Eva Brenner auf der Messe Maison & Objet
© Privat

Wohnen | Statement

Französische Inneneinrichtung: Die neuesten Trends von der Maison & Objet

Eva Brenner

Level: Für Alle

Auf der Messe Maison & Objet in Paris treffen sich Interior Designer aus der ganzen Welt. Einrichtungsexpertin und TV-Star Eva Brenner hat sich für euch umgesehen – und präsentiert in ihrer Wohnglück-Kolumne die neuesten Trends der französischen Inneneinrichtung.

Was für Technik-Fans die IFA in Berlin ist, ist für Architektur- und Interior-Design-Liebhaber die "Maison & Objet" in Paris: eine Messe, die die Trends und Neuheiten meiner Branche auf eine ganz besondere Art und Weise zeigt. Französische Inneneinrichtung (international ist "French Interior Design" ein gängiger Begriff) ist eben immer einen Hauch eleganter.

Diese Eleganz merkt man auch der Maison & Objet an, obwohl dort natürlich auch viele internationale Aussteller vertreten sind. Und so nehmen viele Möbeltrends 2020 auch die 1920er und 1940er Jahre wieder auf, die im französischen Interior Design stets eine große Rolle gespielt haben.

Welche sieben Einrichtungstrends mir bei meinem zweitägigen Besuch der Maison & Objet aufgefallen sind, möchte ich gerne hier mit euch teilen.

Trend 1: Samt ist in Frankreich immer angesagt

Mit Samt bezogene Möbel und Frankreich – das gehört schon sehr lange zusammen. Samt habe ich eigentlich schon immer mit französischem Design verbunden. Der Stoff strahlt eine gewisse Eleganz und etwas Mondänes aus. Samt liegt auch 2020 in Frankreich und auf allen anderen Interior-Messen noch immer total im Trend. Jedenfalls war davon auch jetzt wieder jede Menge davon als Polsterstoff auf der Maison & Objet zu sehen.

Französische Inneneinrichtung ist eben immer einen Hauch eleganter.

Eva Brenner

Trend 2: Runde Formen

Im French Interior Design geht's rund! Das ist ganz wörtlich zu verstehen. Rund ist in Frankreich bei Möbeln angesagt – oder zumindest oval oder abgerundet. Die französische Inneneinrichtung wirkt dadurch viel verspielter und umschmeichelnder als das skandinavische Möbeldesign, das mit seinen klaren Formen und Kanten ja eher puristisch daherkommt.

Sofa und drei runde Sofatische
Runde Formen liegen bei Möbeln derzeit im Trend. © Eva Brenner

Trend 3: Wiener Geflecht

Bei diesem Trend bin ich mir ganz sicher, dass er 2020 noch stärker wird: Wiener Geflecht. Flechtmaterial haben die französischen Designer schon immer gerne verwendet, jetzt wird es auch häufig mit Samt kombiniert.

Die steigende Nachfrage nach geflochtenen Stuhlsitzen oder Möbelstücken ist auch in Deutschland bereits zu spüren. Wundert euch also nicht, wenn ihr 2020 häufiger von "Thonet Möbeln" hört: Der Wiener Möbel-Designer Michael Thonet (1796 – 1871) gilt als Pionier beim Einsatz von Bughölzern und Flechtmaterial.

Bitte nicht durcheinanderbringen: Bei diesem Trend meine ich nicht die typischen Rattanmöbel, die auf vielen deutschen Terrassen stehen.

Trend 4: Kräftige und dunkle Farben

Während die Skandinavier viel mit starken Kontrasten wie Schwarz und Weiß arbeiten und natürlich gerne in natürlichen und pastelligen Tönen schwelgen, habe ich auf der Maison & Objet viele kräftige Farben gesehen. Keine Knallfarben, keine reinen Farben, eher gedeckte Töne, aber deutlich dunkler als im skandinavischen Design.

Immer noch angesagt sind Grüntöne, aber ein dunkles, gedecktes Grün – eher so ein angegrautes Flaschengrün, was auch ins Petrol reingeht.

Curryfarbener Sessel vor auberginefarbener Wand
Ein Sessel, der mit Samt bezogen ist, und gedeckte malvenfarbige Wände: Beides ist typisch für das französische Inneneinrichtungsdesign. © Eva Brenner

Trend 5: Französische Inneneinrichtung setzt auf Details

Französische Inneneinrichtung versprüht immer einen gewissen künstlerischen Esprit. Wände, Möbel, Teppiche, Lampen, Vorhänge – in Frankreich ist das alles nicht so streng wie in Italien oder Skandinavien, wo alles immer wahnsinnig harmonisch ist. Häufig findet man bei den Franzosen nette, nonchalante Details.

Ein Beispiel: Auf der Maison & Objet habe ich eine Kommode mit Fadenvorhang statt mit Türen gesehen. Es sind solche Details, die Möbelstücke zu Liebhaberstücke machen, finde ich.

French Interior Design auf der Maison & Objet
In jedem Fall inspirierend: Zwei kleine Eindrücke von der Pariser Messe. © Eva Brenner

Auch die Symmetrie wird bei den Franzosen oft aufgebrochen, von Petit Friture habe ich in Paris ein Sitzmöbel entdeckt, das ein schönes Beispiel dafür ist, wie man optisch mal aus der Geradlinigkeit herauskommt.

Auch von Petit Friture und schon fast ein Klassiker: Ein französische Pendelleuchte, die wie ein eleganter Damenhut aussieht.

Was mir am French Interior Design gefällt

Was man über die französische Mode sagt, gilt auch fürs French Interior Design: Auch der Inneneinrichtung ist eine Eleganz und Extravaganz stets anzumerken. Das betrifft allgemein den Designausdruck und ganz speziell die verwendeten Stoffe.

Ich mag diesen Esprit, die Möbel und Accessoires sehen nie aus wie aus dem klassischen Möbelhaus. Die Designs bringen immer eine gewisse Leichtigkeit mit und man kann die Sachen gut mixen.

Oder man bindet sie als solitäre Möbel mit ins Wohnkonzept ein. Und um ehrlich zu sein: Die Skandinavier waren in den vergangenen Jahren extrem stark – mir gefällt es, dass die französische Inneneinrichtung noch mal eine andere Klasse reinbringen: mehr Eleganz, mehr Esprit, eben das französische Savoir Vivre. Und ich meine damit nicht den französischen Landhausstil – der ist auch toll –, sondern über französische Designmöbel.

Französisches Design: Wo gibt's das in Deutschland?

Leider sind die französischen Hersteller nicht so stark auf dem deutschen Markt vertreten. Namhafte französische Möbeldesigner, die ihr auch in Deutschland findet, sind aber Roche Bobois, die haben auch unterschiedliche Stile. Ligne Roset möchte ich auch erwähnen – und bei Westwing gibt es ebenfalls immer wieder Aktionen mit französischen Herstellern.

Schönes Möbeldesign gibt es aber ganz bei euch in der Nähe. In einer meiner letzten Kolumnen habe ich verraten, wo ich mich auf die Suche nach Einrichtungsschätzen begebe.

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