Innenarchitektin Eva Brenner studiert Pläne am Schreibtisch.
© Eva Brenner

Modernisieren | Statement

Nach "Zuhause im Glück": TV-Star Eva Brenner hat einen neuen Job

Joscha Thieringer

Level: Für Alle

Das überraschende Ende von "Zuhause im Glück"auf RTL II hat Eva Brenner gut verarbeitet. Die Diplom-Ingenieurin für Innenarchitektur strotzt vor Tatendrang. Was sie mit ihrer neuen Kolumne auf wohnglück.de vorhat und weshalb ein altes Pfarrhaus eine besondere Herausforderung darstellt, erzählt sie im Interview.

Wohnglück: Frau Brenner, im März 2019 lief die letzte Folge von "Zuhause im Glück", dem TV-Format auf RTL II, das Ihnen über 14 Jahre viele Fans brachte. Das Ende der Sendung sei "ein Schock" für Sie gewesen, war zu lesen. Mit ein wenig Abstand: Was denken Sie, wenn Sie auf "Zuhause im Glück" zurückblicken?
Eva Brenner: Im Nachhinein geht es mir sehr gut damit und ich blicke sehr positiv zurück. Wir waren 14 Jahre lang viel unterwegs. Jetzt habe ich mal Gelegenheit, anderen Projekten nachzugehen, mich anders zu verorten, auszumisten und mich neu aufzustellen. Ich habe die vergangenen Jahre jeweils rund 200 Tage in Hotelzimmern in ganz Deutschland übernachtet. Dass dies nun in diesem Ausmaß wegfällt, ordnet auch mein Privatleben neu. So habe ich zum Beispiel endlich wieder mehr Zeit, mich spontan abends mit Freunden zu treffen.

Das klingt sehr positiv.
Eva Brenner: Ja, so ein Neuanfang hat viele Vorteile. Wenn man fest eingebunden ist, fehlt manchmal der Blick fürs Drumherum. Ich bin dankbar für das, was wir in 14 Jahren "Zuhause im Glück" schaffen durften: Wir wurden bezahlt, um anderen zu helfen und durften uns sehr kreativ ausleben und frei arbeiten. Im echten Leben fallen die Bauherren ihrer Bauleitung selten vor Dankbarkeit um den Hals. Die Schicksale, mit denen wir es oft zu tun hatten, lassen niemanden kalt. Mich hat die Arbeit für die Sendung geerdet und mir immer wieder gezeigt, wie privilegiert man ist, wenn man gesund ist, in einem tollen Elternhaus aufwachsen, studieren und in einem guten Job arbeiten darf.

Als Diplom-Ingenieurin für Innenarchitektur waren Sie maßgeblich am Gelingen der Projekte beteiligt. Was haben Sie aus diesen Jobs mitgenommen?
Eva Brenner: Ganz viele wunderbare Erinnerungen. Und natürlich auch Kontakte. Besonders über Social Media bekomme ich heute noch Nachrichten von Familien, bei denen wir das Haus umgebaut haben. Aber ich habe natürlich auch beruflich profitiert. Wir waren ja auf insgesamt 240 Baustellen tätig, da sammelt man viele Erfahrungen und bildet sich ständig weiter.

Eva Brenner schreibt Kolumne für wohnglück.de

Und jetzt ist Zeit für etwas Neues.
Eva Brenner: Genau. Es ist ja nicht so, dass ich nichts zu tun hätte und in ein tiefes Loch gefallen wäre. Mein Terminkalender hat sich sehr schnell wieder gefüllt. Ich bin immer noch in zwei TV-Formaten im ZDF zu sehen. "Mach was draus" und "Kaputt und zugenäht" gehen beide weiter, wir produzieren bis 2020 vor. Darüber hinaus bin ich an einem neuen Gartenformat beteiligt, das ebenfalls im kommenden Jahr zu sehen sein wird. Und dann gibt es ja auch noch wohnglück.de.

Das hätten wir nicht vergessen …
Eva Brenner (lacht): In Kürze startet meine Kolumne auf wohnglück.de und ich freue mich schon sehr darauf.

Es ist schön, dass ich mich jetzt wieder tiefer in Projekte reinarbeiten kann.

Eva Brenner

Was erwartet die User von wohnglück.de?
Eva Brenner: Ich möchte hier wöchentlich – aus einem sehr persönlichen Blickwinkel – aktuelle Themen rund ums Bauen, Modernisieren und Wohnen vorstellen. Es gibt in diesem Bereich so viele spannende Trends und Neuerungen, die ich als Innenarchitektin bei meinen Besuchen auf Messen und Konferenzen frühzeitig mitbekomme und die ich wahnsinnig gerne mit den Usern teilen möchte. Ich würde mich sehr freuen, wenn sich die Menschen davon inspirieren lassen.

Ist das Leitmotiv Ihrer Arbeit, anderen Menschen zu helfen?
Eva Brenner: Das ist vielleicht etwas hochgegriffen. Mir geht es in erster Linie darum, als Innenarchitektin gute Arbeit zu leisten. Damit kann ich andere Menschen auch glücklich machen. Es ist schön, dass ich mich jetzt wieder tiefer in Projekte reinarbeiten kann. Das war ja etwas schwierig während meiner Tätigkeit für "Zuhause im Glück". Daneben blieb einfach zu wenig Zeit für eigene Bauprojekte, so etwas macht man ja nicht am Abend. Als Mitglied der Bauleitung muss man die Gewerke führen und anleiten, da ist auch Baustellenpräsenz gefragt.

Eva Brenner baut altes Pfarrhaus um

Sie besitzen ein denkmalgeschütztes Haus, das Sie selbst sanieren wollen. Erlauben Sie eine Frage mit Augenzwinkern: Das sollte Ihnen doch spielend leicht von der Hand gehen, oder?
Eva Brenner: Na ja, das hat alles seine Vor- und Nachteile. Natürlich habe ich Vorteile bei der Planung und im Umgang mit den Handwerkern. Andererseits ist es auch für mich bei eigenen Projekten etwas komplizierter. Ich mache mir sehr viele Gedanken, die Entscheidungen fallen mir deutlich schwerer als bei Kundenprojekten. Und wie Sie sagten, handelt es sich um ein denkmalgeschütztes Haus, ein altes Pfarrhaus in der Nähe von Bonn mit Blick auf den Drachenfels, wie von Rosamunde Pilcher erdacht. (lacht) Mit der Denkmalschutzbehörde hatte ich bislang noch nicht so viele Erfahrung, das ist für mich auch etwas Neues. Das Ziel ist es, das Haus so umzubauen, dass ich selbst mal einziehen kann und darin einen Showroom und auch Seminarräume zu integrieren. Aber das habe ich mir fürs nächste Jahr vorgenommen, spätestens für 2021.

So wie wir Sie kennen, werden Sie bei der Sanierung ordentlich zupacken – welche Handwerker-Arbeiten machen Ihnen am meisten Spaß?
Eva Brenner: Ich habe zum Glück ein grundsätzliches technisches Verständnis und kann gut mit Maschinen umgehen. Holzarbeiten, Farbe, Tapezieren, das bekomme ich gut hin. Und auch an großen Maschinen habe ich Freude, zum Beispiel am Hubstapler. Das allererste Fahrzeug in meinem Leben war ein Kran, mit dem ich als Kind durch die Halle gefahren bin. Mein Großvater und mein Vater waren nämlich beide Steinmetze. Ich bin also mit schweren Maschinen aufgewachsen. Heute liegen mir die feineren Arbeiten im Interior Design dann aber doch mehr.

Gibt es auch etwas, an das Sie sich nicht rantrauen?
Eva Brenner: Elektro- und Sanitärinstallationen! Also alles, was mit Strom und Dichtigkeiten zu tun hat. Das sollte man wirklich lieber dem Profi überlassen. Wenn bei diesen Arbeiten Fehler gemacht werden, wird es nicht nur schnell sehr teuer, sondern es drohen auch Schäden an Leib und Leben.

Vielen Dank Frau Brenner. Wir freuen uns auf Ihre Kolumne bei wohnglück.de!

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