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Wohnen | Listicle

Böse Bausünden: Das sind die hässlichsten Villen der Welt

Michael Penquitt

Level: Für Alle

Der Blog McMansion Hell untersucht auf humorvolle Weise die größten Bausünden der Superreichen. Wir stellen einige von ihnen vor. Klicken auf eigene Gefahr!

Eine Klarstellung gleich zu Beginn: Wir sind nicht neidisch. Doch den Menschen, um die sich unser Bausünden-Artikel dreht, sollte dringend Einhalt geboten werden, denn sie sind zu weit gegangen. Die Rede ist von meist neureichen Bausündern, die unser ästhetisches Empfinden auf übelste Weise verletzt haben und sich in ihren kitschigen Möchtegern-Schlössern in Sicherheit wiegen. Doch so glimpflich kommen sie uns nicht davon.

Denn wer austeilen kann, kann auch einstecken. Das muss sich die US-Amerikanerin Kate Wagner gedacht haben. Sie dokumentiert seit einigen Jahren die größten Fehltritte dieser Art auf ihrem Blog McMansion Hell. Die Master-Absolventin in Bauakustik stellt diese meist in Vororten großer amerikanischer Städte stehenden Villen nicht bloß plump an den Online-Pranger. Nein, sie erklärt auch ganz konkret, worin der jeweilige Sündenfall besteht – und das auf eine ziemlich lustige Art. Aber seht selbst: Hier kommen sechs Beispiele dafür, wie man eine Villa besser nicht bauen (lassen) sollte.

1. Die falsche Ruine

Die allermeisten der auf dem Blog präsentierten Villen wurden seit den 80er Jahren erbaut, viele auch erst in den 2000ern. Zum einen ist in diesen Jahren in den USA eine starke Deregulierung des Bauwesens und des Immobilienmarktes vonstatten gegangen. Zum anderen orientierten sich viele Menschen an Trends, die durch den Siegeszug von Reality TV und Konsorten verbreitet wurden. Dazu gehörte auch eine Verklärung historischer und romantischer Elemente, die durch uninspirierte Nachahmung allzu leicht in Kitsch abrutschten. Hier vor allem am kleinen Turm neben der Eingangstür zu erkennen.

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#tudor #garagecannon #mcmansion

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2. Fenster-Monster

Häufig begegnen uns auf Wagners Blog auch Häuser, die sehr inkonsequent mit der Komposition ihrer Fenster umgehen. Im vorliegenden Fall stimmt so gut wie nichts: Die Fenster kommen in allen möglichen Formen und Größen daher. Die Proportionen stimmen nicht, das Fenster neben der Eingangstür überragt diese um ein Mehrfaches. Nicht zu vergessen die Garage für nicht ein, nicht zwei – nein – gleich drei Autos.

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#howdy y'all #McMansion #hell

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3. Weniger ist mehr

Ein Faktor, dank dem man eine gute Mansion von einer McMansion unterscheiden kann, ist häufig das Dach. Der Dachgiebel sollte nicht mehr als zwei unterschiedliche Formen miteinander kombinieren. Auch die Dachneigung sollte möglichst einheitlich bleiben, sodass das Dach nicht auf unzähligen unterschiedlichen Ebenen zusammenläuft. Verwirrend ist es auch, wenn sich Gäste zwischen mehreren mutmaßlichen Haupteingängen entscheiden müssen.

4. Knapp daneben ist auch vorbei

Viele der Häuser können als Mahnung verstanden werden. Eine Mahnung daran, wie schnell Hausbauer ein Gebäude verbocken können. Dabei hätten manche sogar das Potential, als ganz passable Häuser durchzugehen. Doch wie ihr hier seht, gilt Balance nicht zu Unrecht als eines der Grundprinzipen in der Architektur. Eine Fassade muss nicht immer exakt symmetrisch sein, solange die Haushälften auf beiden Seiten einer imaginären Achse visuell ähnlich gewichtet sind. In diesem Fall sind einige Elemente aber leider etwas verrutscht.

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#smdh #house

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5. Planung ist das A und O

Am folgenden Beispiel erkennt ihr, was passiert, wenn der Bau eines Eigenheims im Vorfeld nicht zu Ende gedacht wird. Angefangen bei einer Dachgaube, die da nicht hingehört. Darunter setzt das Dach einfach aus, als hätte es an Baumaterial gefehlt. Für diese These spricht auch, dass eines der zahlreichen Dächer mit einem anderen Material gedeckt wurde.

6. Eine wichtige Botschaft

Kate Wagner geht es bei ihrem Projekt laut eigener Aussage gar nicht um die Verunglimpfung einzelner Personen. Sie möchte darauf aufmerksam machen, mit welcher Geisteshaltung der Bau solcher Häuser verbunden ist und welche kulturellen und sozialen Konsequenzen sie nach sich ziehen. Denn wer in einer überdimensionierten, geschmacklosen Villa lebt, deren Zimmer weitestgehend unbewohnt bleiben, der isoliert sich.

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Howdy sorry to be ur dad but #gotv #vote

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Wer noch mehr Beispiele für wirklich grauenhafte Villen sehen möchte, sollte Kate Wagners Blog McMansion Hell besuchen. Dort erklärt sie unter anderem die Grundprinzipien, nach denen sie sich bei ihrer Bewertung richtet. Ihre Motivation hinter McMansion Hell hat Wagner 2016 außerdem im Rahmen eines TEDx Talk erklärt. Anschauen lohnt sich:

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