Montage/Aufbau eines modularen Hauses

Bauen | Ratgeber

Modulhaus: Vorteile, Nachteile und Kosten eines Hauses in Modulbauweise


Modulhäuser werden immer beliebter. Was es mit dieser Bauweise auf sich hat, was ein Modulhaus kostet sowie seine Vorteile und Nachteile im Überblick.

  1. Was ist ein Modulhaus?
  2. Modulhaus-Anbieter
  3. Wie teuer ist ein Modulhaus?
  4. Modulhaus: Das sind die Vorteile
  5. Modulhaus: Das sind die Nachteile
  6. FAQs zum Thema Modulhaus

Im Wesentlichen gibt es drei Arten, ein Haus zu bauen: In Massivbauweise Stein auf Stein vor Ort errichtet, industriell gefertigt als Fertighaus oder als Modulhaus. Der Modulbau wurde bisher vor allem bei Büro- und Verwaltungsgebäuden, Infrastruktur-Einrichtungen oder für Gewerbeimmobilien genutzt. 

Zunehmend wird er aber auch für den Wohnungsbau eingesetzt. Wir stellen euch die Vorteile und Nachteile von Modulhäusern vor, sagen, was ein Modulhaus kostet und für wen es sich eignet. Außerdem nennen wir euch Anbieter von Modulhäusern aus dem deutschsprachigen Raum.

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Was ist ein Modulhaus?

Ein Modulhaus ist eine seriell gefertigte und vormontierte Wohneinheit beziehungsweise Wohnbox mit Boden, die komplett per Tieflader angeliefert und aufgestellt wird.

Beim Modulbau wird das Haus nach dem Baukastenprinzip aus verschiedenen Modulen zusammengesetzt. Jedes Modul stellt eine vorgefertigte Raumzelle dar. Sie verfügt im Idealfall neben Decke und Wänden bereits über sämtliche Türen, Fenster, Bodenbeläge und Installationen.

Die Module werden aufbaubereit zur Baustelle geliefert und dort nur noch verankert oder miteinander verbunden und angeschlossen. Dabei können mehrere Module individuell aneinander platziert werden – hintereinander, seitlich oder übereinander.

Der Modulbau weist eine Nähe zum Containerbau auf. Denn ein Container ist letztlich auch eine vorgefertigte, dreidimensionale Raumzelle. Der Unterschied liegt vor allem in den Materialien. Während Containerhäuser in der Regel aus Metall, Stahl oder ausrangierten Schiffscontainern bestehen, werden Modulhäuser meist aus Holz gefertigt.

Bei Bedarf können fertige Modulhäuser um Module erweitert werden, so dass ihr euren Wohnraum beliebig vergrößern könnt. Die meisten Modulhäuser besitzen bereits vorgefertigte Wandöffnungen, welche einen Durchbruch ermöglichen. Geplante Kanäle und Versorgungsschächte werden "per Klick" an den vorbereiteten Schnittstellen zusammengefügt.

Außerdem sind Modulhäuser transportabel, sofern die einzelnen Module nicht breiter als sechs Meter, höher als vier Meter und länger als 20 Meter sind.

Ihr wollt mobil bleiben und auf kleinem Raum leben? Dann könnte euch auch dieser Artikel interessieren: Tiny House auf Rädern: Vorteile, Nachteile und die richtige Zulassung

Beispiele für Modulhäuser

Schaut euch unsere Bildergalerie an, um einen Eindruck von verschiedenen Modulhäusern zu bekommen.

  • Modulhaus von Bloxs
  • Modulhaus H1 von Heise Haus.
  • Fertighaus-Modul als Einzelhaus auf einer Wiese
  • Minihaus mit Satteldach von Woodee
  • Minihaus von Cubig
  • Villa aus übereinandergestapelten Hausmodulen
  • Modulhaus von Balazs
  • Modulhaus von Green Mobile Home
  • Modulhaus mit 140 Quadratmetern von Green Mobile Home
  • Modulhaus von Schachner Modulhaus GmbH

Weitere Anbieter kleiner Häuser findet ihr in unserem Artikel über Minihaus-Anbieter oder über Containerhäuser.

Modulhaus-Anbieter

Es gibt inzwischen einige Anbieter, die ein Kompletthaus in Modulbauweise möglich machen. Rein äußerlich lassen sich viele modulare Eigenheime kaum von herkömmlichen Massivbauten unterscheiden. Eine kleine Auswahl von Modulhausanbietern:

Das junge Start-Up Bloxs aus Grünwald bei München, 2020 gegründet, setzt auf die vier Markenwerte Exklusivität, Hochwertigkeit, Nachhaltigkeit und Individualität. Und: Interessierte können ihr Wunsch-Modulhaus online konfigurieren und sogar in 3D online begehen.

Der Hersteller Heise Haus aus dem bayrischen Möhrendorf bietet Luxus-Modulhäuser in Holzständerbauweise mit verstärkendem Stahlrahmen an.

Die Zimmerei Balazs Komforthaus GmbH in Röttenbach, ein Familienunternehmen, fertigt mit B/Cube barrierefreie Modulhäuser aus ökologischem Massivholz.

Der Fertighaushersteller McCube aus Österreich fertigt seit 2014 Modulhäuser aus heimischem Holz und Hanf. Die Modelle sind transportabel und kosten ab 2.500 Euro pro Quadratmeter.

Das Unternehmen Smart Haus GmbH aus dem nordrhein-westfälischen Löhne fertigt Modulhäuser in Holzbauweise. Das kleinste Hausmodul hat 24 Quadratmeter Wohnfläche.

Das Unternehmen Deltamodul hat Fabriken in ganz Europa und baut seit mehr als sieben Jahren Modulhäuser aus Holz.

Das Unternehmen Green Mobile Home mit Sitz in Gelnhausen fertigt Modulhäuser aus umweltfreundlichen und recycelbaren Materialien wie Holz und Stahl. Das kleinste Modulhaus ist 63 Quadratmeter groß.

Die biwo natürlich bauen – gesund leben GmbH aus Hude zwischen Oldenburg und Bremen fertigt 30 bis 110 Quadratmeter große Modulhäuser aus den ökologischen Baustoffen Holz und Lehm. Die Modulhäuser sind alle KfW-40 förderfähig.

Der österreichische Modulhausbauer Schachner Modulhaus mit Sitz in Steinerkirchen an der Traun baut effiziente und nachhaltige Modulhäuser ab 38 bis über 200 Quadratmetern. Der Quadratmeterpreis beginnt bei 2.700 Euro.

Der Anbieter Onoxo Homes bietet unter dem Motto „Das coole kleine Haus“ schicke Modelle für Singles, Paare und Familen an. Ein Modulhaus mit 50 Quadratmetern Grundfläche gibt es ab 149.000 Euro.

Der Hamburger Hersteller Steelcave produziert Modulhäuser auf der Basis von Schiffscontainern. Ein voll ausgestatteter Container mit knapp 30 Quadratmetern Wohnfläche kostet rund 150.000 Euro.

Aufstockbare Modulhäuser in verschiedenen Größen und Ausführungen bietet Vagabundo Living an. 33 Quadratmeter gibt es ab knapp 120.000 Euro. 

Das baden-württembergische Unternehmen Whiterock bietet Modulhäuser in Stahlrahmen- und Holzständerbauweise an. Das kleinste Modell mit 28 Quadratmetern Wohnfläche ist für einen Preis ab 99.500 Euro zu haben.

Der traditionelle Holzbaubetrieb woodee in Schleswig-Holstein produziert verschiedene Modelle von Modulhäusern ab 40 Quadratmeter Grundfläche aus weitestgehend natürlichen Baustoffen in Niedrigenergiebauweise, die den Anforderungen eines Energieeffizienzhauses entsprechen.

Wie teuer ist ein Modulhaus?

Ein Modulhaus kostet deutlich weniger als ein individuell geplantes Einfamilienhaus. Die Modulhaus-Preise für kleinere Modelle mit 50 bis 60 Quadratmetern beginnen bei 50.000 Euro. Dann verfügen sie allerdings über keinerlei Extras.

Ein schlüsselfertiges Modulhaus beginnt bei Preisen ab 1.500 Euro pro Quadratmeter. Die durchschnittlichen Kosten liegen jedoch höher, bei 2.000 bis 2.500 Euro pro Quadratmeter. Kommen hochwertige ökologische Materialien zum Einsatz, dann kann der Preis auch 3.000 Euro pro Quadratmeter und mehr betragen.

Zu den Modulhaus-Kosten kommen unter Umständen noch die Kosten für den Transport vom Werk zur Baustelle hinzu. Hier kalkuliert ihr am besten mit einem mittleren, vierstelligen Betrag.

Lest hier mehr über Baukosten pro Quadratmeter.

Modulhaus: Das sind die Vorteile

Modulhäuser werden immer beliebter, denn ein Haus in Modulbauweise hat zahlreiche Vorteile.

Kurze Bauzeit

Bereits nach 24 Stunden kann bei einem kleinen Modulhaus der Rohbau fertig sein. Das erspart euch nicht nur unnötige Baukosten, die zum Beispiel durch eine witterungsbedingte Verzögerung entstehen können. Auch das Geld für eine Zwischenfinanzierung, Bereitstellungszinsen sowie eine Doppelzahlung für Hypothek und Miete fallen in der Regel bei einem Modulhaus weg.

Planungssicherheit

Da ihr auf ein Modulhaus nach Auftragserteilung nur wenige Wochen warten müsst und alles aus einer Hand zu einem vorher vereinbarten Festpreis bekommt, entfallen die Unwägbarkeiten während der Bauphase. Vorteilhaft ist das vor allem in Zeiten, in denen Baumaterial immer teurer wird und Handwerker schwer verfügbar sind.

Günstiger Preis

Wollt ihr ein Modulhaus kaufen, ist das günstiger, als wenn ihr euch für eine vergleichbare Immobilien in Fertig- oder Massivbauweise entscheidet. Diese sind mit deutlich höheren Produktionskosten verbunden.

Darüber hinaus fallen weniger Kosten für die Erdarbeiten an. Denn für ein Modulhaus ist in der Regel ein einfaches Punktfundament oder ein Streifenfundament völlig ausreichend.

Gute Ökobilanz

Modulhäuser sind in der Regel ökologisch und nachhaltig, da fast ausschließlich gesundheitsunbedenkliche und umweltfreundliche Materialien verbaut werden.

Flexibilität

Ein Modulhaus ist eine Immobilie, die mitwächst. Ein An- oder Umbau zur Vergrößerung des Hauses ist kein großes Problem. Ändert sich eure Lebenssituation, dann könnt ihr das Modulhaus relativ einfach erweitern – sei es auf der gleichen Ebene oder indem ihr die Module einfach stapelt. Oder ihr baut es zurück und verkauft die Module, die ihr nicht mehr benötigt.

Zudem könnt ihr das Modulhaus zu einem neuen Grundstück transportieren und dort wieder aufstellen lassen, wenn ihr umziehen wollt oder müsst. Modulhäuser sind auch ideal für Pachtgrundstücke geeignet. Nach der Pachtdauer kann ein solches Haus nämlich problemlos komplett entfernt werden.

Lest zu diesem Thema auch den Artikel "Stellplatz fürs Tiny House: Mieten, kaufen, pachten?". Im Ratgeber "Tiny House-Grundstücke: Wo (Stell)Plätze für Minihäuser entstehen" verraten wir euch außerdem, wo in Deutschland ihr aktuell ein Modulhaus errichten könnt.

Tiny-House-Modell Woodee von Woodee Modulhaus.
Hier wurden zwei Module des Herstellers Woodee aneinandergestellt.

Modulhaus: Das sind die Nachteile

Die Modulbauweise hat zwar viele Vorteile, doch wer sich ein Modulhaus baut, nimmt auch ein paar Nachteile in Kauf.

Hohe Transportkosten

Je nach zurückzulegender Strecke und den Maßen des Modulhauses kann der Transport zu eurem Grundstück ziemlich teuer sein. Nicht nur der LKW und Schwerlastkran kosten, eventuell ist auch eine Polizeibegleitung notwendig. Wohnmodule mit einer Breite von über 2,55 Metern benötigen zudem eine Sondergenehmigung.

Ein Wohnmodul über 150 Kilometer zu transportieren, kostet zwischen 3.500 und 4.500 Euro. Das solltet ihr wie andere Baunebenkosten in jedem Fall mit einkalkulieren.

Fehlender Stauraum

Ein Modulhaus hat keinen Keller und auch meist keinen Dachboden. Das heißt, es gibt nicht so viel Stauraum wie in einem herkömmlichen Haus. Dafür gibt es jedoch Lösungen, wie wir in unserem Artikel "Stauraum schaffen: 10 geniale Ideen für mehr Platz" zeigen.

Optische Einschränkungen

Es gibt inzwischen zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten für Modulhäuser, so dass diese nicht zwangsläufig wie langweilige Kisten wirken müssen. Neben den vorherrschenden Flachdächern sind auch Varianten mit Satteldach oder Pultdach realisierbar. Diese sind aber meist mit einem Aufpreis verbunden.

Dennoch sind Modulbauten weitgehend an eckige Formen gebunden. Wie auch immer man die einzelnen Module zusammensetzt, etwas Rundes kommt dabei definitiv nicht heraus. Ausgefallenere – organische – Formen sind zwar möglich, bedeuten aber Mehraufwand mit zusätzlichen Kosten.

Da die Module unter Brücken und durch Tunnel passen sollten, müssen zudem bestimmte Abmessungen eingehalten werden. Diese betragen derzeit sechs Meter in der Breite, vier Meter in der Höhe und 20 Meter in der Länge.

Statische Einschränkungen

Mit der Modulbauweise lässt sich euer Haus nicht beliebig in die Höhe bauen, da die Module nur begrenzt tragfähig sind. Mehr als sechs bis sieben Geschosse sind nicht möglich. Beim Modulbau fürs Eigenheim spielt das allerdings keine Rolle.

Schlechtere Trittschalldämmung

Die Trittschalldämmung bei übereinander gestapelten Modulhäusern ist schlechter als bei einem Massivhaus. Beim Thema Hellhörigkeit solltet ihr also nicht besonders empfindlich sein.

Örtliche Einschränkungen

Der örtliche Bebauungsplan erlaubt nicht immer die Aufstellung von Modulhäusern.   

FAQs zum Thema Modulhaus

Im Vergleich zu herkömmlichen Fertighäusern ist der Vorfertigungsgrad bei einem Modulhaus größer: Bei Fertighäusern in Tafelbauweise sind meist nur einzelne Wände vorgefertigt, die dann auf der Baustelle zusammengefügt werden. 

Die einzelnen Module bei einem Modulhaus wiederum sind bereits zu 90 Prozent in der Halle fertiggestellt, bevor sie zur Baustelle kommen. Außerdem erfolgt die bauliche Umsetzung parallel. Das heißt, die Fundamente oder das Untergeschoss werden konventionell vor Ort erstellt, während die Module noch in den Werkhallen produziert werden.

Die einzelnen quaderförmigen Module eines Modulhauses haben in der Regel eine Wohnfläche von weniger als 50 Quadratmetern. Herkömmliche Fertighäuser sind auch in der kleinstmöglichen Variante deutlich größer.

Wer also minimalistisch leben möchte, aber nicht in einem Tiny House, der wird eher bei Modulbauanbietern als bei Fertighausherstellern fündig.

Häuser in Modulbauweise sind deutlich günstiger als Massiv- und Fertighäuser. Der Grund dafür sind die niedrigeren Produktionskosten. Modulhäuser sind meist kleiner und können seriell hergestellt werden.

Interessant sind Modulhäuser vor allem für Singles, Paare, kleine Familien und Senioren, die viel Wert auf Flexibilität legen.

Ein Modulhaus, das mitwächst, lässt sich eventuell von ein und derselben Person länger nutzen als ein anderer Haustyp. Aufgrund der seriellen Bauweise eignet sich ein Modulbau besonders gut, verschiedene Lebensphasen baulich nachzuvollziehen.

Ihr könnt Module hinzufügen, wenn sich eine Partnerschaft als dauerhaft erweist und Kinder unterwegs sind. Zerbricht die Ehe, dann kann man die Module trennen und aufteilen. Im Alter könnt ihr euch mit einem Modulhaus leicht verkleinern. Auch lassen sich alternative Formen des Zusammenlebens auf einem Grundstück gestalten.

Noch eine Variante: Modulhäuser sind als separat auf dem Grundstück platziertes Home Office, Gästehaus oder als Unterkunft für Aupair oder Pflegekraft einsetzbar. Als Anbau an ein bestehendes Haus eignen sie sich allerdings nicht so gut.

Auch wenn ein Modulhaus nur auf ein Fundament gestellt wird und dort wieder entfernt werden kann, ist dafür wie bei jedem anderen Haus, das zu Wohnzwecken dient, eine Baugenehmigung nötig. Denn nicht die Bauart des Hauses entscheidet über die Baugenehmigungspflicht, sondern seine Nutzung. Hier wird zwischen permanentem Wohnen und temporärem Wohnen, zum Beispiel als Ferienhaus, unterschieden.

Deshalb solltet ihr vor dem Kauf eines Modulhauses unbedingt einen Bauantrag stellen.

Plant ihr euer Modulhaus als dauerhaften Wohnsitz, benötigt ihr ohnehin eine Baugenehmigung. Möchtet ihr es hingegen als Gartenhaus, Ferienhaus oder Büro nutzen, solltet ihr euch bei eurem zuständigen Bauamt erkundigen. Denn je nach Bundesland sieht die Rechtslage anders aus. 

Allerdings sind die Vorschriften regional unterschiedlich. Deshalb solltet ihr euch unbedingt erkundigen, bevor ihr euch nach konkreten Modellen oder Grundstücken für den Bau von Modulhäusern umschaut.

Bei guter Bausubstanz und entsprechender Pflege hält ein Modulhaus genauso lange wie ein Massivhaus. Die durchschnittliche Nutzungsdauer liegt zwischen 45 und 100 Jahre.

Bei der Neubauförderung geht es nicht um die Größe oder die Nutzung eines Wohngebäudes, sondern allein um die energetischen Werte. Erfüllt ihr die strengen Vorgaben, erhaltet ihr für euer Modulhaus auch Fördermittel.

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