Neubauplanung

Was Bauherrn wissen sollten

Oft wird Bauen als das letzte Abenteuer bezeichnet, doch mit ausreichend Hintergrundwissen und den richtigen Partnern kann jeder guten Gewissens Bauherr werden

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Vorfreude Rohbau – das eigene Heim nimmt langsam Formen an Foto: Folker Gratz - Fotolia

Seit 2016 müssen Neubauten mit weniger Energie auskommen als bisher. Grundsätzlich ist jeder Bauherr und Architekt gesetzlich verpflichtet, beim Bau eines Hauses die geltende Energieeinsparverordnung, kurz EnEV, einzuhalten. Sie legt fest, wie viel Energie ein neu errichtetes Gebäude maximal verbrauchen darf. Dabei sind der Jahres­primärenergiebedarf (er gibt an, wie viel Gesamtenergie nötig ist, um den Heizwärme- und Warmwasserbedarf eines Hauses zu decken) sowie Grenzwerte für den Wärmeverlust durch Außenwände, Fenster, Türen und das Dach festgeschrieben.

Verschärfung der Anforderungen bei Neubauten

Im Jahr 2002 verabschiedete das Bundeskabinett die erste EnEV. Seitdem wurde sie mehrmals novelliert. Die derzeit gültige Fassung von 2014 beinhaltet eine Verschärfung der Anforderungen an Neubauten, die seit dem 1.1.2016 wirksam ist. Dabei sinkt der Wert für den maximal zulässigen Energiebedarf für die Anlagetechnik um 25 Prozent. Zudem gilt ein neues Verfahren für die Berechnung des Wärmeverlustes über die ­Fassade sowie Fenster und Dach. Dies hat zur Folge, dass die Anforderungen an die Gebäudehülle um etwa 20 Prozent steigen. Konkret bedeutet dies für den Bauherren, in eine effizientere Technik zum Heizen, Wassererwärmen, Lüften und Kühlen investieren zu müssen sowie höhere Anforderungen an Fenster, Außenwände, Dächer und untere Decken umzusetzen.

Höhere Kosten durch neue Regeln

Die neuen Regeln schlagen sich bei den Kosten nieder. „Die Baukosten sind seit dem Jahr 2000 um über 28 Prozent gestiegen. Mit der Verschärfung der EnEV werden die Baukosten für einen Teil der Neubauten voraussichtlich um weitere acht Prozent steigen“, erklärt Axel Gedaschko, Präsident des Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen.

Benötigt ein Haus noch weniger Energie, als es die EnEV vorschreibt, fördert die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) durch günstige Kredite oder Zuschüsse den Bau und Kauf eines solchen Hauses. Dabei gilt: Je höher die Energieeinsparung, desto höher die Förderung. Manche Bundesländer haben zusätzlich regionale Förderprogramme eingerichtet. Die Online­Datenbanken www.foerderdatenbank.de, www.foerderdata.de und www.bine.info geben eine Übersicht.

Die Kriterien, nach denen ein Gebäude unter energetischen Gesichtspunkten klassifiziert wird, sind oft unpräzise. So wird mit den unterschiedlichsten Bezeichnungen für Energiesparhäuser geworben, wie beispielsweise Passivhaus, Null-Energiehaus oder Effizienzhaus. Die auf der linken Seite stehenden Gebäudestandards ermöglichen ein höheres Einsparpotential, als es die EnEV vorschreibt, und werden deshalb von der KfW gefördert.

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