Kinder beim Ostereier sammeln
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Wohnen | Ratgeber

Ostern feiern in Zeiten von Corona? Die wichtigsten Fragen & Antworten

Arne Schätzle

Osterspaziergang, Ostereiersuche im Garten, Besuch bei Oma und Opa – was ist in diesen Tagen noch erlaubt, was nicht? Wir sagen euch, wie ihr in diesem Jahr das Osterfest zu Hause feiern könnt.

Update: Für viele von uns ist Ostern ein Familienfest, das wir gerne gemeinsam zu Hause feiern. Wir treffen Oma, Opa, Geschwister, Cousins und Cousinen, suchen Eier im Garten, treffen Freunde zum Osterbrunch und unternehmen einen Osterspaziergang. Aber was bleibt in diesen turbulenten Zeiten von unseren Osterritualen übrig? Wir klären die wichtigsten Fragen rund um das Osterfest.

1. Kontaktverbot & Ausgangsbeschränkungen – was gilt an Ostern?

Auch an den Feiertagen sollen wir aufgrund der Corona-Pandemie möglichst auf Reisen und Besuche verzichten. Am 1. April haben Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder eine Verlängerung der bestehenden Restriktionen bis zum 19. April beschlossen. Aber was genau ist nun erlaubt – und was nicht?

Mit Verlängerung der Bestimmungen gilt in Bayern, im Saarland und in Sachsen weiterhin die Ausgangsbeschränkung – die nicht mit der strengeren Ausgangssperre gleichzusetzen ist. In den übrigen Ländern gilt das Kontaktverbot. Manche Länder haben darüber hinaus ortsspezifische Sonderregelungen erlassen.

Aufgrund der nahenden Osterfeiertage haben viele Bundesländer ihre Bestimmungen noch einmal präzisiert. Daher raten wir euch bei spezifischen Fragen auf die Internetseite eures Bundeslandes zu schauen. Diese Seiten haben wir hier verlinkt, klickt einfach auf den Namen eures Bundeslandes: Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen.

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2. Muss ich dieses Jahr auf den Osterspaziergang verzichten?

Feiern und ausgedehnte Ausflüge sind in diesem Jahr wegen der Ansteckungsgefahr in der Corona-Krise weitestgehend verboten. Insbesondere in der Woche vor Ostern gab noch einmal hitzige Diskussionen über die Bewegungsbeschränkungen. Grundsätzlich gilt in allen Bundesländern: Solange ihr nicht mit dem Coronavirus infiziert seid, könnt ihr eure Wohnung verlassen. Alle weiteren rechtlichen Vorgaben sind dazu jedoch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.

In den meisten Bundesländern dürfen sich nicht mehr als zwei Menschen zusammen im öffentlichen Raum bewegen – es sei denn, es handelt sich um "Angehörige des eigenen Hausstands", in der Regel also Familie oder Partner. Auch der Spaziergang mit einem Freund oder einer Freundin ist okay, selbst wenn ihr nicht zusammen wohnt. Dabei müsst ihr zu anderen Personen immer einen Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten.

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In den Ländern mit Ausgangsbeschränkung, also in Bayern, im Saarland und in Sachsen sieht die Lage etwas anders aus, als in Ländern, in denen lediglich eine Kontaktbeschränkung gilt. Hier braucht ihr zum Verlassen des Hause einen triftigen Grund, dazu zählen Sport, Spazierengehen und Bewegung an der frischen Luft. In Bayern dürft ihr ausschließlich alleine oder mit Angehörigen des eigenen Hausstandes vor die Tür, in Sachsen ist auch Spazierengehen mit dem Lebenspartner erlaubt.,

3. Können wir mit Oma und Opa Ostern feiern?

Diese Frage ist am schwierigsten zu beantworten, auch für die Landesregierungen. Das Bundesland Niedersachsen beispielsweise verbot zunächst die Zusammenkunft im größeren familiären Rahmen, sogar in der eigenen Wohnung, ruderte kurz darauf allerdings wieder zurück. Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen machen für Treffen in der eigenen Wohnung keine Vorgaben. Hier dürft ihr euch zum Osterbrunch in den eigenen vier Wänden oder auch im eigenen Garten mit Familie, Freunden und Nachbarn treffen.

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Das Innenministerium Mecklenburg-Vorpommerns erlaubt zwar, dass Kinder, Eltern Großeltern, Enkel und Lebenspartner mit eingetragener Partnerschaft ins Land reisen und sich besuchen können. Dennoch rief die Ministerpräsidentin des Landes, Manuela Schwesig, dazu auf, dieses Jahr auf Osterbesuche zu verzichten. Und auch auf der Seite des Bundesinnenministeriums heißt es "Bleiben Sie zu Hause - auch zu Ostern!"

Während Baden-Württemberg die Regelung im nichtöffentlichen Raum ähnlich handhabt wie Mecklenburg-Vorpommern, sind in Hamburg "Feierlichkeiten" in der Wohnung untersagt. Genauer erklärt wird der Begriff allerdings nicht. In Bremen sind private Feiern zwar untersagt, familiäre Zusammenkünfte mit bis zu fünf haushaltsfremden Personen geduldet.

Auch Schleswig-Holstein hat kurz vor Ostern die Verordnung noch einmal geändert, so dass hier nun Familienfeiern sogar mit bis zu zehn Personen möglich sind. In Thüringen hingegen darf nur eine haushaltsfremde Person zu Besuch kommen, In Brandenburg macht die Verordnung keine genaueren Angaben zu Beschränkungen, auf der Homepage des Bundeslandes heißt es hingegen „Familientreffen oder Familienfeiern sind auf die Mitglieder des eigenen Hausstands zu beschränken!“

In den übrigen Bundesländern darf man seine Wohnung nur aus triftigem Grund verlassen. Dazu gehört meist der Besuch bei Lebenspartnern oder bei pflegebedürftigen Menschen. Andere Besuche im privaten Bereich sind nach den Verordnungstexten nicht erlaubt.

Aber auch wenn der Besuch von Freunden oder Familienmitgliedern (Eltern, Geschwister, Ehegatten, Lebenspartner) nicht untersagt ist, ratsam ist er dennoch nicht. Alexander Kekulé, Virologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, ist zwar der Meinung, die Familie dürfe die Großeltern durchaus besuchen, sofern niemand Risikokontakte hatte. Aber wer kann sich da schon sicher sein? Darum wies auch Kekulé im Podcast "Kekulés Corona-Kompass" darauf hin, dass Menschen ab 65 per se zur Risikogruppe gehören: "Wenn die Mutter oder Großmutter wirklich eine Risikogruppe ist, dann würde ich das vielleicht unterlassen."

4. Darf ich an Ostern meinen Partner besuchen, auch wenn er nicht im selben Bundesland lebt?

Für Menschen, die eine Fernbeziehung führen, sind diese Zeiten sicherlich besonders schwierig. Gerade Urlaube und Feiertage sind in der Regel seltene Gelegenheiten, um ausgiebig Zeit miteinander zu verbringen. Aber ist das aktuell trotz Kontaktverbot oder Ausgangsbeschränkung erlaubt?

Egal ob Kontaktverbot oder Ausgangsbeschränkung gilt, in keinem Bundesland ist es verboten, den Lebenspartner über die Grenzen des eigenen Bundeslandes hinaus zu besuchen.

Dabei spielt es keine Rolle, ob man verheiratet ist oder nicht. Allerdings kann es sein, dass ihr kontrolliert werdet. In diesem Fall müsst ihr glaubhaft machen, dass es sich bei der besuchten Person um euren Lebenspartner oder eure Lebenspartnerin handelt. Und auch in diesem Fall müsst ihr Mindestabstand und maximale Personenanzahl beachten, da eure Lebenspartner nicht in einem Haushalt leben.

5. Darf ich innerhalb Deutschlands noch reisen?

Laut Innenministerium sind auch Ausflüge und Reisen auf ein absolut notwendiges Minimum zu reduzieren. In Hinblick auf das Gemeinwohl bittet das Ministerium, sich nach Möglichkeit nur in der näheren Umgebung zu bewegen. Zudem sind Übernachtungsangebote in Deutschland nach Aufforderung der Bundesregierung nur noch im Ausnahmefall gestattet und dürfen nicht zu touristischen Zwecken genutzt werden.

Insbesondere in touristischen Bundesländern wie Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern gelten strenge Bestimmungen: Die Inseln der Nord- und Ostsee beispielsweise sind für Touristen komplett gesperrt. Einheimische hingegen dürfen innerhalb Mecklenburg-Vorpommerns nun doch reisen. Das hat das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Greifswald im Eilverfahren beschlossen und damit das Verbot der Landesregierung aufgehoben. Auch in Niedersachsen sind Reisen nicht erwünscht: Die Ostfriesischen Inseln und zahlreiche Küstenorte sind für Besucher gesperrt – die Ordnungsämter kontrollieren.

Wer beim Arbeitgeber Urlaub eingereicht hat und ihn nicht wieder zurückgeben kann, sollte es sich einfach zu Hause schön machen, auch in der Zeit vor und nach Ostern. Vielleicht nutzt ihr die gewonnene Zeit für ein paar Arbeiten in den eigenen vier Wänden, zu denen ihr sonst nicht kommt?

6. Darf ich im Garten Ostereier suchen?

Ein Klassiker an Ostern ist die Eiersuche im eigenen Garten. Ist das in den Zeiten von Corona erlaubt? Ja, aber auch hier gilt: nur mit Einschränkungen. Euren privaten Hausgarten dürft ihr nutzen, auch wenn in eurem Bundesland Ausgangsbeschränkung oder Kontaktverbot gilt.

Das Gleiche gilt in der Regel auch, wenn ihr einen Kleingarten gepachtet habt, der nicht in der Nähe eures Hauses oder eurer Wohnung liegt.

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Wenn ihr allerdings in einem Haus mit mehreren Parteien wohnt und den Garten gemeinsam nutzt, sieht es etwas anders aus. Denn in diesem Fall gilt das Kontaktverbot – schließlich könnt ihr dort auch Bewohner aus benachbarten Wohneinheiten treffen. Daher dürfen sich hier stets nur Mitglieder einer Wohnung aufhalten. Ausnahme: Der Garten ist wie eine Kleingartenanlage in abgetrennte Parzellen aufgeteilt und jeweils einer Partei zugeordnet.

Wir wünschen euch, trotz aller Einschränkungen, ein frohes Osterfest!

Hinweis der Redaktion:

Die Corona-Pandemie stellt uns alle vor große Herausforderungen. Auf einer Corona-Themenseite informiert die Bundesregierung über aktuelle Maßnahmen und Entwicklungen. Passt bitte auf euch und eure Mitmenschen auf! Alles Gute und bleibt gesund! Euer Wohnglück-Team

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