Mann bedient Smart Home mit Tablet.
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Modernisieren | Info-Guide

Apple HomeKit: Alle Smart Home-Neuerungen unter iOS 13

Thomas Bott

Level: Für Alle

Mit dem neuen Betriebssystem iOS 13 nimmt Apple zahlreiche nützliche Veränderungen am Smart Home-System HomeKit vor. Wir haben alle Neuheiten für euer intelligentes Zuhause.

Im Smart-Home-System "HomeKit" von Apple halten mit dem neuen Betriebssystem iOS 13 zahlreiche neue Funktionen Einzug. Doch welche genau und was ist das eigentlich?

Aus den eigenen vier Wänden lässt sich auch abseits der optischen Gestaltung sehr viel machen. Dabei hilft moderne Technik. Das Smart Home ist eines der aktuell größten Themen rund um das Wohnen. Es soll den Komfort deutlich erhöhen – etwa durch per Sprache steuerbare Lampen, Thermostate, Jalousien, Küchengeräte und vieles mehr. Bei Apple hört diese Steuerung auf den Namen HomeKit. Dessen Möglichkeiten baut Apple im Rahmen des Betriebssystems iOS 13 ordentlich aus.

iOS 13 und HomeKit: Stark verbesserte Übersicht

Die Steuerung aller HomeKit-kompatiblen Geräte erfolgt bei Apple über die App "Home". Jede einzelne Funktion jedes Geräts erhält dabei aktuell eine eigene Kachel. Die digitale Wetterstation "Eve Degree" misst beispielsweise die Temperatur, Luftfeuchtigkeit und den Luftdruck. Jeder einzelne Wert hat eine eigene Kachel. Wer nun auch noch ein Thermostat mit mehreren Sensoren, eine Sicherheitskamera und mehrere Lampen besitzt, verliert schnell die Übersicht.

Die Wetterstation Eve Degree draußen.
In einem smarten Zuhause kann sogar die Bewässerung der Pflanzen automatisiert gesteuert werden. © Eve

In iOS 13 räumt Apple den "Mein Haus" genannten Hauptbildschirm deshalb ordentlich auf. Einzelne Geräte und Geräte-Gruppen fasst die App künftig unter einer Kachel zusammen. Das oben erwähnte "Eve Degree" besitzt also nur noch eine. Mit einem Klick darauf sind dann alle Funktionen sicht- und steuerbar. Damit verbessert Apple mit dem Update einen der größten Kritikpunkte des Systems.

Klarere Kennzeichnung der Kacheln

Damit nicht genug, verändert Apple auch die Darstellung der Kacheln selbst. Neue Icons sollen dafür sorgen, dass Nutzer die Funktionen dahinter einfacher erkennen. Kontakt-Sensoren, Messwerte für Luftfeuchtigkeit und einige andere Funktionen sind so leichter aufzuspüren.

Auch etwas tiefer in den Menüs verändert Apple die Darstellung. So ist die Steuerung einzelner Funktionen bestimmter Geräte unter iOS 13 übersichtlicher. Das Verändern von Farben bei kompatiblen Lampen, das ein- und ausschalten smarter Steckdosen oder das Einstellen von Temperaturen am Thermostat sind so einfacher.

Mehr Möglichkeiten mit Sicherheitskameras

Zu den HomeKit-Produkten gehören auch smarte Kameras für den Innen- und Außenbereich. Sie zeigt die Home-App in Form einer eigenen Kachel pro Gerät und Funktion an – mit einem Live-Bild. Unter iOS 13 ist nur noch das Live-Bild zu sehen. Tippen die Nutzer darauf, kommen sie zu einer vergrößerten Darstellung mit zusätzlichen Tools wie Buttons zum Ein- und Ausschalten der Tonübertragung. Zusätzliche Sensordaten sind hingegen hinter einem Button am unteren rechten Bildschirmrand zusammengefasst. Auch das soll die Übersicht verbessern, versteckt die sonst sofort sichtbaren Daten jedoch etwas.

Aufnahmen der Geräte lassen sich mit iOS 13 auch in der iCloud speichern. Das ist gerade dann ein großer Vorteil, wenn Nutzer mehrere Systeme im Einsatz haben. So bleiben die aufgezeichneten Videos und Bilder an einem Ort zusammen. Jeder Nutzer kann bis zu zehn Stunden Material in seiner Cloud speichern – ohne Anrechnung auf das Volumen des Online-Speichers. Wer hingegen ein Abo mit 200 Gigabyte (GB) besitzt, darf mit einer Kamera bis zu zehn Tage Material speichern. Besitzer des 2-Terabyte-Abos bekommen diese Möglichkeit für fünf Kameras.

Erweiterte Automatisierung und einfachere Organisation

Den Optionen verpasst Apple ein stark verändertes Design. Damit soll die Seite in erster Linie eine bessere Übersicht bieten. Die Benachrichtigungen erhalten außerdem den neuen Punkt "Kameras". Unter diesem sind alle möglichen Benachrichtigungen der Geräte zusammengefasst. So lässt sich also etwa einfach eine entsprechende Nachricht einstellen, wenn etwa ein neues Bild nach ausgelöster Bewegungserkennung verfügbar ist. Zudem ist es möglich, die Datenübertragung einzelner Geräte zu begrenzen. Diese Einstellung lässt sich durch die Integration eines Routers direkt in die Home-App steuern. Sogar jede einzelne Bridge mitsamt Einstellungen bekommt unter iOS 13 einen eigenen Menüpunkt in der App.

Automationen lassen sich mit dem Update viel einfacher erstellen als zuvor. Auch hier verändert Apple das Design für eine bessere Übersicht. Den Nutzern vereinfacht das die Erstellung von Routinen. Mit wenigen Handgriffen lässt sich so etwa eine Regel erstellen, nach der Lampen im Flur zu leuchten beginnen, sobald der Nutzer die Wohnung betritt. Teil der nutzergenerierten Automation sind jetzt auch Apple TV und der HomePod.

Apple HomePod: Kleines Update mit iOS 13

Das neue Betriebssystem nimmt Apple zum Anlass, um den HomePod mit neuen Funktionen auszustatten. Dabei geht es eher um kleinere Verbesserungen, als um große Veränderungen. So erkennt der smarte Lautsprecher bald mehrere Stimmen, kann Nutzer also voneinander unterscheiden. In der Praxis dürfte das für eine verbesserte Personalisierung der Funktionen sorgen. Auf Zuruf zur smarten Assistentin Siri spielt der HomePod also etwa die Lieblings-Musik der jeweiligen Person ab.

Apropos Musik: Der Lautsprecher ist mit dem Update auch bereit für ein sogenanntes Handoff. Das bedeutet, dass Nutzer unterwegs mit ihrem iPhone oder iPad ein Lied, Hörspiel oder einen Podcast hören und den Sound in den eigenen vier Wänden ganz einfach an den HomePod "übergeben" können. Der Inhalt läuft dort nahtlos weiter.

Der smarte Lautsprecher HomePod von Apple.
Der Apple HomePod erhält im Rahmen von iOS 13 neue Funktionen. © Apple

So erhalten Nutzer iOS 13

Apple liefert das neue Betriebssystem voraussichtlich noch im September 2019 durch ein einfaches Update aus. Ist dieses verfügbar, erscheint eine rot hinterlegte "1" am Rand des "Einstellungen"-Icons. Zu finden ist die Software dann unter "Allgemein" und "Softwareupdate". In der Regel erfolgt der Download automatisch, sobald das Smartphone im WLAN ist. Im Rahmen der Installation startet sich das iPhone oder iPad neu. Nutzer sollten also ihre PIN bereithalten.

Das Update ist nicht für alle Geräte verfügbar. Apple versucht jedoch, die Software möglichst vielen iPhones und iPads zur Verfügung zu stellen. Diese Smartphones erhalten iOS 13:

  • iPhone XS
  • iPhone XS Max
  • iPhone XR
  • iPhone X
  • iPhone 8
  • iPhone 8 Plus
  • iPhone 7
  • iPhone 7 Plus
  • iPhone 6S
  • iPhone 6S Plus
  • iPhone SE
  • iPod Touch (7. Generation)

Auf dem iPad heißt iOS nicht länger iOS, sondern hört künftig auf den Namen "iPadOS". Die Funktionen entsprechen dem Smartphone-Pendant. Diese Tablets bekommen das Update:

  • iPad Pro (12,9 Zoll)
  • iPad Pro (11 Zoll)
  • iPad Pro (10,5 Zoll)
  • iPad Pro (9,7 Zoll)
  • iPad (6. Generation)
  • iPad (5. Generation)
  • iPad mini (5. Generation)
  • iPad mini 4
  • iPad Air (3. Generation)
  • iPad Air 2

Das braucht es für Apple HomeKit

Apple gestaltet seine Systeme meist nicht sehr offen. Das bedeutet, dass nicht alle auf dem Markt verfügbaren Smart-Home-Geräte mit HomeKit kompatibel sind. Genauer ist nur ein kleiner Teil davon für das Apple-System geeignet. Beim Kauf neuer Hardware sollten Nutzer also darauf achten, dass auf der Verpackung oder in der Produktbeschreibung eine entsprechende Kennzeichnung zu finden ist. Das gilt besonders bei Geräten mit einer externen Bridge. Sollte diese nicht HomeKit-Kompatibel sein, sind es auch alle angeschlossenen Geräte nicht.

Eine Übersicht aller mit HomeKit funktionierenden Geräte gibt es auf der Website von Apple. Beim Versandhändler Amazon gibt es eine vorsortierte Liste mit möglichen Produkten für das Smart-Home-System.

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