Gartengeräte: die wichtigsten Werkzeuge für das gärtnern von Hand
Gartenpflege

Gartengeräte: die wichtigsten Werkzeuge für das gärtnern von Hand

Gutes Werkzeug ist sein Geld wert: Es spart Zeit und verwandelt Gartenarbeit in Gartenspaß. Wir erklären, wie Sie Qualität erkennen – und warum Großvaters Werkzeug eigentlich das beste ist …

Foto: Fotolia/K.-U. Häßler

Hier einen störenden Zweig abknipsen, dort unerwünschtes Kraut aus dem Blumenbeet harken – mit dem guten alten Werkzeug für den Handbetrieb können ­kleine Gartenarbeiten schnell im ­Vorbeigehen erledigt werden. Viele Gärtner kommen beim Schnippeln auf den Geschmack: Sie werden richtig „süchtig“ nach teuren Gerätschaften aus Holz und Metall.

Denn wer den ersten hochpreisigen Spaten seines Leben in Händen hält, der merkt gleich den Unterschied. Stau­den­teilen geht plötzlich so leicht wie Butter­schneiden, Pflanz­löcher sind in wenigen Minuten ausgehoben. Im Untergrund ist eine Baumwurzel im Weg? Schnell abstechen, und weiter geht es!

Günstige Produkte dagegen zerbrechen schon mal unter den Händen: So kann die simple Konfrontation mit sommertrockenem Boden einer billigen Grabegabel so zusetzen, dass sich die Zinken verbiegen oder der Stiel bricht. Gartenforen sind voll von Hobby­buddlern, die sich über den dritten zerbrochenen Spaten in Folge beklagen. Trendsetter wissen: Mit Großvaters Spaten wäre das nicht passiert.

Gartenarbeit per Hand: Geräte für das jäten

Carbonstahl als Metall der Wahl

Traditionell wird der Kopf von Werkzeugen aus einem Stück geschmiedet. Der Schmied vermeidet so Bruchstellen und kann das Metall exakt für seine Funktion maßschneidern. Das alte Prinzip heißt intelligentes Design: Konstruktions­stellen mit besonderer mechanischer Belastung bekommen von vornherein einen dickeren Querschnitt. Dagegen wird Alltagsware heute aus einem durchgehend flachen Metallstück gestanzt und dann gelötet – die Schwachpunkte sind praktisch schon werkseitig eingebaut.

Bei häufig benutzten Scheren, Hacken oder Schaufeln ist Carbonstahl genau wie bei hochwertigen Golfschlägern das Metall der Wahl: Die Kohlenstoff-Eisen-Mischung kann zu besonders scharfen Kanten ausgezogen werden und ist vergleichsweise leicht und gleichzeitig stabil. Weil das Material elastisch reagiert, arbeiten solche Geräte sozusagen mit und vermeiden langfristig Gelenkprobleme bei ihren Besitzern.

Gartenarbeit per Hand: Geräte für das graben

Werkzeug-Stiele: traditionell aus Eschenholz

Edelstahl ist auch eine Option: zwar deutlich schwerer und schweißtreibender in der Handhabung, dafür aber sehr stabil und pflegeleicht, weil rostfrei. Besonders für Grundstücke mit steinigen oder besonders schweren Böden sind edelstählerne Grabwerkzeuge eine klare Empfehlung.

Damit der Stiel fest genug mit dem Metallkopf verbunden ist, sollte die Verbindungstülle etwa so lang sein wie das Spatenblatt selbst, federnd gelagert und so exakt am Stiel sitzend wie ein enger Handschuh am Finger. Werkzeugstiele sind traditionell aus Eschenholz: Es ist viel zäher als die meisten anderen Hölzer und bricht nicht einfach durch, nur weil es in den Hebel zwischen Spatenblatt und Menschenarm gerät. Damit die Hände nicht abrutschen, brauchen Werkzeugstiele Griffigkeit, deswegen blieben die Stiele früher unlackiert. 

Gartenarbeit per Hand: Gartengeräte-Klassiker

Das richtige Garten-Werkzeuge für den individuellen Zweck

Immer mehr Privatgärtner leisten sich Handwerkszeug, das nach dieser alten Kunst hergestellt ist. Die massiven Geräte sind ihnen auch mal mehrere Hundert Euro pro Stück wert. Und Hersteller wie Krumpholz oder Sneeboer kommen der Nachfrage mit einem Sortiment nach, in dem nicht nur traditionell hergestellte, sondern auch zunehmend eigentlich schon vergessene Helfer auftauchen.

Da die Menschen sich mit Hand­arbeit behelfen mussten, gab es früher nicht einfach nur Spaten, es gab die Grabgeräte passend zu jeder Bodensorte und der geplanten Arbeit. Lange­, schmale Spaten zum Wurzelroden oder breite Spaten, um sandige Böden auszuheben.

Wer sein Gemüse selbst anbaut, der muss auch beim Unkrautjäten schnell vorankommen: Es gab breite Unkrauthacker für die oberflächlichen, Jätlöffel für die tiefer wurzelnden Pflan­zen und korkenzieherartige Gerä­te für Pflanzen mit Pfahlwurzeln. 

So machen Sie die Gartengeräte winterfest

Mindestens einmal im Jahr, am besten kurz vor dem Winter, sollte man sich gut um seine fleißigen Helfer kümmern. Auch dabei hilft ein kurzer Blick in Großvaters Selbermach-Trickkiste: trocken abbürsten, Erdreste mit Wasser, Pflanzensäfte mit in Spiritus getränkter Stahlwolle abwaschen. Anschließend kommt Balistol zum Einsatz: ein seit über 100 Jahren bewährtes Öl, das Eisen vor Rost schützt. Pflanzliche Öle wie Leinöl haben am Metall nichts zu suchen. Dafür machen sie das Eschenholz winterfest.

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