Online-Bautagebuch: Juni 2017

Tapeten, Tapeten, Tapeten

Teil 5 unseres "Bautagebuch"-Blogs: In dieser Woche haben wir im gesamten Haus die Tapeten entfernt. Was zunächst so einfach klingt, ist am Ende eine ziemliche Horrorarbeit

Foto: Mona

Hier wird die Dicke der Thermopete deutlich Foto: Mona

Hallo zusammen, 

wie gesagt: Es war am Ende eine ziemliche Horrorarbeit in dieser Woche. Denn wir sprechen nicht nur von einem Raum, sondern von jeder Wand, jeder Decke und jeder Dachschräge im gesamten Haus.

Im Dachgeschoss haben wir hauptsächlich Raufasertapete vorgefunden, die teilweise auch noch mit Latexfarbe gestrichen war. Ohne langes Einweichen mit Seifenwasser sowie mit einem Dampf-Tapetenlöser, den wir uns – zusammen mit einer Nagelwalze – aus dem Baumarkt geliehen hatten, bekamen wir die Tapetenschichten kaum gelöst. Teilweise waren es bis zu drei (!!!) Schichten übereinander. Zwischendurch fühlten wir uns wie in einem tropischen Gewächshaus, denn die Fenster ließen wir geschlossen, in der Hoffnung, dass es so schneller gehen würde. :-)

An den Außenwänden der Vorderseite trafen wir zudem auf Schaumstofftapete (eine sogenannte Thermopete, ein Bauprodukt der 60er-Jahre). Diese Art der Innendämmung ist mittlerweile überholt und birgt die Gefahr der Schimmelbildung. Also hieß es ebenfalls: runter damit.

Im Erdgeschoss befand sich neben der Raufasertapete zum größten Teil Glasfasertapete an den Wänden. Hier waren wir uns sehr unsicher, ob wir sie entfernen oder dran lassen sollen. Oft sitzt die Glasfasertapete so fest an den Wänden, dass der ganze Putz beim Abreißen mit runter kommt. Am Ende muss man auch noch das ganze Haus mit einem neuen Innenputz versehen. Das wollten wir uns gerne ersparen ;-). Zudem wirkt eine vorhandene Glasfasertapete wie eine Armierung und verhindert unschöne Risse an den später fertiggestellten Wänden...

Für das Entfernen der Glasfasertapeten einschließlich Latexanstrich spricht außerdem, dass so etwas eigentlich nicht in ein altes Haus gehört. Schlussendlich wurde uns die Entscheidung abgenommen: Die Tapete hat beim Eindrücken gefedert und damit war klar, dass sie runter muss. Auf einer federnden Tapete ist an Überspachteln und Schleifen nicht zu denken.

Schichtweise freigelegt

Wir entschieden uns also fürs Abreißen – wenn auch zunächst mit einem mulmigen Gefühl. Als wir dann gleich nach dem ersten Test im Flur im Staub und mit Putz auf unseren Schuhen verteilt standen, dachten wir kurz: "vielleicht doch dran lassen...", doch an den restlichen Wänden hatten wir Glück und der Putz kam nur noch an wenigen Stellen mit runter. Ist alles nochmal gut gegangen.

Das ist das Spannende aber manchmal auch Riskante bei einem Altbau: Es vergeht keine Woche ohne eine neue Überraschung. Und jedes Mal werden wir (und unser Budget) auf's Neue auf die Probe gestellt.... ;-)

Viele liebe Grüße,

Eure Mona

Hallo, ich bin Mona. Zusammen mit meinem Mann Christoph lebe ich in der wunderschönen Stadt Hamburg. Uns beide verbindet das gemeinsame Interesse für Architektur, Interior Design und liebevoll restaurierte Altbauten. Im vergangenen Jahr haben wir uns endlich unseren Traum vom eigenen Altbau mit kleinem Garten erfüllt - über 100 Jahre alt, stark renovierungsbedürftig! In den kommenden Monaten berichten wir hier von unserem Abenteuer Baustelle mit all seinen Höhen und Tiefen und werden euch regelmäßig auf dem Laufenden halten.

Blog: das Online-Bautagebuch

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