Frau fordert mit Fernbedienung Treppenlift aus dem Untergeschoss an.
© Lifta

Modernisieren | Ratgeber

Treppenlift: Gut beraten und geplant geht's aufwärts

Tanja Müller

Level: Für Alle

Werden Stufen und Treppen für euch zur Schikane, dann kann ein Treppenlift helfen. Wir erklären euch, was ihr bei der Planung eines Treppen- oder Plattformliftes beachten müsst und welche Kosten entstehen.

Mit Lift-Anlagen könnt ihr Barrieren überwinden, wenn Gehbehinderungen, Arthrose oder einfach Altersschwäche jede Stufe zum Hindernis werden lassen. Eine umfassende Beratung und eine individuelle Planung sind allerdings das A und O. Das müsst ihr beachten.

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Treppenlift an Mensch und Haus anpassen

Treppenlifte müsst ihr quasi auf Maß schneidern lassen. Ihr solltet sie zum einen auf eure körperliche Konstitution, zum anderen an die örtlichen Gegebenheiten in eurem Haus anpassen. Während dem einen ein Sitzlift den Alltag schon immens erleichtert, brauchen Rollstuhlfahrer zumeist einen weitaus teureren Plattformlift.

Das Prinzip ist das Gleiche. Der Sitzlift besteht aus einem Sessel, der an der Treppe entlang einer Laufschiene fährt. Ein Podest ersetzt dagegen den Sitz beim Rollstuhl- oder Plattformlift. Habt ihr sowohl im Ober- wie im Erdgeschoss einen Rollstuhl stehen, dann kommt ihr vermutlich auch gut mit einem Sitzlift zurecht.

Mann steht im Wohnzimmer an der Treppe, Frau fährt mit dem Treppenlift ins Obergeschoss.
Auf geraden Treppen lassen sich die Anlagen (hier Handicare) am einfachsten realisieren. © Handicare

Unbedingt Probefahrt im Treppenlift vereinbaren

Wichtig ist vor allem, dass ihr bequem ein- und aussteigen könnt. Das solltet ihr unbedingt vor dem Kauf einmal direkt beim Händler ausprobieren. Einige Hersteller bieten sogar eine Probefahrt. Wenn ihr die Gelegenheit habt, nutzt sie, denn das Fahren mit einem Treppenlift ist schließlich gewöhnungsbedürftig.

Bei einer Probefahrt könnt ihr nicht nur die Handhabung testen, sondern auch gleich einmal auf die Betriebsgeräusche lauschen. Egal für welches Modell ihr euch entscheidet, ihr müsst den Lift ohne fremde Hilfe bedienen können. Wichtig: Im Notfall sollte sich der Sitz absenken lassen. Am besten verfügt der Treppenlift noch über einen Alarm.

Plattformlift vor breiter Treppe.
Rollstuhlfahrer bringt der Plattformlift von Sani-trans ins Obergeschoss. © sani-trans

Wo lässt sich ein Treppenlift einbauen?

Solche Lifte lassen sich in fast jedem Treppenhaus installieren. Die Schienenkonstruktion liegt entweder an der inneren Krümmung der Treppe am Geländer oder an der Wand. Und es muss natürlich noch genug Platz vorhanden sein, damit auch Fußgänger die Treppe gefahrlos nutzen können. Außerdem braucht ihr genügend Bewegungsfläche zum Ein- und Aussteigen.

Der Treppenliftberater sollte in jedem Fall in euer Haus kommen, um sich die Situation anzusehen. Nur aufgrund eines Grundrisses lässt sich schlichtweg kein seriöses Angebot machen. Der Einbau des Schienensystems muss sorgfältig geplant werden.

Simulation der Fahrt eines Treppenlift durch ein Treppenhaus.
Auf einem Teleskoprohr fährt der Sitzlift von Thyssenkrupp Home Solutions locker um die Ecke. © thyssenkrupp Home Solutions

Was kostet ein Treppenlift?

Habt ihr eine kurze, gerade Treppe, sind Planung und Einbau zumeist relativ schnell erledigt. Komplizierte Führungen fordern hingegen tatsächlich Maßarbeit. Das macht dann auch den Preis aus: Je nach Treppenverlauf und -länge kann der Preis für einen Treppenlift zwischen 4.000 und 15.000 Euro liegen.

Günstiger und nachhaltiger ist es, wenn ihr euch eine gebrauchte, runderneuerte Anlage einbauen lasst. Das geht zumeist schon für die Hälfte des Preises einer neuen Anlage. Platzsparende Miniaufzüge hingegen beginnen bei etwa 18.000 Euro.

Wartung und Service gleich mit abchecken

Am besten holt ihr euch drei Angebote des gleichen Systems ein, um wirklich die Preise vergleichen zu können. Nicht minder wichtig: Wartung und Service. Ideal ist es, wenn ihr diesen rund um die Uhr, auch an Sonn- und Feiertagen bestellen könnt. Praktischerweise sitzt die Servicefirma bei euch in der Nähe. Mit 200 bis 300 Euro Wartungs- und Servicekosten pro Jahr müsst ihr rechnen. Gleich ob Sitz- oder Plattformlift, erster Ansprechpartner sollte immer eine unabhängige Wohnberatung sein, die über Angebot, rechtliche Fragen und finanzielle Hilfen informiert.

Baurecht vor dem Einbau klären

Der Einbau von Treppenliften unterliegt baurechtlichen Vorschriften. Da sich diese aber in den verschiedenen Bundesländern unterscheiden, klärt ihr das lieber vorab in eurem örtlichen Bauamt. Über Prüf- und Zulassungsverfahren informiert in der Regel der Treppenliftanbieter. Er holt auch die erforderlichen Genehmigungen ein.

Der Vermieter darf euch den Einbau übrigens nicht verwehren, wenn ihr eure Wohnung ohne Hilfe nicht mehr verlassen könnt. Das entschied das Landgericht Duisburg (Az. 23 S 452/96).

Zuschüsse für einen Treppenlift: Pflegekasse und Länder fördern Einbau

Die Pflegekasse zahlt einen Zuschuss von bis zu 4.000 Euro. Leben mehrere Pflegebedürftige in einem Haushalt, kann sich die Förderung vervielfachen. Wenn also euer Lebenspartner ebenfalls pflegebedürftig ist, bekommt ihr zusammen 8.000 Euro.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bezuschusst den Einbau im Rahmen des Förderprogramms Altersgerecht Umbauen – Investitionszuschuss (455) mit zehn Prozent der förderfähigen Anschaffungskosten, maximal mit 5.000 Euro. Das KfW-Programm 159 – Altersgerecht Umbauen gewährt ein staatliches Darlehen mit attraktiven Sonderkonditionen und Zinsvergünstigungen.

Wenn ihr infolge eines Berufs- oder Verkehrsunfalls keine Treppen mehr steigen könnt, dann könnt ihr die Berufsgenossenschaft oder eure Haftpflichtversicherung für die Finanzierung des Treppenlifets heranziehen. Fehlen Eigenmittel, beantragt ihr Zuschüsse beim Sozialamt.

Zudem unterstützen die Bundesländer in verschiedenen Programmen den barrierefreien Ausbau. Hier fragt ihr am besten im Versorgungsamt eures Wohnortes nach.

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