Smart Home

Individuelle Standards

Smart-Home-Anwendungen können eine Menge Dinge im Alltag erleichtern. Schwer dagegen ist es, sich für ein System zu entscheiden. Die Angebote sind ebenso zahlreich wie technisch grundverschieden

Foto: Bosch

Sensoren und Bewegungsmelder werden per App gesteuert Foto: Philips

Über Kabel oder Funk? Das ist die zentrale Frage, wenn es um die Einrichtung eines Smart Home geht. So kann die Steuerung von Heizung, Licht, Rollläden und noch vielem mehr per Kabel über ein so genanntes Bussystem erfolgen. Der Vorteil: Kabelgebundene Systeme sind weniger störanfällig und für eine Vielzahl von Funktionen ausgelegt. Als Standard bei der kabelgebundenen Gebäudeautomatisierung gilt dabei das KNX-Bussystem. Solche Installationen sind allerdings recht teuer und eignen sich daher in den allermeisten Fällen nur bei Neubauten. Auch für die Einrichtung und Pflege des Systems braucht es meist einen (IT-)Experten, der hilfreich zur Seite steht.

Für Otto Normaluser haben sich in den letzten Jahren daher immer mehr die Funkvarianten durchgesetzt. Wobei hier die Mehrzahl gleich im doppelten Sinne gilt: Einerseits tummeln sich unglaublich viele Anbieter auf dem Smart-Home-Markt. Andererseits sind die technischen Grundvoraussetzungen bei den Funksystemen ganz unterschiedlich. Allein bei den Funkstandards gibt es diverse miteinander konkurrierende Techniken (siehe dazu auch die Begriffserklärungen unten). Ganz wichtig beim Kauf eines solchen Systems ist daher die Frage, wie geschützt die Verbindung nach außen ist. Zu klären ist auch, welche Bausteine das System standardmäßig bietet und ob Erweiterungen (zum Beispiel in puncto Sicherheit) geplant sind. Dann eignen sich Drahtlossysteme im Smart-Home-Bereich vor allem bei Bestandsbauten und kleineren Sanierungen.

Kleine Technikkunde

Damit sich die einzelnen Komponenten der Smart-Home-Anwendungen untereinander verstehen, gibt es diverse – meist drahtlose – Funkstandards, auf denen die Anbieter ihre Technik aufsetzen. Wir stellen drei der bekanntesten davon vor:

WLAN

Wer sein Laptop, Handy oder Tablet drahtlos ansteuert, kennt das Wireless Local Area Network. Für die ­Hausautoma­tion eignet es sich nicht so gut, da es als Funksystem für ganz andere Anforderungen entwickelt wurde. Die grundsätzliche Aufgabe, große Datenpakete mit hoher Rate in möglichst kurzer Zeit zu übertragen, erfordert eine Menge Energie. Viele Smart-Home-Komponenten ohne Verbindung zum Stromnetz (z. B. Bewegungsmelder) würden aber schnell in die Knie ­gehen, weil sie nicht auf den Energiebedarf von WLAN ausgerichtet sind. Außerdem wird die Frequenz, auf der WLAN betrieben wird, stark beansprucht, so dass schon der Router des Nachbarn zur Störquelle werden kann. Trotz des Vorteils, dass WLAN in vielen Haus­halten bereits installiert ist, setzen daher nur ­wenige Smart-Home-­Anbieter auf diese Übertragungstechnik.

Bluetooth

Freisprecheinrichtungen, Musikstreaming auf externe Boxen – vor allem Smartphone-­Nutzer kennen Bluetooth. Seit der Version 4.0 verfügt der Nahfunk über eine besonders stromsparende Komponente: Bluetooth Smart oder auch Bluetooth 4.0 Low Energy (BTLE). Der Vorteil von Bluetooth: Einmal verbunden, erkennen sich Gerät und Smartphone automatisch, sobald sie sich in Reichweite befinden, eine externe, zentrale Steuereinheit entfällt somit. Damit fehlt aber auch die Instanz, die Abläufe speichert und programmierte Szenarien vorhält bzw. abspielt. Ein weiterer Nachteil ist die geringe Reichweite.

ZigBee

Dieser Funkstandard entstand aus einer ­Allianz von mehr als 250 Firmen (u. a. Sony, Cisco und Siemens). Das System wird aufgebaut aus Endgeräten, Routern und einem ­Koordinator, der die zentrale Steuerung übernimmt. Philips’ Lichtsystem Hue arbeitet z. B. mit ­ZigBee, dessen Reichweite bei zehn bis 100 Metern liegt. ZigBee 3.0 soll dabei auch herstellerübergreifend funktionieren.

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