Eva Brenner, TV-Star und Kolumnistin bei wohnglück.de
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Wohnen | Statement

Skandinavisch einrichten: Der Reiz des Designs aus dem Norden

Eva Brenner

Level: Für Alle

Ob Klassiker oder Gegenwart: Skandinavisches Design hat schon viele tolle Produkte hervorgebracht. TV-Star Eva Brenner zeigt ihre Favoriten und nennt die aus ihrer Sicht derzeit angesagtesten Firmen.

Wir hatten an dieser Stelle ja schon mal das Thema französische Inneneinrichtung. Da ging es meist um ziemlich verspielte, teils opulente Entwürfe. Skandinavisches Design ist dagegen fast schon asketisch. Der Vorteil an diesem minimalistischem Stil: Man sieht ihn sich nicht so schnell über.

Andere Stile setzen bewusst ein Statement. Das findet man dann zwei, drei Jahre lang richtig klasse. Dann ist aber auch schon Schluss. Zu laut, zu bunt, unter Umständen auch zu verziert – das passt dann irgendwann nicht mehr.

Was ich an den skandinavischen Designern so mag: Sie sind so unaufgeregt. Sie reduzieren sich auf das Wesentliche.

Skandinavisches Design: Reduziert und gleichzeitig lässig

Ich bewundere das: Der Stil ist zwar reduziert, aber gleichzeitig immer auch lässig. Und die Designer aus Schweden, Finnland und Dänemark schaffen auch immer wieder etwas Neues. Das wird einfach nie langweilig.

Wie sie das machen? Zum Beispiel durch andere Farbnuancen. Die Skandinavier waren meines Erachtens mit die ersten, die in den vergangenen Jahren die Farbe schwarz wiederentdeckt haben. Und natürlich arbeiten sie ganz viel mit gedeckten, natürlich Farben.

Klassiker des skandinavischen Designs: PH5-Leuchte und Tulip Chair

Aber natürlich sind die Skandinavier auch in Sachen Formgebung genial. Ein schönes Beispiel dafür ist die PH5-Leuchte von Louis Poulsen. Das Design stammt von 1958 und ist heute immer noch schön anzuschauen. Eben zeitloses skandinavisches Design.

Ein anderes Beispiel ist der Tulip Chair von Eero Saarinen. Auch der stammt aus den 1950er Jahren. Klar, hier zeigt sich schon ein gewisser Zeitgeist und man muss das auch mögen. Trotzdem: Schön anzuschauen ist es allemal. Und wenn ihr euch den Tisch von Saarinen anseht, dann passt der auch heute noch in fast jeden Raum.

Und auch der Egg-Chair von Arne Jacobsen ist ein Klassiker, der auch in zwanzig Jahren noch in jede Wohnung passt.

Aber es sind nicht nur die traditionellen Designer, die für mich stellvertretend für die skandinavische Lässigkeit stehen. Ich war im Mai 2019 in Kopenhagen bei den "3 Days of Design". Da gab es auch ganz tolle neue Firmen zu entdecken.

Skandinavisches Gegenwartsdesign: Menu, Hay, Hübsch und &Tradition

Zum Beispiel Menu, eine dänische Designmarke. In der Vergangenheit hat sich die Firma in erster Linie auf Accessoires und Leuchten konzentriert, sich jetzt aber mit einer Moebelkolletion neu aufgestellt. Was sie auszeichnet, sind sehr wertige Produkte: Natürlich, authentisch, auch bei den Materialien.

Das ist überhaupt für mich eines der kennzeichnenden Merkmale des skandinavischen Design. Hier wird viel mit Holz, Korb und anderen Naturstoffen gearbeitet und diese werden auch gern kombiniert.

Auch Hay und Hübsch sind junge Unternehmen, deren Produkte und Designideen ich sehr mag, genau wie die Sachen von &Tradition. Hier kommt auch wieder schön das skandinavische Unterstatement raus. Die Möbel sind sehr hochwertig und auch nicht billig. Aber trotzdem ist hier nichts auf Hochglanz poliert oder mit Absicht auf edel gemacht. Es bleibt immer bei einer gewissen Lässigkeit.

Ein skandinavisches Unternehmen darf ich aber nicht ausblenden, wenn es ums Design geht: IKEA. Es gibt wohl kaum einen Haushalt in Deutschland, in dem kein IKEA-Produkt vorhanden ist. Allein durch seine Verbreitung steht IKEA sinnbildlich für das Thema skandinavisches Design.

Den Freischwinger gibt es zum Beispiel schon seit zig Jahren. Muss man jetzt nicht mögen, ich persönlich finde ihn auch nicht so klasse. Aber man sollte IKEA doch zugestehen, dass uns das Unternehmen das skandinavische Design wirklich nähergebracht hat – und das im wahrsten Sinne des Wortes.

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