KfW-Effizienzhaus, Passivhaus, Null- oder Plus-Energiehaus: Was sind die Unterschiede?
Neubauplanung

KfW-Effizienzhaus, Passivhaus, Null- oder Plus-Energiehaus: Was sind die Unterschiede?

Eine Übersicht der definierten Haustypen. Welche Standards es gibt, wie sie erfüllt werden und welche Fördermittel Sie einstreichen können

Das Niedrigenergiehaus – was vor 15 Jahren noch ein Prädikat war, ist seit Jahren der gesetzlich vorgeschriebene Standard. Jedes Haus, das heute in Deutschland eine Baugenehmigung bekommt, muss den Vorgaben der Ener­gieeinsparverordnung (EnEV) entsprechen und ist damit automatisch ein Niedrigenergiehaus.
 

Maximaler Heizwärmebedart: 45 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr

Das bedeutet in Zahlen: Der Heizwärmebedarf darf maximal bei 45 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr liegen. Zum Vergleich: 1995 lag dieser Höchstwert noch bei 100 kWh/m²a. Bauherren, die sich Fördermittel sichern wollen, müssen allerdings deut­lich höhere Anforderungen an die Ener­gieeffizienz ihres zukünftigen Hauses erfüllen. Aktuell gibt es für Neubauten drei Standards mit unterschiedlichen Anforderungen. Dabei gilt die Regel: je niedriger die Ziffer, umso niedriger der Wärmebedarf und umso höher die Förderung.

Klassifizierung: So werden die Haustypen nach Energieeffizienz eingeteilt

KfW-Effizienzhaus 55

Hinsichtlich
 dieses Standards beträgt der Jahresprimär­energiebedarf nur 55 Prozent eines Referenzgebäudes nach EnEV. Der Heizwärmebedarf darf höchstens bei 35 kWh/m²a liegen.

KfW-Effizienzhaus 40

Hier liegt der Grenzwert bei 25 kWh/m²a. Dieser Wert ist mit Fensterlüftung nicht mehr zu erreichen, so dass eine Lüftungsanlage benötigt wird, am besten mit Wärmerückgewinnung.

KfW-Effizienzhaus 40 Plus

Bei diesem Standard ist der Grenzwert derselbe, allerdings muss das Haus zusätzlich mit einer Photovoltaikanlage inklusive Batteriespeicher ergänzt werden.

Passivhaus

Dieser Standard hat mit 15 kWh/m²a den niedrigsten Heizwärmebedarf aller Haustypen. Diese Wärme soll nach Möglichkeit aus „passiven“ Quellen stammen, der Sonneneinstrahlung oder der Körperwärme der Bewohner. Für die Förderung wird es der KfW-Effizienzklasse 40 oder 40 Plus zugeordnet.

Null-Energiehaus

Hier wird der Ener­gieverbrauch für die Heizung ausgeglichen durch eine eigene Stromerzeugung mithilfe von Photovoltaik. Da der selbst erzeugte Strom auch ins Netz eingespeist wird, ist die „Null“ in der Energiebilanz ein rechnerischer Wert.

Plus-Energiehaus

Wenn die Photovoltaik-Anlage pro Jahr mehr Kilowattstunden erzeugt, als fürs Heizen und das warme Wasser gebraucht werden, ergibt sich rechnerisch ein Plus in der Energiebilanz, dem dieser Haustyp seinen Namen verdankt. Auch dieses Haus benötigt jedoch zumindest einen Stromanschluss.

Info: Förderung vom Staat

Übersicht der Programme 
von KfW und BAFA

Energieeffizienter Neubau
KfW-Programm „Energieeffizient Bauen“
Zinsgünstige Darlehen von bis zu 100.000 Euro je Wohnung für den Bau oder Erst­erwerb eines KfW-Effizienzhauses 55, 40, oder 40 Plus. Zusätzlich sind noch Tilgungszuschüsse bis max. 15.000 Euro je Wohnung oder Zuschüsse bis 15.000 Euro möglich.

Energetische Sanierung
KfW-Programm „Energieeffizient Sanieren“
• Sanierung von Altbauten zum KfW-Effi­zienzhaus: zinsgünstige Darlehen von bis zu 100.000 Euro je Wohnung, ebenfalls mit Tilgungszuschuss je nach erreichtem Niveau von bis zu 27.500 Euro je Wohnung oder Zuschuss von max. 30.000 Euro.
• Einzelmaßnahmen wie Dämmung: Zinsgünstige Darlehen von bis zu 50.000 Euro oder Zuschuss von max. 7.500 Euro.
• Zinsgünstige Kredite und Tilgungszuschüsse für Photovoltaik und Solarstromspeicher.

Heizung optimieren
BAFA: Zuschuss für die Heizungsoptimierung.

Heizen mit erneuerbaren Energien
BAFA: Zuschüsse für Solarthermie für Warmwasser (nur Altbau) und Heizungsunterstützung, Wärmepumpen im Alt- und Neubau, Pellet- oder Scheitholzheizungen.

Kraft-Wärme-Kopplung
BAFA: Zuschüsse für Mini-BHKWs von bis zu 3.500 Euro, Zusatz-Boni für besonders effi­zi
ente Anlagen wie Brennstoffzellenheizungen.
KfW: Zuschuss bis zu 40 Prozent der förderfähigen Kosten.

Energieberatung
BAFA: Zuschuss bis max. 800 Euro zur Vor-Ort-Beratung für ein Sanierungskonzept.
KfW: Zuschusshöhe bis 4.000 Euro je Bau- oder Sanierungsvorhaben.

Regionale Förderungen
Auch Bundesländer, Städte, Gemeinden oder Energieversorger vergeben Fördergelder für mehr Energieeffizienz. Infos und Fördermittelsuche unter www.baufoerderer.de

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