Eva Brenner, TV-Star und Kolumnistin bei wohnglück.de
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Wohnen | Statement

Eva Brenner: Warum ich das Thema Wohngesundheit so wichtig finde

Eva Brenner

Level: Für Alle

Sich in seinen vier Wänden wohlfühlen – das ist nicht nur eine Frage der Einrichtung. Genauso wichtig sind auch wohngesunde Materialien. Ein Thema, das Eva Brenner am Herzen liegt.

Wenn ich Projekte realisiere, dann geht es natürlich in erster Linie um die Ästhetik. Und nach wie vor definiert sich vieles auch über den Preis. Ganz selten kommt die Frage, ob meine Ideen und Vorschläge auch wohngesund sind.

Das finde ich eigentlich sehr schade. Obwohl viele Menschen zum Beispiel in Sachen Ernährung oder Umwelt immer bewusster leben – im Wohnbereich hat sich die Idee, auf gesunde Materialien zu achten, noch nicht wirklich durchgesetzt. Wahrscheinlich müssen wir als Planer noch mehr darauf hinarbeiten, auch hier ein Bewusstsein zu wecken. Darum nehme ich an dieser Stelle die Gelegenheit gern wahr und erzähle euch ein wenig zum Thema Wohngesundheit.

Mineralische Putze und Silikatfarben

Natürlich ist die Planung und Verwendung von wohngesunden Materialien bei einem Neubau einfacher. Das fängt schon beim Wandaufbau an. Da achte ich zum Beispiel auf einen mineralischen Putz oder Lehmputze. Wenn es dann ums Streichen geht, verwende ich gern Silikatfarben. Weichmacher, Konservierungsstoffe, Lösungsmittel – all das sollte aus meiner Sicht nach Möglichkeit tabu sein.

Allerdings sollte man sich zum Beispiel bei den Silikatfarben bewusst sein, dass nicht alle Farbtöne machbar sind. Extreme Farben lassen sich meist nicht herstellen, man ist da schon auf gedecktere Töne beschränkt.

Wohngesundheit ist bei einem Bestandsbau ein noch schwierigeres Thema. Erst recht dann, wenn er noch gemietet ist. Da lässt sich oft gar nicht richtig einschätzen, was verbaut wurde und wie gesundheitsschädlich das unter Umständen ist. Im Boden und an den Wänden kann es auch in älteren Gebäuden immer noch Schadstoffe geben. Wenn ihr euch da unsicher seid, lasst ruhig mal eine Messung vom Profi vornehmen.

Natürlich haben wir hierzulande gewisse Prüfstandards. Aber verlasst euch nicht blind darauf. Achtet bei eurem nächsten Renovierungsprojekt ruhig mal auf wohngesunde Prüfsiegel bei den Baumaterialien, die ihr verwendet.

Auch Wohntextilien kritisch prüfen

Wobei sich das natürlich nicht nur auf Farben, Lacke und ähnliches beschränkt. Auch bei Textilien solltet ihr in Sachen Wohngesundheit kritisch sein. Ihr könnt nicht immer zu 100 Prozent sicher sein, was da an Farb- und Konservierungsstoffen drin ist. Auch wenn es noch so banal klingt: Ich rate immer dazu, alles erst einmal vor Gebrauch zu waschen. Bei Gardinen, Teppichen, Dekokissen und Bettwäsche geht das gut. Problematischer wird das bei Matratzen, die könnt ihr natürlich nicht in die Waschmaschine stecken.

Schaut auch hier auf Öko-Labels und lasst euch beim Kauf ausführlich beraten. Ihr liegt schließlich in der Regel acht Stunden pro Nacht auf so einer Matratze, da sind wohngesunde Materialien ohne jede Ausdünstungen enorm wichtig.

Ich persönliche fasse den Begriff Wohngesundheit noch etwas weiter. Guter Schlaf gehört für mich zum Beispiel unbedingt dazu. Und das funktioniert aus meiner Sicht dann am besten, wenn im Schlafzimmer nichts ablenkt. Fernseher gehören für mich nicht ins Schlafzimmer, und das Handy bleibt bei mir nachts komplett aus. Ich bin da in Sachen Elektrosmog sehr vorsichtig und versuche nach Möglichkeit, elektronische Strahlungen zu vermeiden.

Wohngesundheit bedeutet auch Nachhaltigkeit

Überhaupt ist Natürlichkeit das beste Stichwort beim gesunden Wohnen. Pflanzen zum Beispiel, die Schadstoffe aus der Luft filtern – das passt gleich doppelt. Zum einen bedient es den schönen Trend nach grünem Wohnen, den ich auch sehr mag. Zum anderen ist es ein aktiver Beitrag zur Wohngesundheit.

Wie gesagt: Ästhetik ist wichtig, schließlich wollen wir uns Zuhause wohl fühlen. Aber wohngesunde Materialien sind auch für das Wohlbefinden wichtig. Und nicht zu vergessen: Natürliche Materialien hinterlassen auch einen kleineren ökologischen Fußabdruck als solche, bei deren Herstellung noch eine Menge Chemie mit im Spiel ist. So würde ich Parkett auch aus diesem Grund immer den Vorzug vor Laminat geben.

Bei Holz müsst ihr natürlich immer auch auf die Zertifizierung achten. Wichtig ist, dass es nachhaltig an- und abgebaut wird. Apropos Nachhaltigkeit: Ich finde ja auch Kork als Fußbodenbelag empfehlenswert. Das ist ein wirklich nachhaltiger Rohstoff, natürlich und nachwachsend. Ich hatte einmal die Gelegenheit, mir die Korkernte persönlich vor Ort anzusehen. Das war richtig beeindruckend.

Vielleicht ist das Thema auch eine Generationenfrage. Genau wie gerade Upcycling in aller Munde ist, wird vielleicht Wohngesundheit in ein paar Jahren das Trendthema schlechthin sein. Mich würde es jedenfalls freuen.

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