Eine junge Frau hängt eine Lampe auf
© Getty Images / Jo Kirchherr

Wohnen | Listicle

Die erste eigene Wohnung: 4 Schritte in die Unabhängigkeit

Natalie Sperling

Der Auszug aus dem Elternhaus ist mit vielen Fragezeichen versehen. Dank dieser 4 Schritte wird euer Traum von der ersten eigenen Wohnung wahr.

Wer bei seinen Eltern auszieht, beginnt einen neuen, aufregenden Lebensabschnitt. Ihr blickt schon bald einer neu gewonnenen Unabhängigkeit entgegen. Von nun an sagt euch niemand mehr, was ihr zu Hause zu tun und zu lassen habt!

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So ungern wir es auch tun, müssen wir euch zunächst ein wenig bremsen. Denn erst müsst ihr eine geeignete Wohnung finden und eine Zusage vom Vermieter bekommen. Das kann vor allem in der Großstadt etwas schwieriger werden. Damit ihr eure Freiheit in vollen Zügen auskosten könnt, möchten wir euch in vier Schritten durch die Wohnungssuche bis zur Wohnungsübergabe führen.

1. Wie sieht die Wunschwohnung aus?

Bevor ihr mit der Wohnungssuche startet, solltet ihr Kriterien für eure Wohnung aufstellen. In vielen Regionen verliert man schnell den Überblick bei den unzähligen Angeboten auf dem Wohnungsmarkt. Daher ist es hilfreich, eine Checkliste mit Anforderungskriterien zu erstellen. Natürlich könnt ihr alle Anforderungen persönlich anpassen.

Folgende Fragen helfen euch:

Welches Budget steht mir zu Verfügung?

Ihr solltet von vornherein entscheiden, wie viel ihr für eure Miete aufwenden wollt. Dabei könnt ihr euch an dieser Faustregel orientieren: Um Geldnöte zu vermeiden, sollte die monatliche Miete nicht mehr als 30 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens betragen.

Wo soll die Wohnung liegen?

Überlegt euch, ob ihr eine Lage im Grünen bevorzugt oder euch doch eher das pulsierende Leben in der Großstadt reizt. Faktoren wie Supermärkte, Kindergärten und Schulen in der näheren Umgebung oder ein kurzer Fahrtweg zur Arbeit spielen gegebenenfalls auch eine wichtige Rolle.

Wie viele Quadratmeter Wohnfläche benötige ich?

Um abzuschätzen, wie viel Platz ihr in eurer neuen Wohnung benötigt, könnt ihr eure jetzige Wohnsituation als Maßstab nehmen. Wie groß ist euer aktuelles Zimmer? Passt dort alles hinein, was ins Schlafzimmer gehört? Wie groß muss das Wohnzimmer mindestens sein?

Wenn ihr aktuell beispielsweise zu viert in einem Haushalt lebt, reicht es nicht, die Wohnfläche einfach durch vier zu teilen. Bestimmte Räume wie das Bad oder die Küche lassen sich nicht beliebig verkleinern. Dadurch, dass immer mehr Menschen in Single-Haushalten wohnen, wächst auch die durchschnittliche Wohnfläche. Laut des Statistischen Bundesamtes wohnte jeder Bundesbürger im Jahr 2019 im Schnitt auf 47 Quadratmetern.

Wie viele Zimmer soll meine Wohnung haben?

Bei dieser Frage kommt es darauf an, ob ihr alleine oder in Begleitung einziehen möchtet. Wo alleine eventuell eine Einzimmerwohnung reichen könnte, wird wiederum für Paare mindestens eine Zweizimmerwohnung empfohlen. Bei Wohngemeinschaften sollte jeder ein möglichst gleich großes Zimmer erhalten.

Ein Mann hält ein Tablet mit dem Grundriss einer Wohnung
Mit der ersten eigenen Wohnung werdet ihr sicher keine Bäume ausreißen. Trotzdem solltet ihr überlegen, wie viel Platz und wie viele Zimmer ihr mindestens benötigt. © Getty Images / Uwe Umstätter

Welche Ausstattung soll meine Wohnung mitbringen?

Gerade für die erste eigene Wohnung ist es wichtig, sich zu überlegen, welche Ausstattung die Wohnung mitbringen sollte. Oft überlässt der Vormieter beispielsweise einen Kühlschrank oder eine Waschmaschine. Des Weiteren stellen viele Wohnungen bereits eine Einbauküche oder sonstige Ausstattung zu Verfügung.

Was ist mir sonst noch wichtig?

Denkt darüber nach, auf welche Faktoren ihr besonders hohen Wert legt und worauf ihr nicht verzichten könnt. Ist es das Fenster im Badezimmer oder der Balkon, um frische Luft zu schnappen? Legt diese Kriterien in eurer Checkliste fest.

2. Die wichtigsten Dokumente für die Wohnungssuche

Die Wohnungssuche kann losgehen. Aber welche Unterlagen benötigt ihr eigentlich? Mit vollständigen Unterlagen bei der Wohnungsbesichtigung habt ihr bessere Chancen auf eure Traumwohnung. Deshalb solltet ihr diese Dinge rechtzeitig vorbereiten.

Personalausweis

Selbstverständlich möchte sich der Vermieter vergewissern, dass ihr als potenzieller Mieter ordnungsgemäß bei den Behörden gemeldet seid. Aus diesem Grund müsst ihr euch mit hoher Wahrscheinlichkeit ausweisen können. Achtet darauf, dass euer Personalausweis noch gültig ist. Alternativ kann auch der Reisepass vorgelegt werden.

Mieterselbstauskunft

Es gibt zwar keine gesetzliche Verpflichtung eine Selbstauskunft vorzulegen, aber sie ist bei vielen Maklern, Wohnungsgesellschaften und Privatvermietern gewünscht. Mit diesem Dokument könnt ihr private sowie wirtschaftliche Details zu eurer Person angeben und habt somit bessere Chancen auf eine Wohnung. Beispielsweise könnt ihr private Informationen über euren Familienstand, eure Interessen oder euer Berufsleben preisgeben, um so Sympathie beim Vermieter zu wecken. Im Internet findet ihr Vorlagen für Auskünfte zum Download.

Einkommensnachweis

Damit der Vermieter weiß, dass ihr euch die Wohnung auch leisten könnt, solltet ihr immer einen Einkommensnachweis vorlegen. Diesen könnt ihr in Form eines aktuellen Arbeitsvertrags oder eurer letzten drei Gehaltsabrechnungen bereitstellen. In der Regel sollte euer Gehalt in etwa drei Mieten abdecken können.

SCHUFA-Auskunft

Die SCHUFA-Auskunft signalisiert dem Vermieter, dass bei euch die Vorraussetzungen gegeben sind, in Zukunft die Miete zu bezahlen. Sie dokumentiert eure Bonität in verständlicher Form und dient als Nachweis eurer finanziellen Zuverlässigkeit. Deshalb ist dieses Dokument ein Muss bei der Wohnungssuche.

Mietbürgschaft

Wenn ihr noch nicht über ein stabiles Einkommen verfügt, da ihr beispielsweise studiert oder in einer Ausbildung seid, wird häufig eine Mietbürgschaft angefragt. In diesem Fall könnt ihr eure Eltern oder Freunde um eine Mietbürgschaft bitten. Damit verpflichten sie sich in dem Fall, dass ihr eure Miete nicht mehr zahlen könnt, diese zu übernehmen.

3. Aufmerksame Wohnungsbesichtigung

Ihr wurdet zu einer Wohnungsbesichtigung eingeladen? Super, das ist schon der erste kleine Erfolg! Um später aber auf keine bösen Überraschungen in eurer Wohnung zu treffen, solltet ihr schon bei der Wohnungsbesichtigung Folgendes beachten.

Vier Augen sehen mehr als zwei

Nehmt eine Begleitung mit zu eurer Besichtigung, denn eine weitere Meinung kann nie schaden.

Fotos von der Wohnung

Falls erlaubt, ist es immer hilfreich, wenn ihr Fotos bei der Besichtigung macht. Denn eine Besichtigung kann aufregend sein und es ist schnell überfordernd in dieser Situation, alle Eindrücke aufzunehmen. So könnt ihr euch nach der Besichtigung die Wohnung in Ruhe auf den Fotos anschauen und überlegen, ob sie euren Kriterien entspricht.

Besichtigung bei Tageslicht

Die Besichtigung sollte möglichst bei Tageslicht stattfinden. So könnt ihr alle möglichen Mängel und Details genau begutachten.
Optimal wäre ein Termin kurz nach Feierabend, da dort der Verkehr am stärksten ist und viele Nachbarn bereits zu Hause sind.
Dadurch bekommt ihr einen realistischen Eindruck von der Lärmbelästigung.

Ein junger Mann und eine Maklerin bei einer Wohnungsbesichtigung
Zur Wohnungsbesichtigung solltet ihr gut vorbereitet und am besten mit Begleitung erscheinen. © Getty Images / Maskot

Hilfreiche Informationen

Darüber hinaus solltet ihr bei der Besichtigung folgende Informationen einholen:

Wie wird die Heizung betrieben?

Beispielsweise unterscheidet man zwischen einer Zentralheizung und einer Gasetagenheizung. Das verschafft euch ebenfalls Auskunft über eure Heizungskosten, da die Kosten bei einer Zentralheizung anders abgerechnet werden als bei einer Gasetagenheizung.

Kabel oder Satellit? Gibt es einen Glasfaseranschluss?

Ist euch die Programmvielfalt beim Fernsehen oder eine schnelle Internetverbindung wichtig, sollten die entsprechenden Anschlüsse vorhanden sein.

Gibt es Parkplätze?

Gerade in Großstädten ist die öffentliche Parksituation sehr schwierig. Deshalb ist ein Stellplatz in vielen Fällen sinnvoll – vorausgesetzt ihr seid auf ein eigenes Auto angewiesen.

Welche Küchenausstattung ist enthalten?

Wie bereits erwähnt, solltet ihr im Vorfeld mit eurem Vermieter abklären, welche Ausstattung in der Wohnung bereits vorhanden ist, um überflüssige Kosten einzusparen. Häufig könnt ihr vor allem die Einbauküche vom Vormieter übernehmen. Manchmal werden euch sogar der Kühlschrank oder die Geschirrspülmaschine überlassen.

Gibt es Keller, Dachböden oder Abstellräume?

Oft wird zusätzlicher Stauraum unterschätzt, aber er kann einen wesentlichen Unterschied machen. Diese Stauräume helfen euch, das Chaos verschwinden zu lassen. Gerade Staubsauger und Wäschekörbe finden oft keinen Platz in der Wohnung. Wenn ihr ein Fahrrad besitzt, ist es ebenfalls von Vorteil, einen Keller zur Verfügung zu haben.

In welche Himmelsrichtung ist die Wohnung ausgerichtet?

Es macht einen wesentlichen Unterschied, ob eure Wohnung zur nördlichen oder zur südlichen Seite gewandt ist. Süd-Balkone sind sehr begehrt, da sie rund um die Uhr von der Sonne bestrahlt werden, wohingegen eine zum Norden ausgerichtete Wohnung sehr schattig sein kann.

Auch Pflanzen benötigen auf schattigen Balkonen eine ganz andere Pflege als auf einem Süd-Balkon. Alles Weitere zu diesem Thema findet ihr in unserem großen Ratgeber: "Pflanzen für den Nordbalkon: Diese Arten wachsen im Schatten".

Sind Türen und Fenster ausreichend isoliert?

Eure Türen und Fenster sollten ausreichend isoliert sein, um euch vor Zugluft und vor allem Energieverlust zu bewahren. Da es gerade im Winter durch fehlende Isolierung sehr kalt sein kann, verbraucht es wesentlich mehr Heizenergie, bis sich die Wohnung vollständig aufgeheizt hat.

4. Die Wohnungsübergabe

Aufatmen. Der Mietvertrag ist endlich unterschrieben. Nachdem ihr eure Traumwohnung gefunden habt, steht vor dem Einzug noch die Wohnungsübergabe an.

Bei der Wohnungsübergabe solltet ihr unbedingt ein Übergabeprotokoll erstellen. Dort dokumentiert ihr alle Mängel, die bereits in der Wohnung vorhanden sind. Dazu gehören beispielsweise Kratzer im Parkett, Wasserflecken oder Löcher in der Wand. Auch die aktuellen Werte der Strom- und Gaszähler sollten vermerkt sein. Somit schützt ihr euch vor ungerechtfertigten Forderungen beim Auszug.

Unser abschließender Tipp: Eine passende Checkliste mit Tipps fürs Umziehen ohne Stress findet ihr unten stehend. Und nun wünschen wir euch viel Spaß in eurer ersten eigenen Wohnung!

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