Sicherheit & Komfort

Blitz, Sturm, Hochwasser: so schützen Sie Ihr Haus

Vom überfluteten Keller bis zum abgedeckten Dach: Tipps zur Vorsorge gegen Unwetterschäden. Plus: welche Versicherung im Falle eines Schadens zahlt

Foto: iStock

Sturmhaken und Verklammerungen geben Dachziegeln stabilen Halt bei der nächsten Sturmböe Foto: BTI Befestigungstechnik GmbH & Co. KG

Erinnern Sie sich noch an "Elvira"? Das Sturmtief zog im Mai 2016 über Deutschland hinweg und sorgte für einige Verwüstungen. Alleine Elvira & Co. haben die deutschen Schadenversicherer im vergangenen Jahr rund 1,2 Millarden Euro gekostet. “Noch nie haben Unwetter mit heftigen Regenfällen innerhalb so kurzer Zeit so hohe Schäden verursacht” stellte Dr. Alexander Erdland, Präsident des Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV), dazu fest.

Gegen Sturm und Regen wappnen

In Zeiten sich häufender und immer extremer ausfallender Wetterphänomene gilt es, Haus und Garten gegen die Wetterextreme zu schützen. Das stellt Eigentümer vor große Aufgaben. Zwar gibt es gegen die Sturm, Regen & Co. keine direkte Abhilfe, aber richtig gerüstet halten sich ihre Folgeschäden in überschaubaren Grenzen.

Prävention ist immer noch der beste Schutz. Während bei Neubauten bereits geänderte Vorgaben bei Unwettern für mehr Sicherheit sorgen, besteht bei älteren Privatgebäuden oft Nachholbedarf. Gerade bei den Dachkonstruktionen hapert es. Dabei sind vorbeugende Maßnahmen unkompliziert. Sturmhaken und Verklammerungen geben Dachziegeln stabilen Halt bei der nächsten Sturmböe, während eine hölzerne Windrispe das Tragwerk von Dachstühlen versteift.

Um nasse Hauswände nach Starkregen zu verhindern, undichte Stellen an Regenrohren zügig beseitigen. Regelmäßig Moos, Laub und anderen Unrat aus den Rinnen und Abflüssen entfernen, damit nichts überläuft. Schutzgitter sowie Laubfangsiebe mindern den Reinigungsaufwand. Dachziegel nach heftigen Stürmen kontrollieren. Haben diese sich verschoben, kann Wasser durch die Öffnung in den Dachstuhl eindringen.

Versicherung: Wer zahlt bei Unwetterschäden?

Tobt ein Sturm ab Windstärke 8 und werden dabei das Haus oder seine mitversicherten Nebengebäude (wie zum Beispiel die Garage) beschädigt oder gar zerstört, dann übernimmt die Wohngebäudeversicherung die Kosten für die Wiederherstellung, sofern die Gefahr Sturm/Hagel mit abgesichert ist.

Bei einer Überschwemmung durch Starkregen sind Hausbesitzer und Mieter durch eine zusätzliche Elementarschadenversicherung abgesichert. In ihr sind Grundstücke in vier verschiedene Gefährdungsklassen für Hochwasserrisikogebiete eingeordnet. Laut des Bundes der Versicherten (BdV) gibt es bei zuviel Risiko „den Elementarschadenschutz nur zu sehr hohen Prämien, meist aber gar nicht.“ Nicht einmal die Hälfte aller Hauseigentümer besitzt diesen Schutz. Da hilft ein klärendes Gespräch mit dem Versicherer.

Hat ein Blitzschlag das Haus getroffen und durch einen Überspannungsschaden die Elektrogeräte unbrauchbar gemacht? Da diese zum Wohnungsinventar zählen, wird dieser Schaden in der Regel über die Hausratversicherung reguliert.

Und bei Schäden am Auto durch Sturm, Hagel, Blitzeinschlag oder Überschwemmung greift die Teilkaskoversicherung

Land unter: Schutz gegen Starkregen und Hochwasser

Steigende Pegel sind inzwischen nicht nur an Rhein und Mosel ein Thema. Bei Starkregen werden in ländlichen Regionen immer häufiger selbst kleine Bäche zu reißenden Strömen. Das Resultat sind Keller, in denen meterhoch das Wasser steht. Davon ist nicht nur der dort aufbewahrte Hausrat betroffen. Die Feuchtigkeit ist der ideale Nährboden für Schimmel und Keime.

Stößt die öffentliche Kanalisation bei Starkregen an ihre Kapazitätsgrenzen, wird das Abwasser in die angeschlossenen Entwässerungsleitungen (und damit in Ihr Haus) zurückgedrückt. Tiefer liegende Räume wie Keller, die sich unterhalb der Rückstauebene befinden, stehen dann schnell unter Wasser. Viele Gemeinden fordern von Hauseigentümern grundsätzlich den Einbau von Rückstausicherungen (oder -verschlüssen), um einer Haftung zu entgehen. Bei Rückstauverschlüssen schließt zurückdrängendes Wasser automatisch eine Klappe. Dadurch kann das Wasser in der Abwasserleitung nicht weiter zurückfließen. Diese Verschlüsse gibt es für verschiedenste Anwendungen (fäkalienfreies oder -haltiges Wasser) und Einbausituationen. Fachgerecht montiert, sind sie der wichtigste Schutz vor Überschwemmungen.

Rückstauverschlüsse gibt es für diverse Einsatzgebiete. Hier ist er in einem Kellerablauf integriert ... Foto: Aco

... hier ist er Teil eines Systems, dass Lichtschächte vor Überschwemmungen schützt Bild: Aco

Dieser Wassermelder misst die Feuchtigkeit und gibt bei Gefahr per Funk einen Alarm Foto: EQ3/Homematic

Ideal bei einem Neubau ist als Keller eine so genannte „Weiße Wanne“. Aus undurchlässigem Stahlbeton gefertigt hält sie die Nässe von außen ab. In älteren Häusern bremsen wasserfeste Baustoffe Schimmel und Co. aus. Eine nachträgliche Isolierung der Kellerfenster schützt gegen eintretendes Wasser.

Getrennte Stromkreise verhindern bei Überschwemmungen den Ausfall des gesamten Stromnetzes im Haus. Sie lassen sich unabhängig voneinander an- und abschalten. Am besten den Zählerkästen schon beim Einbau vom Fachmann sicher vor Nässe installieren lassen.

Blitzschutz: ja oder nein?

Jährlich schlagen in Deutschland rund zwei Millionen Blitze ein. Während ein direkter Einschlag in niedrige Wohngebäude statistisch gesehen eher selten ist, kommen Schäden durch Überspannung häufiger vor. Laut GDV, dem Gesamtverband der Deutschen Versicherer, wurden allein im letzten Jahr rund 300 000 Fälle gemeldet. Bis zu zwei Kilometer weit reicht die Entladung eines Blitzes, um Heizung, TV-Anlage, Computer, Kühltruhe und Co. durch überhöhte Spannung lahm zu legen.

Grafik: Gesamtverband der Deutschen Versicherer

Unerlässlich ist deshalb ein Überspannungsschutz im häuslichen Verteilerkasten. Er gleicht den Spannungsunterschied bei Blitzeinschlag aus. Seit 2016 bei Neubauten Pflicht, lassen sich ältere Anlagen unkompliziert nachrüsten. Bei dem Nutzen von äußeren Blitzableitern scheiden sich die Geister. Rechtlich vorgeschrieben sind sie nur in speziellen Fällen wie etwa bei Fachwerk- oder Reetdachhäusern. Bei der Anschaffung einer teuren Blitzschutzanlage sollten Kosten und Nutzen genau abgewogen werden.

Checkliste und Expertentipps

Haus- und Garteninspektion

Bäume und Äste auf Bruchgefahr kontrollieren. Sturmgefährdete Teile wie Balkonkästen, Dächer von Carport und Gartenhäuschen windsicher befestigen. Wasserabläufe, Regenrinnen und Schneefanggitter reinigen sowie auf undichte Stellen und Rost kontrollieren. Fenster- und Türisolierungen regelmäßig einfetten, damit sie nicht porös werden. Öltank standfest installieren.

Lücken in Versicherungspolicen

Sind alle Unwetterschäden abgedeckt? Welche Bausteine fehlen in der Police? Ist eine Elementarschadenversicherung vorhanden? Wichtig: Öltanks müssen inzwischen separat versichert werden. 

Erste Hilfe bei Stromausfall

Bei einem kompletten Stromausfall in der Region ist ein kleines Notstromaggregat nützlich. Je nach Bedarf lohnt sich auch der Kauf einer Tauchpumpe.

Weitere Tipps und Infos

Aus unserer Hersteller-Datenbank

Ihr Ratgeber rund ums Eigenheim

Entdecken Sie unser Wohnglück-Magazin

Ob Sie eine Immobilie bauen, kaufen, renovieren oder finanzieren möchten – im Ratgeber Wohnglück finden Sie wertvolle Infos, Neues, Tipps, Anleitungen und vieles mehr rund um den wichtigsten Ort der Welt.
Mehr über unser Magazin

Unser Newsletter: Tipps, Trends & News in Ihrem Postfach

Bleiben Sie informiert: Wir präsentieren Ihnen regelmäßig
die neuesten Tipps, Trends & Neuigkeiten rund um die Bereiche Bauen und Wohnen.