Wohnungen in Berlin Prenzlauer Berg
© Getty Images/iStockphoto

Wohnen | News

Wem gehört Berlin? Studie prangert Missstände auf Wohnungsmarkt an

Katharina Schneider

Katharina Schneider

Wem gehört Berlin? Wenn es nach den Autoren einer neuen Studie geht, dann gehören zumindest die Hälfte aller Wohnungen Finanzmarktinvestoren und Großunternehmen. Das geht zulasten der Mieter.

Die deutsche Hauptstadt ist beliebt. Und das nicht nur bei Menschen, die gerne in Berlin wohnen wollen – sondern auch bei Investoren. Immer mehr Wohnungen in Berlin gehören offenbar Großunternehmen und Finanzmarktinvestoren, wie aus der neuen Studie "Wem gehört Berlin?" der Rosa-Luxemburg-Stiftung hervorgeht. Die Studie basiert auf amtlichen Daten. Die Stiftung steht der Partei Die Linke nahe.

Demnach habe sich die Anzahl der Investoren und Großunternehmen, die in Berlin Wohnungen besitzen, zwischen 2012 und 2017 mehr als verdoppelt. Etwa jede zweite Wohnung würde ihnen in Berlin gehören. Das sei mehr als in anderen deutschen Großstädten.

Reiche würden durch Entwicklung immer reicher

Aus Sicht der Autoren gehen die Eigentumsverhältnisse in der Hauptstadt zulasten der Mieter. Diese Verhältnisse hätten in den vergangenen Jahren zu einer "massiven Umverteilung von unten nach oben geführt", heißt es in der Studie. Fast alle Eigentümer hätten in den vergangenen Jahren von steigenden Mieten und sinkenden Zinsen profitiert. In Berlin seien teilweise Renditen von mehr als 20 Prozent zu erzielen gewesen.

Laut Studienautor Christoph Trautvetter hat der Miet- und Kaufpreisboom dafür gesorgt, dass die Multimillionäre, denen die Wohnungen gehören, in kurzer Zeit ohne eigenes Zutun noch viel reicher geworden sind. Im Inforadio des RBB kritisierte Trautvetter auch, dass viele von ihnen anonym bleiben. Oftmals wissen nicht einmal die Mieter, wem die Wohnung, in der sie leben, eigentlich gehört.

Unter den Wohnungseigentümern, welche die Studie durch aufwendige Recherche enttarnt hat, finden sich der US-amerikanische Private-Equity-Konzern Blackstone oder der Investment-Fonds Phoenix Spree.

"Schnelles Geld statt langfristiger Investitionen"?

Problematisch stufen die Studienautoren besonders Private-Equity-Gesellschaften als Inhaber von Mietwohnungen ein. Denn diese würden den Anlegern dauerhaft hohe Renditen versprechen. "Sie wollen schnelles Geld anstatt langfristige Investitionen", schreiben die Autoren. So würden sie die Rendite der Häuser optimieren, nicht aber deren Wohnwert.

Die Studienautoren rufen Mieter auch dazu auf, zu recherchieren, wer hinter ihrem Mietvertrag steckt. So möchten sie mehr über die eigentlichen Eigentümer herausfinden.

Lies noch mehr…

Der Schutz Deiner Daten ist uns wichtig

Wir verwenden Cookies, um die Website optimal zu gestalten. Durch die Nutzung der Website stimmst Du grundsätzlich der Verwendung von Cookies zu (Websitefunktionalitäten, anonymisiertes Nutzerverhalten usw.). Sofern Du zustimmst, teilen wir zudem Informationen anonymisiert mit Werbepartnern. Du kannst unter „Weitere Optionen“ selbst entscheiden, welche Cookie-Kategorie Du wählen möchtest:

Weitere Optionen