Mobile Häuser, mobiles Haus auf einem Berg umbgeben von Natur
Neubauplanung

Mini-Haus für alle: Beispiele für aktuelle "tiny houses"

Von futuristisch bis praktisch: unsere Beispiele von "tiny houses" zeigen, wie man mit wenig Platz maximalen Wohnraum schafft

Foto: Ecocapsule

Tiny house: 5 Beispiele

Per Kran, Tieflader, Bahn oder Schiff kommen sie an jeden gewünschten Einsatzort. Und dort bleiben sie, wachsen oder ziehen wieder um – eben wie das Leben so spielt: tiny houses. Ein Grundstück von etwa 200 Quadratmeter Fläche mit Anschlüssen reicht ihnen, vielleicht nicht einmal gekauft, sondern gepachtet oder geleast. Wohnraum ist in vielen Städten knapp. Da kommen die Minihäuser gerade recht, können sie doch kleinste Lücken füllen.

Beispiel 1: "FlyingSpaces" Foto: Schwörer

Beispiel 2: "LoftCube" und "Fincube" Foto: Fincube

Beispiel 3: "coodo" Foto: Coodo

Beispiel 4: "Ecocapsule" Foto: Ecocapsule

Beispiel 5: "MINI LIVING Urban Cabin" Foto: BMW Group

Flexible Bauten als vollwertiger Lebensraum

Die flexiblen Bauten dienen nicht nur als vollwertiger Lebensraum für moderne Nomaden, die der Job oder die Liebe in eine andere Stadt verschlägt. Sie bieten sich auch als unkomplizierte Wohnraumerweiterung an – auf ein bestehendes Flachdach oder in den Garten gesetzt.

Der Bedürfnisse gibt es viele. Da kann Oma auf das Grundstück ihrer Kinder ziehen, bleibt im eigenen Heim autark und ist dennoch ihrer Familie nah. Oder Existenzgründer richten sich im heimischen Garten ein abgeschlossenes Büro ein. Ideal auch für selbständige Mütter oder Väter, die trotz abgeschiedener Arbeitsstatt für die Kinder immer erreichbar sein wollen.

Zukunftsvisionäre, mutige Architekten, aber auch Fertighaushersteller wagen sich an den Bau solch kleiner Eigenheime. Sie schaffen höchst modernen Wohnraum, sowohl optisch als auch funktionell. Die meisten Winzlinge lassen sich ganz nach eigenem Zeit- und Lebensplan verändern, unkompliziert aufstocken, erweitern oder auch wieder zurückbauen.

Tiny house, Beispiel 1: "FlyingSpaces"

„FlyingSpaces“ nennt SchwörerHaus sein Modulhauskonzept, dessen kleinstes Modell schon für 30.000 Euro zu haben ist. Mit ihren fliegenden Bauten spielen die findigen Schwaben nun sogar Zukunftsmusik: In einem Forschungsprojekt demonstrieren sie, wie sich zukunftsfähige Gebäude, neue Mobilitätskonzepte und eine -intelligente Energieversorgung nachhaltig miteinander verbinden lassen.

Das Aktivhaus B10 erzeugt doppelt so viel Strom aus erneuerbaren Energiequellen, wie es selbst verbraucht, und speist mit dem Überschuss zwei Elektroautos sowie das benachbarte Museum in der Stuttgarter Weißenhofsiedlung. Professor Werner Sobek hat den innovativen Bau auf Basis der FlyingSpaces geplant, mit einem durchdachten Energiekonzept und einer selbst lernenden Gebäudesteuerung (Smart Grid) ausgestattet.

Infos zu den "FlyingSpaces"

Tiny house, Beispiel 2: "LoftCube" und "Fincube"

Zur Avantgarde deutscher Designer, die sich etwas traut, zählt zweifelsfrei auch Werner Aisslinger. Der Berliner, der permanent neue Technologien und Materialien für seine Arbeiten auslotet, erschafft mit seinem LoftCube einen futuristischen Wohncontainer (siehe dazu auch unseren Artikel über Tiny Houses)

Medienpräsent aufgestellt auf einem Hochhausflachdach, tritt der Gestalter mit seinem eigenwilligen Ausflug in die Architektur eine Welle los. Sein ökologischer Nachfolger, der Fincube, wird in Südtirol in Niedrigenergiebauweise produziert. Das mobile Loft aus Holz und Glas verbindet Nachhaltigkeit mit exklusivem Design. Das hat seinen Preis: 150.000 Euro.

Infos zu "Loftcube" und "Fincube"

Tiny house, Beispiel 3: "coodo"

Gerade einmal auf eine Summe von 17.000 Euro Kaufpreis kommt die sparsamste Version der Firma LTG (Lofts to go). Die Brandenburger taufen ihre Bungalows „coodo“. Das moderne, offene Design und der weitgehende Verzicht auf Trennwände scheinen jeden verfügbaren Quadratmeter gefühlt zu verdoppeln. Die markante Gebäudehülle besteht aus Glasfaserbeton auf verzinktem Stahlskelett. Das macht sie korrosionsfrei und wasserbeständig.

Infos zu "coodo"

Tiny house, Beispiel 4: "Ecocapsule"

Winzig, mobil und auf das autarke Leben ausgelegt ist Ecocapsule, das visionäre Wohn-Ei von Nice Architects. Die Slowaken bringen auf 4,48 mal 2,40 mal 2,48 Meter Fläche Wohnraum für zwei Personen inklusive Dusche und WC unter. Dank Solaranlage und Windturbine versorgt sich die Ökokapsel selbst. 

Und übers Dach aufgefangenes Regenwasser wird bei Ecocapsule sogar zu Trinkwasser aufbereitet. Laut Hersteller werden die Minihäuser zum Stückpreis von 79.900 Euro angeboten.

Infos zur "Ecocapsule"

Tiny house, Beispiel 5: "MINI LIVING Urban Cabin"

Seit 2016 schon beschäftigt sich der Autohersteller BMW mit der Frage, wie in großen Städten auf begrenztem Platz neuer Wohnraum geschaffen werden kann. Mit seiner Designstudie "Mini Living" heißt das Projekt, in dessen Rahmen auch unter dem Namen "Urban Cabin" ganz konkrete Designstudien gemacht wurden.

In fünf Städten (London, New York, Los Angeles, Peking und Tokio) liessen die Autobauer jeweils ein Minihaus nach dem gleichen Konzept errichten: die "Urban Cabins" bestehen immer aus drei Bausteinen. Die beiden äußeren Elemente bilden Wohn- und Schlafbereich auf der einen sowie Bad und Küche auf der anderen Seite ab; beide werden vom "Mini Living"-Team gestaltet. Der dritte Teil soll ein Erlebnisraum mit Installationscharakter sein. Diesen Teil der Cabin gestaltet jeweils ein lokales Architekturbüro eingeladen, wobei bei der Gestaltung vor allem auf die Eigenheiten des Standortes eingegangen werden soll.

Die rund 15 Quadratmeter großen Kabinen sind (noch) nicht zu kaufen. Im April 2019 soll allerdings in Shanghai mit dem "Mini Living Gebäude" ein erstes, größeres, aus rund 50 Gebäuden bestehendes Co-Living-Projekt entstehen, das Vorbild für eine weitere Umsetzung in anderen Städten sein könnte.

Infos zur "MINI LIVING Urban Cabin"

Baurecht beachten: Nur mit offizieller Genehmigung

Selbst die kleinste Bude bedarf in Deutschland einer Baugenehmigung, sofern sie zum Wohnen dienen soll. Für so genannte untergeordnete Geäbude wie Gartenhäuser, die nicht zum ständigen Aufenthalt bestimmt sind und eine gewisse Größe nicht überschreiten, reicht häufig eine Anmeldung.

Das Bauamt ist die richtige Adresse, um erst einmal zu erfahren, ob eine Baugenehmigung benötigt wird. Die Höchstgrenzen der umbauten Flächen sind nämlich regional sehr unterschiedlich.

Den Bauantrag für das Minihaus muss der Bauherr an die zuständige Behörde stellen. Das übernehmen im Regelfall die Architekten. Häufig bieten auch die Haushersteller einen Bauantragsservice an.

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