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Schrebergarten pachten: Was kostet ein Kleingarten?


Schrebergarten pachten an sich ist in den meisten Vereinen vergleichsweise günstig. Dazu kommen aber Nebenkosten und die Ablöse an den Vorpächter. Wir sagen euch, was ein Schrebergarten kosten kann – bei der Übernahme und jährlich.

  1. Wie hoch ist die Pacht für einen Kleingarten?
  2. Jährliche Kosten eines Schrebergartens
  3. Kosten für einen Kleingarten in Großstädten
  4. Ablösesumme: Was muss ich an meinen Vorpächter zahlen?
  5. Fazit: Das kostet euch ein Schrebergarten

Der große Vorteil von Kleingartenvereinen ist: Sie sind gemeinnützig. Deshalb sind die Gartenparzellen auch nicht besonders teuer. Sie werden nicht verkauft und auch nicht vermietet, sondern verpachtet. 

Das bedeutet, ihr habt ein Nutzungsrecht für den Schrebergarten. Ihr dürft dort Obst und Gemüse für den Eigenbedarf anbauen, es jedoch laut Bundeskleingartengesetz (BKleinG) nicht verkaufen. Aber was kostet das Schrebergarten pachten? 

Zu dem jährlichen Pachtzins kommen Mitgliedsbeiträge, Nebenkosten und die Ablösesumme für den Vorpächter. Die Kosten können je nach Region und Zustand der Laube sowie den Pflanzen auf dem Areal stark variieren. Wir geben euch einen Überblick darüber, was ein Schrebergarten kosten kann.

Wie hoch ist die Pacht für einen Kleingarten?

Die Fläche eines Kleingartens bewegt sich in der Regel zwischen 250 und 400 Quadratmetern. Im Schnitt sind es in Deutschland 370 Quadratmeter. Was der Pachtzins für einen Schrebergarten kosten kann, hängt von der Quadratmeterzahl und der Lage ab.

Festgelegt wird er von den zuständigen Behörden der Kommunen oder Städte. Das Bundeskleingartengesetz schreibt fest, dass die Pacht für den Schrebergarten maximal viermal so hoch sein darf wie die Pacht, die für erwerbsmäßige Flächen im Obst- und Gemüseanbau fällig wird.

Laut einer Studie des Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung liegt der durchschnittliche Pachtzins in Deutschland aktuell bei 18 Cent pro Quadratmeter und Jahr. Für einen 400 Quadratmeter großen Schrebergarten fallen also im Schnitt 72 Euro Pacht jährlich an.

Die Unterschiede sind aber groß: Im Osten Deutschlands liegt der Pachtzins für einen Schreibergarten im Schnitt bei nur 9 Cent pro Quadratmeter und Jahr, in Westdeutschland dagegen bei 23 Cent. Auch in Großstädten müsst ihr mehr bezahlen als in Kleinstädten: Im Schnitt 22 Cent versus 7 Cent pro Quadratmeter und Jahr.

Die genaue Höhe des Pachtzins könnt ihr beim jeweiligen Kleingartenverein oder beim Landesbund der Gartenfreunde eures Bundeslandes erfahren. Den Kontakt findet ihr auf der Seite des Bundesverbands Deutscher Gartenfreunde.

Jährliche Kosten eines Schrebergartens

Der Pachtzins ist nur ein Teil der jährlichen Schrebergartenkosten. Daneben müsst ihr auch einen Mitgliedsbeitrag an den Kleingartenverein zahlen, zu dem eure Parzelle gehört. Der liegt im Schnitt bei 30 Euro pro Jahr.

Dazu kommen Kosten für Grundsteuer, Straßenreinigungsgebühren, Versicherungen, Müllentsorgung, Wasser und Strom. Sie liegen nach Befragungen unter den regionalen Kleingarten-Verbänden im Schnitt bei 45 Cent pro Quadratmeter und Jahr. Bei einem 400 Quadratmeter großen Garten macht das durchschnittlich 180 Euro im Jahr.

Am Beispiels des Heimgartenbund Altona e.V. in Hamburg zeigen wir euch, welche jährlichen Kosten anfallen können:

  • Mitgliedsbeitrag (74,50 Euro)
  • Pachtzins plus öffentl. rechtl. Lasten ( etwa 90 Euro bei einem 500qm großen Garten)
  • Pflichtversicherungen (ca. 48 Euro)
  • anteilig Wassergeld, Strom
  • Müllgebühren (optional)

Der finanzielle Aufwand variiert bundesweit natürlich jeweils nach Verein und Standort. Im Schnitt kostet euch ein Schrebergarten jährlich zwischen 200 und 400 Euro. Einige Vereine berechnen zudem Aufnahmegebühren von rund 50 Euro.

Kosten für einen Kleingarten in Großstädten

Während im Umland von Großstädten Bewerber schnell und günstig fündig werden, sieht das in den Metropolen selbst anders aus. Dort treiben oft die hohen Nebenkosten den Preis in die Höhe, so dass leicht 500 Euro im Jahr anfallen können.

Mit diesen jährlichen Schrebergartenkosten müsst ihr in den größten deutschen Städten rechnen, wenn ihr dort einen Schrebergarten pachten wollt:

Kosten für Schrebergärten in Ballungsräumen
StadtFlächePachtzinsNebenkosten (ohne Strom)
Hamburgca. 350 Quadratmeterca. 55 Euro/Jahr260 Euro/Jahr
Münchenca. 250 Quadratmeterca. 130 Euro/Jahrca. 270 Euro/Jahr
Berlinca. 350 Quadratmeterca. 120 Euro/Jahrca. 370 Euro/Jahr
Kölnca. 300 Quadratmeterca. 177 Euro/Jahrca. 210 Euro/Jahr
Frankfurt am Mainca. 420 Quadratmeterca. 250 Euroca. 250 Euro/Jahr

Ablösesumme: Was muss ich an meinen Vorpächter zahlen?

Während die monatlichen Fixkosten also durchaus erschwinglich sind, müsst ihr für die Übernahmesumme von Laube und Pflanzen, die so genannte Ablöse an den Vorpächter, bei der Übernahme eines Kleingartens ziemlich tief in die Tasche greifen. Denn anders als der Grund werden das Gartenhäuschen und die Bepflanzung des Gartens nicht mitverpachtet, sie gehören dem Vorpächter.

Der Betrag für die Ablöse setzt sich zusammen aus einzelnen Posten wie

  • der Laube,
  • Pflanzen,
  • Sträuchern
  • und eventuell vorhandenen Obstbäumen.

Der Schätzer des jeweiligen Vereins schätzt in der Regel den Wert auf Grundlage amtlicher und einheitlicher Bewertungsmaßstäbe, wie etwa dem Zustand der Laube und dem Wert der Gewächse auf der Parzelle. Der Wertermittlungspreis ist für den Verkäufer verbindlich.

Tipp: Verlangt eine Kopie der aufgestellten Liste, damit ihr die einzelnen Posten später nachvollziehen könnt (und falls ihr selbst mal kündigen wollt).

Im Schnitt könnt ihr mit Ablösesummen ab 1.900 Euro rechnen.  In Kommunen, in denen die Nachfrage eingebrochen ist und viele Schrebergärten leer stehen, werden allerdings kaum und wenn dann nur in geringerer Höhe Ablösen erhoben, selbst wenn die Lauben groß und oft auch gut ausgestattet sind.

In den Großstädten sieht das allerdings meist anders aus. Im Schnitt kostet die Ablöse dort 3.300 Euro oder mehr. Die Parzellen sind oft echte Freizeit-Oasen. Unter den Lauben gibt es richtige Luxusmodelle. Wurden die Flächen noch dazu üppig bepflanzt, kommen schnell mal bis zu 11.000 Euro zusammen.

Tröstlich zu wissen, dass eine gepflegte Hütte trotzdem meistens günstiger ist als eine neue, die je nach Ausstattung zwischen 1.500 und 10.000 Euro kosten kann. 

Auch Pflanzen, die sich in einem Garten schon lange wohlfühlen und entsprechend gesund sind, lohnen sich oft mehr als neu gekaufte, bei denen nicht immer sicher ist, ob sie wirklich gut anwachsen und nicht schon nach einer Saison völlig verkümmert auf dem Kompost landen.

Nicht alles, was ihr seht, müsst ihr auch bezahlen

Fantasiepreise für Omas ausrangierten Küchenschrank und altersschwache Gartenmöbel gehören nicht in die Berechnung der Ablöse. Falls doch ein Vorgänger seinen Sperrmüll gegen teures Geld an euch loswerden will, müsst ihr nicht zustimmen.

Gartengeräte und anderes Inventar auf der Parzelle sind ebenfalls kein Bestandteil der Berechnung. Positiv dagegen: Viele Vorbesitzer geben ihre Rasenmäher, Harken und Spaten gerne gegen kleines Geld weiter, weil sie diese nicht mehr brauchen. Das lohnt sich unbedingt, wenn die Gerätschaften gut gewartet wurden. 

Neuanschaffungen sind nicht gerade billig, wenn ihr Wert auf Qualität und Haltbarkeit legt. Meistens lässt sich ja auch noch ein bisschen was am Preis machen.

Hilfe, falls ihr die Ablösesumme nicht aufbringen könnt

Damit sich auch Menschen mit geringem Einkommen einen Schrebergarten leisten können, haben einige Kleingärtenverbände Modalitäten entwickelt, um die im Vergleich zu den übrigen Kosten hohen und meist mit einem Mal notwendigen Zahlungen abzufedern.

So gibt es in Hamburg beispielsweise einen Laubenfonds. Hannover und Münster bieten zinslose Darlehen für die Ablösesumme an. Und manche Vereine setzen auf kleine und schlichte Lauben.

Gemüse im Schrebergarten anbauen
Auf einem Drittel der Fläche muss im Kleingarten Obst und Gemüse angebaut werden. Das kostet Zeit.

Fazit: Das kostet euch ein Schrebergarten

Das Schrebergarten pachten kostet pro Monat zwischen 25 und 50 Euro, je nach Größe und Vorgaben des gewählten Kleingartenvereins. Als Anfangsinvestition müsst ihr bis zu 11.000 Euro in die Hand nehmen, das gilt allerdings nur für Metropolen. Ansonsten zahlt ihr im Schnitt knapp 3.500 Euro, in kleineren Städten können es auch nur ein paar hundert Euro sein.

Neben den finanziellen Kosten solltet ihr berücksichtigen, dass ein Schrebergarten auch Zeit kostet. Auf mindestens einem Drittel der Fläche müsst ihr Obst und Gemüse anbauen. Und dafür reicht es nicht, nur an den Wochenenden im Garten vorbeizuschauen. 

Zudem verlangen viele Kleingartenvereine auch, dass ihr Arbeitsstunden für die Gartengemeinschaft leistet. Dazu gehört zum Beispiel die Pflege der Wege oder das Rasenmähen in leeren Gartenparzellen. Wer keine Pflichtstunden leistet, muss stattdessen etwas in die Vereinskasse zahlen.

Dafür gibt es als Gegenwert frisches Obst und Gemüse. Und unter freiem Himmel abends bei einem leckeren Getränk zu entspannen, ist einfach Erholung pur und den Betrag allemal wert.

 

Quellen: Studie Kleingärten im Wandel

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