Stromspeicher im Wohnzimmer
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Modernisieren | Ratgeber

Stromspeicher: Alles über Photovoltaik-Speicher

Claudia Lindenberg

Level: Für Anfänger

Eine Photovoltaikanlage kostet eine ganze Stange Geld – und dann noch einmal fast genauso viel für einen Stromspeicher drauflegen? Wir zeigen euch, warum ein Photovoltaik-Speicher sinnvoll ist.

Mittlerweile installieren zwei von drei Hauseigentümern, die sich für eine Photovoltaikanlage entscheiden, einen Stromspeicher. Und das, obwohl er fast nochmal so viel kostet wie die Photovoltaikanlage selbst. Die Investition macht aber durchaus Sinn: Oft könnt ihr nur mit einem Stromspeicher eure Photovoltaikanlage rentabel betreiben.

Was ist ein Stromspeicher und wie funktioniert er?

Photovoltaikspeicher dienen dazu, gerade produzierten, aber nicht benötigten Strom solange zu speichern, bis er verbraucht wird. So lassen sich Haushaltsgeräte auch dann mit selbst erzeugtem Strom betreiben, wenn die Sonne gerade nicht scheint.

Die Speicher bestehen aus einem Akku und dem Laderegler. Das Innere des Akkus ist mit zwei Elektroden und einem Elektrolyt gefüllt – eine Flüssigkeit, die den Strom leitet. Über den Laderegler wird die Ladung und Entladung des Batteriespeichers gesteuert. Die Elektroden bestehen entweder aus Blei oder aus Lithium-Oxid. Die Ladung erfolgt, indem die Lithium-Ionen aufgrund der Leitfähigkeit der Flüssigkeit von der positiven zur negativen Elektrode wandern. Bei Bleiakkus ist die Wirkungsweise etwas anders, da hier die Flüssigkeit reagiert und nicht nur als Stromleiter dient.

Je nach Modell fließt der erzeugte Gleichstrom zunächst in den Speicher, der Wechselrichter sorgt dann dafür, dass der Strom in Wechselstrom umgewandelt wird, der für den Betrieb von Haushaltsgeräten erforderlich ist. Es gibt aber auch Speicher mit eingebautem Wechselrichter, die direkt Wechselstrom statt Gleichstrom abgeben.

Strommix – Energieträger in Deutschland nach Bundesländern 2016

  • Bundesland
  • Anteil Erneuerbare Energien
  • Anteil Photovoltaik
  • Anteil Wind
  • Baden-Württemberg
  • 25,3
  • 7,5
  • 2,0
  • Bayern
  • 43,3
  • 13,2
  • 4,0
  • Berlin
  • 4,5
  • 3,4
  • 0,9
  • Brandenburg
  • 28,5
  • 6,2
  • 16,2
  • Bremen
  • 11,7
  • 0,5
  • 4,2
  • Hamburg
  • 4,6
  • 0,0
  • 09
  • Hessen
  • 37,3
  • 9,4
  • 13,1
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • 66,8
  • 8,7
  • 41,1
  • Niedersachen
  • 39,8
  • 3,7
  • 24,7
  • Nordrhein-Westfalen
  • 9,8
  • 2,1
  • 3,8
  • Rheinland-Pfalz
  • 45,5
  • 8,8
  • 24,5
  • Saarland
  • 14,8
  • 3,4
  • 5,2
  • Sachsen
  • 12,8
  • 3,5
  • 410
  • Sachsen-Anhalt
  • 50,8
  • 7,8
  • 28,9
  • Schleswig-Holstein
  • 54,8
  • 3,7
  • 42,5
  • Thüringen
  • 56,9
  • 11,6
  • 22,4
  • Deutschland
  • 33,9
  • 6,9
  • 14,2

Anteil Erneuerbare Energien und Solarstrom an der Bruttostromerzeugung in Deutschland nach Bundesländern im Jahr 2016.

Welche Typen von Batteriespeichern gibt es?

Es werden sowohl Lithiumspeicher als auch Speicher aus Bleizellen angeboten. Zunehmend setzen sich jedoch Lithiumbatteriespeicher durch. Dies liegt daran, dass sie bei wenig Platzbedarf mehr Speicherkapazität bieten und in den letzten Jahren immer preiswerter geworden sind. Noch sind sie jedoch rund doppelt so teuer wie Bleiakkus. Allerdings halten sie auch länger als zehn Jahre und sie überstehen rund 7.000 Ladezyklen – etwa doppelt so viele wie Bleispeicher, die rund sieben bis zehn Jahre halten.

Was sind die Vorteile einer Solaranlage mit Speicher?

Üblicherweise produziert eine Photovoltaikanlage ausgerechnet dann am meisten Strom, wenn ihr gar nicht zuhause seid – nämlich tagsüber. Ohne Stromspeicher bedeutet dies, dass der Strom ins Stromnetz wandert, weil ihr ihn gerade nicht verbraucht. Ist ein Batteriespeicher vorhanden, könnt ihr den tagsüber nicht genutzten Strom über den Speicher verbrauchen und müsst dann nicht auf Strom aus dem Netz zurückgreifen.

Da es aufgrund der gesunkenen Vergütung für das Einspeisen ins öffentliche Stromnetz mittlerweile rentabler ist, selbst erzeugten Strom zu verbrauchen, macht ein Stromspeicher heute mehr Sinn als noch vor einigen Jahren. Das liegt daran, dass die Förderung heutzutage geringer ausfällt als die Stromkosten pro Kilowatt.

Hinzu kommt, dass ihr mit einem Stromspeicher unabhängiger von der Entwicklung der Strompreise werdet, denn ihr könnt damit den Anteil des selbst genutzten Stroms von rund 30 bis 35 Prozent auf mehr als das Doppelte erhöhen. Ein Praxisbeispiel von einem Bauherren, der einen Stromspeicher eingebaut hat, findet ihr in unserem Beitrag zum Haus der Zukunft.

Wer bietet Photovoltaik-Speicher an?

Einige Hersteller von Photovoltaikanlagen bieten auch Batteriespeicher an. Dazu gehört beispielsweise Solarwatt und IBC Solar. Anderen Unternehmen wie zum Beispiel Varta bieten ausschließlich Photovoltaikspeicher an.

Stromspeicher
Modular aufgebaute Speichersysteme wie MyReserve von Solarwatt lassen sich bei Bedarf erweitern. © Greenhouse

Was kosten PV-Speicher?

Für einen Photovoltaik-Speicher inklusive Montage solltet ihr pro Kilowattstunde Speicherkapazität mindestens rund 1.000 Euro plus Mehrwertsteuer einkalkulieren. Unterm Strich verteuert sich eine Photovoltaikanlage zunächst also fast auf den doppelten Preis, da die Kosten des Speichers fast genauso hoch sind wie die Kosten der Photovoltaikanlage.

Tipp: Es gibt im Rahmen der Photovoltaik-Förderung spezielle Programme für Stromspeicher, die sich von Region zu Region unterscheiden.

Worauf solltet ihr beim Kauf eines Batteriespeichers achten?

Die Lebensdauer von Lithiumbatterien ist mit rund zehn Jahren nur etwa halb so hoch wie die einer Photovoltaikanlage. Das solltet ihr bei der Kostenplanung bereits berücksichtigen. Wichtig sind nach Angaben des Infoportals Co2online außerdem folgende Kriterien:

  • Hoher Wirkungsgrad von mehr als 95 Prozent.
  • Leistungsaufnahme im Standby-Betrieb unter 5 Prozent.
  • Stationäre Regelungsabweichungen unter 10 Watt.
  • Einschwingzeit der Systemregelung unter 2 Sekunden.
  • Der Wirkungsgrad des Batteriewechselrichters oder der Ladeelektrik sollte bei 500 Watt mindestens 90 Prozent betragen.

Auch wenn ihr diese Daten nicht unbedingt versteht: Sie helfen euch beim Vergleich der Angebote und bieten erste Anhaltspunkte für die Kaufentscheidung.

Wie viel Leistung sollte ein Batteriespeicher haben?

Die Speicherkapazität von Photovoltaikspeichern wird in Kilowattstunden gemessen. Generell werden für ein Einfamilienhaus rund vier bis acht Kilowattstunden veranschlagt. Als Faustregel gilt, dass die Speicherkapazität mindestens so groß sein sollte wie der Strombedarf. Wie hoch dieser ist, könnt ihr ganz einfach anhand eurer letzten Stromabrechnung ermitteln. Werden beispielsweise 4.000 Kilowattstunden jährlich verbraucht, empfiehlt sich eine Speicherkapazität von fünf bis sechs Kilowattstunden.

Wie viel Kapazität im Einzelfall benötigt wird, hängt auch von der Nutzung ab: Soll beispielsweise ein Elektroauto über die Photovoltaikanlage versorgt werden? Falls ja, muss die Speicherkapazität großzügiger bemessen werden.

Wenn ihr euch noch nicht sicher seid, ob ihr einen Stromspeicher anschaffen sollt, dann lest hier alles über die Vorteile und Nachteile von Photovoltaik-Speichern. Und wenn ihr bei den Vebrauchswerten und -kosten für euer Haus den Überblick behalten wollt, dann empfehlen wir euch den Eigenheim Manager als effektives Verwaltungs-Tool.

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