Buchsbaum: So pflegen und schützen Sie die beliebten Heckenpflanzen
Gartenpflege

Buchsbaum: So pflegen und schützen Sie die beliebten Heckenpflanzen

Buchsbäume sind eigentlich unkompliziert. Doch leider macht ihnen der Buchsbaumzünsler zu schaffen. Wie man den "Buxus sempervirens" anlegt und pflegt und seinen ärgsten Feind bekämpft, erfahren Sie hier

Foto: Gärtner Pötschke

Kaum ein Strauch ist in und um unsere Gärten so beliebt wie der pflegeleichte Buchsbaum (Buxus sempervirens). Dank seiner Schnittfreudigkeit und dem dezenten Blätterkleid gestaltet er kunstvoll barocke Schlossgärten ebenso wie rustikale Bauerngärten oder moderne Grünanlagen.

Das anspruchslose Gewächs ist ein kreativer Verwandlungskünstler, ob als Hecke, Einfassung um Beete oder einzeln im Kübel. Unempfindlich gegen Umweltgifte eignet sich Buchsbaum ideal als immergrüner Sichtschutz für Flächen an stark befahrenen Straßen.

Buchsbäume lieben es feucht, aber nicht nass Foto: Uta Möhler / Pixelio

Beim Standort nicht sehr wählerisch

Ein Muss ist der Buchsbaum im Naturgarten. Als niedrige Randeinfassung unterteilt er Gemüse- und Kräuterbeete in gut überschaubare Einzelflächen. Mit seinem dichten Blätterkleid dient er den Pflanzen darin gleichzeitig als Windschutz. Beim Standort ist der Strauch wenig wählerisch. Er gedeiht sowohl in der Sonne als auch im Schatten. Aber Vorsicht! Direkt vor einer Südwand erleiden seine Blättchen durch zu viel Hitze schnell einen Sonnenbrand.

Buchsbaum mag durchlässige, feuchte und kalkhaltige Erde. Nur in Trockenperioden muss täglich gewässert werden. Unter den Sträuchern schützt zusätzlich eine Mulchdecke den Boden vor dem Austrocknen. Spezieller Dünger sorgt für ausreichend Nährstoffe. Gepflanzt wird im Frühling oder Spätsommer in gut aufgelockerter, mit etwas Kompost gemischter Erde. Kräftig angießen und den Strauch auf etwa zwei Drittel zurückschneiden. Nach Bedarf düngen und wässern, bis die Pflanze gut im Boden verwurzelt ist.

Kugeln sind bei Buchsbäumen der Ursprung fast aller Figuren Foto: Thomas Max Müller / Pixelio

Unzählige Formen sind möglich

Das Besondere an dem Immergrün ist seine Gabe, sich in unzählige Formen schneiden zu lassen. Bei deren Gestaltung sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Am einfachsten für Anfänger sind Kugeln oder Kegel. Damit der Schnitt schön symmetrisch wird, helfen Vorlagen aus Pappe oder Gerüste aus Draht.

Als Ausgangsform für fast alle Figuren eignet sich eine große Buchsbaumkugel. Am Anfang wird der grobe Umriss der Gestalt aus dem Busch geschnitten. Nun heißt es warten, bis ausreichend Triebe für den Detailschnitt nachgewachsen sind. Bei schwierigen Figuren helfen Drahthaken, Jungtriebe in die richtige Position zu lenken. Erst ganz zum Schluss kommt die Feinarbeit mit einer scharfe Küchen- oder Buchsbaumschere.

Der Buchsbaum als gestalterisches Element

Bei ornamentalen Beeteinfassungen sorgen Maßband und Winkelmesser für ein harmonisches Gesamtbild. Es lohnt sich, vorab auf Rasterpapier die gewünschte Ansicht im Größenverhältnis zum Garten aufzuzeichnen. 

Am besten im April schneiden

Wem dies alles zu kompliziert ist, der überlässt den Buchsbaum seinem natürlichen Wuchs. Erst wenn ältere Exemplare an den Ästen zu verkahlen beginnen, muss geschnitten werden. Dies am besten im April bei bewölktem Himmel, um die jungen Triebe im Inneren des Buschs langsam an eine direkte Sonneneinstrahlung zu gewöhnen. Ein Trick hilft, hässliche Löcher durch den Schnitt zu vermeiden und trotzdem die dichte Wuchsoptik des Busches zu bewahren. Dafür nur die längsten der inneren Triebe auslichten. Vollständig kahle Zweige können ruhig mutig bis auf einen kleinen Stumpf entfernt werden. Dort treibt der Busch zügig neu aus.

Die Spezialschere schneidet gezielt in Form Foto: Gärtner Pötschke

Richtiges Werkzeug für Hand-Werker!

Ein ebenmäßiger Schnitt ist das A und O, wenn es um eine harmonische Optik beim Buchsbaum geht. Eine handelsübliche elektrische Heckenschere hinterlässt unschöne Stellen im Strauchwerk und zerstückelt die Blättchen. Diese vergilben an den Schnitträndern und stören das grüne Gesamtbild. Am besten greift man zu einer speziellen Buchsheckenschere. Mit ihren kleinen Klingen lässt sich gezielt schneiden. Wichtig ist, das Gerät immer vor und nach dem Benutzen mit Spiritus zu desinfizieren, damit keine Pflanzenkrankheiten übertragen werden.

Streng geformtes Buchsbaum-Design im japanischen Garten Foto: Pxhere

Buchsbaumsorten: von "Herrenhausen" bis "Grenn Gem"

Es gibt mehr als 250 verschiedene Buchsbaumsorten. Je nach Art erreichen die Sträucher zwischen 0,30 und acht Meter Höhe. Während sich die wuchsstarke Sorte „Faulkner“ gut für Hecken als Sichtschutz eignet, bietet sich die schwächer wachsende „Herrenhausen“ für niedrige Einfassungen um Beete an. Wer sich gern künstlerisch beim Schnitt austoben möchte, greift am besten zu einer kleinblättrigen Sorte wie „Green Gem“. Sie wächst schön dicht und lässt sich deshalb besonders gut formen.

Buchbaum: 9 Tipps für Anlage & Plfege

Tipp 1

Gartenwerkzeug vor und nach dem Schnitt gründlich mit Alkohol oder Spiritus desinfizieren

Tipp 2

Bei Neupflanzungen auf pilzresistente Sorten achten

Tipp 3

Wurzelnackte Sträucher vor dem Pflanzen gründlich in einem Eimer wässern

Tipp 4

Eine Hecke benötig etwa zehn Pflanzen pro Meter

Tipp 5

Als bienen- und vogelfreundliche Hecke mit Sträuchern wie Deutzie, Hartriegel, Felsenbirne oder Feuerdorn kombinieren

Tipp 6

Buchsbäume so früh wie möglich im Jahr auf Befall mit Pilzen, Läusen oder Zünslergespinsten kontrollieren

Tipp 7

Buchsgewächse direkt auf die Erde gießen und nicht über die Blätter

Tipp 8

Bei Kübelpflanzen vermeidet eine untere Schicht Blähton Staunässe

Tipp 9

Kübelpflanzen zum Überwintern im Freien in einen größeren Topf stellen. In den Zwischenraum Mulch oder Häcksel als Wärmedämmung füllen

Feind in Sicht – Buchsbaumzünsler, Pilze, Blattflöhe

Foto: Rainer Sturm / Pixelio

Feind in Sicht – Buchsbaumzünsler, Pilze, Blattflöhe

Der Buchsbaumzünsler
Normalerweise können Buchsbäume ein Alter von mehreren Hundert Jahren erreichen. Aber seit einiger Zeit bereiten den sonst so robusten Gewächsen durch Billigimporte aus Ostasien eingeschleppte Krankheiten und Schädlinge massive Probleme. Ihr ärgster Feind ist der Buchsbaumzünsler. Die Raupe des Falters ernährt sich nicht nur von den Blättchen des Immergrüns, sie nagt auch dessen Rinde ab. Selbst große gesunde Pflanzen sterben nach diesem Kahlfraß ab.

Erfolgreiche Bekämpfung

Frühes Handeln hilft, große Schäden zu vermeiden. Sind Gespinste und Raupen des Zünslers schon früh im Jahr im Inneren der Pflanze zu erkennen, sofort mit dem Absammeln der Tiere und dem großzügigen Entfernen der Nester beginnen, dabei eine Zeitung als Bodenschutz unterlegen! Alle Abfälle sorgfältig im Hausmüll entsorgen. Rechtzeitig biologische Klebefallen (z. B. von Neudorff) gegen den Falter im Inneren der Pflanzen befestigen oder mit für den Hausgarten zugelassenen Mitteln sprühen, die den Wirkstoff Thiacloprid enthalten.

Pilzkrankheiten
Neben dem Falter richten auch Pilze enorme Schäden an, allen voran der „Cylindrocladium buxicola“. Er bringt die jungen Triebe des Buchsbaums zum Welken und Absterben. Der Pilz breitet sich bei feucht-warmer Witterung von herabgefallenen Blättchen über die ganze Pflanze aus. Man erkennt ihn an dunklen Streifen und Flecken auf den Blättchen.

Erfolgreiche Bekämpfung
Spezielle Mittel gegen den Pilz gibt es nicht. Aber Vorbeugen hilft auch hier. Viele Gärtner schwören auf das Bestäuben ihrer Büsche und Hecken mit Algenkalk ab Anfang Mai. Auch sollten Laubbläser in der Nähe von Buchs vermieden werden. Sie verteilen die Pilzsporen über den gesamten Garten. Eine Düngung im Herbst mit Kali stärkt zusätzlich. Die Sträucher am besten immer nur von unten gießen. Beim Kauf von Pflanzen auf neue pilzresistente Züchtungen achten wie „Herrenhausen“ und „Faulkner“. Sie sind weniger empfindlich als die älteren Sorten „Blauer Heinz“ und „Suffruticosa“.

Foto: Renovita

Buchsbaumblattfloh
Sind die Blättchen des Strauchs löffelförmig gekrümmt, war der Buchsbaumblattfloh, auch Psylloidea oder Blattsauger genannt,  am Werk. Er legt seine Eier in die entstandenen Höhlen. Die Laus und ihre Brut ernähren sich von dem Pflanzensaft des Buchsbaums. Auf ihren honigähnlichen Ausscheidungen siedeln sich oft Rußtaupilze an, die auf Nachbarpflanzen wie Rosen, Oleander oder Lorbeer übergreifen können.

Erfolgreiche Bekämpfung
Eine gute und umweltfreundliche Abwehr der Schädlinge ist das Abwaschen der Buchsblättchen mit einer schwachen Lauge aus Schmierseife oder grüner Seife (den Rest des Mittels nicht wegschütten, sondern damit auf die Jagd nach anderen Blattläusen im Garten gehen!).

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