Gartenpflege

Der immergrüne Garten

Buchsbaum, Eibe und Kirschlorbeer zeigen erst im Winter ihre volle Pracht. Während die Natur ringsumher schläft, leuchten sie weiter satt durch das „grüne Zimmer“

Foto: Flora Press

Winterromantik: Bambus im Schnee Foto: Flora Press

Der Zauber beginnt, wenn sich die Blätter der Sträucher und Bäume im Herbst in ihr Feuerkleid werfen. Ochsenblutrot und leuchtendes Orange, Cognacbraun und vornehmes Purpur. Dazwischen tritt es plötzlich hervor, das satte Grün der Immergrünen, und leuchtet stolz durch den Garten.
In Form geschnittene Hecken aus immergrünen Pflanzen geben dem Garten eine solide Struktur. Sie stellen sich den neugierigen Blicken von draußen entgegen, schirmen Blumenbeete vor Wind und zu starker Sonne ab oder frieden Wege ein.

Der herbstorange Amberbaum bietet einen schönen Kontrast zum Buchsgrün Foto: Flora Press

Kubus oder Wolken: der Schnitt macht's
Im Frühling und Sommer wirkt ihre gleichmäßige Farbigkeit dabei neutral. Ein unauffälliger Hintergrund, vor dem die Farben und Formen der ­Stauden oder die Kronen der ­Bäume wirklich richtig zur Geltung kommen.
Gehen die anderen Pflanzen dann im Herbst zur Ruhe, haben Buchs & Co. ihren großen Auftritt. Jetzt dominieren sie die Szenerie. Das liegt auch an dem warmen Licht, das die schwächer werdende Sonne ausbreitet: Es hat einen hohen Rotanteil – und lässt damit die Blätter noch grüner erscheinen.
Es gilt: Je akkurater sie geschnitten wurden, desto deutlicher treten die immergrünen Pflanzen im Garten hervor. Nach einer frostigen Nacht stehen glitzernde Kugeln und Quader im Garten. Und nach dem ersten Schnee entsteht sogar eine Landschaft aus weißen Riesenbauklötzen.

Für niedrige Hecken an Beeten und Wegen eignet sich der dicht wachsende Buchsbaum besonders gut. Er muss mehrmals im Jahr geschnitten werden und kann im Schatten und – mit ausreichend Wasser – in der Sonne wachsen. Er mag nährstoffreiche, kalkhaltige Böden. Viele andere immergrüne Sträucher mögen es dagegen eher sauer. Kirschlorbeer und Eibe gehören in diese Gruppe. Zu viel Sonne nehmen sie übel, dafür genügt bei ihnen ein Schnitt im Jahr.
Die ebenfalls immergrünen Nadelbäume kommen oft gut zur Geltung, wenn man sie in der so genannten Wolkenform schneidet. Bei dieser alten Methode aus Asien werden zum Beispiel die Seitenäste einer Kiefer rundlich eingekürzt, so dass sie an Schäfchenwolken erinnern.

Der japanische Schnitt der Kiefer ist wie für Frost gemacht Foto: Flora Press

Von grün zu bunt
Viele Immergrüne können nicht nur grün, sondern auch bunt. Am prächtigsten sind die Rhododendren. Sie überziehen sich im April und Mai mit einer Decke aus exotischen, rosa- und lilafarbenen Blütenbällen. Doch sie wollen schattig stehen und brauchen saure Moorerde – außer einige neue Sorten, die auf einer kalktoleranten Unterlage gezogen wurden.
In die Gruppe der ­Blütenkünstler gehören auch viele grüne Boden­decker – darunter das eigentliche Immergrün, das im Frühling mit seinen lila Blüten unter Sträuchern punktet. Denn auch ein dauerhaft grüner Teppich bringt im Winterhalbjahr Leben in den Garten. Mit vielen Arten lassen sich schattige Bereiche unter Bäumen oder an Mauern, an denen Rasen nur Moos ansetzen würde, gut gestalten.

Der immergrüne Flächenklassiker ist natürlich Efeu: Er begrünt Flächen oder wächst an Zäunen, Fassaden oder alten Bäumen in die Höhe. Leider zerstören seine Haftfüße die Rinde und an Mauerwerk den Putz. Hier ist Vorsicht geboten! Eine schöne Alternative: das immergrüne Geißblatt. Es wächst ganz ohne Füßchen genauso schnell wie Efeu, allerdings braucht es nahrhaften Boden und wenigstens den halben Tag über Sonne. Wer es glücklich macht, wird mit zart duftenden Blüten von Juni bis August belohnt.n

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