Besorgtes Paar mit Papieren vor einem Laptop
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Eindeutiger Trend: Die Bauzinsen steigen

Eva Dorothée Schmid

Eva Dorothée Schmid

Verschiedene Vergleiche zeigen: Die Bauzinsen steigen weiter. Dennoch sind die Zinsen für Immobilienkredite immer noch auf einem niedrigen Niveau. Und wer die Angebote vergleicht, kann über 100.000 Euro sparen.

Der Trend ist eindeutig: Die Bauzinsen steigen. Nach Angaben der FMH Finanzberatung liegen die Zinsen für einen Immobilienkredit mit einer Zinsbindung von zehn Jahren inzwischen im Durchschnitt bei 0,95 Prozent. Ende September lag der Zinssatz im Schnitt noch bei 0,80 Prozent.

Auch Hypothekendarlehen mit einer Laufzeit von 15 Jahren haben sich verteuert. Der Zins-Mittelwert von 40 ausgewählten Instituten liegt inzwischen bei 1,25 Prozent. Bei 20 Jahren Laufzeit müsst ihr laut FMH mit 1,40 Prozent Zinsen rechnen. "Dieser Trend wird sich vermutlich fortsetzen", sagt FMH-Inhaber Max Herbst. "Denn die Inflation zieht auch die Zinsen nach oben."

Das wiederum kann zu einer stärkeren Nachfrage bei Immobilien führen, weil viele aus Sorge vor weiter steigenden Zinsen möglichst schnell Eigentum erwerben wollen. Die Folge: Weiter steigende Immobilienpreise.

Bauzinsen vergleichen lohnt sich

Steigende Zinsen bei Immobilienkrediten beobachtet auch die Stiftung Warentest. "Zwar waren die Zinssätze in den vergangenen beiden Jahren sehr stabil", heißt es in der aktuellen "Finanztest" (11/2021). "Trotzdem ist es deutlich teurer geworden, eine Immobilie zu finanzieren."

Die Durch­schnitts­zins­sätze für 80-Prozent-Finanzierungen liegen im test.de-Zins­vergleich für eine Laufzeit von zehn Jahren bei 0,93 Prozent, für eine Laufzeit von 15 Jahren bei 1,2 Prozent und für eine Laufzeit von 20 Jahren bei 1,4 Prozent.

Die Unterschiede zwischen den Anbietern sind allerdings groß. Fast 120.000 Euro Unterschied zwischen dem günstigsten und dem teuersten Immobilienkredit ermittelte die Zeitschrift Finanztest für ihren Musterkredit von 300.000 Euro mit einer Zinsbindung von 30 Jahren.

Bei einer Zinsbindung der gleichen Summe für 25 Jahre betrug der Unterschied knapp 64.000 Euro. Bei 20 Jahren Laufzeit knapp 30.000 Euro. "Wer Angebote vergleicht, vermeidet hohe Zinsen und spart Tausende Euro", sagt Jörg Sahr, Immobilienexperte der Stiftung Warentest.

Ein Zinsangebot könnt ihr beispielsweise bei unserem Baufinanzierungsrechner anfordern.

Wie kann man sich gegen steigende Bauzinsen absichern?

Haus- und Wohnungs­käufer, die kein Risiko eingehen wollen, können sich mit einem Voll­tilgerdarlehen die derzeit immer noch verhältnismäßig nied­rigen Zinsen auf Dauer sichern – bis der letzte Euro getilgt ist.

Kredite mit längerer Zins­bindung sind im Schnitt zwar 0,4 bis 0,7 Prozent­punkte teurer als Kredite mit kürzerer Lauf­zeit. Dafür brauchen Hauskäufer aber in einigen Jahren keine Anschluss­finanzierung. Damit kann man das Risiko einer Zins­erhöhung umgehen.

Bei einem Darlehen ist zudem nicht nur der Zins­satz wichtig. Viele Banken bieten zum Beispiel die Möglich­keit zu Sondertilgungen oder das Recht, den Tilgungs­satz während der Zins­bindung mehr­fach zu wechseln. Bei manchen Banken sind diese Extras schon in den Stan­dard­konditionen enthalten. Andere wiederum verlangen dafür Zins­aufschläge.

Es kann sich angesichts steigender Bauzinsen lohnen, einen Hypothekenkredit mit einem niedrigen Zinssatz schneller abzutragen. Dann müsst ihr im Anschluss an eine Zinsbindung weniger Restkredit zu einem schlechteren Zins neu finanzieren.

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