Frau wärmt Hände an Heizung
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Wohnen | News

Heizkosten 2019: Norden profitiert vom Wetter, Süden zahlt drauf

Katharina Schneider

Level: Für Alle

Besonders kalt war der Winter 2019 nicht. Trotzdem müssen die meisten Deutschen für Heizkosten wohl tiefer in die Tasche greifen. Dabei zeigen sich deutliche regionale Unterschiede.

Obwohl der Winter im Jahr 2019 eher mild war, werden Verbraucher für ihre Heizkosten im Schnitt mehr bezahlen müssen als im Vorjahr. Allerdings gilt das nicht für ganz Deutschland. Das geht aus dem Report Energiekennwerte 2019 des Energiedienstleisters Techem hervor. Demnach werden die Menschen im Norden wohl eine niedrigere Heizkostenrechnung als noch 2018 bekommen. Im Süden hingegen steigen die Kosten.

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Laut der Analyse müssen Verbraucher, die mit Gas heizen, im Schnitt 6,2 Prozent mehr bezahlen als im Vorjahr. Das liegt nicht nur an den im Schnitt kühleren Temperaturen 2019 – besonders der kühle Mai schlägt hier ins Gewicht – sondern auch an den gestiegenen Gaspreisen.

Heizkosten mit regionalen Unterschieden

Die Preise für Heizöl sind hingegen um rund 2,2 Prozent gesunken. Das könne den Mehrverbrauch kompensieren. Ob Verbraucher davon profitieren konnten, hängt allerdings mit dem Zeitpunkt des Kaufs zusammen. Laut Techem müssen Heizölkunden nur mit 0,1 Prozent höheren Kosten rechnen als 2018.

Bemerkenswert sind die regionalen Unterschiede im Bundesgebiet. Verbraucher im Norden werden voraussichtlich eine geringere Heizkostenrechnung bekommen. So schätzt Techem, dass die Kosten für das Heizen mit Öl in Greifswald im Nordosten von Mecklenburg-Vorpommern um 6,1 Prozent sinken werden.

Auch Gaskunden können dort mit einer Reduzierung ihrer Heizkosten um 0,4 Prozent rechnen. Eine ähnliche Entwicklung erwarten die Analysten in Cuxhaven, auf Helgoland und Norderney. Die im Vergleich zum Vorjahr gesunkenen Kosten sind allerdings auch einem extremen Anstieg im Jahr 2018 geschuldet, den der Norden verkraften musste. Teils habe es eine 20-prozentige Kostensteigerung gegeben, heißt es von Techem.

  • Verbrauch Raumheizwärme
  • Kosten Heizöl
  • Kosten Gasheizung
  • 1. Greifswald
  • -4,0
  • -6,1
  • -0,4
  • 2. Rostock-Warnemünde
  • -3,0
  • -5,1
  • +0,7
  • 3. Angermünde
  • -2,9
  • -5,0
  • +0,8
  • 4. Helgoland
  • -2,7
  • -4,8
  • +1,0
  • 5. Westermakelsdorf
  • -2,6
  • -4,7
  • +1,2

Städte mit dem größten Minderverbrauch an Heizenergie 2019 im Vergleich zu 2018, alle Zahlen in Prozent (Quelle: Techem Energiekennwerte 2019)

Niedrige Temperaturen sorgen für hohe Heizkosten im Süden

Im Süden hingegen ist die Situation genau anders herum. Während die Region 2018 von gesunkenen Heizkosten profitierte, muss für das vergangene Jahr deutlich mehr für eine warme Wohnung ausgegeben werden. In Konstanz sind die Kosten für gasbeheizten Wohnraum um voraussichtlich 11,9 Prozent gestiegen. Laut Techem sind dafür in erster Linie die dort niedrigen Temperaturen verantwortlich. Ein höherer Anstieg der Kosten für Gas ist laut Analyse nur in Kempten im Allgäu zu verzeichnen.

  • Raumeizwärme
  • Kosten Heizöl
  • Kosten Gasheizung
  • 1. Kempten
  • +8,4
  • +6,1
  • +12,5
  • 2. Konstanz
  • +7,8
  • +5,5
  • +11,9
  • 3. Fürstenzell
  • +7,6
  • +5,2
  • +11,7
  • 4. Stötten
  • +7,4
  • +5,1
  • +11,5
  • Saarbrücken-Ensheim
  • +7,3
  • +5,0
  • +11,4

Städte mit dem höchsten Mehrverbrauch an Heizenergie 2019 im Vergleich zu 2018, alle Zahlen in Prozent (Quelle: Techem Energiekennwerte 2019)

Grundlage für die Prognosen von Techem sind Daten des Deutschen Wetterdienstes sowie eine Auswertung von Gas- und Heizölpreisen 2018 und 2019. Wie hoch die Kosten im Einzelfall tatsächlich ausfallen, lässt sich erst nach der Erstellung der Abrechnung sagen.

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