Kind hält Füße an Heizung
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Gaspreise zu hoch: Verbraucher­schützer kritisieren Energieversorger

Katharina Schneider

Katharina Schneider

Dank des milden Winters und gesunkenen Beschaffungspreisen für Erdöl und Erdgas könnten die deutschen Haushalte 2020 einiges an Geld sparen. Doch die günstigen Gaspreise kommen nicht bei den Endkunden an, kritisieren Verbraucherschützer.

Eigentlich sollten die deutschen Haushalte in diesen Monaten viel Grund zur Freude haben: Zum einen müssen sie aufgrund des extrem milden Winters in Deutschland weniger heizen, zum anderen sinken auch die Beschaffungspreise für Erdgas und Erdöl. Beides sollte zu deutlich geringeren Heizkosten führen – doch in vielen Fällen zahlen Endverbraucher sogar mehr als im Vorjahr.

Die Preispolitik der Energieversorger, die die günstigen Einkaufspreise nicht an ihre Kunden weitergeben, ärgert die Verbraucherschützer. "Seit Herbst 2018 sinken die Beschaffungspreise für Gas", sagte Udo Sieverding, Energieexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, der Deutschen Presse-Agentur (DPA). Seine Interpretation: Die Versorger wollten "ganz offensichtlich ihre Gewinne hochschrauben". Gaskunden sollten über den Wechsel ihres Anbieters nachdenken, rät Sieverding.

Diagramm Verteilung der Heizungsarten in Deutschland 2018

Gaspreise sinken im Einkauf

Die günstigen Beschaffungskosten kommen beim Endverbraucher nicht an. Im Gegenteil: Sieben von 20 Gas-Grundversorgern in Nordrhein-Westfalen hätten die Gaspreise in den vergangenen sechs Monaten erhöht, sagt Sieverding. Im Schnitt ging es um 6,1 Prozent nach oben. Netzentgelte hätten sich in dieser Zeit nicht in diesem Rahmen erhöht, heißt es seitens des Verbraucherschützers.

Einige Energieversorger rechtfertigen die Erhöhung mit den gestiegenen Netzentgelten von rund drei Prozent. Für Endkunden machen die Netzgebühren allerdings nur ein Viertel des Gesamtpreises aus.

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