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Bauen | News

Baustau in Deutschland: Großstädter rücken näher zusammen

Michael Penquitt

Level: Für Alle

Die Bevölkerung Deutschlands wächst, vor allem Großstädte erleben einen enormen Zuwachs. Mehr Wohnungen müssen her, doch der Bau staut sich an einer Stelle.

Deutschland ist von 2012 bis 2018 um 2,5 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner gewachsen, besonders die Bevölkerung der Großstädte wächst überproportional stark. Allein in Berlin wohnten 2018 319.000 mehr Menschen als noch 2011. Relativ betrachtet sind Leipzig mit 12,9 Prozent und Frankfurt am Main mit 9,5 Prozent noch stärker gewachsen als die Hauptstadt (8 Prozent). Zugleich kommen Bauunternehmen kaum mit der Fertigstellung von Bauaufträgen hinterher. Das belegen neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes, die am 4. Dezember 2019 präsentiert wurden.

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Die Gründe für den Bevölkerungszuwachs sind vielfältig, es sind jedoch meist junge Menschen, die ihren Weg in die Großstädte finden. Während 20- bis 40-Jährige bevorzugt in eben jene ziehen, ziehen Menschen über 40 eher aus ihnen aus. Damit ist das Durchschnittsalter deutscher Großstädte auf 42,8 Jahre gesunken, während das der Gesamtbevölkerung weiter steigt.

Bauunternehmen stellen ihre Aufträge nicht fertig

Durch diese Entwicklungen wächst der Bedarf nach Wohnraum weiterhin. Der Wohnungsbau kommt der Nachfrage allerdings kaum hinterher. "Deutschland steckt in einem Baustau", so Georg Thiel, Präsident des Statistischen Bundesamtes. An der Anzahl der genehmigten Bauvorhaben liegt es nicht: Zuletzt wurden 2008 mehr Wohnungen fertiggestellt als genehmigt wurden. Seit 2009 hat sich die Zahl der erteilten Baugenehmigungen von etwa 178.000 auf 347.000 fast verdoppelt.

Parallel hat sich allerdings auch der Bauüberhang von rund 320.000 auf 693.000 genehmigten und noch nicht fertiggestellten Wohnungen mehr als verdoppelt. Die Zahl der angenommenen Bauaufträge hat sich im selben Zeitraum gar verdreifacht. Das Problem: Die Anzahl der Beschäftigten im Wohnungsbau ist nicht ausreichend mitgezogen und ist nur um 25 Prozent gestiegen.

Bei diesem Ungleichgewicht wundert es kaum, dass sich das Bauen und Wohnen deutlich verteuert haben. Bauunternehmen lassen sich den Neubau von Wohngebäuden im Schnitt rund 24 Prozent mehr kosten als zehn Jahre zuvor, Reparatur und Instandhaltung kosten 26 Prozent mehr.

Es wird eng in den Metropolen

Die steigenden Miet- und Immobilienpreise sowie der Wohnraummangel führen dazu, dass in den Metropolen wieder mehr Personen unter einem Dach wohnen. Die durchschnittliche Wohnfläche pro Person ist in Großstädten seit 2010 um 1,7 Quadratmeter auf 39,2 Quadratmeter gesunken, während sie bundesweit unverändert bei 45 Quadratmetern bleibt.

Während 2010 noch in mehr als jeder zweiten Großstadtwohnung nur eine Person lebte, beherbergten 2018 nur noch 45 Prozent dieser Wohnungen einen Single-Haushalt. Passend dazu ist auch der Anteil der neu gebauten Wohnungen in Mehrfamilienhäusern im Vergleich zu Ein- oder Zweifamilienhäusern deutlich gewachsen.

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