Gartenpflege

Der perfekte Rasen

Grasgrün und samtig soll er sein, der perfekte Rasen. Aber bevor der Rasenmäher zum Einsatz kommt, hier die fünf effektivsten Tricks für eine schöne Grünfläche

Foto: ©Fotolia/Stefan Körber

Mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen geht’s um das Wohl des heimischen Grüns. Folgende Tipps sollten Sie beherzigen, damit der Rasen Ihnen über das ganze Jahr Freude macht:

Tipp 1: Richtig starten

Vor dem ersten Wachstumsschub braucht der Rasenboden eine Generalüberholung. Gibt es Stellen mit auffällig viel Moos? Bleibt der Boden nach dem Regen länger nass? Dann ist es Zeit zum Löcherstanzen – sonst wird der Rasen langsam ertrinken. Kleinere Flächen können mit der Grabegabel bearbeitet werden. Auf der großen Fläche ist ein Lochstecher zum Rollen nötig, ein so genannter Aerifizierer. Anschließend verteilt man groben Sand und kehrt ihn mit einem Besen in die etwa fünf Zentimeter tiefen Löcher.

Übrigens: Rasenwurzeln brauchen nur Luft, um sich gegen das auf feuchte Lagen spezialisierte Moos durchsetzen zu können. Eisen-II-Sulfat, so genannten Moosentferner, brauchen sie dazu nicht. Im Gegenteil: Der Stoff ist nicht nur für Menschen gesundheitsschädlich, er versauert auch den Boden und macht ihn so für die kalkliebenden Gräser unbewohnbar.

Tipp 2: Richtig füttern

Das Leben eines Rasengrases ist ein wenig so wie das einer Hochleistungskuh beim Milchbauern. Dauernd muss es liefern. Das macht hungrig. Besonders Stickstoff und Phosphor brauchen Rasengräser zum Saisonstart. Das kann Kompost sein oder ein entsprechender Langzeitdünger. Mulchmäher füttern die Gräser danach laufend weiter, indem sie den Rasenabschnitt fein verteilen. Ohne Mulch wird alle sechs Wochen nachgedüngt – besser ohne Phosphor. Der ist nur für die erste Wurzelbildung wichtig. 

Tipp 3: Richtig mähen:

Viel hilft viel – stimmt hier nur bedingt. Für eine samtige Fläche muss der Mäher zwar oft zum Einsatz kommen – zwei- bis dreimal pro Woche ist der Greenkeeper-Golfstandard –, dafür wird aber nur mäßig geschnitten. Nie mehr als die Hälfte des Halmes, idealerweise ein Drittel. Sonst können Versorgungsengpässe beim Wurzelwachstum entstehen, der Rasen kann sich nicht mehr so gut gegen Klee und Gänseblümchen durchsetzen und wird immer lückiger.

Die beste Höhe ist so kurz wie möglich: Vier Zentimeter über dem Boden trifft man den Halm ganz sicher nicht mehr in seiner empfindlichen Regenerationszone. Geschnitten wird, sobald das Gras auf sechs Zentimeter und bevor es über acht Zentimeter hoch gewachsen ist.

Sollte es einmal höher geworden sein – zum Beispiel im Urlaub –, keine Panik, einfach mit mehreren Mahden unter Beachtung der 30/50-Prozent-Regel herunterkürzen. Also etwa von zwölf auf neun, von zehn auf sechs, und dann von acht auf vier Zentimeter. Geschnitten wird möglichst nur bei perfektem Wetter: trocken, aber nicht heiß. Grund: Nasses Gras lässt sich nicht glatt abschneiden, und pralle Sonne lässt frisch gemähtes Gras vertrocknen.

Tipp 4: Richtig lockern

Dreimal im Jahr braucht der Rasen das Messer: Der Vertikutierer schlitzt den Boden einige Millimeter tief auf, entfernt verfilzte Pflanzenreste und lockert das Erdreich. Das erste Mal Vertikutieren findet Anfang Mai statt, dann ist der Boden trocken genug.

Achtung: Vertikutiert wird immer nur in eine Richtung!

Tipp 5: Richtig säen

Kahle Stellen im Rasen sollte man immer sofort mit ­Rasensamen auffüllen. Wenn eine Saison konsequenter Rasenpflege keinen sichtbaren Erfolg gebracht hat, dann ist es Zeit, den ganzen Rasen neu anzulegen. Der September ist die ideale Zeit dafür: Im Spätsommer mit seinem warmen Boden und dem platzregenfreien Wetter keimen die Samen besonders schnell.

Kleine Sortenkunde

Gras ist nicht gleich Gras. Oft ist, was in der Rasenmischung steckt, sogar nicht einmal rasentauglich!
Gerade billige Saatmischungen schummeln Futtergräser dazwischen. Am Anfang schnell wachsend, auf Dauer gar nicht angetan, wenn man sie auf Rasen­höhe stutzt. Wer Saatgut kauft, sollte auf die Sortenliste schauen. Diese Namen könnten dort auftauchen: 

Deutsches Weidelgras (Lolium perenne), wächst schnell und verzeiht auch häufige Besuche. Sehr gut für Spielrasen.

Deutsches Weidelgras Foto: Flora Press

Der „Horstrotschwingel“ (Festuca rubra commutata) hat feine Halme und bildet ohne große Ansprüche einen dichten Teppich. Bei Strapazierrasen sollte er ein Drittel ausmachen.
Die groben Halme des „Rohrschwingels“ (Festuca arundinacea) kommen gut mit trockenen Perioden zurecht, ideal für Sonnenrasen.
Der „Schafschwingel“ (Festuca ovina) hat lockere Horste, die kaum Ansprüche haben. Sie befestigen abschüssigen Boden und machen Rasen auch noch auf trockenen, mageren Problemböden möglich.

Wiesenrispe (Poa pratensis) wächst sehr dicht. Sie macht die Grasfläche langlebig, sollte mindestens zehn Prozent ausmachen.

Wiesenrispe Foto: Flora Press

Die „Hainrispe“ (Poa nemoralis) ist ein typisches Schattengras, das sich in frischen Böden unter Laubbäumen wohlfühlt.
Die „Gemeine Rispe“ (Poa trivialis) liebt kühle, schattige, feuchte Standorte und ist mit ihren Kriechwurzeln eine effektive Waffe gegen Moos.
Das „Welsche Weidegras“ (Lolium multiflorum) ist schnellwüchsig, hat aber im Rasen nichts zu suchen. Nach der Blüte stirbt es ab.

Der Ausläuferrotschwingel (Festuca rubra rubra) besiedelt schnell große Flächen, nimmt aber häufiges Betreten übel

Ausläuferrotschwingel Foto: Flora Press

Der „Wiesenschwingel“ (Festuca pratensi) schmeckt zwar Kühen sehr gut, ist aber im Rasen total fehl am Platz. Es kann sich gegen andere Grasarten nicht durchsetze.

Das Rot-Straußgras (Agrostis capillaris) verträgt auch tiefe Schnitte und ist ideal für Zierrasen. Nachteil: Es ist sehr dursti.

Rot-Straussgras Foto: Flora Press

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