Granitterrasse mit Granittreppe
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Bauen | Ratgeber

Granit als Bodenbelag im Außenbereich: Das solltet ihr beachten

Redaktion

Level: Für Anfänger

Granit ist ein sehr edel wirkender, robuster Bodenbelag für den Außenbereich. Allerdings gibt es mit den Fugen zwischen den einzelnen Platten immer wieder Probleme. Warum, das erklären wir in diesem Beitrag.

Granit ist ein sehr hochwertiger Bodenbelag: Er ist extrem robust und nahezu unverwüstlich. Weder Wasser noch Frost kann ihm etwas anhaben. Zudem handelt es sich bei Granit um einen vergleichsweise günstigen Naturstein, der in einer Vielzahl an Farben und Musterungen erhältlich ist. Granitplatten sind daher die perfekte Möglichkeit, der Terrasse für wenig Geld ein edles Aussehen zu verleihen.

Was ist echter Granit?

Granit ist ein sogenanntes "magmatisches" Gestein, das – ursprünglich flüssig – in großer Tiefe der Erdkruste durch Erstarren entstanden ist. Die Gesteinsschmelze hat nicht überall die gleiche Zusammensetzung; die Hauptgemengeanteile Feldspat, Quarz und Glimmer sind in unterschiedlichen Anteilen vertreten. Dazu kommen noch Tonerden, welche dem Stein eine spezielle Farbe geben. Die Hauptgemengeanteile sind einzeln auskristallisiert und mit bloßem Auge gut erkennbar.

Es gibt über die ganz Welt verteilt eine große Zahl von Granitvorkommen. Alle dort gewonnenen Granitsorten haben eine unterschiedliche Zusammensetzung, welche die Eigenschaften und das Aussehen bestimmt. "Hart wie Granit" ist ein geläufiger Begriff. Aufgrund der – je nach Vorkommen – unterschiedlichen Zusammensetzung müsst ihr jedoch davon ausgehen, dass nicht alle Sorten die gleichen Eigenschaften haben.

Es gibt sehr harte und weniger harte, beständige und weniger beständige Sorten. Erschwerend kommt noch hinzu, dass nach US-amerikanischer und chinesischer Norm auch Gesteine wie Basalt, Diabas und andere als Granit ("granite") bezeichnet werden. Wenn ihr sicher gehen wollt, dass ihr "echten Granit" erhaltet, dann solltet ihr darauf achten, dass das Produkt der Europäischen Norm EN 12440 entspricht.

In der Regel kann echter Granit keine Flüssigkeiten aufsaugen. Er ist absolut dicht und weitgehend porenfrei und beständig gegen alle im Haushalt verwendeten Reiniger. Wie oben ausgeführt, gibt es am Markt Natursteinplatten, die als Granit bezeichnet werden und ähnlich aussehen, aber eine andere Zusammensetzung haben. Diese Produkte sind nicht immer so widerstandsfähig wie "echter" Granit.

Granit verfugen

Granitplatten sind frostsicher, abriebfest, robust, tausalz- und säurebeständig. Viele Besitzer von Granit-Terrassen oder Granit-Treppen im Außenbereich haben aber mit der Zeit Probleme mit den Fugen zwischen den Granitplatten.

Die Haltbarkeit von Fugen bei Belägen im Außenbereich ist hauptsächlich von drei Faktoren abhängig:

1. Ausdehnungs- und Schwundverhalten der verwendeten Baustoffe bei Wärme oder Kälte
2. Fugen-Mörtel/-Masse
3. Belagsart

Unterschiedliches Dehnungsverhalten von Granitplatten und Fugenmasse

Alle Baustoffe und Baumaterialien dehnen sich bei Wärme aus und ziehen sich bei Kälte zusammen. Dieses Ausdehnungs- und Schwundverhalten ist je nach Werkstoff und Zusammensetzung ganz unterschiedlich, mal mehr mal weniger stark. Die Veränderung der Abmessung wird als Ausdehnungskoeffizient (AK) bezeichnet. Während bei industriell hergestellten Werkstoffen wie Stahl der AK immer gleich ist, kann er bei Fliesen, Betonplatten, Feinsteinzeugplatten, bei Putzen und Mörtel verschieden sein. Bei Baustoffen aus Natursteinen wie Granit können ebenfalls je nach Herkunft Unterschiede im AK auftreten.

Wenn die aufgeführten Werkstoffe im Außenbereich, zum Beispiel als Belag für Balkone oder Terrassen, verarbeitet werden, können Temperatur-Unterschiede von +60 Grad Celsius bis -20 Grad Celsius auftreten. Das heißt, Belag und Fugenmörtel müssen Temperatur-Unterschiede von 80 Grad Celsius verkraften.

Aufgrund der vielen schadhaften Balkon- und Terrassen-Fußböden muss man davon ausgehen, dass das Ausdehnungs- und Schwundverhalten, der AK, von Belag und Fugenmörtel verschieden ist. Das hat zur Folge, dass sich im Grenzbereich zischen Belag und Fugenmörtel feine Haarrisse bilden. Nach dem Kapillar-Gesetz ziehen diese Haarrisse ganz tief Wasser ein, je feiner der Riss ist, umso tiefer. Wenn dann im Winter das Wasser in den feinen Rissen gefriert, vergrößert sich sein Volumen erheblich. Das sich bildende Eis entfaltet eine enorme Sprengkraft und treibt die Haarrisse auseinander. Das Wasser kann noch tiefer eindringen, und die beschriebene Entwicklung setzt sich weiter fort. Das Ergebnis: Zuerst brechen die Fugen auf, später platzt der Belag ab.

Gefördert wird diese Entwicklung noch zusätzlich durch ein eventuell nicht ausreichendes Gefälle (weniger als zwei Prozent). Wenn Regen- und Schmelzwasser nicht sofort abfließen können, bildet sich Staunässe, die schnell in die Fugen eindringen kann.

Schwachstelle Grenzbereich zwischen Granitplatte und Mörtel

Fugenmörtel oder Fugenmassen werden als "frostbeständig" angeboten. Diese Eigenschaft wird durch einen hohen Zementanteil und eine "Kunststoff-Vergütung" erreicht. Dadurch trocknet der Mörtel porenfrei durch. Es entstehen keine Kapillaren, in die Wasser eindringen kann. Trotzdem kann es im Grenzbereich zwischen Belag und Mörtel zu Fugenabrissen kommen, ganz besonders dann, wenn es an den Belagsflanken zu Haft-Problemen kommt. Es gibt Zement-Trass-Mörtel, die möglicherweise als Fugenmörtel eine günstigere Haltbarkeit haben.

Bei Hausabbrüchen oder Sanierungen kann man beobachten, dass die Anhaftung von Mauermörtel an den Ziegeln ganz unterschiedlich ist. Es gibt innerhalb einer Mauer Ziegel, von denen der Mörtel rückstandsfrei abplatzt, während es andere Steine gibt, von denen der Mörtel nur mit Gewalt zu entfernen ist. Der Grund dafür ist die unterschiedliche Porosität der Ziegeloberfläche. Die Anhaftung des Mörtels ist umso größer, je "offener" der Ziegel ist. Je poriger die Kanten der Beläge sind, umso besser ist die Haftung des Fugenmörtels. Granit allerdings hat fast keine Poren. Deshalb haftet Fugenmörtel nicht gut an den Platten. Die Folge: Es dringt Wasser ein.

Fugen zwischen Granitplatten müssen regelmäßig erneuert werden

Es wird schwierig sein, eine dauerhafte Verfugung von Granit-Belägen zu erreichen. Wer sich für eine Granitterrasse entscheidet, wird sich damit abfinden müssen, die Fugen regelmäßig zu erneuern.

Wenn ihr die Granitplatten selbst verlegen wollt, lest hier, worauf man beim Verlegen von Platten auf der Terrasse achten muss. Und wir berichten euch noch von den Vorteilen und Nachteile bei Stein als Bodenbelag im Innenbereich.

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