Planskizze beim Aufbau eines neuen Fußbodens
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Modernisieren | Homestory

Herausforderung "Neues Vollbad" – Hausbau-Blog, Teil 27

Mona

Level: Für Alle

Ein Vollbad im Obergeschoss – klingt einfach, aber die Planung hat uns echt Kopfschmerzen bereitet. Denn wie so oft steckt der Teufel im Detail ...

Hallo ihr Lieben,

wie ihr bereits wisst, mussten wir unser Vollbad im Obergeschoss komplett neu planen und haben dafür eines der Schlafzimmer aufgegeben. Eine Toilette mit nur 1,60 m Deckenhöhe und ein kleines Mini-Bad mit Badewanne unter der Schräge wäre für eine Familie zu klein und zu wenig gewesen.

Für alle, die erst jetzt einsteigen: Hier findet ihr eine Übersicht über alle vorherigen Blog-Einträge.

Anspruchsvolle Sanitär-Planung

Doch wie bekommen wir die Leitungen für Frisch- und Schmutzwasser in das neue Bad und dort an die richtige Stelle? Wo und wie werden die Abwasserleitungen über das Dach entlüftet? Wo laufen die Heizungsrohre längs? Wie soll die Dusche ablaufen, möchten wir dort eine Stufe, soll die Dusche bodengleich und dann gefliest sein oder soll hier eine extra Duschwanne verwendet werden?

Soll die Badewanne frei stehen oder soll sie eingebaut werden? Und was von alledem ist am einfachsten in einem Altbau zu realisieren? Fragen über Fragen, die uns im Sommer einige Wochenenden gekostet und teilweise wahnsinnig gemacht haben. Jedes Mal, wenn wir dachten, wir hätten die Lösung gefunden, ging sie am Ende doch nicht auf.

Trockenbau als Universallösung

Für die Leitungsführung hatten wir zum Glück relativ schnell eine Lösung. Im Bad selbst haben wir in Kauf genommen, den Raum ringsum mit circa 20 cm Trockenbau aufzudoppeln und konnten so dahinter ohne Probleme alle Leitungen führen. Die Entlüftung musste noch einmal in meine Ankleide geführt werden und geht dann dort raus über das Dach. Auch hier haben wir die Wand etwas aufgedoppelt, so dass die Leitungen alle nicht mehr zu sehen sind.

Dann hatten wir das Glück, dass das Bad im Grundriss des Obergeschosses über dem Flur im Erdgeschoss liegt. Dadurch konnten wir den Flur nutzen, um mit den Leitungen in das Erdgeschoss runterzugehen. Von dort haben wir die Rohre in das Kaminzimmer gezogen und sind hinten im kleinen Abstellraum runter in den Keller.

Die Decke des Kaminzimmers (die vorherige alte Küche) war vorher auch schon abgehangen und niedriger als die anderen Decken im Erdgeschoss. Daran waren wir also schon gewöhnt und 2,90 m Deckenhöhe sind immer noch mehr als ausreichend. Auch der Trockenbaukasten, der um die Leitungen im Flur gebaut wurde, fällt kaum auf, da eine kleine alte Stuckleiste auch weiterhin ringsum verläuft. Und ein Trockenbaukasten an der Decke im Flur stört uns in jedem Fall weniger, als wenn in einer Ecke im Wohn- oder Esszimmer eine Schachtverkleidung notwendig gewesen wäre – das wäre nämlich die einzige Alternative gewesen. In unserem kleinen Abstellraum, in dem jetzt die ganzen Leitungen in den Keller gehen, können wir sehen, was für ein dicker Kasten im Wohnbereich gestanden hätte.

Die Sache mit dem Querbalken ...

Bei der Badewanne haben wir uns für eine frei stehende Badewanne entschieden – nicht unbedingt die beste und einfachste Lösung im Altbau mit Holzbalkendecke. Wir fanden es aber am schönsten.

In einem Neubau werden die Leitungen einfach in den neuen Estrich gezogen und eine freistehende Badewanne mit Standarmatur ist gar kein Problem. Bei uns allerdings musste zumindest die Abwasserleitung in einer Holzbalkendecke geführt werden. An sich nicht schlimm, hätten wir nicht bei Abnahme der alten Dielen plötzlich einen Wechsel im Boden entdeckt, bei dem die Balken nicht nur längs, sondern plötzlich auch noch einer quer liegt.

Vermutlich war hier zur Bauzeit ein weiterer Schornstein angedacht, aber aus welchen Gründen auch immer doch nicht ausgeführt worden. Unsere Leitung kam durch den Querbalken also nicht weiter. Ein nächster Film ging los und der Statiker musste kontaktiert werden. Am Ende konnten wir den Balken zum Glück an einer Seite etwas ausklinken, um das Rohr doch im Hohlraum zwischen den Holzbalken zu führen. Zudem mussten wir überprüfen lassen, ob wir die Badewanne überhaupt dort aufstellen können. Auch das passte genau so, dass die Lasten auf mehrere Balken verteilt werden.

Wie passt die Dusche in die Ecke?

Doch mit der Badewanne war es nicht getan, auch die Planung der Dusche hat uns einiges an Zeit gekostet. Auch hier war die Holzbalkendecke wieder das Problem. Eine Option wäre eine fertige Duschwanne gewesen. Hier hatten wir jedoch Bedenken, dass die Duschwanne bei den schiefen Wänden am Ende nicht ganz genau in unsere Nische hineinpasst. Zudem hatten wir Sondermaße und dann konnte der Abfluss nur an einer bestimmten Seite liegen, was die Auswahl möglicher Duschwannen erheblich einschränkte.

Nach langem Suchen, Überlegen und Hin und Her fanden wir schließlich die Lösung in einem befliesbaren Duschelement vom Hersteller Saxoboard. Im Sortiment ist auch ein maßgeschneidertes Element vorhanden, welches extra für den Einbau in eine Holzbalkendecke im Altbau geeignet ist. Das Element bildet die Basis für den Einbau einer ebenerdigen Dusche. Wir konnten es genau nach unseren Maßen herstellen lassen und bestimmen, wo der Abfluss sein soll – perfekt für uns!

Das Element baut man in den Bodenaufbau mit ein und kann es dann mit seinen eigenen Fliesen gestalten. Es sieht einfach nur super aus, die Abdichtung und die Gefälleausbildung sind bereits werkseitig gelöst, beziehungsweise integriert, und man muss nicht auf der Baustelle irgendwelche Bastellösungen erfinden.

Gerade Fliesen auf krummem Holzfußboden

Ein weiterer Punkt, der uns in unserem Bad beschäftigte (ihr merkt, es hört nicht auf!) war der Bodenaufbau. Die Holzbalkendecke mit Dielen konnte ja nicht einfach befliest werden. Der Boden war krumm und schief und unsere großformatigen Fliesen wären gebrochen. Um fliesen zu können, muss der Boden absolut in wage und stabil sein.

Zudem wollten wir im Bad gerne eine Fußbodenheizung einbauen, wenn wir schon den ganzen Boden neu machen mussten. Alles übereinander durfte aber am Ende nicht zu hoch werden, da wir sonst eine zu große Stufe ins Bad hinein gehabt hätten. Den Dielenboden im Dachgeschoss absenken konnten wir ja nicht. Schließlich haben wir den Boden mit zwei Lagen OSB Platten ausgelegt, auf die die Fußbodenheizung und schließlich der Estrich aufgeführt werden konnten. Auch das Saxoboard wurde in den Aufbau eingearbeitet. Schließlich wurde alles gefliest.

Mit allem zusammen haben wir nun eine etwa 7 cm große Stufe vor dem Bad, die wir mit einer Holzschwelle gestaltet haben. Es sieht richtig super aus und stört überhaupt nicht. Wir fanden es schöner, man geht direkt in der Tür eine Stufe hoch, als innerhalb des Badezimmers eine Stufe in die Dusche zu müssen oder auf ein Podest, auf dem die Badewanne steht. Gerade bei unserem kleinen Bad hätte das nicht gut ausgesehen.

Die Wochenenden mit vielen Überlegungen und schlaflosen Nächten haben sich in jedem Fall gelohnt, denn das Ergebnis kann sich jetzt schon sehen lassen.

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