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Rückstauklappe: Wichtigster Schutz vor Überschwemmungen

Dirc Kalweit

Level: Für Anfänger

Angst vor dem nächsten Starkregen? Weil das Wasser aus der Kanalisation euren Keller fluten könnte? Dagegen gibt es ein einfaches wie effektives Mittel.

Starkniederschläge zählen zu den folgenschwersten Wettererscheinungen. Das Risiko und die Folgen von Starkregen wurden nach einem Bericht der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft bisher deutlich unterschätzt.

Umso wichtiger, sich gegen die Folgen zu schützen. Denn: Stößt die öffentliche Kanalisation bei Starkregen an ihre Kapazitätsgrenzen, wird das Abwasser in die angeschlossenen Entwässerungsleitungen (und damit in die Häuser) zurückgedrückt. Tiefer liegende Räume wie Keller, die sich unterhalb der Rückstauebene befinden, stehen dann schnell unter Wasser.

Die Rückstauklappe: Simpel, aber extrem effektiv

Viele Gemeinden fordern von Hauseigentümern deshalb grundsätzlich den Einbau von Rückstausicherungen, um einer Haftung zu entgehen. Bei einer Rückstausicherung schließt zurückdrängendes Wasser automatisch eine Rückstauklappe. Dadurch kann das Wasser in der Abwasserleitung des Hauses nicht mehr zurückfließen. Diese Verschlüsse gibt es für verschiedenste Anwendungen (fäkalienfreies oder -haltiges Wasser) und Einbausituationen. Fachgerecht montiert, sind sie der wichtigste Schutz vor Überschwemmungen.

Aber auch wenn die Gemeinden, wie erwähnt, den Einbau eines Rückstauschutzes vorschreiben, eine Überprüfung findet nicht statt. Jeder Hauseigentümer ist für den Einbau selbst verantwortlich – und merkt unter Umständen erst bei einer Überflutung des Kellers, dass keine Rückstauklappe existiert. Das trifft nicht nur Käufer von Bestandsimmobilien. Obwohl der Einbau einer Rückstauklappe beim Neubau einfach und günstig ist, wird er nicht automatisch auch ausgeführt. Im Zweifelsfall also beim Planer nachfragen, um später nasse Überraschungen zu vermeiden.

Schwieriger wird es bei Duschen oder WCs im Keller. Hier hilft nur eine Hebeanlage für Abwasser. Sie pumpt das Wasser automatisch so hoch, dass es oberhalb der Rückstauebene liegt und so nicht in die Hausleitung zurückfließen kann.

Versicherung zahlt nur bei speziellen Policen

Es ist nicht nur der Starkregen, der zu Überschwemmungen im Haus führt. Auch durch Verstopfungen, einen Rohrbruch, Störungen im Pumpwerk oder Ablagerungen im Kanalsystem kommt es manchmal zum Rückstau. Wenn dann über Waschmaschinen, Waschbecken oder Duschen das Wasser ins Haus zurückfließt, ist der Schaden schnell sehr groß – und meistens nicht durch die Versicherung gedeckt. Bei Schäden durch Starkregen braucht ihr zum Beispiel eine Versicherung gegen Elementarschäden. Welche Versicherung springt sonst bei Wasserschäden ein? Lest dazu unseren Artikel zum Thema Wasserschaden: Diese Versicherungen braucht ihr im Ernstfall.

Damit es erst gar nicht so weit kommt, empfehlen wir euch dringend zu prüfen, ob bei euch eine Rückstauklappe verbaut wurde. Denn der nächste Starkregen kommt bestimmt. Und damit ihr auch bei euren Abwasserrohren auf der sicheren Seite seid, empfehlen wir euch noch den Beitrag Dichtheitsprüfung für Abwasserrohre: Pflicht oder Abzocke?

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