Insektenschutz: Wespen, Ameisen, Mücken und Zecken auf natürliche Art vertreiben
Gartenpflege

Insektenschutz: Wespen, Ameisen, Mücken und Zecken auf natürliche Art vertreiben

Tschüss, ihr Plagegeister! Diese Tricks helfen, ganz ohne Gift Wespen, Ameisen, Mücken und andere Insekten auf Distanz zu halten

Foto: Adobe Stock

Ruhig bleiben

Kaum steht der Kuchen auf dem Gartentisch, kommen sie herbeigebrummt: hungrige Wespen. Der wichtigste Rat: ruhig bleiben. So vermeiden Sie nicht nur Stiche. Mit der nötigen Ruhe bei der Wahl der Abwehr halten Sie sie auch von Ihrem Lieblingsplatz fern.

Weiß tragen, kein Parfum auflegen

Genau wie Ameisen oder Bienen gehören Wespen zu den Hautflüglern. Sie haben sehr feine Sinne. Blumige Parfüms oder bunte Kleider können Wespen herbeilocken, weil sie sich eine Mahlzeit versprechen. Tragen Sie am besten Weiß.

Warum auch immer – Wespen hassen Basilikum. Eine Galerie des Würzkrauts ... Foto: FloraPress

... (hier die Sorte „African blue“) auf der Terrasse platziert hält sie fern Foto: FloraPress

Nest-Attrappen sind nutzlos

Wespen sind gelehrig. Damit sie sich nicht auf Grillwurst und Torte stürzen, kann man sie – wenn man viele hat – auch an andere Futterplätze gewöhnen. Der NABU empfiehlt diese Ablenkfütterung ab Juni, dann sind die Wespen im Hochsommer umgewöhnt. Besonders gut wirken alte Weintrauben oder andere Obstreste wie Apfelschalen. Vorsicht mit Honig: Er macht die Tiere aggressiv, weil sie dort Bienen vermuten.

Wespennest-Attrappen aus Papier helfen übrigens nichts: Denn Jagd auf Menschenessen machen nur die Deutsche und die Gemeine Wespe. Beide Arten haben keine hängenden Nester.

Alte Hausmittel: Zitronenschalen, Nelkenöl und diverse Pflanzen

Gerüche sind für Wespen starke Signale. Sie können „Stopp“ bedeuten. Ein altes Hausmittel für den Gartentisch: ein Teller mit frischen Zitronenschalen und Nelkenöl. Gut untersucht sind die vertreibenden Eigenschaften von Tomaten und Basilikum. Sie kann man gut in Töpfen auf der Terrasse ziehen, genau wie Minze und Zitronenmelisse.

"Wie ist mir nur?“, denkt die Ameise und weiß nicht mehr, wo es langgeht. Foto: FloraPress

Lavendelöl wirkt wie eine natürliche, aber sehr wirksame Sperre auf die Insekten Foto: FloraPress

Universalmittel Lavendelöl

Lavendelöl ist eine Art Universalhilfsmittel gegen Insekten. Es behindert sie bei der Orientierung. Vor dem Geruch weichen nicht nur Wespen und Mücken verwirrt zurück, er unterbricht auch effektiv die duftmarkierten Ameisenstraßen, die vom Garten ins Haus führen.

Ameisen wandern gern Richtung Küche, wo man Insektengift niemals einsetzen sollte. Auch im Garten sollte man es vermeiden. Ameisenspray enthält Stoffe, die anderen Insekten gleichermaßen schaden: Wissenschaftler machen sie für das aktuelle Verschwinden der Insekten und damit auch das Aussterben heimischer Vogelarten verantwortlich. Und Ameisennester im Garten sind gar nicht schlimm. Lassen Sie die Krabbler doch eine Weile in Ihren Wegfugen wohnen, und Sie werden feststellen, wie bunt Ihr Garten wird. Ameisen tragen eifrig Blumensamen umher und helfen ihnen beim Anwachsen.

Rezepte gegen Plagegeister

Zum Selbermachen: Ökologische Abwehrmaßnahmen gegen Mücken, Zecken, Ameisen und Wespen

Das hilft gegen Mücken

Mückenschutz selbst gemixt

Citrusöl, Eukalyptus oder die Duftstoffe von Basilikum - Plagegeister mit Saugrüssel kann man sich gut mit ätherischen Ölen vom Leib halten. Sie lassen sich im Handumdrehen zu einem individuellen Mückenspray mixen.

Zutaten:
• 100 ml Sprühflasche (zum Beispiel aus der Apotheke)
• 90 ml Wasser
• 10 ml Isopropanol (medizinischer Alkohol)
• 1-2 TL ätherisches Öl (aus dem Reformhaus)

Zubereitung:

Zuerst kommt das Wasser in die Flasche, dann Alkohol und das Öl. Alles gut Durchschütteln. Das Mengenverhältnis stimmt, wenn sich die beiden Schichten (Öl oben, Wasser unten) jetzt tröpfchenförmig vermischen. Wenn sie noch getrennt sind, den Alkohol nachdosieren. Nach einiger Zeit Stehens trennen sich die beiden Phasen wieder - vor jedem Sprühen ordentlich schütteln.

Wissenschaftliche Studien haben gezeigt: Abschreckend wirken die ätherischen Öle auf die Mücken erst ab einer Konzentration von 5 Prozent - also mindestens einen Teelöffel Öl in 100 ml Spray geben. Besonders gut gegen Stechmücken wirken die ätherischen Öle mit minzigen Noten, mit Zitronenaroma, wenn sie nach Hustenbonbons oder sehr blumig wie Geranien riechen.

Anwendung:

Die unbedeckte Haut wird locker mit der Lösung überstäubt. Vorsicht im Gesicht: Das Öl darf nicht in die Augen gelangen. Je nach enthaltenem Öl verfliegt die Mischung schneller oder langsamer, und damit auch ihre Wirkung. Sicherheitshalber sollte etwa einmal pro Stunde gesprüht werden.

Achtung:
Weil manche Menschen empfindlich oder allergisch auf bestimmte ätherische Komponenten reagieren, sollten sie nicht bei Kindern bis 12 Jahren  - oder wenn Babys in der Nähe sind  - angewendet werden. Außerdem empfiehlt es sich, das Spray erst auf dem Handrücken zu testen, bevor man sich damit komplett einsprüht.

Unser Tipp:
Wer besonders nachts von Mücken geplagt wird, der sollte abends vor dem Zubettgehen duschen. Denn die Blutsauger werden vor allem vom menschlichen Schweißgeruch angezogen.

Das hilft gegen Ameisen

Ameisenspray gegen Spähtrupps im Haus

Fast jeder Gartenbesitzer kennt das Problem. Im Sommer versuchen die Ameisen, das Haus und die Küchenvorräte für sich zu erobern. Wer kleine Kinder hat oder Haustiere, kann dann schlecht auf giftiges Ameisenspray setzen. Macht gar nicht: Lavendel hat dieselbe Wirkung. Das ätherische Öl macht die Sechsbeiner orientierungslos, sie können den Duftmarken der Artgenossen  nicht mehr folgen und der schöne Weg in die Küche wird für sie unauffindbar.

Zutaten:

• 150 ml Sprühflasche
• 100 ml Wasser
• 10 ml Isopropanol (medizinischer Alkohol, in der Apotheke)
• 10 - 20 Tropfen reines Lavendel-Öl (zum Beispiel Lavandin, aus der Duftbar der Drogerie)

Zubereitung:
Zuerst kommt das Wasser in die Flasche, dann Alkohol und das Öl. Alles gut Durchschütteln. Das Mengenverhältnis stimmt, wenn sich die beiden Schichten (Öl oben, Wasser unten) jetzt tröpfchenförmig vermischen. Wenn sie noch getrennt sind, den Alkohol nachdosieren. Nach einiger Zeit Stehens trennen sich die beiden Phasen wieder - vor jedem Sprühen ordentlich schütteln.

Anwendung:
Zuerst herausfinden, wo die Ameisen ins Haus kommen. Dann diesen Bereich von außen und von innen besprühen. Im Haus sollten auch die Ameisenstraßen eingesprüht werden, dabei unbedingt auch hinter Fußleisten schauen, eventuell befinden sich dort schon Puppen.
Das Sprühen muss etwa drei Tage lang zwei Mal täglich erfolgen. Außerdem ist es wichtig, dass der Zugang, den die Ameisen gebissen haben, mit dem passenden Material verschlossen wird. Weil sich die Ameisen auch durch Silikon beißen können, muss zum Beispiel an Fensterdichtungen trotzdem gesprüht werden!

Unser Tipp: In den Fugen der Wege, auf dem Rasen oder in den Beeten sollte man Ameisen möglichst leben lassen. Sie kümmern sich mit um den Garten, tragen zum Beispiel Veilchensamen umher, damit es im nächsten Frühjahr noch schöner blüht.

Das hilft gegen Zecken

Blutrünstige Krankheitsüberträger: Zitronen gegen Zecken

Durch das wärmer werdende Wetter breiten sich Zecken in Deutschland immer weiter aus. Auch in Gärten sind sie zu finden - vor allem in den schattigen Bereichen, unter Büschen und Bäumen, wo Bodendecker für das kühl-feuchte Lieblingsklima der blutsaugenden Spinnentiere sorgen. Gegen sie hilft nicht einmal lange Kleidung wirklich. Sie halten sich an Hosenbeinen fest und krabbeln dort umher, bis sie ein freies Stück Haut zum Anzapfen gefunden haben. Was also tun? Einölen!  

Zutaten:

• 100 ml Kokosöl (ein Glas)
• 1 TL ätherisches Öl der Kurkumawurzel
• 1 TL ätherisches Öl von Wachholder
• 1 TL Ätherisches Öl der Zeder

Zubereitung:
Das Kokosöl wird im Wasserbad vorsichtig erwärmt, bis es flüssig ist, dann kommen die ätherischen Öle dazu. Das Glas wird sofort wieder verschlossen und durchgeschüttelt. Hier sind nicht nur die ätherischen Öle gegen die Zecken wirksam, das Kokosöl ist selbst ein Vertreibungsmittel.

Achtung:
Weil manche Menschen empfindlich oder allergisch auf bestimmte ätherische Komponenten reagieren, sollten sie nicht bei Kindern bis 12 Jahren  - oder wenn Babys in der Nähe sind  - angewendet werden. Außerdem empfiehlt es sich, das Öl erst auf dem Handrücken zu testen, bevor man sich damit komplett einreibt.

Anwendung:
Vor dem Spaziergang durch Zeckengebiete mit der Mischung „einseifen“ (das Kokosöl ist halbfest, wird aber beim Reiben über die Haut flüssig). Besonders gefährdet sind Hautfalten und der Haaransatz, hier besonders sorgfältig ölen. Der Geruch der Ätherischen Öle hält die Zecken fern.  

Unser Tipp:
Zecken hassen Trockenzonen. Wer festgestellt hat, dass sie auch auf dem Rasen unterwegs sind, der sollte einen „Wüstenstreifen“ einrichten: Eine 20 Zentimeter breite Zone bedeckt mit Rindenmulch, Holzhäckseln oder Kies. So ein Übergangsbereich zwischen Rasen und angrenzenden Beeten sieht nicht nur schön aus, er ist auch unüberwindlich für Zecken. 

Das hilft gegen Wespen

Dank Aromawand in Ruhe die Grillwurst genießen

Im Hochsommer werden sie richtig lästig: Wespen haben jetzt Heißhunger auf eine ordentliche Portion Fleisch - und da kommen ihnen unsere Grillabende gerade recht. Am besten hilft es, sich hinter einer unsichtbaren Wand zu tarnen. Eine Wand aus Duftstoffen, die die Fluginsekten bei der Orientierung behindert. Wespen sind besonders schwer zu vertreiben. Der synthetische Abschreckstoff DEET, der zum Beispiel in Sprays gegen Mücken und Zecken enthalten ist, zeigt gegen Wespen gar keine Wirkung. Gegen sie wirken einige wenige Pflanzengerüche - die aber deutlich. Auch darunter: Herrlicher Rosenduft und betörendes Lavendelöl.

Zutaten:
• 6 Aromalampen (zum Beispiel aus der Drogerie)
• Teelichter
• etwas Wasser für die Verdampfungsfläche
• nach Belieben: je ein Fläschchen reines Wintergrünöl, ätherisches Öl von Majoran, Wermut, Minze (diese vier wirken am besten), Damaszenerrose, Lavendel oder Zitronengras (sie wirken auch gut)

Anwendung:
Die Aromalampen um den Tisch herum verteilen, mit Wasser befüllen, Öle dazutropfen, Teelichter anzünden. Sobald der Geruch nachlässt: Öl und verdampftes Wasser nachfüllen.  

Unser Tipp: Ruhe ist das erste Gebot. Nicht nur, weil Wespen gern dann stechen, wenn man nach ihnen schlägt - es ist sogar nachgewiesen, dass sie der Geruch von menschlichem Angstschweiß aggressiv macht. Naturschützer raten dazu, die gelehrigen Tiere frühzeitig an alternative Futterplätze zu gewöhnen. Dann suchen sie gar nicht erst nach Kaffeetafeln. Etwa ein Fallobstplatz am anderen Ende des Gartens erfüllt diesen Zweck. 

Leser fragen, Experten antworten

Frage zum Thema Fassade, Türen und Fenster Was lässt sich gegen "Hausbock"-Insekten tun, die Fluglöcher am Dach hinterlassen?

"Hausbock"-Insekten (nicht Holzwürmer) sind nur durch chemische Holzschutzmittel zu bekämpfen.

Der Einsatz von geeigneten Holzschutzmitteln (Holzwurmtod), war lange Zeit in Verruf geraten, weil in ihnen giftige Wirkstoffe enthalten waren, die auch für Mensch und Tier (Wirbeltiere) schädlich waren. Nach dem Verbot dieser Wirkstoffe wurden neue entwickelt, die nur für Insekten schädlich sind. Sie greifen in den Häutungsvorgang der Insekten ein und verhindern damit deren Verpuppung, bevor sich ein vermehrungsfähiger Käfer entwickeln kann. Da bei sachgemäßem Einbringen des Holzschutzmittels sich dieses im Holz anreichert, wirkt es auch vorbeugend gegen einen Neubefall. Dazu ist es erforderlich, das Holzschutzmittel mit einer Injektionsspritze tief die Ausfluglöcher einzubringen. Die Oberfläche wird nicht fleckig. Die Löcher werden nach der Behandlung mit Holzstiften verschlossen. Ein Anstreichen der Holzoberfläche mit dem Holzschutzmittel hat keine Wirkung.

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