche nicht?
Gartenplanung

Gemüsebeet richtig anlegen: Welche Pflanzen vertragen sich miteinander, welche nicht?

Lauch, Kohlrabi, Tomaten - wer erfolgreich sein eigenes Gemüse ernten möchte, der muss gut vorplanen. Ganz wichtig ist, welche Gemüsesorten nebeneinander platziert werden

Foto: FloraPress

Frisches Gemüse ist einfach zu lecker! Leider finden das auch viele der kleinen Bewohner unseres Gartens. Wer auf die erste eigene Ernte spekuliert, der wird oft bitter enttäuscht. Plötzlich sind die jungen Pflänzchen aufgefressen, und es ist kaum noch etwas für den eigenen Teller übrig.

Was dagegen hilft? Ein Schneckenzaun. Und ein guter Plan fürs Gemüse­beet. Der lange Winter ist die beste Zeit, um ihn zu schmieden und die Beete für die Aussaat im März vorzubereiten. Denn leider ist die Planung bei Gemüse ungefähr so kompliziert wie die Sitzordnung bei einer Hochzeitsfeier. 

Gemüsebeet planen: Wer wurzelt tief, wer flach?

Bereits vor vielen Hundert Jahren bemerkten unsere Vorfahren, dass sich manche Pflanzen gegenseitig vor ungebetenen Gästen beschützen – und dass sich andere dagegen als Nachbarn überhaupt nicht vertragen. Der Kampfplatz ist vor allem unterirdisch, zwischen den Wurzeln der Gemüsepflanzen.

Nachtschattengewächse wie Tomaten und Kartoffeln konkurrieren dort miteinander und machen sich das Leben schwer, während der tief wurzelnde Mangold neben flacher wurzelnden Radieschen richtig glücklich wird. Tomaten, die neben Basilikum wachsen, schmecken besser, Kartoffeln reifen kulinarisch neben Dill. Zufrieden werden die Knollen auch neben Möhren. Die dagegen fühlen sich in der Gesellschaft von Kamille und Schwarzkümmel wohl – als Parasitenschutz.

Immer schön mischen: Wer bewusst bunt durcheinanderpflanzt, hat gesunde Pflanzen und bekommt auch mehr in seinen Beeten unter Foto: Flora Press

Gemüsebeet anlegen: Tabellen studieren und Platz schaffen

Welche Pflanzen gute Nachbarn sind, verraten ­Mischkulturtabellen. Auf dem Papier und an frostfreien Tagen auch schon auf dem eigenen Boden wird der Gemüsegarten erst einmal in Beete und Wege eingeteilt. Weil man dort immer irgendetwas auf allen Vieren zu rupfen und zu graben haben wird, sollten die Beete von beiden Seiten gut erreichbar sein – das klassische Maß ist ein Quadrat von 1,20 Metern. 

In feuchten, schattigen Gärten ist es sinnvoll, gleich einen Schnecken­zaun aus Metall als Einfassung zu planen. Ansonsten gehen auch hochkant gestellte Lärchenbretter oder halb vergrabene Ziegelsteine. Die Wege können einfach mit den Füßen gestampft werden – danach kommt am besten noch eine Schicht aus gehäckseltem Holz oder Kies als Schutz vor Unkräutern darauf.

So wird ein Beet 3 x im Jahr bepflanzt

Gemüsebeet bepflanzen: Vorkulturen, Hautpkulturen, Nachkulturen

Jetzt geht es an die Planung der Bepflanzung. Um den Gemüsegarten optimal zu nutzen, setzt man neben den Hauptkulturen – Pflanzen, die eine ganze Saison zum Wachsen benötigen und ab Mai direkt ins Beet gesetzt werden können – noch entweder eine Vor- oder eine Nachkultur ins jeweilige Beet. Hauptkulturen sind zum Beispiel Kartoffeln, Bohnen, Gurken, Möhren oder Sellerie. Bei warmem Wetter als Vorkultur ab März in ein Beet kann zum Beispiel Spinat. Er lockert den Boden vor – und was nicht aufgegessen wird, kann abgeerntet und als Mulchschicht liegen gelassen werden. Nachkulturen kommen etwa im September in den Boden, wenn die Hauptgemüse abgeerntet sind. Dazu gehört zum Beispiel Feldsalat oder Senf. 
Die Besetzung der Beete sollte von Jahr zu Jahr gewechselt werden. Gemüsesorten brauchen so viele Nährstoffe, dass sie nach wenigen Jahren den Boden auslaugen. Die so genannte Fruchtfolge gleicht diesen Effekt aus – unterschiedliche Pflanzen haben unterschiedliche Bedürfnisse

Gemüsebeet bepflanzen: Diese Pflanzen passen zueinander

Manche Pflanzen passen richtig gut aufeinander auf. Sie gehören nebeneinander ins Beet

Foto: Flora Press

Erbse & Kamille

Die ätherischen Öle der Kamille halten Pilzsporen von frisch keimenden Erbsensämlingen fern. Und sie blühen von Mai bis September – ein echter Hingucker im Gemüsegarten

Foto: Flora Press

Foto: Flora Press

Kartoffel & Meerrettich

Untenrum gut ab­geschirmt: Die Schärfe in der Meerrettich­wurzel macht sich auch bei den unterirdisch wohnenden Kartoffelkäfern bemerkbar. Sie halten Abstand

Foto: Flora Press

Möhre & Schnittlauch

Möhrenfliegen werden von dem gelben Wurzel­gemüse ­magisch angezogen – ­außer, es wird von einem Ring aus Schnittlauch beschützt

Foto: Flora Press

Foto: Flora Press

Kopfsalat & Kerbel

Viele Gärtner pflanzen Kerbel neben Kopf­salat, weil der dadurch angeblich schneller wächst. Wie das funktioniert? Eine wissenschaftliche Erklärung gibt es dafür noch nicht

Foto: Flora Press

Gemüse nach Plan: die Mischkultur

Gemüse selbst anbauen ist gar nicht schwierig - und umso einfacher, wenn man sich für eine so genannte Mischkultur entscheidet. Dabei werden verschiedene Gemüsearten in einem Beet gemischt. Der Trick stammt aus der Natur: Dort wachsen die wenigsten Pflanzen einsam auf kahler Erde ohne Nachbarn, stattdessen bilden sie bunte Lebensgemeinschaften. Das hat mehrere günstige Effekte: So verhindern zum Beispiel kleine Pflanzen - wie junger Spinat - als Bodendecker um große herum gepflanzt, dass der Boden von der Sonne ausgetrocknet wird. Andere Pflanzen unterstützen sich gegenseitig, indem sie sich unterirdisch gegenseitig mit Nährstoffen aushelfen. Auf jeden Fall sollten Sie zwischen die Gemüsepflanzen auch einjährige Kräuter wie Dill oder Bohnenkraut säen. Ihre nektarreichen Blüten locken bestäuben an - und ihr intensiver Duft wirkt wie ein unsichtbarer Schutzschild gegen gemüsefressende Insekten. Möhrenfliege und Co suchen ihre Nahrungspflanzen mit dem Geruchssinn. Die ätherischen Kräuteröle behindern sie dabei.Aber Vorsicht: Es gibt nicht nur gute Nachbarn im Gemüsebeet. So können sich Pflanzen mit hohem Nährstoffbedarf gegenseitig aushungern. Unsere praktische Mischkultur-Tabelle (gibt es auch hier zum Download) hilft Ihnen bei der Planung. Sie zeigt, welche Gemüse zusammenpassen. Am wichtigsten und unbedingt zu beachten sind die Minuszeichen: Diese Pflanzen behindern sich gegenseitig und sollten nie nebeneinander - weder in derselben noch in benachbarten Pflanzreihen - eingesetzt werden. Zusammengepflanzt werden können alle Pflanzen, die gar kein oder ein Plus-Zeichen miteinander verbindet. Die ersten stören sich gegenseitig nicht, und die zweiten arbeiten sogar füreinander.

Wer verträgt sich mit wem? Einfach auf das Bild klicken, dann startet der Download für die Mischkultur-Tabelle

Gemüsebeet planen: Gemüse rund ums Jahr

Wer sein Gemüsebeet optimal nutzen will, der kann die Saison schon im Februar mit den so genannten Vorkulturen starten - Arten, die wie Spinat oder Radieschen schon bei kühlen Frühjahrstemperaturen keimen - und bis zum ersten Schnee von seinen so genannten Nachkulturen ernten. Ein Klassiker dafür sind Arten, die wie Grünkohl oder  Feldsalat auch gut mit winterlich kühlen Novembertagen zurechtkommen.
Auch hier müssen sich die Arten vertragen: So vertragen zum Beispiel bei sehr hungrigen Pflanzen wie den verschiedenen Kohlarten nur spärlich naschende Vorpflanzen. Unsere Tabelle (hier zum Download) zeigt passende Vorgänger und Nachfolger. 

Die Tabelle zur Reihenfolge im Gemüsebeet können Sie hier direkt herunterladen. Einfach das Bild anklicken

Gemüsebeet anlegen: Pflanzplan in 2 Varianten

Variante 1: Ein Hochbeet mit mindestens 1,20 m Seitenlänge, jährlicher Wechsel zwischen den vier Mischkulturen
Variante 2: Ein Gemüsegarten mit vier Beeten,  die vier Mischkulturen wandern jedes Jahr ein Beet weiter

So wird gesät und gepflanzt: Immer in Reihen, so dass dazwischen 20 bis 30 cm Platz bleibend gesät und gepflanzt: Immer in Reihen, so dass dazwischen 20 bis 30 cm Platz bleiben. Den kompletten Pflanzplan finden Sie hier zum Download.

Den Pflanzplan können Sie hier herunterladen. Einfach das Bild anklicken

Die Garten-Spezialisten aus unser Hersteller-Datenbank

Umfrage zur Smart Haus Tour

Umfrage zur Smart Haus Tour

Wie halten Sie es mit dem Thema "Smart Home"? Was interessiert Sie besonders, wie gut kennen Sie sich schon aus? Beantworten Sie uns nur 5 kurze Fragen und gewinnen Sie mit etwas Glück einen Echo Dot von Amazon im neuen Design. Hier geht es zum Umfrage

Ihr Ratgeber rund ums Eigenheim

Entdecken Sie unser Wohnglück-Magazin

Ob Sie eine Immobilie bauen, kaufen, renovieren oder finanzieren möchten – im Ratgeber Wohnglück finden Sie wertvolle Infos, Neues, Tipps, Anleitungen und vieles mehr rund um den wichtigsten Ort der Welt.
Mehr über unser Magazin

Unser Newsletter: Tipps, Trends & News in Ihrem Postfach

Bleiben Sie informiert: Wir präsentieren Ihnen regelmäßig
die neuesten Tipps, Trends & Neuigkeiten rund um die Bereiche Bauen und Wohnen.