Balkon & Terrasse

Holz im Garten

Die Freiluftsaison ist eröffnet, der Garten lockt. Wer sich sein Sommerzimmer neu einrichten will, dem sei der natürlichste aller Baustoffe empfohlen: Holz.

Foto: Siena Garden

Wetterfest: Das Sonnendeck aus Thermoholz trotzt jeder Witterung Foto: Brenstol

Sichtschutz-Elemente, Terrassendielen, Möbel, Accessoires - Holz ist wandlungsfähig Foto: Traumgarten

Terrassen und Sonnendecks werden immer häufiger mit einer Holzbeplankung ausgestattet. Neben den harten und zertifizierten Tropenhölzern kommen verstärkt heimische Holzarten zum Einsatz. Massive Dielen aus Douglasie oder Lärche bieten sich hier an. Nadelhölzer kommen mit Holzschutzmitteln kesseldruckimprägniert zum Einsatz. Das macht sie widerstandsfähig gegen Wettereinflüsse und Schädlinge.

Als Alternative zum chemischen Holzschutz setzt sich immer stärker die Thermobehandlung durch. Unter Sauerstoffabschluss wird das Holz im Trockenofen stark erhitzt. Analog dem Karamellisieren von Zucker verändert sich die Farbe. Ganz natürlich ohne chemische Zusätze oder Pigmente wird das Holz dunkler und stabiler. Denn der Trocknungsprozess entzieht ihm Feuchtigkeit und verändert ­seine Zellstruktur so, dass ihm Wetter und Pilze nicht mehr viel anhaben können. Das ­natürliche Quell- und Schwindverhalten des Holzes verringert sich um bis zu 50 Prozent. Gegen die Witterung lässt sich auch mit Wachstränkung vorbeugen. Natürliche Imprägniermittel wie wasserabstoßende Öle und Wachse sollen eine Durchfeuchtung verhindern. Beim Dauerholz-Verfahren wird der Rohstoff komplett mit Paraffinöl durchtränkt.

Geräteschrank aus Holz Foto: Habau

Holz als „Beschützer und Bewahrer“

Sowohl als Terrassenbelag als auch für Sichtschutz-Elemente oder Zäune werden just Verbundwerkstoffe immer beliebter: Wood Plastic Composite (WPC) besteht aus zellulosehaltigen Materialien (meist Holzmehl mit einem Gewichtsanteil von 50 Prozent oder mehr), Kunststoffen und Additiven. Vorteil des Holz-Kunststoff-Verbundmaterials: Es sieht aus wie Holz, ist aber witterungsbeständig, pflegeleicht und splitterfrei.

Insbesondere aufgrund der steigenden Bedeutung von ethisch korrektem Einkauf ziehen inzwischen viele Gartenbesitzer die heimischen Alternativen Tropenhölzern vor. Auch die Hersteller setzen vermehrt auf lokale Rohstoffe aus nachhaltiger Waldwirtschaft. Holz gilt im Garten schließlich auch als Beschützer – hütet es doch als Geräteschuppen oder -schrank Spaten, Rechen & Co., bewahrt Textilien in Kissentruhen vor Feuchtigkeit. Brennholz trocknet sicher unterm bedachten Lagerplatz. Und neuerdings verstecken sich sogar Mülltonnen in dekorativen Boxen aus Holz.

Wein erobert den romantischen Rosenbogen, auch kaum berankt ist er ein Schmuckstück Foto: Traumgarten

Holz als „Partner für Pflanzen“

Als natürliches Material für Rankhilfen und Pflanzkästen hat sich Holz längst bewährt. Kletterpflanzen wie Kapuzinerkresse oder Prunkwinden dient es als naturnahe Halterung. Mit duftigen Rosen bewachsene Spaliere oder Torbögen bringen einen Hauch Romantik in den Garten. Pflanzkübel und -tröge nehmen ganze Arrangements der blühenden Schönheiten auf. In Bezug auf Gewicht und Frostsicherheit sind
sie ihren Kollegen aus Ton überlegen, in Sachen Stabilität ohnehin. Und mit einem Sitzbrett zwischen zwei Kübeln wandelt sich die Pflanzanlage kurzerhand in einen attraktiven Pausenplatz.

Für das rückenschonende Gärtnern werden in letzter Zeit verstärkt Hochbeete aus Holz immer beliebter. Ganz gleich an welchem Standort, bieten diese immer perfekte Bedingungen für die Pflanzen, weil Erdenmischung, Wasser und Dünger genau auf sie abgestimmt werden können. Und Schnecken, Wühlmäuse und Kaninchen haben in dieser Höhe erst gar keine Chance, an die Pflanzen heranzukommen.

Hochbeete kann der geschickte Heimwerker selbst bauen, sollte aber auf die Holzqualität achten, will er Salat & Co. darin ziehen. Der Handel bietet Hochbeete aber auch fertig montiert an. Nicht minder komfortabel ist das Arbeiten am Pflanztisch. Hier lässt es sich in bequemer Haltung umtopfen, lassen sich kleine Kübelpflanzen beschneiden. Größere Modelle sind mit Schüben, Regalen und Haken ausgestattet, so dass der Gärtner stets alle Werkzeuge griffbereit hat.

Foto: BM Massivholz

Spiel & Spaß mit Holz

Holz ist auch der Werkstoff, aus dem Kinderträume gemacht sind. Durch Sandkästen, Wipptiere und Klettertürme wird das heimische Grün für den Nachwuchs zum hauseigenen Abenteuerspielplatz. Sauber geschliffen, robust und wetterfest muss es selbstverständlich sein. Am besten beim Kauf auf TÜV-Siegel oder GS-Zeichen achten. Insbesondere Spieltürme erobern die Gärten, lassen sie sich doch dem Alter des Kindes entsprechend erweitern und aufstocken. Wichtig: Geräte am besten mit Bodenankern sichern. Pfostenschuhe aus Metall verhindern, dass die tragenden Stützen von Pilzen befallen werden.

Foto: Greenmotion

Holzmöbel als natürliche Alternative

Auch Möbel müssen für den Einsatz im Freien einiges leisten. Hier empfehlen sich widerstandsfähige Harthölzer, allen voran nach wie vor Teak, aber auch Eukalyptus, Lärche, Douglasie oder imprägnierte Kiefer. Thermoholz ist hier ebenfalls auf dem Vormarsch. Die UV-Strahlung der Sonne lässt jedes unbehandelte Holz mit der Zeit vergrauen, beeinträchtigt aber nicht seine Stabilität. Die Teakbank darf also – wenn die Optik denn gefällt – getrost eine silbergraue Patina annehmen.

Soll das Holz selbst nach Jahren noch wie neu aussehen, ist Handarbeit gefragt. Ein- bis zweimal im Jahr will das gute Stück mit Teakreiniger und Öl behandelt werden. Lackiertes Holz bedarf ähnlicher Pflege. Vor jedem Neuanstrich muss der Werkstoff jedoch bis auf den Grund abgeschmirgelt werden. Als ideal gelten eine Grundierung und zwei Schlussanstriche. Es gibt speziellen Imprägniergrund für Holz, der vor Fäulnis schützt. Wer das Natürliche liebt, aber dennoch Farbe in seinen Garten bringen will, wählt Lasuren. Sie lassen Struktur und Maserung des Holzes durchscheinen. Noch ein Tipp zum Schluss: Wie widerstandsfähig eine Holzart ist, lässt sich an der so genannten „Dauerhaftigkeitsklasse“ erkennen. Dabei steht die 1 für sehr dauerhaft (z. B. Teak), mit 5 sind „nicht dauerhafte“ Hölzer (z. B. Esche oder Birke) klassifiziert.

Holzarten

Die dauerhaftesten Sorten zählen im Garten zu den Favoriten

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