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Bauen | Statement

Eva Brenner: Woran ihr einen guten Innenarchitekten erkennt

Eva Brenner

Level: Für Alle

Wozu braucht man eigentlich Innenarchitekten? Eva Brenner kennt die Vorbehalte genau. In ihrer Kolumne beschreibt die Diplom-Ingenieurin, was aus ihrer Sicht gute Innenarchitekten auszeichnet und welche Herausforderungen ihr aktuelles Projekt mit sich bringt.

"Wozu benötige ich eigentlich einen Innenarchitekten? Einrichten kann ich doch auch selbst!" – solche Sätze höre ich immer wieder mal. Als Diplom-Ingenieurin für Innenarchitektur stimmt es mich ein wenig traurig, wenn leichtfertig die Daseinsberechtigung einer ganzen Berufsgruppe angezweifelt wird. Oft nur, weil man unseren Job (noch) nicht verstanden hat.

Innenarchitekten sind keine Raumausstatter. Und keine Dekorateure. Aber eben auch keine Architekten, obwohl wir natürlich viele Grundlagen, die ein Architektur-Studium beinhaltet, ebenfalls gelernt haben und anwenden. Ein ausgeprägter Sinn für Räume, Licht, Klang, Formen und Materialien gehört selbstverständlich auch zu unserer Arbeit.

Private Bauherren sparen sich gerne die Beauftragung eines Innenarchitekten. "Ich habe doch einen Architekten, das reicht" – auch diesen Satz kenne ich. Ein befreundeter Kollege pflegt darauf mit einer Frage zu antworten: "Was ist wichtiger: Wie das Haus aufgebaut ist oder wie es sich anfühlt, wenn man sich darin aufhält?"

Innenarchitekten stellen die Bewohner in den Mittelpunkt ihrer Planungen.

Eva Brenner

Viele Architekten planen ein Haus von außen nach innen. Ein guter Interior Designer wirkt aus der anderen Richtung: Wir stellen die Bewohner in den Mittelpunkt unserer Planungen und sorgen dafür, dass sie sich später auch wohlfühlen.

Eine weitere wichtige Eigenschaft eines guten Innenarchitekten ist daher eine hervorragende Menschenkenntnis. Ihm sollte es äußerst wichtig sein, seine Auftraggeber gut kennenzulernen und genau zu verstehen, was sie bewegt. Es bringt ja nichts, wenn am Ende der Innenarchitekt der einzige ist, der happy ist.

So findet ihr den richtigen Innenarchitekten

Auf der anderen Seite denke ich aber, dass man es einem Objekt am Ende auch anmerkt, wenn sich der Innenarchitekt beim Projekt nicht wohlgefühlt hat. Denn schließlich verbindet uns eine enorme Leidenschaft für Design. Das ist mehr als ein Job. In gewisser Weise bin ich immer im Einsatz, weil ich viel unterwegs bin und ständig die Umgebung nach schönen Dingen scanne und diese in mir aufsauge. Und meine Projekte profitieren dann hoffentlich von diesen Inspirationen.

Aber wie findet ihr einen Innenarchitekten, der zu euch passt? Ich würde dazu raten, sich nicht nur auf einen festzulegen, sondern mit mehreren Kontakt aufzunehmen. Vorgespräche sind – und das wissen längst nicht alle – kostenlos. In diesen Gesprächen können Bauherren ihre Fragen loswerden und den Stil des Innenarchitekten kennenlernen. Lasst euch ruhig abgeschlossene Projekte zeigen und prüft, ob euch der Stil gefällt.

Noch ein Tipp, wenn ihr nach einem Innenarchitekten sucht: Der Bund Deutscher Innenarchitekten (BDIA) hat eine schöne Internetseite, auf der man sich die Mitglieder unter anderem nach Ort oder Postleitzahl anzeigen lassen kann.

Gestaltung eines Hotel-Neubaus

Was bei einem Bauprojekt eure Nerven schont: Innenarchitekten übernehmen auch einen Teil der Bauleitung und koordinieren Handwerker und Lieferanten. Sie müssen also auch gute Projektmanager sein, die stets die rechtzeitige und optimale Fertigstellung im Blick haben. Fürs Zeitmanagement gibt es wohl keine bessere Schule als "Zuhause im Glück", wo wir Häuser binnen acht Tagen komplett umbauen mussten.

Das muss ich bei meinem derzeitigen Projekt zum Glück nicht. Mit meinem Düsseldorfer Büropartner, dem Architekten Björn Nolte, betreue ich den Bau eines Boutique-Hotels im Harz. Eine tolle Herausforderung, weil man sich bei einem Hotel auch mit Themen wie Nutzungsprofilen, Brandschutzplanung, Rettungswegen und schwer entflammbaren Materialien beschäftigen darf.

Mit der Betreiberfamilie haben wir einen sehr guten Kontakt. Ich glaube, da entsteht etwas Großartiges. Und ich bin mir sehr sicher, dass unsere Auftraggeber am Ende nicht daran zweifeln werden, ob die Beauftragung einer Innenarchitektin eine gute Idee war.

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