Barrierefreies Badezimmer mit Haltegriffen, unterfahrbarem Waschtisch und bodenebener Dusche.
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Modernisieren | Ratgeber

Barrierefreies Badezimmer: So vermeidet ihr Stolperfallen beim Umbau

Tanja Müller

Level: Für Alle

Mit nüchterner Klinikatmosphäre haben barrierefreie Bäder nichts mehr gemein. So modernisiert ihr euer Badezimmer wohnlich und schwellenlos.

Wenn ihr jetzt euer Badezimmer erneuern wollt, dann solltet ihr auch an morgen denken. Generationenbad heißt das Schlagwort, denn von einem barrierefreien Badezimmer profitieren alle. Als Familie mit Kindern verzichtet ihr sicher genauso gern auf Stolperfallen wie alte Menschen.

2,5 Millionen Wohnungen müssen in den nächsten 20 Jahren in Deutschland umgebaut werden, allein bedingt durch den demografischen Wandel. Das Forschungsprojekt "Der Raum – Das Bad" der Technischen Universität München entwickelt in Kooperation mit einigen Herstellern nutzerorientierte Lösungen für Wohnungen und Badezimmer im Bestand.

Ein barrierefreies Badezimmer ist auch schick

Schwellenlose Badezimmer bieten euch in allen Lebensphasen optimale Bewegungsfreiheit und Sicherheit – nicht nur dann, wenn eure Mobilität eingeschränkt ist. Und das sterile Krankenhausmilieu haben barrierefreie Bäder längst abgelegt.

Selbstredend stehen Komfort und Sicherheit an erster Stelle. Doch die Optik schwellenloser Badezimmer kann durchaus mit denen behaglicher Wellnessoasen mithalten. Nicht nur das Produktdesign von Sanitärkeramik, Armaturen und Badmobiliar hat sich in punkto Ergonomie weiterentwickelt. Auch bei der Planung eures Bades habt ihr heute viel mehr Möglichkeiten, den Raum ergonomisch zu gestalten.

Barrierefreie Badewannen und Duschen

Noch relativ neu auf dem Markt sind Duschbadewannen. Darin könnt ihr brausen und baden zugleich. Durch eine Tür in der Wannenverkleidung steigt ihr ganz bequem ein.

Schwellenlose Duschen sind sicher, komfortabel, dazu noch pflegeleicht. Außerdem lassen sie euer Bad großzügig wirken. Wenn ihr über genügend Platz verfügt, dann gönnt euch doch eine Walk-in-Glasanlage: Einen frei begehbaren Duschplatz hinter üppig dimensionierten Glasscheiben.

Bodenebene Dusche auch im Altbau möglich

Beim Neubau könnt ihr euch den Traum vom schwellenlosen Brausevergnügen am einfachsten erfüllen. Schließlich geht es an die bauliche Substanz. Inzwischen ist die Technik aber so weit, dass ihr euch eine bodenebene Dusche auch nachträglich installieren könnt, selbst in Altbauten. Ihr müsst nicht das Bodenniveau im ganzen Raum anheben lassen, damit das Wasser abfließt. Dafür haben die Hersteller spezielle Ablaufrinnen entwickelt.

Wichtig für Barrierefreiheit: Schafft genug Bewegungsraum

Die meisten Bäder werden modernisiert, wenn die Kinder ausziehen. Diese Gelegenheit solltet ihr nutzen, euer Badezimmer gleich zukunftsorientiert zu planen. Reißt ihr dann noch Wände ein, eröffnet das eurem Badumbau ganz neue Dimensionen.

Denn genügend Bewegungsraum insbesondere vor den Sanitärelementen gilt als A und O. Wenn ihr unterm Waschtisch genug Freiraum lasst, könnt ihr diesen bequem im Sitzen nutzen – wichtig für Rollstuhlfahrer, komfortabel für alle zum Beispiel beim Haare waschen oder Frisieren.

Auch mit Unterputz-Armaturen verschafft ihr euch Bewegungsfreiheit. Hier verschwindet die Technik komplett in der Wand. Nur der Wasserauslauf und die Bedienelemente schauen heraus. Moderne Thermostate verhindern übrigens ein Überhitzen, auch der Armatur, damit ihr euch beim Anfassen nicht verbrüht.

Wenn sich dann noch die Zimmertür nach außen öffnet, ist die Basis für ein barrierefreies Bad geschaffen.

Sensoren machen das Badezimmer smart und sicher

Wasserhahn und Toilettenspülung aktiviert ihr heute durch bloße Annäherung. Sensoren übernehmen die Steuerung. Das macht es nicht nur besonders bequem, sondern vor allem hygienisch. Dank exakter Dosierung spart ihr so auch noch Wasser. Praktisch: Eine Nachtlichtfunktion weist mit einem Lichtstreifen im Dunkeln sicher den Weg zum WC.

Den Fußboden solltet ihr mit rutschfesten Fliesen verlegen lassen. (Mehr dazu lest ihr in unserem Beitrag: "Was sind Nutzungsklassen, Abriebgruppen und Rutschhemmung".)Da fällt übrigens auch der Nachwuchs nicht so schnell auf die Nase.

Kleinigkeiten erleichtern den Alltag

Zusätzliche Hilfsmittel könnt ihr dann bei Bedarf relativ schnell und unkompliziert ergänzen. Denn es sind die Kleinigkeiten, die ein Bad bequem und sicher machen – Sitzelemente für Dusche oder Badewanne zum Beispiel. Aber auch gut erreichbare Ablagen für Shampoo und Co., Halte-, Stütz- und Klappgriffe erleichtern den Badalltag.

Was der Umbau zum barrierefreien Bad kostet

15.000 Euro veranschlagen die Forscher von der TU München für die barrierearme Umgestaltung einer Wohnung. Der Umbau vom Bad zum barrierefreien Badezimmer verschlingt davon etwa 8.500 bis 10.000 Euro. Der Lebenszyklus eines Appartements zeigt den notwendigen Wandel. Schlau also, wenn ihr 20 bis 25 Jahre vorausdenkt und von vornherein barrierearm baut.

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